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USA 2004
Originaltitel:Hellboy (Director's Cut)
Alternativtitel:Super Sapiens
Länge:127:03 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Guillermo del Toro
Buch:Guillermo del Toro, Peter Briggs, Mike Mignola (comic books)
Kamera:Guillermo Navarro
Musik:Buck Sanders, Marco Beltrami
SFX:Damon Wellner, Lance Armstrong
Darsteller:Ron Perlman, Doug Jones, Selma Blair, John Hurt, Rupert Evans, Corey Johnson, Karel Roden, Brian Caspe, James Babson, Biddy Hodson, Jim Howick, David Hyde Pierce, Todd Kramer, Angus MacInnes, Santiago Segura, Jeffrey Tambor
Vertrieb:Columbia
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch, Englisch für Hörgeschädigte
Specials:
  • 10seitges DVD-Booklet
  • Exklusives Comic-Book
DVD 1: Hauptfilm
  • DVD-Intro von Guillermo del Toro (0:26 Min.)
  • Audiokommentar: Exklusiver Director's Cut-Kommentar des Regisseurs (engl. mit dt. Untertitel)
  • Filmmusik mit Kommentar des Komponisten (engl. mit dt. Untertitel)
  • DVD Comics
  • Die rechte Hand des Verderbens - Hinter den Kulissen:
    • Trondham Abbey (2:55 Min.)
    • Brooms Arbeitszimmer (2:05 Min.)
    • Machen Bibliothek/Hinterhof (2:16 Min.)
    • U-Bahn Station (1:59 Min.)
    • U-Bahn Schacht (2:24 Min.)
    • Moskau/Kroenens Quatier (3:11 Min.)
    • Sammaels Brutkammer (2:12 Min.)
    • Rasputins Katakomben (1:36 Min.)
  • Storyboards
  • DVD-ROM Part:
    • Original Screenplay
    • Script Supervisor's Notebook
    • Excerpts from Del Toro's Director Notebook
  • Hidden Features
DVD 2: Bonus-Disc
  • DVD-Intro von Selma Blair (0:32 Min.)
  • Brutkammer:
    • 3 entfallene Szenen (inkl. optionalen Kommentar des Regisseurs):
      • Eingang zur Eishöhle (0:31 Min.)
      • Taxifahrt zur B.U.A.P.-Zentrale (1:24 Min.)
      • Militärstützpunkt/Moskau (2:34 Min.)
    • Dokumentation "Hellboy: Die Saat der Zerstörung":
      • Produktions-Vorbereitung:
        • Vom Comic zum Film (8:59 Min.)
        • Modell-Besprechung / Comic-Con '02 (8:37 Min.)
        • Entwicklung der Umgebung und Atmosphäre / Stunt-Tests (4:40 Min.)
      • Hauptdreharbeiten:
        • Tag 1: John Hurt, Hellboys Ziehvater (4:27 Min.)
        • Tag 6: Ivan Klimentovich, wiedererweckt von den Toten (3:50 Min.)
        • Tag 10: Rekonstruktion von Liz Sherman (3:36 Min.)
        • Tag 12: Mit viel Power: Stunts am Drahtseil (3:17 Min.)
        • Tag 14: Westside Highway: Digitale Effekte (3:43 Min.)
        • Tag 21: Machen Bibliothek: Reale Effekte (1:50 Min.)
        • Tag 24: Ron Perlman ist Hellboy: Make-up Effekte (9:14 Min.)
        • Tag 35: Entwicklung von Rasputins Mecha-Handschuh (2:54 Min.)
        • Tag 38: Ein Soldat wird ins Portal geschleudert: Digitale Effekte (4:23 Min.)
        • Tag 58: Umsetzung der Konzeption im Film (4:14 Min.)
        • Tag 60: Abraham Sapien: Make-up-Effekte (5:44 Min.)
        • Tag 70: Korenen, zusammengesetzt aus Einzelteilen (9:54 Min.)
        • Tag 73: Die steinerne Hand (3:21 Min.)
        • Tag 75: Sammael: Make-up/Spezialeffekte (4:52 Min.)
        • Tag 78: Digitaler Mann: Animation 1 (6:55 Min.)
        • Tag 82: Die richtigen Kleider: Kostümdesign (5:46 Min.)
        • Tag 85: Kampf der Kreaturen: Stunts U-Bahnstation (3:26 Min.)
        • Tag 103: Die filmische/künstlerische Darstellung von Hellboy (4:37 Min.)
        • Tag 109: Digitale Höllenhunde: Animation 2 (8:28 Min.)
        • Tag 113: Vorbesprechung Brücken-Szene (3:01 Min.)
        • Tag 114: Brücken-Szene: Digitale Effekte (3:22 Min.)
      • Zweites Drehteam:
        • Tag 8: Digitaler Dämon: Animation 3 (5:41 Min.)
      • Postproduktion:
        • Sound Design, Nachsynchronisation & Vertonung (7:43 Min.)
        • Die Premiere (4:49 Min.)
      • Filmografien & Charakter-Biografien:
        • Guillermo Del Toro
        • Mike Mignola
        • Guilleromo Navarro
        • Ron Perlman
        • Selma Blair
        • John Hurt
        • Doug Jones
        • Jeffery Tambor
        • Rupert Evans
        • Karel Roden
        • Lawrence Gordon
        • Lloyd Levin
        • Mike Richardson
        • Patrick Palmer
        • Marco Beltrami
  • Kroenens Quartier:
    • Szenenverlauf: Ogdru Jahad (0:33 + 0:45 Min.)
    • 4 Videostoryboards:
      • Einleitung von Del Toro (0:34 Min.)
      • Hellboy & Sammael (1:59 Min.)
      • Hellboy & Samael: U-Bahn (0:49 Min.)
      • Hellboy & Abe (3:01 Min.)
      • Behemoth (0:42 Min.)
    • 5 animierte Storyboards:
      • Einleitung von Del Toro (0:45 Min.)
      • B.U.A.P. Lift (0:15 Min.)
      • Bellamie Hospital (2:13 Min.)
      • Brücke im Tunnelsystem (2:35 Min.)
      • Hellboy beobachte Liz und Myers (1:45 Min.)
      • Zugemauerte Zisterne (1:20 Min.)
    • 4 Vergleiche gezeichnete Storyboards - Filmszenen:
      • Ragnarök (3:48 Min.)
      • Machen-Bibliothek (2:32 Min.)
      • Hellboy & Sammael (2:53 Min.)
      • Leichnam (0:43 Min.)
  • Maquette-Modelle Video-Galerie :
    • Baby Hellboy
    • Abe Sapien
    • Sammael
    • Ogdru Jahad
    • Ivan Klimentovich
    • Behemoth
  • Bellamie-Hospital:
    • Kinotrailer 1 (2:22 Min.)
    • Kinotrailer 2 (1:57 Min.)
    • 9 TV-Spots (4:57 Min.)
    • Posterentwürfe (69 Bilder)
    • Finale Kampagne (13 Bilder)
  • Hellboy Merchandising (Internet-Link)
  • Verschiedene Trailer:
    • Spider-Man 2 (1:28 Min.)
    • Anacondas (2:04 Min.)
    • Frankenfish (1:18 Min.)
    • Boa vs. Python (1:30 Min.)
    • Kung Fu Hustle (0:45 Min.)
  • Hidden Features
DVD 3: Bonus-DVD 2
  • DVD-Intro von Ron Perlman (0:28 Min.)
  • Videokommentar Besetzung - (optionale frz. und dt. UT) (121:59 Min.)
  • Produktions-Workshop:
    • Make-up & Belichtungstests mit Kommentar (7:20 Min.)
    • VFX Visuelle Effekte:
      • Bellamie Hospital (5:50 Min.)
      • Computergenerierter Behemoth (4:01 Min.)
      • Liz pyrokinetische Veranlagung (2:55 Min.)
  • Comic-Con 2002 mit Del Toro, Ron Perlman und Mike Mignola (23:17 Minuten)
  • Über die Geschichte und den Aufbau von Comics mit Scott McCloud (12:19 Min.)
  • Galerie mit mehreren hundert Abbildungen:
    • Standbilder:
      • Konzept-Zeichnungen (203 Bilder)
      • Produktionsdesign (62 Bilder)
      • Kostüme (7 Bilder)
      • Set-Fotos (199 Bilder)
    • Mike Mignola - Zeichnungen :
      • Galerie (91 Bilder)
      • Video-Galerie mit Kommentar (40:11 Min.)
    • Notizbuch Regisseur - Auszüge (25 Bilder)
    • Hellboy-Galerie mit Zeichnungen verschiedener Comic-Künstler (31 Bilder)
Während des Zweiten Weltkriegs wird Hellboy aus den Flammen der Hölle geboren und von dem größenwahnsinnigen Magier Rasputin durch ein okkultes Ritual an die Erdoberfläche gebracht, um die Hölle auf Erden zu entfesseln. Doch Hellboy wird von den Alliierten gerettet. Professor "Broom" Bruttenholm nimmt die kleine Ausgeburt des Teufels unter seine Fittiche und zieht sie im Schutz der "Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen" auf.
Jahre später ist der erwachsene und praktisch unzerstörbare Hellboy an der Seite des Fischmannes Abe Sapien und der pyrokinetisch veranlagten Liz Sherman zum eifrigsten Bekämpfer aller bösen übernatürlichen Kräfte geworden. Hellboy und sein Ziehvater ahnen nicht, dass Rasputin seine dunklen Pläne von einst noch nicht aufgegeben hat. Er ist zurückgekehrt, um endlich das Armageddon herbeizuführen. Seine wichtigste Schachfigur im diabolischen Spiel: Hellboy!
" I hate those comic books. They never get the eyes right." - Hellboy

Comicverfilmungen so weit das Auge reicht. Interner Link"Spider-Man", Interner Link"X-Men", Interner Link"Daredevil", Interner Link"LXG" und nun "Hellboy"! In Deutschland kaum bekannt, ist er in den USA schon lange einer der erfolgreichsten Comics überhaupt. Nun wagt sich Top-Regisseur Guillermo Del Toro an die Filmversion der fabelhaften Geschichten um einen Helden, fernab der meisten typischen Heldenklischees. Und das ist auch prächtig gelungen.
"Hellboy" funktioniert eigentlich in so gut wie allen Details! Die Story ist fein ausgedacht und kann mit einem guten Drehbuch glänzen, dass man so nur selten bei dieser Art von Filmen findet. Spektakulär und mit rasendem Tempo, dabei aber auch mit Platz für ruhigere, ja sogar leicht romantischen Stellen. Logiklücken und Patzer gibt es eigentlich keine Sonderlichen, nur ab und an blitzt hier und da mal einer durch. Alles in allem eine interessante und spannende Geschichte, die durchgehend auf hohem, wenn auch nicht unbedingt sonderlich dichtem Niveau bleibt.
Dabei ist es aber vor allem der Hauptcharaktere, der einem so gut gefällt. Hellboy ist mal nicht ein unverwüstlicher, fehlerfreier Superheld, der alles aus dem Stehgreif macht. Nein! Hellboy hat Gefühle und auch so seine Fehlerchen. Er besitzt Schwächen und braucht auch schon mal einen zweiten Anlauf, wenn alles funktionieren soll. Dazu hat er in seiner harten Schale sogar einen weichen Keks, der sogar so etwas wie Liebe empfinden kann und den dazu gehörigen Kummer erträgt. Ja wenn man sich mal das Aussehen und die bärischen Kräfte des Höllenjungen wegdenkt, dann könnte man ihn glatt als "menschlich" bezeichnen. Und das macht einen sympathischen und glaubwürdigen Helden mit Seele einfach aus.




"You killed my father, your ass is mine!" - Hellboy

Actionmäßig gibt es einiges zu bieten, wobei man allerdings kein übermäßiges Action-Spektakel erwarten sollte. Doch wenn es mal kracht und bumst dann ordentlich. Dabei wurde die Action wirklich mit größter Sorgfalt inszeniert, so dass es einfach Spaß macht dabei zuzuschauen. Knackig und heftig, dabei aber nur selten brutal oder Gore-verliebt. Blut fließt hier so gut wie keins und das ist auch gut so! Der Look des Streifens ist dabei ein regelrechtes Fest für die Augen. Mal düster und trüb, mal knackig bunt. An den richtigen Szenen werden viele passende Farbfilter benutzt, die teilweise eine wirklich gute Atmosphäre erzeugen können. Schön dass es auch so etwas auch noch gibt!
Ein weiteren großen Pluspunkt erreicht der Film zudem durch die Tatsache, dass er sich durchgehend nicht all zu ernst nimmt. Viele gute und passende Witze massieren einem immer wieder das Zwerchfell. Vor allem die vielen locker-flockigen Sprüche vom Hellboy selbst sind Gold wert! Und wenn der gute Hellboy mal eifersüchtig ist oder an einem Zug hängt, gibt es ne Menge zum Grinsen. Den beste Gag stellt aber, ohne Frage, die kurze Veralberung der Comic-Reihe selbst dar. Zwar nur kurz, aber mit einem würzigen Spruch vom Betroffenen ...
Nur einige Effekte sind es, die leider etwas bemängelt werden. Zwar sehen sie meist sehr gut aus, doch leider sind sie nicht ganz auf dem Standard der heutigen Zeit. Liz Feuer ist z.B. sofort als Computereffekt zu erkennen, genauso wie viele andere SFX des Streifens. Da der Streifen aber alles andere als ein SFX-Overkill ist und die Effekte wohl dosiert wurden, stört dieser Kritikpunkt nur wenig im Gesamtbild. Und besser als die rotzigen Effekte eines Interner Link"Van Helsing" sind sie allemal. Schauspielerisch ist ebenfalls höchstes Niveau angesagt. Ron Perlman ist als Hellboy einfach eine Wucht und bringt seine Figur dem Zuschauer so optimal und glaubwürdig rüber, wie nur irgend möglich. Dazu Selma Blair als Hellboys große Liebe Liz und John Hurt als sein "Vater"! Allesamt spielen sie so, wie man es nur von ihnen erwarten kann.

"Hellboy" ist ein unterhaltsames und recht rasantes Comic-Abenteuer, mit einer, für Genre-Verhältnisse, wirklich sehr guten Story, tollen Ideen, prächtiger Action und einer Inszenierung auf hohem Niveau. Dazu viele coole und megawitzige Sprüche und ein exzellentes Schauspielerteam. Nur bei den Effekten muss noch etwas geübt werden, ansonsten stellt "Hellboy" aber definitiv eine der besten Comic-Verfilmungen überhaupt da!



"Second date, no tongue!" - Hellboy

Kommen wir nun zur deutsche 3er-DVD-Box des "Director's Cut" aus dem Hause Columbia. So sehr wir uns auf die DVD-Veröffentlichung von "Hellboy" auch gefreut haben, umso mehr waren wir skeptisch, dass die Kinofassung, wie auch die dieser Kritik vorliegende Director's Cut-Fassung von Columbia erscheint, welche sich in der letzten Zeit durch immer schlechter werdende Bildqualitäten bei ihren DVDs auszeichneten. Umso erfreulicher ist das Endresultat dieses anamorphen Widescreen-Formates geworden, welches zwar keine Referenzwerte aufweißt, aber überwiegend als nahezu perfekt bezeichnet werden kann. Wie wir es von Guillermo del Toro gewohnt sind, bekommen wir hier wieder viele verschiedene Farbfilter zu Gesicht, welche die Atmosphäre im Film unterstreichen sollen. Dies hat zufolge, dass die Bildqualität nicht immer optimal wirkt, als Stilmittel aber ein Wunsch des Regisseurs ist und akzeptiert werden muss. Die Farbgebung ist sehr intensiv ausgefallen und bietet ein breites Spektrum an bunten, starken aber auch natürlichen Farben. So bietet man uns mal eine natürliche Farbgebung, dann wird das Bild wieder düster und kalt oder einfach nur bunt. Überwiegend kann man aber von einer düsteren Atmosphäre sprechen, in der Blau dominiert. Der Kontrast ist wirklich hervorragend gewählt, leider aber etwas unter den Folgen der Farbfilter. Teilweise sehr stark, offenbart er in dunklen Szenen nicht alle nötigen Details und schwächelt in hellen Szenen etwas. Dort gibt sich das Bild etwas zu steil und auch der Schwarzwert ist nicht optimal und tendiert etwas ins Gräuliche. Dafür ist das Bild frei von jeglicher Art von Defekten oder anderen Verunreinigungen und auch die Kompressionen arbeiten absolut unauffällig im Hintergrund und offenbaren keinerlei Fehler. Wenn man hier also noch etwas bemängeln möchte, ist das ein Mindestmaß an Hintergrundrauschen, welches sich in einigen Stellen zu erkennen gibt, sich aber nie als störend erweist.
Lediglich die Schärfe ist hier nicht ganz so perfekt wie erwartet, was auf den Einsatz von Rauschfiltern schließen lässt und dem Bild etwas an Details beraubt. In Nahaufnahmen wirkt das Bild sehr detailliert und scharf, offenbart sogar in den Gesichtern jede noch so kleine Pore, aber in den Totalen wirkt das Geschehen recht weich und teilweise zu schwammig. Wirklich unscharf ist das Bild aber nie und bewegt sich im Gegensatz zu den Columbia-DVDs wie z.B. Interner Link"Spider-Man 2", Interner Link"Bad Boys 2" oder Interner Link"The Punisher" überwiegend auf einem hohen Niveau. Selbst die Kantenschärfe darf stets als gut bis sehr gut bezeichnet werden.




Wenn man das wirklich gute Bild noch als etwas verbesserungswürdig deklarieren möchte, so sei zu den beiden Dolby Digital 5.1 Tracks nur noch folgendes gesagt: REFERENZ! Schon direkt zu Beginn versprühen sie unheimlich viel Druck und bieten eine perfekte Dynamik. Immer wieder kommt es zu einem brachialen Sounderlebnis der Extraklasse, in dem uns nicht nur die direktionalen Effekte ein "Mittendrin"-Erlebnis bescheren, sondern der Tieftonbereich für einen Bass sorgt, der unsere Eingeweide komplett umkrempelt. Hier hat man wieder die perfekte Balance zwischen Räumlichkeit, Dialogwiedergabe und Effektfeuerwerk geschaffen und sollte es dann wirklich einmal ruhiger zugehen, tut der Score von Marco Beltrami sein übriges, verteilt sich wohlwollend auf alle Kanäle und sorgt so für ein ständig räumliches Klangerlebnis. Alleine was uns in den ersten Minuten an Effektfeuerwerken geschaffen werden, reicht schon aus, diese DVD als Test-DVD für euren nächsten Heimkinoanlagenkauf immer in der Tasche zu haben, denn hier wird uns bereits die ganze Soundpalette geboten, von brachialen Effekte, Projektilen die euch um die Ohren fliegen, perfekte Dialogwiedergaben, Regen, der auf uns niederprasselt und eine stets perfekte Dynamik, sowie ein weiträumiges Klangbild und ein druckvoller Bass. Das Schöne ist aber, dass dies nicht beim Anfang bleibt, sondern für die nächsten zwei Stunden eure Boxen und vor allem die Nerven eurer Nachbarn strapazieren wird.



"Look, Sammy, I'm not a very good sho t...
... but the Samaritan here uses really big bullets."
- Hellboy

Anders als die Kinofassung wurde der "Hellboy - Director's Cut" in einem edlen Digipack mit Schuber veröffentlicht, in dem sich neben drei DVDs noch ein 10seitges Booklet, sowie ein exklusiver Comic befindet. Alle drei DVDs sind bis oben hin voll mit Bonusmaterial und lassen einen schon beim ersten Blick die Kinnlade herunterfahren. Zudem hat man sich einmal die Mühe gemacht, die US-DVD 1:1 zu kopieren und von daher findet wir hier jegliches Zusatzmaterial wieder, welches man auch schon in den USA bewundern konnte. Auch beim Menü-Design hat man sich große Mühe gegeben und präsentiert uns in der gesamten Menüstruktur ein aufwendig produziertes, animiertes und mit Musik unterlegtes Menü.
Bis jetzt war es ja eigentlich meist so, dass man auf der ersten DVD, auf der sich der Film befindet, kaum Bonusmaterial zu finden ist, aber selbst hier hat man in die Vollen gegriffen. Den Anfang macht ein Audiokommentar von Regisseur Guillermo del Toro, welcher optional deutsch untertitelt wurde, sich zudem noch als einer der interessantesten und aufschlussreichsten Kommentare der letzten Jahre entpuppt und del Toro abermals als 100%igen Fan enttarnt. Weiter geht es mit einer separaten Soundtrack-Spur mit einem optionalem Kommentar von Komponist Marco Beltrami, ebenfalls deutsch untertitelt. Unter dem Menüpunkt DVD-Comics lassen sich sieben kurze und animierte Comics anwählen, welche die Herkunft der einzelnen Figuren im Film durchleuchten. Dies kann man einmal per direkt Anwahl, oder aber per Entdeckungstour durch den Film anhand von Symbolen bestaunen. Weiter geht es mit acht "Hinter den Kulissen"-Features mit dem Titel Die Hand des Verderbens, welche mit einer Laufzeit von knapp 2 - 3 Minuten pro Teil zwar recht kurz, aber dafür absolut sehenswert sind. Außerdem kann man sich noch in den Film integrierte Storyboard-Zeichnungen hinzuschalten und der DVD-ROM-Part besteht diesmal nicht aus Werbung für Columbia, sondern bietet das "Original Script-Book" zum Ausdrucken und "Excerpts from Del Toro's Director Notebook", sowie das "Script-Book" des Supervisors zum Lesen. Eingeleitet wird die ganze erste Disc von del Toro himself. Auf der ersten Bonus-DVD findet sich dann auch schon die nächste Einleitung von Selmar Blair, bevor es ans Eingemachte geht. Zuerst führt uns unsere Reise in die Brutkammer, in der uns viele zusätzliche Featurettes geboten werden. Den Anfang machen drei entfallene Szenen, welche mit einem optionalen Kommentar del Toros zu sehen sind. Allerdings sind diese Szenen für uns nicht mehr neu und bereits in ähnlicher Form innerhalb des Director's Cut zu finden, dennoch wollte del Toro zwecks Kommentar diese Szenen im Bonusmaterial haben. Weiter geht es mit der äußerst umfangreichen und knapp 140 Minuten langen Dokumentation Hellboy: Die Saat der Zerstörung. Hier findet ihr Features zu Produktionsvorbereitungen, Hauptdreharbeiten und Postproduktion. Sie wurde der Reihenfolge nach den Drehtagen gestaffelt und bieten uns einen umfangreichen Überblick zur Entstehung von "Hellboy". Den Anfang macht der Bereich "Produktionsvorbereitungen" in dem wir anhand eines Interviews mit del Toro und "Hellboy"-Comic Zeichner Mike Mignola mehr über die Entwicklung vom Comic zum Film erfahren. Außerdem dürfen wir der ersten Modellbesprechung beiwohnen, in der del Toro seine Vorstellungen vom "Hellboy"-Film und dessen Optik vermittelt. Außerdem gibt es noch knapp 4 Minuten an Stunt-Tests und Einblicke in das Produktionsdesign.
Weiter geht es mit den Hauptdreharbeiten, welche chronologisch nach Tagen geordnet wurden und 22 Tage von den 116 Drehtagen als Mini-Feature enthält. Jeder Tag ist einzeln anwählbar und wurde optional Deutsch und Französisch untertitelt. Hier bekommen wir einen wirklich tollen Einblick in den Ablauf der Dreharbeiten von der Planung des Projektes, bis hin zur Umsetzung und dem fertigen Film. Sehr interessant sind hierbei auch die ganzen Features über die Masken und Effekte im Film, sowie über die Nachvertonung des Films. Weiterhin gibt es noch eine Mini-Doku zur US-Kinopremiere, sowie 15 Filmografien & Charakter-Biografien als umfangreiche Texttafeln zu sehen.



Nachdem wir die "Brutkammer" heil überstanden haben, geht es nun in Koroenens Quartier, dort dürfen wir uns dann verschiedene Storyboards anschauen, zu denen der Regisseur jeweils eine kurze Erläuterung über die Vorteile dieser Zeichnungen schildert. Den Anfang macht der Szenenverlauf, welcher knapp unter einer Minuten eine sehr frühe Skizzenzeichnung inkl. der fertigen Filmsequenz präsentiert. Diese Zeichnungen kann man nicht mit den folgenden Storyboards vergleichen, so z.B. die vier Videostoryboards und die fünf animierten Storyboards, welche einzeln oder in Kombination mit der fertigen Szene anschaubar sind. Unter Vergleich von gezeichneten Storyboards - Filmszene können wir vier Sequenzen mit der Multi-Angle-Taste entweder als Split-Screen oder aber nur die Storyboard-Zeichnung zum vergleichen anschauen.
Weiter geht es zum nächsten Menü-Punkt und zwar Marquette-Modelle. Hier könnt ihr 6 Modelle von den Filmfiguren auswählen, welche man sich dann als plastische, um 360° drehbare Figur auch im Detail anschauen kann. Zum Schluss gelangen wir schwer angeschlagen ins Bellamie Hosptial, in dem wir uns 2 Kinotrailer und 9 TV-Spots, sowie über 90 Poster-Entwürfe und die Finale Poster-Kampagne zu Gemüte führen können. Zum Schluss finden wir dann noch einen Internet-Link zu "Hellboy"-Merchandising, sowie 5 weitere Trailer aus dem Hause Columbia. Hier sei zu erwähnen, dass alle "Hellboy"-Trailer, sowie TV-Spots und die fünf weiteren Trailer nicht nur anamorph abgetastet sind, sondern auch in Dolby Digital 5.1 vorliegen. Eine rundum vollgepackte DVD wird uns hier also geboten und die Findigen unter euch werden zudem noch eine ganze Handvoll "Hidden Features" entdecken dürfen.
Kommen wir nun zur letzten DVD dieser unglaublichen DVD-Edition. Die Einleitung spricht hier diesmal Ron Perlman und dann geht es auch schon gleich zum Videokommentar mit den Schauspielern. Wer also auf der ersten DVD ein Audiokommentar Tom Manning, Ron Perlman, Selma Blair und Rupert Evans vermisst hat, wird hier entschädigt. Über die gesamte Laufzeit des Films dürfen wir die vier beobachten, wie sie sich den Film anschauen und ihre Kommentare dazu abgeben. Gleichzeitig wird jedoch der Film als Bild-in-Bild-Variante eingeblendet. Wirklich sehr interessant und zudem unheimlich witzig.
Unter dem Produktions-Workshop finden wir vier weitere Features. Den Anfang macht das knapp 8minütige Feature Make-Up & Belichtungstests, in dem wir gezeigt bekommen, wie schwer es war Hellboy ins rechte Licht zu rücken. Das Ganze wird von del Toro dokumentiert und ist abermals ausgesprochen interessant ausgefallen. Danach geht es weiter zu den Visuellen Effekten, in dem in knapp 5 Minuten die Entstehung der "Bellamie Hospital"-Szene und die Produktion des "B.U.A.P.-Lifts" erläutert wird. Weiter geht es dann mit dem "Computergenerierten Behemoth", dem Endgegner im Film und auch "Liz' photokinetische Veranlagung" bekommt ein kurzes Feature gewidmet. Obgleich alle Features recht kurz sind, bieten sie doch einen maximalen Informationsgehalt.
Weiter geht es mit der 23minütigen Doku der Comic Con 2002, bei der Guillermo del Toro, Ron Perlman und Mike Mignola erstmals über das "Hellboy"-Projekt sprachen. Hier erweist sich del Toro als absoluter Sympathieträger und fällt nicht nur durch seine Fannähe positiv auf, sondern versteht es auch, aus den sonst meist trockenen Pressekonferenzen eine informative, aber auch lockere und witzige Präsentation zu machen und auch die anderen beiden Mitredner erweisen sich als sehr sympathisch.
Kommen wir nun langsam zum Ende und widmen und dem letzten Feature namens Über die Geschichte und den Aufbau von Comics. Ein knapp 12minütiges Interview mit Comic-Experte & Zeichner Scott McCloud, welcher ausführlich auf den Aufbau und die Wirkung von Comics eingeht. Das Ganze wird begleitet von diversen Bebilderungen. Und wer jetzt noch nicht genug hat, sollte noch einmal bei der Galerie vorbei schauen und darf sich von über 500 "Konzept-Zeichnungen", "Produktionsdesigns", "Kostüme", "Set-Fotos" etc. überwältigen lassen, bevor man sich total erschöpft von diesem Zusatzmaterialmarathon das beiliegende, oben schon erwähnte Booklet und den Comic zu Gemüte führt und danach die DVD voller Zufriedenheit wieder ins Regal stellt, bis zum nächsten Marathonlauf.



"Harbinger of Pestilence, Seed of Destr..." - Abe Sapien
"Cut to the end, will ya? How do I kill it?" - Hellboy
"Hmm, doesn't say." - Abe Sapien

"Hellboy" ist ein großartiger Comic, Regisseur Guillermo del Toro erschaffte mit viel Feingefühl und Geschick eine grandiose Verfilmung und Ron Perlman erweist sich als der perfekte "Red"-Darsteller. Der vorliegende "Director's Cut" bietet 10 Minuten mehr Filmmaterial als die Kinofassung und verleiht den Charakteren mehr Tiefe. Guillermo del Toro schaffte es zudem nicht nur einen tollen Actionfilm zu machen, sondern er findet genau die richtige Mischung aus Action, Comedy, Horror und Dramaturgie und zeigt damit deutlich, dass er ein Fan der Comics ist und diesen Film für die Fans gemacht hat. Wir dürfen uns als schon jetzt auf einen zweiten Teil freuen.
Bevor es aber soweit ist, müssen wir uns mit dieser nahezu perfekten "3 Disc Edition" vergnügen, an der es wirklich nichts auszusetzen gibt. Der Ton ist Referenz verdächtig und das Zusatzmaterial zeigt, wie man es richtig macht. Auch wenn das Bild hätte etwas schärfer sein dürfen, ist diese Edition seit Jahren das Beste, was Columbia veröffentlicht hat und reiht sich in Deutschland in die kleine Liga der Referenz-DVDs ein. Wer es noch etwas edler haben will, der kann sich auch das oben abgebildete "Deluxe Set" kaufen, welches exklusiv bei Amazon erhältlich ist und neben dem DVD-Booklet, die 2 neuen "Hellboy"-Comics "Das Experiment des Dr. Carp" und "Die Penanggalan" als exklusive deutsche Erstveröffentlichungen in dieser Box enthält. Außerdem sind ein "Rasputin Diary" mit Widmung von "Hellboy"-Schöpfer Mike Mignola und ein limitiert nummeriertes Echtheitszertifikat darin zu finden. Als Highlight ist natürlich die tolle Hellboy-Skulptur zu bezeichnen. Allerdings liegen die DVDs nur in drei Slimcases im Schuber vor, also nicht so ein schönes Digipack wie die "normale" Edition. Aber egal für was man sich entscheidet, "Hellboy" ist die Comic-Verfilmung des vergangenen Jahres und die DVD gehört in jede anständige Sammlung, ob als Fan der Serie oder nur wegen der erstklassigen Umsetzung. Respekt!


Film+++++-
Bild+++++-
Ton++++++
Bonus++++++


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Hellboy
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