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HK 2002
Originaltitel:Wu jian dao
Alternativtitel:Miu Gaan Diy
aka. Mo gan doh
aka. I Want to Be You
Länge:96:53 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Wai Keung Lau (als Andrew Lau Wai-Keung), Siu Fai Mak (als Alan Mak)
Buch:Felix Chong, Siu Fai Mak (als Alan Mak)
Kamera:Yiu-Fai Lai & Wai Keung Lau
Musik:Kwong Wing Chan
Darsteller:Andy Lau, Tony Leung Chiu Wai, Eric Tsang, Anthony Wong Chau-Sang, Sammi Cheng, Elva Hsiao, Edison Chen, Shawn Yu Man-Lok, Kelly Chen, Chapman To, Gordon Lam, Ka-TungTony Ho, Ng Ting Yip, Dion Lam
Vertrieb:MC One
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:DTS 5.1 (Deu), Dolby Digital 5.1 (Deu, Kan), Headphone-Surround (Deu, Kan)
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
Film-DVD
  • Audiokommentar mit den Regisseuren Andrew Lau und Alan Mak, sowie dem Drehbuchautor Felix Chong und den Darstellern Andy Lau, Tony Leung, Anthony Wong, Eric Tsang und weiteren Darstellern des Films (Optional deutsch untertitelt)
  • Deutscher Trailer (2:29 Min.)
  • Kantonesischer Trailer (2:29 Min.)
  • Biografien:
    • Andrew Lau (Regie)
    • Alan Mak (Buch & Regie)
    • Andy Lau (Lau)
    • Tony Leung (Yan)
    • Anthony Wong (Wong)
    • Eric Tsang (Sam)
    • Edison Chen (Young Lau)
    • Shawn Yue (Young Yan)
  • Programmhinweise:
    • The Cooler
    • The Blues
    • Donnie Darko
    • Cypher
    • Naked Weapon
    • Nirgendwo in Afrika
    • The Musketeer
    • May
    • Knallharte Jungs
    • Bella Martha
    • Wendigo
    • Wishcraft
    • Money for Mercy
    • Duell in der verbotenen Stadt
Bonus-DVD:
  • The Making of - "Infernal Affairs" (16:02 Min.)
  • Confidential File (8:50 Min.)
  • Alternatives Ende (2:41 Min.)
  • Outtakes (9:01 Min.)
  • Teaser (1:29 Min.)
  • TV-Spot A (2:00 Min.)
  • TV-Spot B (1:30 Min.)
  • TV-Spot C (0:15 Min.)
  • Fotogalerien:
    • Artwork (25 Bilder)
    • Merchandising (13 Bilder)
    • Storyboards (19 Bilder)
Während der Undercover-Cop Chan Wing Yan die Machenschaffen des Drogenbarons Sam bespitzelt, hat dieser bei dem ehrgeizigen Superintendend Wong selber einen Maulwurf an der Arbeit: Der junge, erfolgreiche Lau Kin Ming. Als bei einer Konfrontation der beiden Gegenspieler Sam und Wong klar wird, dass beide ihre jeweiligen Hintermännder unterwandert haben, bekommen beide V-Männer die waghalsige Aufgabe, den "Kollegen" ausfindig zu machen ...
Die 90er sind vorbei, und das Hongkong-Kino, einst für seine Actionfilme der John Woos und Ringo Lams bejubelt, ist in einer Krise. Da die Hollywoodfilme und die Produktionen aus Südkorea immer mehr die Eigenproduktionen aus dem Box Office verdrängen, musste man sich in Hongkong neu organisieren. Die Zeiten des "heroic bloodshed" sind nun vorbei - die Zeit einer Art des Filmemachens, die mehr an westliche Traditionen erinnert, ist angebrochen. "Infernal Affairs" ist das erste, wahre Highlight dieser Ära.


"Infernal Affairs" ist das Aushängeschild für das "neue" Hongkong-Kino, und schon allein die Besetzungsliste lässt dem Kinofreund das Wasser im Munde zusammenlaufen: Andy Lau ("Fulltime Killer", "Days of Being Wild"), Tony Leung ("Hero", "In the Mood for Love", "Bullet in the Head"), Anthony Wong ("The Untold Story", "Visible Secret", "Violent Cop") und Eric Tsang ("Three", "Gen-X-Cops", "Hongkong Love Affair") geben sich hier die Klinke in die Hand, und formieren ein wahrhaftes "Hongkong-Cinema-Allstar"-Ensemble, das wirklich vorzüglich funktioniert, auch wenn Wong und Tsang hier die Rollen miteinander getauscht haben, die man sonst mit diesen Namen verbinden würde.
Die Geschichte, die sie spielen, ist kompliziert, spannend und schön in Szene gesetzt: Der Drogendealer Sam (Tsang) zieht bisher unbescholtene, junge Mitstreiter als Polizisten auf, um später gut ausgebildete und reputative Maulwürfe in wichtigen Positionen sitzen zu haben. Lau Kin Ming (Lau) ist einer davon. Lau ist ein dekorierter Cop in der Abteilung für Organisiertem Verbrechen, und kann seinem Boss per Mobilfunktelefon die neuesten Pläne seitens des Gesetzes durchgeben. Doch auf ähnliche Weise bekommt auch Superintendend Wong (Wong) seine Informationen zugespielt: Der ehrgeizige Cop hat selber einen V-Mann bei Sam sitzen, der schon seit 10 Jahren seine rechtschaffene Identität verleugnet, und als Gangster für die Polizei arbeitet: Chan Wing Yan (Leung).
Eines Nachts ist Wong sehr nahe daran, Sam endlich auf frischer Tat zu ertappen. Doch natürlich bekommt dieser in letzter Sekunde einen rettenden Tipp und kann alle Beweise von sich weisen. Dennoch kommt es zu einem knisternden Meeting der beiden Rivalen, bei dem klar wird, dass jeder einen Spitzel bei dem jeweiligen Konkurrenten unterhält. Das Katz-und-Maus-Spiel wird schlussendlich immens auf die Spitze getrieben, als beide "Schuldigen" jeweils den Auftrag bekommen, den Maulwurf ausfindig zu machen, also "sich selber zu suchen": Lau wird in die "Interne Abteilung" befördert, und Yan, der großes Vertrauen bei Sam genießt, bekommt die Aufgabe, zur Not per Waffengewalt den illoyalen Mittelsmann zum Schweigen zu bringen.


Die beiden Regisseure Andrew Lau und Alan Mak haben ein wirklich knisternd-spannenden High-Tech-Thriller geschaffen. Die brisante, emotionale Geschichte ist ausgefeilt genug, aber eben auch nicht zu sehr tiefgehend, um den Entertainmentfaktor zu gefährden. Da muss sich der anspruchsvolle Kinogänger nur mit ein paar buddhistischen Weisheiten zufrieden geben - "Infernal Affairs" ist Mainstream, und nichts anderes. Wie fast alle "Big-Budget"-Filme aus Asien ist "Infernal Affairs" natürlich auch wunderhübsch anzusehen - kein Wunder, wenn man Kameragenie Christopher Doyle als visuellen Berater verpflichten konnte.
Lau und Mak erzählen ihr Thrillerkino bis zum bitteren Ende, ohne jemals ihren sehr geradlinigen Weg zu verlassen. Seitenhiebe oder tiefere Einblicke in die Emotionalität der beiden schicksalhaften Männer findet man sehr selten. Die Frauen an den Seiten von Lau und Yan sind mehr Stichwortgeber, als wirklich plastische weibliche Charaktere, die den beiden Protagonisten Verletzlichkeit oder mehr Tiefe hätten geben können. Doch so schade und so verschenkt jene Möglichkeiten sind, so spannend und so aufregend ist es faktisch, wenn man einen so brillanten Akteur wie Tony Leung in einem derart spannenden und konsequent erzählten Thriller zusehen darf.
"Infernal Affairs" ist gutes, solides, toll anzuschauendes Kino. Fabelhafte Unterhaltung mit einem Casting, das fast jeder Beschreibung spottet. Jedoch ist es kein Hongkong-Kino im Stil des blutverschmierten Woo-Actionkinos, noch ist es Oberflächen-zerbirstendes Drama - es ist pures, Energie geladendes Mainstreamkino. So unterhaltsam, wie spannend.


Spricht man immer davon, dass asiatische Filme auf DVD wie durch den Kakao gezogen ausschauen und meist mit einer gerade mal ausreichenden oder gar katastrophalen Bildqualität aufwarten, hat man sich im Falle von "Infernal Affairs" sichtlich Mühe gegeben. Der natürlich wirkenden, aber stets etwas kühle Farbton lässt auf produktionsbedingte Nachbearbeitung schließen und der durchweg gute Kontrast zeichnet sich durch seinen satten Schwarzwert aus. Dafür neigen helle Flächen zu Überstrahlung und feine Details werden geschluckt. Auch die Schärfe befindet sich auf einem hohen Niveau und gerade die Totalen erscheinen sehr scharf und detailliert. Andere Einstellungen wirken dann aber wieder etwas zu weich und in vielen Szenen macht sich ein unschönes Nachziehen bemerkbar. Dank Nachschärfung wirkt die Kantenschärfe nicht optimal und ein leichtes Zittern macht sich bemerkbar. Die Kompressionen arbeiten unauffällig und Verschmutzungen sowie Defekte sind kaum auszumachen. Leider reicht es dank eines nicht progressiven Bildes und einer zu starken Bewegungsunschärfe nicht für die volle Punktzahl, aber das Gezeigte ist schon wirklich verdammt gut.
Auch tonal kann man ein gute Ergebnis verbuchen und die deutsche Synchronisation kann auch noch den letzten Zweifler überzeugen, dass man Hongkong-Filme auch in deutsch genießen kann. Wie so oft werden wieder drei verschiedene Tonspuren geboten. Neben der üblichen Dolby Digital 5.1-Spur gibt es wieder eine recht überflüssige DTS-Spur, die sich kaum von der 5.1-Variante unterscheidet, und eine Headphone-Varianten, falls jemand über seine Kopfhörer den Film schauen möchte.
Der deutsche Ton erweist sich nicht nur lauter und klarer im Dialogbereich als die kantonesische Version, sondern wartet mit einem kräftigen Bass auf, der zum richtigen Zeitpunkt in die Vollen geht. In den Actionszenen bekommen wir einen guten Raumklang geboten und alle Kanäle werden gleichmäßig angesteuert. Auch der Score wird sehr gut wiedergegeben und wurde auf alle Kanäle gelegt. Leider fehlt es den ruhigen Szenen an Räumlichkeit, da hier meist nur die Front angesteuert wird, Umgebungsgeräusche fallen in diesen Momenten meist flach. Dennoch ein guter, obgleich nicht überragender Digitalton, welcher etwas breiter hätte ausfallen dürfen, aber im Gegensatz zum Originalton die Nase vorn hat.

Da die Verleih-Version nur als Singel-Disc erschien, wartet MC-One hier mit einer 2-Disc-Special Edition Box auf, die in einem schönen Digipack mit Pappschuber ausgeliefert wird. Leider sind die Extras trotz einer zusätzlichen DVD recht überschaubar geblieben. Die erste Disc bietet neben dem deutschen und koreanischen "Trailer", noch "8 Biografien" der Cast & Crew, sowie eine MC-One-Programmvorschau mit 14 weiteren Trailern. Das interessanteste Extras auf der ersten Disc ist von daher der "Audiokommentar" mit den Regisseuren Andrew Lau und Alan Mak, sowie dem Drehbuchautor Felix Chong und den Darstellern Andy Lau, Tony Leung, Anthony Wong, Eric Tsang und weiteren Darstellern des Films. Dieser in Chinesisch gesprochene Kommentar wurde vom Verleih komplett deutsch untertitelt, eine Aktion, an der sich die großen Anbieter einmal ein Beispiel nehmen sollten.
Auf der zweiten DVD finden wir zuerst ein rund 15 Minuten langes "Making of", welches leider viel zu oberflächlich und kurz ausgefallen ist und von daher nichts anderes als ein typischer Promotion-Trailer geworden ist, mit einigen Interviews, vielen Filmausschnitten und einigen Aufnahmen vom Set. Unter "Confidential File" finden wir ein mit Musik unterlegtes "Hinter den Kulissen" Featurette, welches wirklich sehr sehenswert geworden ist, doch mit knapp 8 Minuten ebenfalls deutlich zu kurz. In den letzten 2 Minuten wird das Featurette durch den US-Trailer bereichert.
Das "Alternative Ende" wurde exklusive für den Vertrieb in China gedreht, da die chinesische Zensurbehörde wollte, dass Lau am Ende für seine illegalen Aktivitäten bestraft wird. Daraus resultiert ein recht einfallsloser Zusatz am Ende des Films, welchen man sich hier in guter Qualität anschauen kann. Lustig wird es dann bei den 10 Minuten an "Outtakes" und verpatzten Szenen, aber auch das ist irgendwann vorbei und zum Schluss bleiben noch 3 "TV-Spots", ein "Teaser" und eine "Bildergalerie", welche in drei Kategorien mit insgesamt 57 Bildern. Interessant hierbei die Bilder zu den Merchandising-Artikeln. Wer hätte gedacht, dass es sogar "Infernal Affairs"-Actionfiguren gibt?


Zwar ist das Zusatzmaterial etwas kurz ausgefallen, dafür stimmt aber der Rest der DVD und auch das düstere und schön animierte DVD-Menü mit einer tollen Musikuntermahlung versteht zu gefallen. Daher gibt es keinen Grund diesen mit sieben "HK-Oscars" ausgezeichneten Film zu ignorieren. Wer auf spannendes Kino "made in Hongkong" steht und einem überraschenden Ende nicht abgeneigt ist, sollte sich "Infernal Affairs" nicht entgehen lassen.


Film+++++-
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus+++---


Druckbare Version
Infernal Affairs II (Special Edition 2 Disc-Set)
Infernal Affairs 3 - The Ultimate Showdown
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