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AT 1995
Originaltitel:El Chicko - der Verdacht
Länge:86:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:David Rühm
Buch:David Rühm
Kamera:Michael Riebl
Musik:Sergei Dreznin
Darsteller:Fritz Karl, Eva Herzig, André Pohle, Andréa Ferréol, Bernhard Schir, Allegra Curtis, Susanne Michel, Sonja Kirchberger, Tilo Prückner, Nino Kratzer, Götz Kauffmann, Peter Nidetzky
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.66:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Upmix)
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • Biografie/Filmografien:
    • Sonja Kirchberger
    • Biografie/Filmografie von Andréa Ferréol
  • Titelsong - von Roger Chapman & Sandra Pires (3:30 Min.)
  • Titelsong - Instrumental (3:29 Min.)
  • Titelsong - Instrumental (Version 2) (3:25 Min.)
  • Trailershow:
    • Dumm, Dümmer...Spencer! (2:10 Min.)
    • La Comunidad (1:30 Min.)
    • Kentucky Fried Movies (4:31 Min.)
    • Skippy (1:35 Min.)
    • Der Bomber (3:50 Min.)
    • Zwei wie Pech & Schwefel (3:12 Min.)
Die Freunde Paul und Erik arbeiten als Köche in einem Hähnchen-Restaurant, dem "El Chicko". Langweilig wird ihre Arbeit nie, da Paul seinem Kumpel immer wieder gruselige Geschichten um einen brutalen Mörder erzählt. Eines Tages allerdings verschwindet die Kellnerin Martha spurlos und Erik hegt der Verdacht, dass Pauls Geschichten gar keine Fantasiegespinste sind, sondern tödlicher Ernst.
Als Paul eines Tages eine Beziehung mit der merkwürdigen Stella beginnt, die sich gerade von ihrem brutalen Ex-Freund getrennt hat, sieht Erik seine große Chance die Machenschaften seines Freundes aufzudecken und beschattet ihn auf Schritt und Tritt. Doch erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt!
"Glaubst du es kommt noch jemand heut'? Ich glaub's nicht. Es gibt nur noch dich, mich und ein paar Salmonellen..."

Filme aus Österreich gibt es sicherlich eine ganze Menge. Richtig erfolgreiche, bzw. jene, die mehr als nur das eigene Land erobern, gibt es aber nur wenige. Da geht es den Össis nicht anders als uns Deutschen. "El Chicko" ist dabei ebenfalls ein Film, den hierzulande kaum einer kennt. Dabei könnte er aber fast schon als kleiner Geheimtipp durchgehen.
"El Chicko" ist eine recht gelungene Krimifarce, die vier unterschiedliche Genres ineinander vereint. Neben den Hauptgenres Krimi und Komödie gibt es auch ab und an Szenen mit Horrorinhalten und die Romantik kommt auch nicht zu kurz. Dazu gibt es einen munteren Strauß von schrägen Charakteren und merkwürdigen Vorkommnissen. Alles zusammengemixt in einer ansprechenden Form, die einfach Spaß macht. Dabei spielt Regisseur David Rühm vor allem mit der Spannungsschraube, die er durch seinen genialen Score und den gelungenen, wild durcheinander geworfenen Stilmitteln immer wieder auf einen wohligen Spannungsbogen anzieht, um in der nächsten Szene gleich wieder für einen Lacher zu sorgen. Die Frage "Was ist wirklich passiert?" beantwortet er wirklich erst ganz zum Schluss und lockt seine Zuschauer immer wieder auf falsche Fährten. Wohlig so, wie man es sich wünscht!
Der Humor des Streifens ist dabei wirklich rabenschwarz. In manchen Szenen könnte man fast denken, dass man sich in einer britischen Komödie befindet. Zwar gibt es hier und da schon einige Blindgänger und wirkliche Brüller kann man an einer Hand abzählen, doch für ein dreckiges, schadenfrohes Schmunzeln reicht es allemal! Des weiteren müssen hier auch die gekonnt gesetzten Schnitte erwähnt werden, die dem ganzen Film einen recht ungewöhnlichen Touch geben. Denn sie kommen immer dann, wenn man es gar nicht erwartet und geben dem Ganzen eine ganz eigene Wirkung.
Trotz allem schafft es der Film leider nicht, seine ganzen 87 Minuten vollauf zu überzeugen. Das liegt zum einen an einigen Längen, die sich vor allem in der Mitte des Streifens arg häufen. Zum anderen sind es aber auch die Darsteller, die so spielen, als seien sie gerade von der Schauspielschule zwecks ungenügend entlassen worden. Hauptdarsteller Fritz Karl ist zwar ganz o.k., aber der Rest scheint maximal das Talent für eine Seifenoper zu haben. Schade!

Das Dortmunder Label e-m-s schafft es, den Film in einer ansprechenden Form auf DVD zu bannen. Das Bild wurde anamorph abgetastet und bietet eine saubere und natürlich wirkende Farbpalette. Stellenweise dominiert ein Blaustich das Geschehen und das Bild wirkt recht kalt, was ein Stilmittel des Regisseurs sein dürfte. Der Kontrast fällt sehr kräftig aus und kann durchweg überzeugen. Aber stellenweise wirkt er durch den Einsatz der kühlen Farben etwas unausgewogen, passt in diesen Momenten aber zum Film. Die Schärfe gibt sich recht wechselhaft. In den Nahaufnahmen ist das Bild recht detailliert und scharf, was leider nicht immer der Fall ist, da dem Film durch seine Körnigkeit deutlich an Schärfe genommen wird. Auch bei Bewegungen lassen sich Schwächen in diesem Bereich erkennen und die Kantenschärfe erzeugt an einigen stellen Doppelkonturen. Die Kompressionen arbeiten recht unauffällig, offenbaren aber leichtes Blockrauschen im Hintergrund. Defekte und Verschmutzungen fallen kaum auf.
Der deutsche Ton liegt uns in Dolby Surround vor und ist recht unspektakulär. Die Dialoge erklingen sehr dumpf und drückend, sind aber gut zu verstehen. Wir haben es hier anscheinend mit einem Upmix zu tun, da aus den Rearspeakern ebenfalls die Dialoge kommen. Räumlich wirkt das Ganze nicht und es dominiert der Frontbereich. Für diese Produktion geht der Ton aber vollkommen in Ordnung.
Das Zusatzmaterial ist überschaubar, und besteht lediglich aus zwei Biografien und dem Titelsong in 3 Versionen zum Anhören. Witzig sind hier jedoch die im DVD-Inlay befindlichen Geflügelrezepte zum Nachkochen. Interessant wäre hier mit Sicherheit noch ein aktuelles Interview oder gar ein Audiokommentar des Regisseurs gewesen.

"El Chicko" ist eine gelungene, witzige und teilweise auch extrem spannende Krimikomödie aus Österreich, die mit einigen Horror- und Romantik-Versatzstücken extrem gut umzugehen weiß und durch seine nette Story und den außergewöhnlichen Schnitt wirklich unterhalten kann. Nur einige Längen im mittleren Teil der Geschichte und die grausigen Darsteller (außer Karl) trüben über den sehr positiven Gesamteindruck. Die DVD bietet eine ordentliche Bildqualität und ein soliden, aber zu dumpfen Stereoton. Die Extras sind überschaubar und das Cover-Design der DVD einfach genial und fast schon allein deshalb eine Pflichtanschaffung.


Film++++--
Bild+++---
Ton++----
Bonus+-----


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