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USA 2001
Originaltitel:U.S. Seals II
Alternativtitel:Kommando: U.S. Navy Seals II
Länge:94:54 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:R-Rated
Regie:Isaac Florentine
Buch:Boaz Davidson, Michael D. Weiss
Kamera:Peter Belcher
Musik:Stephen Edwards
Darsteller:Michael Worth, Damian Chapa, Karen Kim, Marshall R. Teague, Kate Connor, Sophia Crawford, George Cheung, Velizar Binev, Franklin A. Vallette, Andy Cheng, Burnell Tucker, Mitchell Gould, Plamen Zahov, Hakim Alston, Dan Southworth
Vertrieb:Artisan
Norm:NTSC
Regionalcode:1
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (En)
Sprache:Englisch
Specials:
  • Einleger mit Titelmotiv
  • Trailer (1:15 Min.)
Ein ehemaliger Navy Seal Ratliffe (Damian Chapa) macht sich auf einer versteckten Insel selbstständig und beschafft sich zwei russischen Raketen, jeweils bestückt mit Atomsprengköpfen. Als Geisel hält er zusätzlich eine hochkarätige Atomphysikerin gefangen und droht, bei Nichteinhaltung einer Zahlung, die USA mit seinen Waffen zu bombardieren. Die Streitkräfte schicken den bereits pensionierten Sheppard (Michael Worth), der einst Seite an Seite mit Ratliffe diente, und eine Truppe von Spezialisten verdeckt auf die Insel, um die Gefahr zu entschärfen. Doch Ratliffe hat vorgesorgt und schart ebenfalls eine Armee an Terroristen um sich ...
Wenn es im B-Movie-Bereich in den letzten Jahren einen herausragenden Regisseur gegeben hat, dann ist es Isaac Florentine, der, bei "Nu Image", beständig, mit noch so kleinen Budgets, ein Kleinod nach dem anderen aus dem Hut zaubert. Mit "U. S. Seals 2" setzt er eine Reihe fort, die sich in der ersten Runde dank Yossi Wein nicht mit Ruhm bekleckerte. Mit Andy Cheng stand diesmal ein Stuntchoreograph zur Verfügung, der sich mittlerweile auch in Hollywood einen Namen gemacht hat. Dementsprechend fallen die Martial-Arts- und Actionszenen auch aus. Ansonsten griff Florentine auch hier wieder auf seine altbewährte Crew zurück. So ist Stephen Edwards wieder für die Musik zuständig und Irit Raz für den Schnitt. Mit Peter Belcher war ein fähiger Kameramann geholt worden, der Florentines abwechslungsreiche Motivwechsel umsetzen konnte und dafür auch in seinem Folgefilm "Special Forces U.S.A." wieder hinter der Kamera Platz nehmen durfte.


Leider steht dieser Konstellation ein nicht sonderlich einfallsreicher Plot gegenüber, der nur Standardware ist, später aber immerhin einen triftigen Grund abliefert, um gezielt auf Schusswaffengebrauch zu verzichten. Nach der obligatorischen Einführung mit einem geglückten Einsatz, der auch hier dank Kameraarbeit, Schnitt- und Pyrotechnik über Genrestandard inszeniert worden ist, wird eine Geschichte vom Reißbrett entfaltet, die nicht nur einige Anschlusslücken besitzt, sondern teilweise auch nicht ganz logisch ist.


So kocht der Film die ersten 45 Minuten eher auf Sparflamme, wobei es nicht so langweilig wird, wie man es befürchtet. Denn Florentine hat diesen Film teilweise so überspitzt und übertrieben inszeniert, dass, auch dank der Dialoge, deutliche Anflüge einer Parodie unverkennbar sind. Das beginnt bei der Reaktivierung eines ehemaligen Seals aus dem Ruhestand und hört bei dem Klischee-Casting der verschiedensten Enfant terribles auf. Der Bösewicht hockt mal wieder auf einer Insel und in seiner Hand befinden sich zwei Atombomben. Also wird kurzerhand eine Atomwaffenphysikerin entführt und die neu zusammen gestellte Seals-Truppe muss hinterher. Man merkt bald, dass der Plot extrem banal gestrickt ist und man auch besser nicht auf die Idee kommen sollte, zu hinterfragen, ob es nicht auch eine normale Einheit getan hätte. Die bei fast jeder Bewegung auftretenden "Woosh" - Begleitgeräusche sind dabei etwas gewöhnungsbedürftig, unterstützen jedoch den humorigen Charakter des Films.


Ist die erste Viertelstunde um die Freund- und spätere Feindschaft der beiden Hauptfiguren noch eher nette Beilage, um dem Film seine Spielfilmlänge zu verpassen und etwas asiatische Kultur einfließen zu lassen (Der Film ist eindeutig von Hongkong-Kino und Co inspiriert), so ist das lange und ausführliche Finale optisch ein echtes Schmankerl. So lange, so gut inszeniert und so abwechslungsreich wurde sich in wohl noch keinem B-Movie abgerieben, beziehungsweise mit Schwertern duelliert. Teilweise mit sehr akrobatischen Einlagen, unterstützt von ein wenig Wirework, gespickt, muss das Team gegen eine Übermacht antreten, die sich gewaschen hat. Da die Insel durch einen Chemieunfall verseucht ist, bleibt Schusswaffengebrauch auf beiden Seiten verpönt (da sonst die ganze Insel explodieren würde ...) und so wird sich bald in aller Ausführlichkeit ins Gewusel gestürzt. Der Gewaltfaktor bleibt, mal abgesehen von der finalen "Teilung", auf einem normalen Niveau. Wer also abgehackte Körperteile und massig Blutsturz erwartet ist hier falsch beraten.


Selbst der Einsatz von CGI zum Schluss fällt überraschend gut aus und so kann man in Verbindung mit Choreographie und Inszenierung von einem eindeutig hochklassigen B-Film schreiben. Auch wenn schauspielerisch keine Oscars zu erwarten sind, ziehen die Akteure sich hier ordentlich aus der Affäre. Während Bösewicht Damian Chapa auch hier und da mal in Hollywoodproduktionen zu sehen ist, dürfte Marshall R. Teague, der in "Armageddon" und "The Rock" Minirollen besaß und in "Special Forces U.S.A." wieder den Anführer mimen durfte, hier am ehesten bekannt sein. Mit seiner verdächtig nach einer Paintballwaffe ausschauenden Spezialwaffe dürfte er fast zur Kultfigur avancieren.


Der Klappentext der US-DVD von Artisan macht darauf aufmerksam, dass das originale Bildformat geändert wurde, um es dem TV-Bildschirm anzupassen. Leider ist diese Technik, das Bild auf ein Vollbild zu bringen, bei den Amis immer noch gängig, wenn auch lästig. Bei dieser Version hier ist nicht ganz klar, ob man das Matting entfernt hat, also oben und unten etwas mehr am Bildschirm sieht als beim Widescreen, oder ob man Pan&Scan vorgenommen hat. Viele Szenen sehen etwas gedrängt aus, als ob man letzteres angewandt hätte, andere wiederum lassen ersteres vermuten. Abgesehen davon ist das Bild gut, zwar kein High-Tech, aber einem B-Movie sehr angemessen. Farben und Kontrast sind sehr gut, die Schärfe macht grundsätzlich einen guten Eindruck, wenn auch nicht immer ein Optimum erreicht wird, und nur geringe Vorkommen von Kratzern und die auf homogenen Flächen sichtbare Kompression sind. In Bewegungen kommt dann noch ein leichtes Ghosting hinzu, was die Wertung auf 4 Punkte drückt, obwohl der Eindruck insgesamt recht gut ist. Hier darf man zugreifen.
Die Auswahl an Tonspuren ist mit dem englischen Original als Surround-Variante recht gering, Untertitel gibt es keine. Die Dialoge könnten etwas kräftiger sein, der Anteil der Rears am Gesamtgeschehen ist wie erwartet recht gut, aber nicht aufregend, einfach weil die diskrete Kanalabmischung und der Subwoofer fehlt. Das Dolby Pro Logic-Programm bemüht sich aber, einige seichte Geräusche, meistens aber die Musik, nach hinten zu navigieren, was fast 4 Punkte wert ist. Bemängeln muss man ein wenig die Dynamik, denn hier ist kaum was los, auch nicht bei den Actionszenen, die dadurch etwas flach ausfallen.
Schwaches Bonusmaterial: Das Covermotiv findet nebenher noch Verwendung für den Einleger und das Hauptmenu, welches still stehend nur auf einen kurzen Trailer und den Start des Films verweist. Eine Kapitelunterteilung existiert zwar, nur gibt es keinen Menupunkt, um diese bequem anzuwählen.


Wenn man als Fan von B-Action mit der richtigen Einstellung an diesen Film geht, ist abgedrehter Filmspaß garantiert. Man muss "U.S. Seals 2" einfach als Parodie ansehen, die das ganze Subgenre um Spezialeinheiten aufs Korn nimmt. Da wird am Anfang auf einen Turm geschossen, als müsste der arme Gegner gleich in Stücke zerlegt werden, Saltos werden nebenbei durchgeführt und Gegner im Dutzend erschossen. Dennoch wird der Film angesichts des stupiden Plots und einiger Anschluss- und Logikfehler etwas ausgebremst, was die bald zusammen gewürfelte Truppe, deren Mitglieder natürlich alle ihren eigenen Macken und Fähigkeiten haben, jedoch wieder wettmacht. Ab da glänzt Florentine wieder mit gewohnt erstklassigen Actioneinlagen, die man so im B-Sektor sonst nirgends findet. Über die weitere Inszenierung braucht man da wohl kein weiteres Wörtchen verlieren. Fans bleibt nur der Zugriff...


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus------


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Kommando: U.S. Navy Seals II
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