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USA 2003
Originaltitel:Webs
Länge:83:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:David Wu
Buch:Grenville Case, Robinson Young
Kamera:Richard Wincenty
Musik:Lawrence Shragge
Darsteller:Anthony Ashbee, Dylan Bierk, Craig Blair, Jeffrey Douglas, Maxine Dumont, Colin Fox, Kate Greenhouse, Richard Grieco, Jason Jones, David Nerman, Richard Yearwood
Vertrieb:Universal
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch
Specials:Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Tschechisch, Holländisch, Griechisch, Ungarisch, Polnisch
In einem leerstehenden Bürogebäude im Zentrum von Chicago und einem Raum, der in keinem Bauplan verzeichnet ist, stolpern Elektrikermeister Dean und drei seiner Kollegen geradewegs in das unverhofft aus heiterem Boden schießende Tor zu einer Paralleldimension. Dort herrschen fürchterliche Spinnenzombies über verwaiste Trümmer, nur mehr eine Restpopulation normaler Menschen hält mit archaichischen Waffen unter Leitung der scharfen Elena die letzte Stellung. Dean sieht sich genötigt, Partei zu ergreifen.
Kennt eigentlich noch jemand Richard Grieco? Genau, das ist der Kerl aus der 80er Jahre Kult-Serie "21 Jump Street", der dort den coolen Cop Booker spielte, dessen Charakter in den 90ern eine eigene Serie bekam. Danach werden die meisten ihn noch in "Teen Agent - Wenn Blicke töten könnten" ("If Looks Could Kill" 1991) und "Die Wahren Bosse" ("Mobsters" 1991) an der Seite von Christian Slater gesichtet haben und wer sich danach nicht durch das B-Movie-Genre der letzten Jahre geboxt hat, wird den 1965 in Watertown geborenen Schauspieler schnell aus den Augen verloren haben. Auch ich habe es nicht geschafft in den letzten 14 Jahren so ziemlich jede Trash-Gurke mitzunehmen und dabei unbeabsichtigter Weise seine Filme zu ignorieren. Dies liegt eventuell auch daran, dass viele seiner Filme in Deutschland kaum Beachtung fanden und bisher so gut wie keiner seiner Filme den Weg auf DVD fand.

So war es eigentlich ein Zufall, ihn gerade in einem Tierhorror-Film zu entdecken. Da ich mir meist nicht die Inhaltsangaben vorab durchlesen und gerade bei dem vorliegenden Film nicht einmal drüber informiert habe, wer da alles mitspielt, war ich erstaunt den Liebling aus Kindheitstagen wieder vor der Kamera stehen zu sehen und das dann gleich noch in einem Horrorfilm. Mir war aber auch sofort klar, dass wir es hier mit Sicherheit nicht mit einer hochkarätigen Produktion zu tun bekommen, aber ich war schon nach wenigen Minuten angenehm überrascht von diesem fürs amerikanische Fernsehen produzierte Filmchen. Eigentlich habe ich mit den Namen "Webs" ein Ripp-Off von "Arac Attack" oder gar "Arachnophobia" assoziiert, aber weit gefehlt. Direkt zu Beginn stoßen 4 Elektriker in einem Abrissgebäude auf einen versteckenten Raum, in dem sich ein kleines Labor befindet. Hier befindet sich eine Plattform und ein Kernreaktor im Miniformat, der auch promt eingeschaltet wird und die Plattform aktiviert. Böser Fehler! Denn wie der Zufall es will, landet unser Held (Richard Grieco) beim Versuch, seine Kollegen davon abzuhalten an dem Teil herumzuspielen, auf der Plattform, wird durch ein Dimensionstor in ein Paralleluniversum geschleudert und landet in einer Art Chicago, welches nicht nur Menschen leer ist, sondern auch voller Spinnenweben. Super, dann wird er gleich von Riesenspinnen angegriffen. Aber voll daneben ...

Anstelle von riesigen Spinnen erscheinen plötzlich Menschen ähnliche Wesen, eine Mischung aus Mutanten, Zombies und Dämonen und reißen einen der Jungs erst einmal das Herz aus der Brust. Dumm gelaufen, warum mussten seine Arbeitskollegen auch um ihn zu retten hinter ihm herspringen. Aber die Hilfe naht anhand einiger Menschen, die sich mit selbstgebauten Waffen zur Wehr setzen und mit den Neuankömmlingen die Flucht ergreifen. Zurück zum Portal heißt es und noch bevor sie dieses erreichen können, lernen sie die Mutter der Kreaturen kennen, eine hässliche, fiese und für TV-Verhältnisse richtig gut animierte Riesenspinne. Geilomat, jetzt bekommen wir also doch noch unsere Riesenspinnen zu sehen und das bereits in der 15. Filmminute. In der Tat, es ist erstaunlich, wie schnell es hier zur Sache geht und das dann nicht mal unblutig. Rasant geht es dann aber auch weiter, auf der Flucht vor der Spinne und den Kreaturen flüchten zwei in das Portal, welches sich dummerweise hinter ihnen schließt. Nun steht unser Held allein da und muss auf die Hilfe der "Einheimischen" hoffen, die gar nicht so gut auf ihn zu sprechen sind. Die Anführerin, eine junge hübsche Frau, sieht aber unter seiner zerfetzten Jacke eine Tattoowierung, die es in ihrer Welt nicht gibt und weiß somit, dass er der Retter sein muss, von denen Dr. Morelli all die Jahre gesprochen hat. Der Doktor hat vor 30 Jahren dieses Dimensionstor erfunden und reiste in das parallele Chicago. Doch auch an einem anderen Ort öffnete sich ein Portal und Riesenspinnen kamen hindurch, auf die niemand vorbereitet war und somit den Planeten versklavten und die Menschen entweder fraßen oder zu ihren Kriegern machten.

Soviel sollte eigentlich reichen, um euch ein Bild von dem zu geben, was uns hier erwartet. Feinstes B-Kino "made in the USA". Mit allen Klischees, Fehlern und Sprüchen, die man bei solch einer Produktion erwartet. Jedoch wirkt das ganze zu keinem Zeitpunkt trashig und Regisseur David Wu ("John Woo's The Thief"), der gerade an einer "Teenage Mutant Ninja Turtles"-Miniserie arbeitet, zeigt Talent und ein Händchen für eine routinierte, aber gute Inszenierung. Visuell gut in Szene gesetzt, versucht er auch atmosphärisch düster zu bleiben und die Aussichtlosigkeit der Protagonisten zu schildern. Auch dies ist ihm Verhältnismäßig gut gelungen und auch wenn "Webs" zwischenzeitlich mal seine Hänger hat, weiß er gut zu unterhalten. Nachdenken sollten man zwar auch hier nicht sonderlich, denn jeder, der sich in dem Genre etwas auskennt, weiß wie der Film endet und was alles passiert. So auch, dass die geflüchteten Elektriker das Portal reparieren um ihren Freund zu helfen, dabei nicht wenig Waffengewalt mitbringen. Schließlich sind wir in Amerika, hier kann sich jeder mit einem Führerschein und etwas Barem in der Mittagspause Waffen kaufen. Da macht Wu aber auch keinen Hehl draus und geht mit einer gewissen Ironie an die Sache ran. Dies tut nicht nur der relativ einfachen, aber interessanten Story gut, sondern verursacht nicht soviel Kopfschmerzen wie bei anderen B-Movies, in denen man sich im Minutentakt mit der Hand vor die Stirn klatscht. Das Ganze jetzt als richtigen Tierhorror zu bezeichnen fällt schwer, da wir die Spinnenkönige viel zu selten zu Gesicht bekommen, was mit Sicherheit ein Kostenfaktor war. Wenn, dann sind die Effekte aber wirklich gut und auch die Action kann sich sehen lassen und offenbart schnell, dass Wu auch als Editor fungiert hat und so schon Filmen wie "Chucky und seine Braut" und "Pakt der Wölfe" seine Note aufdrückte.
Wer also nett unterhalten werden möchte, liegt hier genau richtig. Aber bitte denkt nicht über viele der unlogischen Handlungsabläufe nach, denn dann macht der Film keinen Spaß mehr und ich bin mir sicher, diese Mischung aus "Großangriff der Zombies" und "Sliders" soll auch nichts anderes als 80 Minuten gut unterhalten. Für eine TV-Produktion von daher wirklich ordentlich umgesetzt und sollte man zumindest mal gesehen haben ...

Leider bietet die DVD aus dem Hause Universal nichts, was eine DVD ausmacht. Keine Trailer, nicht einmal Biografien. Wenn man also von Leere sprechen will, sollte man einmal mehr diese DVD nennen. Aber so etwas sind wir mittlerweile bei den Budget-Titeln gewohnt, Hauptsache billig. Das Bild wurde zumindest anamorph abgetastet und kann durchweg überzeugen. Die Farben sind kräftig und frisch und der Kontrast ist meist recht ordentlich ausgefallen, erscheint in dunklen Szenen aber zu stark und verschluckt Details. Die Schärfe geht ebenfalls in Ordnung, hätte aber deutlich detaillierter ausfallen dürfen. Im Hintergrund bemerkt man durchweg leichtes Bildrauschen und die Kompressionen zeigen etwas Blockbildung. Stören tut dies aber eher in den dunklen Passagen, dafür fällt aber das leichte Nachziehen in Kameraschwenks deutlich stärker aus. Defekte oder Verschmutzungen sind jedoch nicht auszumachen. Für eine TV-Produktion ein ordentlicher Transfer.
Die Dolby Digital 5.1-Spur ist leider viel zu Front lastig ausgefallen und bietet keinen richtigen Raumklang. Das gesamte Szenario spielt sich in den vorderen Speakern ab und die Rears werden lediglich für die Musik und die Umgebungsgeräusche genutzt. Letzteres klingt aber aus den Rears eher wie eine kaputte Box als wie ordentliche Umgebungsgeräusche. Zudem fehlt es dem Ton an Dynamik und Druck und auch wenn die Dialoge gut zu verstehen sind und der Score über sämtliche Lautsprecher verteilt werden, kann uns der Track nicht wirklich überzeugen. Der englische Track klingt in den Stimmen nicht so dominant und deutlich differenzierter als das deutsche Pendant, unterscheidet sich ansonsten eher weniger.

Wer also einmal wieder mit allen Klischees beworfen werden möchte, sich dabei gut unterhalten wissen will und ein kurzweiliges Vergnügen erleben will, kommt an "Webs" nicht vorbei. Die Effekte sind gut, die Regiearbeit für diese Produktion unüblich einfallsreich und zum Schluss gibt es noch einen kleinen obligatorischen Gag. Was will man mehr?
Mehr DVD vielleicht, denn die Ausstattung ist mager und an der Bild- und Tonqualität hätte man deutlich feilen müssen. Für eine DVD aus dem Nice-Price-Sortiment aber durchaus empfehlenswert.


Film+++---
Bild+++---
Ton+++---
Bonus------


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