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USA 2003
Originaltitel:Gothika
Länge:94:06 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Mathieu Kassovitz
Buch:Sebastian Gutierrez
Kamera:Matthew Libatique
Musik:John Ottman, Lior Rosner, Limp Bizkit
SFX:Louis Craig
Darsteller:Halle Berry, Penélope Cruz, Robert Downey Jr., Charles Dutton, Bronwen Mantel, Bernard Hill, Dorian Harewood, John Carroll Lynch, Amy Sloan
Vertrieb:Columbia
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch
Specials:
  • Audiokommentar mit Regisseur Mathieu Kassowitz und Kameramann Matthew Libatique (Engl. mit dt. UT)
  • 3 Filmdokumentationen:
    • Am Set von Gothika (16:09 Min.)
    • Die visuellen Effekte im Film (7:05 Min.)
    • Making of "Behind Blue Eyes" Musikvideo (19:18 Min.)
  • Patien-Akten:
    • Candace Burns (4:50 Min.)
    • Videoaufnahmen / Patientenbefragung (2:48 Min.)
    • Patienten-Zeichnungen (0:41 Min.)
    • Aktenotizen von Dr. Phil Parsons (1:21 Min.)
    • Wanda Clinton (4:36 Min.)
    • Videoaufnahmen / Patientenbefragung (2:46 Min.)
    • Patienten-Zeichnungen (0:26 Min.)
    • Aktenotizen von Dr. Phil Parsons (1:24 Min.)
    • Jeanne Howard (4:24 Min.)
    • Videoaufnahmen / Patientenbefragung (2:28 Min)
    • Patienten-Zeichnungen / Notizen (0:48 Min.)
    • Aktenotizen von Dr. Phil Parsons (1:08 Min.)
  • Musikvideo "Behind Blue Eyes" von Limp Bizkit (4:31 Min.)
  • Original-Trailer (Dt./Eng.) (2:00 Min.)
  • Trailershow:
    • Spider-Man 2 (1:26 Min)
    • Hellboy (Dt./Eng.) (2:20 Min.)
    • Das geheime Fenster (2:00 Min.)
    • Big Fish (2:14 Min.)
    • The Missing (Dt./Eng.) (1:52 Min.)
    • Identität (Dt./Eng.) (0:57 Min.)
    • Panic Room (Dt./Eng.) (2:19 Min.)
    • 13 Geister (Dt./Eng.) (1:48 Min.)
Für jede Störung des Geistes gibt es eine vernünftige Erklärung. Davon ist Dr. Miranda Grey, Kriminalpsychologin im Woodward-Frauengefängnis, überzeugt. Bis eine Autofahrt in regnerischer Nacht zu einer unheimlichen Begegnung und schließlich zu Mirandas Blackout führt. Als sie drei Tage später zu sich kommt, hat sich ihr Leben in eine Hölle verwandelt. In Woodward inhaftiert, wird sie beschuldigt, ihren Mann brutal ermordet zu haben. Und die Beweise gegen sie sind erdrückend. Hat die Rationalistin, die sich nach dem Blackout an nichts mehr erinnern kann, den Verstand verloren? Ist sie damit auf die andere Seite getreten? Oder tritt die andere Seite an sie heran - in der Gestalt eines ruhelosen und rachsüchtigen Geistes, der sie mit zunehmender Aggressivität nachts in ihrer Zelle attackiert? Als sie erkennt, dass alle sie nun für verrückt halten und selbst ihr sympathischer Kollege Dr. Graham ihr nicht mehr traut, versucht Miranda alleine den rätselhaften Vorfällen auf den Grund zu gehen. Verzweifelt klammert sie sich an ihre Vernunft und muss sich dabei gefährlich nahe an den Rand des Wahnsinns begeben ...
"Logik wird überschätzt!", das ist Halle Berrys Kommentar, nachdem der Bösewicht im Finale von "Gothika" endlich ins Gras beißen musste. Ja, das sollte das Motto des Films werden, denn was als ambitionierte Horrorproduktion von "Dark Castle Productions" an den Start ging, gerät zur Studie in Plakativität, Offensichtlichkeit und logischen Fragezeichen.



Dabei hätten wir alle bei der Besetzung Großes erhofft, immerhin eine Oscarpreisträgerin, dazu Penelope Cruz und Robert Downey jr., das sollte doch für schauspielerische Qualität bürgen, wobei Regisseur Kassovitz ja eigentlich Sinn für morbide Atmosphäre hat, wie "Die purpurnen Flüsse" streckenweise bewiesen.
Doch was haben wir hier? Schema F.! Nicht eine einzige zündende Idee wird vom Drehbuch geliefert und wenn man nicht gerade mit der dem Schicksal der Mörderin ohne Gedächtnis ausgelieferten Hauptfigur mitleiden kann, darf getrost vorgesagt werden, was als Nächstes passiert. Da kann auch Miss Berry nichts retten, der man nicht in einer einzigen Szene die Psychiaterin abnehmen wird. Sie wirkt fachlich nicht überzeugend mit der Cruz als durchgeknallte Patientin, sie tritt Dutton gegenüber wie das letzte Mäuschen auf und dass der gemütliche Moppel ihr Männe sein soll, glaubt auch keiner. Nachdem sie per Straßenumleitung ihr unheimliches Erlebnis mit einem nackten Mädchen hat, ist sie natürlich plötzlich selbst Patientin und darf alle "Keiner-glaubt-mir"-Klischees in den üblichen Stadien der Hysterie durchleben, da sie anscheinend ihren Mann mit der Axt zerhäckselt hat. Den Einschlag zum Geisterfilm liefern dann die üblichen Rückblenden und alle tippen sich schon ungeduldig auf die Knie, wann denn endlich rauskommt, was ihr Gatte so an Dreck am Stecken hatte, denn dass wir es mit einem extremen Fall von Kurzzeitbesessenheit zu tun haben, dürfte auch dem Letzten schon aufgegangen sein.



Die Geschichte hinter dem Mord kann dann auch endlich ein wenig mehr das Interesse des Zuschauers wecken, da sie zudem schön häppchenweise portioniert ausgeliefert wird. Dazu gehört natürlich eine Flucht aus der Irrenanstalt und Aufklärungsarbeit an anderer Stelle. Hier kommt wirklich mal Spannung auf, da der Film hier etwas zwar nicht Neues, aber immerhin Solides bieten kann.
Das Horrormoment in diesem Film jedoch führt über kurz oder lang zu akuten Ermüdungserscheinungen, denn Kassovitz setzt fast nur auf die "Hinter-dir-steht-eine"-Schocks und die kommen in regelmäßigen Abständen immer wieder, bis sie irgendwann nicht mehr wirken. Ein, zwei davon (und nicht die ersten) sind zwar wirklich für einen Hüpfer angetan, aber dass der Film sonst außer einem atmosphärischen Set nichts Gruseliges zu bieten hat, belastet schon. Die andauernden blitzreichen Gewitter machen die Klischees natürlich auch nicht kleiner und beim achten "Buh!" sehnt man sich schon nach einer Pizza!
Als dann endlich raus ist, was der Gatte getan hat, fehlt natürlich noch ein zweiter Täter und den heben wir uns für den Showdown auf. Leider wird kein Rätselspiel draus, sondern die Sache ist so offensichtlich, dass das finale Duell (erst Rededuell, dann wird ein echtes draus) mehr belustigtes Stöhnen provoziert, anstatt irgendeine Form von Kribbeln. Hier werden dann mal wieder brav ein paar psychologische Formeln aus der Tasche geholt, die wirken, als hätte sie ein Student im ersten Semester auswendig gelernt. Der Actionhöhepunkt schließlich ist ziemlich grob pc-generiert und verschenkt viele Chancen, wobei ich das durchgeknallte Verhalten des Täters gleich unter "beknackt" einordnen kann. "Das ist nicht logisch!" führt da dann auch der Täter kurz vor seinem Ableben an und das ist tatsächlich ein Merkmal dieses Films, den man ob seines Popcorngrusels leicht übersieht.
Warum nun ausgerechnet Berry von dem Geist übernommen werden muss, um Rache zu üben, bleibt nämlich die große Frage. Anscheinend kann der Spuk nämlich flott verriegelte Türen öffnen, warum sollte er nicht auch eine Axt so bewegen können. Und warum muss er vor einer abgeschlossenen Tür kapitulieren? Stattdessen prügelt der Geist Berry durch die Zelle, damit die dann kurz darauf fliehen kann, als man ihr zu Hilfe kommt, eine ziemlich aufwändige Art und Weise. Ferner wäre da das Problem, dass sich die Agressivität des toten Mädchens immer wieder über Berry entlädt, wohl um den Zuschauer zu verwirren, anstatt Berry um Hilfe zu bitten, was ja noch offensichtlicher gewesen wäre. Warum also die brutale Attacke unter der Dusche, wenn das auch subtiler gegangen wäre?
Wenn dann im Fluchtwagen der Geist erst Berrys Auto fast vor einen Truck fährt, um sie dann vor der weggerissenen Straße zu retten, darf man sich schon mal fragend am Kopf kratzen. Auch scheint der Besucher aus dem Jenseits mal da zu sein und mal nicht, als gäbe es im Jenseits Schichtdienst. Da wäre es doch einfacher gewesen, mal dem Gatten selbst das Gaspedal durchzudrücken oder den anderen Täter per Übernahme zum Selbstmord zu motivieren. Einen Anhaltspunkt dafür bietet vielleicht noch der "Sixth Sense"-orientierte Schlussgag, aber überzeugen kann der Plot damit natürlich nicht.
Nebenbei sind diverse Dialoge auf TV-Film-Niveau dazu angetan, für genervtes Brummeln zu sorgen, vor allem Downey hat zu wenig zu tun, weil er ja noch als Alibi-Verdächtiger herhalten muss. So muss man konstatieren, dass Kassovitz und das Skript ihr Blatt komplett überreizen, jede Szene wirkt überzeichnet und plakativ, allerdings schon platt wirkend. Oder, wenn man so möchte, sogar banal. Natürlich kann man sich in so einen Film rein versinken lassen, vor allem wenn man keine Nerven aus Stahl hat, aber wer gerne mal einen Gruselthriller sieht, muss sich hier auf die Lippen beißen, damit er nicht vorsagt...



Bei Columbia haben wir nach diversen Reinfällen eigentlich keine Prognose in punkto Bildqualität stellen wollen, denn weder die Schärfe noch die durchschnittliche Bitrate konnten zufrieden stellen. Umso schöner ist es, dass man mit dem Transfer dieser DVD bis auf Kleinigkeiten vollauf zufrieden sein kann.
Die Schärfe ist dieses mal überwiegend als gut zu bezeichnen, aber immer noch nicht so gut, wie man es für einen aktuellen Film erwartet hätte. Obwohl die Detail- und Kantenschärfe sich auf einem hohen Niveau befinden, gibt es immer wieder Szenen, die zu weich erscheinen. Die Farben wurde extra für den düsteren Look des Filmes stark verfälscht und tendieren in ein starkes Blaugrau, die das Geschehen hier dominieren. Wenn dann einmal "normale" Farbtöne auftauchen, sind diese natürlich und sauber. Auch der Kontrast macht eine gute Figur, bei diesem überwiegend im Dunkeln spielenden Film und lässt Details überwiegend gut erkennen. Dazu sollte man aber erwähnen, dass der Schwarzwert uns kein sattes und kräftiges Schwarz offeriert, sondern ein tendenzielles Grau, was der Detailwiedergabe in dunklen Szenen aber zugute kommt. Anlässlich des offenbaren Stilmittels wirkt der überwiegend gute Kontrast in hellen Szenen zu steil und neigt zu Überstrahlungen. Dies ist aber durchaus gewollt und sollte auch nicht weiter stören. Was uns noch in einigen Szenen aufgefallen ist, wäre ein leichtes Bildrauschen im Hintergrund, welches sich gerade auf hellen Flächen zu erkennen gibt. Ansonsten können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein und weder Defekte oder Verschmutzungen trüben den Sehgenuss bei dieser DVD. Die Kompressionen arbeiten ebenfalls unauffällig im Hintergrund und nur selten fällt leichtes Blockrauschen im Hintergrund auf.
Der Ton macht ebenfalls einen hervorragenden Eindruck und macht durch seinen perfekten Einsatz der Effektlautsprecher auf sich aufmerksam. Hier sind es aber nicht brachiale Soundeffekte, sondern viel mehr atmosphärische bzw. düstere Klänge, die für Gänsehaut sorgen. Wenn die Geister anfangen zu spuken und das Geschehen für Terror sorgt, wird uns ein hervorragender und vor allem kraftvoller Raumklang geboten, mit direktionalen Effekten, die unsere Blicke mehr als einmal nach hinten wandern lassen, ob es wirklich nur die Rearspeaker sind. Aber abgesehen von der dynamischen Soundkulisse und einer hervorragenden und sauberen Dialogwiedergabe bekommen die Effektlautsprecher auch so ständig etwas zu tun. Ob es die mehr als nur realistisch klingenden Wettereffekte sind oder ähnliche Umgebungsgeräusche, hier herrscht nie Stille und die wunderbare Musikabmischung ist hierbei nur das Tüpfelchen auf dem I. Wäre "Gothika" ein Actionfilm, würde dieses superbe Sound-Gewitter wahrscheinlich einen Beschwerdebrief einbringen, aber so kommen die passenden Effekte stets zum passenden Zeitpunkt und sorgen für das passende Klangbild in einer düsteren Gespenstergeschichte.
Da eine DVD eigentlich nie perfekt ist, muss auch "Gothika" einen Haken haben. Diesen finden wir eindeutig im Bereich des Bonusmaterials, welches zum einen sehr überschaubar und zum anderen kaum wirklich interessante Informationen beinhaltet. Neben einem ordentlichen und sogar deutsch untertitelten "Audiokommentar" vom Regisseur und dem Kameramann, bekommen wir 9 Filmtrailer zu sehen, darunter auch der Originaltrailer zum Film, der uns wie einigen andere sogar anamorph abgetastet und im 5.1 Sound vorliegen. Weiter geht es mit dem "Musikvideo" von Limp Bizkit mit dem Titel "Behind Blue Eyes" und die "Patienten-Akten". Drei kleine und eigentlich nichts sagende Filmchen über drei Patientinen, haben mit dem Film nicht zu tun und wurden noch mit "Zeichungen" der Patientinen und Aktennotizen erweitert. Recht überflüssig das Ganze. Unter "Filmdokumentationen" finden wir drei Featurettes. Einmal "Am Set von Gothika", ein rund 16minütiges Special, welches einige Interviewauschnitte und Einblicke in die Dreharbeiten bietet. "Die visuellen Effekte im Film" geht nur noch 7 Minuten und zeigt leider viel zu wenig der eigentlich interessanten Effektarbeit im Film. Beide Featurettes sind nichts weiter als die übliche Hollywood PR-Geschichte, mit wenig Infomaterial und vielen Filmauschnitten. Zum Schluss gibt es noch einen 20-minütigen MTV-Mitschnitt von dem Making of zum Videoclip. Auch hier gibt es wieder viel "BlaBla", was aber durchweg interessanter ausgefallen ist, als die anderen Specials. Summa summarum wird also wieder wenig für viel verkauft und so enttäuscht das Zusatzmaterial auf voller Ebene, aber man kann halt nicht alles haben.

Wer sich einmal wieder so richtig gruseln möchte, ist bei "Gothika" bestimmt nicht richtig, denn mehr als solide Unterhaltung bietet dieser Flick nicht. Dafür ist er zu vorhersehbar, zu unausgegoren und bietet eine Handvoll Plotlöcher, die das Gezeigte unglaubwürdig erscheinen lassen und den Spaß und vorallem die Spannung nehmen. Die DVD ist bis auf das schwache Zusatzmaterial wirklich gut geworden. Bild und Ton sind durchweg auf einem hohen Niveau und sorgen dafür, dass man trotz der vielen Schwächen, den Film in seinem Heimkino genießen kann.


Film+++---
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++----


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