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USA 2003
Originaltitel:Willard
Länge:96:13 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Glen Morgan
Buch:Gilbert Ralston
Kamera:Robert McLachlan
Musik:Shirley Walker
SFX:Michael O'Brien
Darsteller:Crispin Glover, David Parker, Jackie Burroughs, Kristen Cloke, R. Lee Ermey, Laura Elena Harring, Rick Lazzarini, Kim McKamy
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Audiokommentar mit Regisseur Glenn Morgan, Produzent James Wong, und den Darstellern Crispin Glover und R. Lee Ermey (Eng. mit dt. UT)
  • The Year of the Rat: Hinter den Kulissen von Willard (73:13 Min.)
  • Rat People: Friends or Foes? (18:40 Min.)
  • Musikvideo "Ben" von Crispin Hellion Glover (mit/ohne Kommentar) (2:58 Min.)
  • 12 nicht verwendete / alternative Szenen (mit/ohne Kommentar):
    • Überstunden (6:04 Min.)
    • Sokrates' Mutter ist tot (1:32 Min.)
    • Mom erwischt Willard in der Küche (0:56 Min.)
    • Leach geht zur Fußmassage (1:01 Min.)
    • Martin bei der Totenwache (0:53 Min.)
    • Wo ist Scully / Keine Waffen mehr (1:02 Min.)
    • Willard wird gefeuert (4:37 Min.)
    • Willard kommt zurück / Angriff im Aufzug (3:14 Min.)
    • Tote Katze / Lange Badezimmereinstellung (1:31 Min.)
    • Mehr Ratten stürzen durch die Decke (0:24 Min.)
    • Ursprüngliches Ende (0:49 Min.)
    • Neues Ende (Lange Version) (3:44 Min.)
  • US Kinotrailer (1:50 Min.)
  • 3 TV-Spots:
    • Cutdown (0:30 Min.)
    • Scare (0:31 Min.)
    • Ben (0:31 Min.)
Willard Stiles ist seit Jahren in einer emotionalen und beruflichen Sackgasse gefangen. Sein ödes Leben ändert sich schlagartig, als er im Keller eine seltsame Entdeckung macht: Die dort hausenden Ratten scheinen ihm zu gehorchen. Als deren Anführer startet er jetzt einen bitterbösen Rachefeldzug gegen die Gesellschaft, die ihn so sehr gequält und erniedrigt hat. Sein sadistischer Boss muss als erster büßen ...
"He was the only friend I ever had!" - Willard

Dass Remakes von Klassikern in Hollywood heutzutage einfach dazu gehören, sollte jedem klar sein, aber es tut immer wieder weh, wenn ein Lieblingsfilm plötzlich ein Remake erfährt und bestenfalls zu einem Hollywood typischen New Generation-Schrott verkommen ist. Obgleich wir in den letzten Jahren Glück hatten, denn Filme wie z.B. Interner Link"Dawn of the Dead", "Planet der Affen" oder Interner Link"Texas Chainsaw Massacre" gehörten zu den besseren ihrer Gattung. Es gab sogar Filme, welche besser als das Original waren, so z.B. der 1991 entstandene Interner Link"Das Kap der Angst" mit Robert de Niro oder dem genialen Interner Link"Ocean Eleven". Oft waren es aber richtige Graupen, die so gar nicht zu ertragen waren. Zwei gute Beispiele für schlechte Remakes wären hier der grausame "The Time Machine" oder "Get Carter" mit Sylvester Stallone. Viel zu oft erwarben irgendwelche geldgeilen Studiobosse Filmrechte alter Klassiker oder Kultfilme und gaben sich mit einem Versuch der Neuverfilmung der Peinlichkeit preis.
Ein Film, der mich ebenfalls sehr skeptisch machte, war das Remake des 70er Jahre-Tierhorrorklassikers "Willard" von Daniel Mann. Regie-Debütant Glen Morgan ließ die Ratten auf die Leinwand zurückkehren und versuchte sich mit Crispin Glover in der Hauptrolle und Tausenden von Ratten an einem Remake - und verdammt noch mal, er pfeffert uns da einen wirklich tollen Film um die Ohren.

"We're done with each other, Ben. Just go! Go away! We are not friends anymore..." - Willard

Besonders beindruckend ist hier die atmosphärische, fast schon märchenhafte Inszenierung, deren Farben Morgan in erdige Brauntöne warf und mit einer hervorragenden Kameraarbeit eine Idee umsetzte, wie man es nicht erwartet hätte. Den schüchternen und psychisch labilen Willard spielt niemand anderes als Crispin Glover, ein trotz 64er Baujahr jung wirkender Darsteller, der bereits in "Zurück in die Zukunft" und den beiden "3 Engel für Charlie"-Remakes durch das Darstellen durchgeknallter Charaktere überzeugte und auch als Willard nahtlos an seine Rolle in "3 Engel für Charlie" anknüpft, was nicht zuletzt an der Frisur und dem Anzug liegt. Man hat schon nach wenigen Minuten Mitleid mit Willard, wünscht ihm so sehr ein glückliches Leben und obwohl man genau weiß, dass er innerlich so zerrissen ist, dass er alsbald vom Opfer zum Täter wird, bleibt man stets auf seiner Seite, schon allein aus dem Grund, dass er immer und immer wieder Erniedrigungen seitens seines Chefs oder auch seiner Mutter über sich ergehen lassen muss. Sein einziger Freund ist die weiße Hausratte Willard, die er erst töten wollte, aber schlussendlich liebevoll aus ihrer Falle befreit. Prompt hat er den ganzen Keller voller Ratten und neben der weißen Ratte, die er Sokrates nennt, bekommt er noch Besuch von einer riesigen, fetten und starken Ratte mit dem Namen Ben!
Sein Verhältnis zu den Ratten wird immer inniger und sie fangen an, ihm aufs Wort zu gehorchen. Er trainiert sie und gibt ihnen als Belohung Futter und es werden immer mehr. Sein Ziel ist es, seinen tyrannischen Chef erst einmal einen gehörigen Schrecken einzujagen und so macht er sich mit zwei Koffern voller Ratten in einer Nacht- und Nebelaktion auf den Weg zum Haus seines Chefs, um dessen Auto von den Ratten ruinieren zu lassen. Dies klappt auch wunderbar, außer dass Ben sich entgegen Willards Willen in den Koffer geschlichen hat und die Aktion fast gefährdet, da er zuerst nicht durch die geschlossene Garage passt, sich dann aber durch das fette Holztor nagt.
Willards Chef, gespielt vom Drill Sergeant aus Interner Link"Full Metal Jacket", R. Lee Ermey, der die Rolle des fiesen Tyranns zu genießen scheint, ist weniger glücklich über die Vorkommnisse und als dann auch noch Willard Mutter auf tragische Weise stirbt und er trotz vertraglicher Verpflichtung Willard kündigen will, eskaliert die Sache. Zu allem Überdruss tötet sein Chef auch noch Sokrates vor den Augen von Willard und Ben und es gibt für beide nur noch eins: Rache.
Wie die Rache aussieht, kann sich mit Sicherheit jeder vorstellen und auch wenn Morgan hier recht zurückhaltend ist beim Einsatz von Blut, kommt der Film rein thematisch schon recht hart rüber und spricht wie bei Tierhorrorfilmen üblich, die Ekelgrenze des Publikums an. Gerade Ratten, Spinnen oder anderes Ungeziefer ist immer für ein Lautes #ieeehhhh# im Publikum gut, obgleich man die Ratten zu Beginn noch recht niedlich findet, dies sich aber schlagartig ändert und zum Schluss Willard vom Jäger und Freund zum Gejagten und Feind wird.
Dabei geht es nicht immer ganz ernst zu und es gibt eine Menge schwarzhumorige Szenen, die das Publikum schocken und zugleich schmunzeln lassen. Nachdem Willard das Auto seine Chef demoliert hat und in der Nacht flüchtet, wird er von einem kleinen nervigen Hund verfolgt. Als dieser nicht locker lässt, wird er einfach in den Koffer mit den Ratten geschmissen, die sich um ihn kümmern. Dies überlebt der Hund allerdings noch mit einem Schock, was man von der Katze, die er von einer Arbeitskollegin nach dem Tod seiner Mutter geschenkt bekommt, nicht sagen kann. Denn diese muss sich durch ein Haus voller Ratten kämpfen, die nicht gut auf sie zu sprechen sind. Diese Szene ist wirklich fies und genial zugleich. Gerade hier fällt auf wie gut die Tierdressur bei "Willard" war, denn lediglich ein CGI-Effekt kam hier zum Einsatz, der Rest ist entweder echt oder es handelt sich um mechanische Modelle, aber auch die kamen eher selten zum Einsatz. Als Zuschauer ist man wirklich verblüfft von dem Rattenaufgebot und der gesamten Inszenierung des Films. Zwar kann man den Produzenten wieder vorwerfen, ihre Hand zu tief in die Zelluloidkiste gesteckt zu haben, den obgleich "Willard" kein Horrorfilm sein soll, mussten viele Szene um gerade diese Elemente erweitert werden und dabei wurde die Vertiefung des Verhältnis Willard, Ben und Sokrates vernachlässigt. "Willard" war schon damals ein Film um Liebe, Hass und Eifersucht. Dies hätte man stärker einbringen sollen und nicht wie hier nur an der Oberfläche kratzend ein Remake kreieren dürfen, der von allem ein wenig ist, es aber nicht schafft, die psychische Komponente des Film zu kompensieren und geballt auf das Publikum zu projizieren. Eigentlich schade, denn die Inszenierung ist wie oben schon erwähnt einfach unglaublich und der ganze Film wurde mit einem klassischen Orchester als Filmmusik unterlegt und unterstreicht somit noch einmal das Märchenhafte von "Willard", genauso wie der Vorspann, der aus der Feder eines Tim Burton stammen könnte. Auch der Rest des Film, der düstere und fast schon surreale Look und der groteske Humor erinnern stark an Burtons eigenartige Welten eines Interner Link"Edward mit den Scherenhänden". "Willard" braucht sich nicht hinter dem Original zu verstecken, ein gelungenes Remake, welches leider gnadenlos floppte ...

"How do you think Socrates felt when you stuck him? Answer me!" - Willard

Ein düstere Film wie "Willard" braucht die passende Behandlung im Bild. Dies ist Warner auch in fast allen Belangen mit Bravour gelungen. Der Kontrast gibt selbst dem überwiegend in dunklen Szenen spielenden Film alle Details zu erkennen, wirkt kräftig und bietet einen satten Schwarzwert. Die Farbgebung wirkt stets natürlich, wurde aber oftmals in braune Farbtönen gelegt oder wirkt einfach nur kalt und ausgewaschen, was aber als Stilmittel des Regisseurs zu sehen ist. Auch die Schärfe, an sich gut, scheint Opfer der Filtertechnik zu sein und wirkt überwiegend weich, bietet aber eine angenehme Detail- und Kantenschärfe. Die Kompressionen sind gelungen und arbeiten unauffällig im Hintergrund. Weder Defekte noch störende Artefakte sind auszumachen. Minimales Rauschen ist zwar im Hintergrund zu bemerken, dies ist aber kaum wirklich störend.
Der Dolby Digital Track steht dem Bild in nichts nach. Neben einer kraftvollen Front und einer ebenso kraftvollen wie gutverständlichen Dialogwiedergabe wird uns ein nahezu perfekter Digital Sound geboten, dessen Effektlautsprecher fast ständig im Einsatz sind. Man fühlt sich wie im Rattennest, es ist immer was los und die Umgebungsgeräusche wurden perfekt abgemischt. Selbst direktionale Effekte bekommen wir hier oft geboten und der Bass bekommt stets zum richtigen Zeitpunkt etwas zu tun. Zwar dürfen wir hier nicht mit einem Bombast-Soundtrack rechnen, aber für einen Film wie "Willard" ist das Geschehen wirklich hervorragend abgemischt und lässt uns teilweise glauben, selbst die Ratten im Haus zu haben. Wirklich toll, aber mit etwas mehr Dynamik hätten wir die Höchstnote verteilt.
Also dafür, dass der Film floppte und in Deutschland gänzlich ohne viel Werbung direkt auf DVD herauskam, spendierte Warner uns hier ein interessantes Bonusmaterial. Den Anfang macht der Audiokommentar mit dem Regisseur Glenn Morgan, Produzent James Wong, und den Darstellern Crispin Glover und R. Lee Ermey, der sogar deutsch untertitelt wurde und wirklich interessant ist. Dies ist wirklich unglaublich für das große Studio, das sonst auf Untertitel komplett verzichtet. Ebenfalls sehr aufschlussreich ist der knapp 70minütige Einblick hinter die Kulissen zu dem Remake und unter "Rat People" finden wir eine 18minütige Dokumentation über das Verhältnis zwischen Ratten und Menschen. Desweiteren gibt es noch ein Musikvideo im Stil eines Musicals, gesungen und vorgetragen von Crispin Glover, der hier den Song Ben von Michael Jackson covert. Optional gibt es noch einen deutsch untertitelten Kommentar. Zum Schluss gibt es 12 geschnittene oder alternative Szenen, die ebenfalls deutsch untertitelt wurden oder mit einem zusätzlichen Kommentar zu hören sind. Außerdem wurden alle Szenen anamorph abgetastet, liegen in einer guten Qualität und in Dolby Digital 5.1 vor. Ebenfalls nicht fehlen dürfen 3 "TV-Spots" und der "Original Kinotrailer". Was will man mehr?

Fans des Originals werden von diesem Remake begeistert sein und auch Gegner von Neuverfilmungen sollten sich "Willard" nicht entgehen lassen. Allein schon wegen der meisterhaften Rattenmassenszenen und des brillianten Schauspiels von Crispin Glover sollte der Film auf eurer Filmliste ganz oben stehen. Die DVD gehört zum Besten, was Warner dieses Jahr produziert hat und sollte sich unter eurem Tannenbaum wiederfinden.


Film+++++-
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++++--


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