Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA, UK 2002
Originaltitel:Gathering, The
Alternativtitel:Gathering, The - Ich sehe das, was du nicht siehst
Länge:80:27 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Brian Gilbert
Buch:Anthony Horowitz
Kamera:Martin Fuhrer
Musik:Anne Dudley
SFX:Stephen Paton
Darsteller:Christina Ricci, Ioan Gruffudd, Stephen Dillane, Kerry Fox, Oliver Chris
Vertrieb:Universum Film/Ufa
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 EX
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Kinotrailer (1:36 Min.)
  • Biografien & Filmografien
  • Interviews:
    • Christina Ricci (1:41 Min.)
    • Ioan Gruffudd (3:10 Min.)
    • Brian Gilbert (3:11 Min.)
    • Anthony Horowitz (3:52 Min.)
    • Marc Samuelson (2:47 Min.)
  • Trailer:
    • Die Purpurnen Flüsse (1:49 Min.)
    • Die Purpurnen Flüsse 2 (0:32 Min.)
    • Basic (1:54 Min.)
    • Resident Evil (2:28 Min.)
    • Killing me softly (1:28 Min.)
    • Tattoo (1:49 Min.)
Weltenbummlerin Cassie kann nach einem Autounfall nicht weiterreisen und leidet plötzlich unter merkwürdigen Halluzinationen. Die junge Frau glaubt, die selben Personen, die auf einem Halbrelief in einer kürzlich erst entdeckten, urkatholischen Kirche aus dem ersten Jahrhundert abgebildet sind, in dem verschlafenen englischen Städtchen Ashby Wake auf der Straße wieder zu erkennen. Da ergeben Nachforschungen, dass eben jene Personen bisher jeder großen Katastrophe der Weltgeschichte beigewohnt haben.
Wo die Popcornmovies umgehen, ist man für ein handfestes Skelett im Kleiderschrank schon dankbar und deswegen ist die Idee hinter "The Gathering" auch wie eine Blume in der Wüste. Der Film zur Idee ist zwar nicht ganz so gut, aber immerhin sättigend. Allerdings muss man mit dem Etikettenschwindel "Horror" hier nicht buchstäblich umgehen, der Film ist ein Mystery-Thriller mit Bibeltouch und leichten übernatürlichen Elementen, bei denen man ganz gut gruseln kann.
Klingen tut der "Pitch" jedoch wunderbar: in einer englischen Kleinstadt wird eine verschüttete Kirche aus dem 1. Jahrhundert nach Chrsti gefunden und dort drinnen eine seltsame Kreuzigungsszene, die u.a. die Gaffer der Kreuzigung zeigen. Gleichzeitig beginnt eine junge Touristin nach einem Autounfall genau diese Personen in der Stadt zu sehen, die als ewig verfluchte Schaulustige zu großen bevorstehenden Katastrophen herbeiströmen.
Eingebettet in die schön ländliche Gegend bei Glastonbury entblättert sich diese Mysterium dann nach und nach vor dem Zuschauer. Dazu kommt noch, dass die Touristin Cassie (eine leicht unterforderte Christina Ricci sieht dafür superniedlich aus) Visionen hat, in welchen ein ehemaliges Kinderheim und der Sohn ihres Gastgebers eine Rolle spielen. Dabei wird nicht mit Versatzstücken des Genres gespart, reichlich Visionen, Verstümmelungen, geisterhafte Stimmen aus der Vergangenheit. Im Zusammenhang sehr handfest, wenn auch die Szenen eher wirken, in denen ein Geistlicher aus allen möglichen Quellen der Geschichte die Wahrheit über die Gaffer Christi ans Licht befördert.
Zu einem großen Genrevertreter fehlt dem Film allerdings das eine oder andere. Da wäre zum einen, dass das Mystische und Unheimliche nicht genug betont wird. Zu schnell und direkt werden die Gaffer in der Realität eingeführt. Sie sind einfach da und stehen im Hintergrund, fertig. Ein langsames Vermehren der Menge, ein Wiedererkennen des einen oder anderen Gesichtes, einige unerwartete Kameraüberraschungen hätten Wunder gewirkt, aber hier verschenkt der Film Potential. Ferner kann das Drehbuch mit den Chancen der Story nichts anfangen. Was am Ende als große bevorstehende Katastrophe herhalten muss, ist einfach zu banal bzw. nicht "groß" genug, um wirklich zu überzeugen. Die Parallelen des Kirchenfunds mit dem Fresco und das Auftauchen der Figuren in derselben Stadt wird nie zu einem Ereignis gebührender Größe zusammengeführt und hat so gar nichts Mystisches, sondern basiert bloß auf einer simplen Rachegeschichte wegen Kindesmisshandlung.
Ferner verschenkt das Buch einige eventueller Höhepunkte, wie eben mal wieder eine Enthüllung, die den Film für manchen Journalisten in die Nähe von Werken wie "Sixth Sense" oder "The Others" rückt, aber dennoch anders ist. Interessanterweise lotet das Buch die Dimension dieses Aha-Erlebnisses in der entsprechenden Szene aber gar nicht aus, sondern lässt die Diskussion zweier Figuren mit unwichtigeren Dingen weitergehen.
Eine weiteres Loch entsteht, als Cassie auf einem Foto etwas Unglaubliches entdeckt (ohne dass der Zuschauer das Betreffende sehen kann), dann aber am nächsten Tag erst fröhlich mit den Kindern spielt, bis sie der betreffenden Person zufällig über den Weg läuft und das Thema plötzlich wieder brandaktuell ist.



Auf jeden Fall hätte der Bibelgrusel zum Schluss in der Katastrophenfrage einfach etwas mehr Mystik haben können, so dass verschiedene Handlungsstränge nebeneinander bestehen, bloß um den Zuschauer aufklären zu können, aber nicht um erzählerisch homogen zusammenwachsen zu können. Vielleicht ist aber auch Brian Gilbert dafür nicht der Richtige, denn die Regie patzt hier noch am meisten, ist offensichtlich nicht mit einem Händchen für das Übernatürliche gesegnet. Die Montage der Szenen bricht immer wieder mit der Spannungskurve, lässt Figuren Gesehenes nicht gebührend nachverfolgen, lässt andere Figuren im Raum stehen und gibt ihnen nicht genug Tiefe. Alle scheinen hier nur wegen der Story zu funktionieren, kommen aber im Drehbuch nicht genug zur Geltung. Dagegen stehen die brauchbaren Leistungen der Akteure und retten mit ihren frischen, unverbrauchten Gesichtern so einiges, auch wenn nichts Oscarverdächtiges dabei ist.
Wenn aber sich unheimliche Nachtvisionen ohne Konsequenz mit freundlichen Frühstücksszenen abwechseln; wenn die Ricci drehbuchgemäß aus bloßer Unruhe über ein Auto und seinen Besitzer sofort in ihn einbrechen will; wenn unheimliche Ansätze mehrfach nicht zuende gedacht werden, dann wünscht man sich, ein auf unheimlichen Sektor begabterer Regisseur hätte hieraus ein nettes mystisches Kleinod gemacht.
Das Ende schließlich (nicht der Showdown) wirkt etwas unausgegoren, dass er erst ein unausweichliches Schicksal vorgaukelt, um dann ein positiveres Ende nachzuschieben, das man eh schon erwartet hatte. Trotzdem bleibt diese kleine B-Produktion über dem Durchschnitt und bietet dem oft formelhaften Genreoutput endlich eine kleine Alternative. Wäre nur die Frage, wieviel besser der Film mit einem runderen Buch und einem talentierteren Team hätte ausfallen können...

Die Bildqualität der uns vorliegenden DVD ist recht schwer zu bewerten. Zum einen deshalb, da man hier die Farben des Films verfremdet hat, um die Atmosphäre des Films zu untermauern. Die Farbpalette reicht von blass bis hin zu grünstichig und auch der Kontrast wechselt von Szene zu Szene. Meist wirkt dieser kraftlos und matt, überstrahlt im nächsten Moment aber überdeutlich, was ebenfalls ein Stilmittel sein dürfte. In den dunklen Szenen gelingt es ihm aber, alle wichtigen Details wiederzugeben und dort ist er recht angenehm ausgefallen. Ein weiter Punkt ist der etwas unruhige Bildstand. Dies bemerkt man deutlich an den Credits zu Beginn des Films und ist in ruhigen Szenen immer wieder im Film zu finden. Dies stört jedoch nur minimal, wenn man es aber einmal bemerkt hat, findet man es nicht mehr so angenehm. Die Schärfe des Bildes ist ebenfalls so eine Sache. An sich wirkt der Transfer in Detailaufnahmen recht scharf und Rauschen ist so gut wie gar nicht auszumachen. Dies wurde aber mit Rauschfiltern bewirkt, die dem Bild etwas an Schärfe rauben und leichte Nachzieheffekte verursachen. Insgesamt ist das Schärfeverhältnis aber noch im grünen Bereich. Man kann also ganz zufrieden sein mit dem Transfer der DVD und weder Defekte noch Verschmutzungen trüben den Sehgenuss, lediglich die Kantenschärfe hätte etwas besser ausfallen können, aber dafür arbeiten die Kompressionen unauffällig im Hintergrund.
Tonal kann die DVD doch schon eher überzeugen, als vom Bild her. Dieser Mystery-Thriller bietet viel Spielraum für eine düsteren Raumklang und wir werden nicht enttäuscht. Die gesamte Atmosphäre des Films wurde perfekt eingefangen und zieht einen in seinen Bann. Vor allem der Score wurde passend abgemischt und auf alle Kanäle verteilt, wirkt dabei sehr dynamisch und unterstreicht die unheimliche Klangwelt von "The Gathering". Hier wird auch viel Wert auf Nebengeräusche gelegt, die das jeweilige Szenario passend unterstreichen. Allerdings muss man dazu sagen, dass die erste Hälfte des Films gänzlich effektlos ist und erst zum Ende hin die Rearspeaker wirklich genutzt werden und auch der Bass darf erst recht spät aus sich heraus kommen. Dann wird aber stets zum richtigen Zeitpunkt ein stimmiger Dolby Digital-Ton auf das Publikum losgelassen, der einen des Öfteren die Nackenhaare zu Berge stehen lässt.
Vom Bonusmaterial sind wir leider gänzlich enttäuscht, denn außer ein paar Interviewzusammenschnitte mit 5 Beteiligten samt Bio- & Filmografien, sowie ein Trailer und eine Trailershow gibt es nichts und das ist für einen neuen Film wirklich eine Frechheit.

Wer sich richtig gruseln will, sollte lieber zu besseren Genre-Vertreten greifen. Zwar bietet "The Gathering" routinierte Gruselstimmung, kann diese aber nicht über weite Strecken beibehalten und verläuft sich in einem undurchdachten Plot. Lediglich die niedliche Christina Ricci rettet den Film vor dem endgültigen Aus. Die DVD wurde leider recht lieblos aufbearbeitet und bietet lediglich eine solide Bild- und Tonqualität, welche aber steigerungsfähig ist. Nur beim Zusatzmaterial hat man es total vergeigt. Für Fans durchaus einen Blick wert, mehr aber auch nicht.


Film+++---
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.