USA 2005
Originaltitel:South Park
Länge:ca. 301 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Trey Parker, Eric Stough
Buch:Trey Parker, Matt Stone, Brian Graden, David R. Goodman, Andrew Borakove, Philip Stark, Dan Sterling, Dave Polsky, Tim Talbott
Musik:Adam Berry
Darsteller:(Stimmen) Trey Parker, Matt Stone, Isaac Hayes, Jennifer Howell, Mary Kay Bergman, Jesse Howell
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Stereo
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Niederländisch,
Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:DigiPack
DVD-Start:15.01.2009 (Kauf)
Specials:
- Kurze Audiokommentare der Macher zu jeder Episode
What seems to be the officer, problem?
Viel muss ich hoffentlich nicht mehr schreiben zu
"South Park", der Serie, die vor einigen Wochen ihre zwölfte Staffel hinter sich gebracht hat. Erschaffen von
Matt Stone und
Trey Parker, eine herrliche Basis für Promi- und Filmgebashe, hinreißende Hommagen und unglaublicher Sozialkritik, die sonst nicht überall in den USA Einzug in die Medien findet.
"South Park" eben. Vor vier Jahren lief die neunte Staffel, die wie immer mit 14 Episoden versehen wurde. Während wir bereits zu den gelungenen Staffel Acht und Zwölf schrieben, dass das Tolle an dem Format war, dass es konstant gut ist, musste wir uns in gewisser Weise bei der neunten Staffel eines Besseren belehren lassen.
Zwei Folgen hatten wir noch in guter Erinnerung, aber erst beim neuerlichen Sehen ? es dürfte sich hierbei um die dritte Sichtung handeln ? fiel uns auf, wie schwach doch manche Folgen dieses Mal sind. Speziell
"Wing" und
"Erection Day" stechen hier heraus, wobei
"Ginger Kids" auch nur grad so noch die Kurve bekommen hat. In
"Wing" wird zum einen
Sylvester Stallone verarscht, zum anderen sich über (Musik-)Castingsshows lustig gemacht. In
"Erection Day" hingegen geht es um ungewollte Erektionen während der Pubertät und in
"Ginger Kids" lassen
Stone und
Parker mal wieder Cartman einen Genozid anstreben. Was allen drei Folgen fehlt, ist der Pepp und vor allem etwas Kritik an dem Thema, dessen sie sich annehmen. Viel zu harmlos verkommen diese drei Folgen, aber auch einige andere.
Episoden wie
"Free Willzyx" oder
"Bloody Mary" sind recht spannungsarm und müßig inszeniert, bieten dafür allerdings teilweise geniale Momente (
"Save the wales, mothafucka!"). Aber auch hier schöpft man nicht das volle Potential aus den Themen Walrettung und Heilungsglauben. Selbst in einer Episode wie
"Follow the Egg", in der es um das viel diskutierte Thema der gleichgeschlechtlichen Ehen geht, gelingt es nicht die Story über den Durchschnitt zu heben. Das versackt alles viel zu sehr, gerade da auch die Hintergrundstory mit den Eiern etwas lahm ist. Dagegen weiß
"Die Hippie, Die" immerhin durch amüsante Verarschungen von
"Ghostbusters" und
"The Core" zu gefallen.
Richtig aus dem Vollen schöpfen
Parker und
Stone dann in drei anderen Folgen. Den Beginn macht
"Mr. Garrison's Fancy New Vagina", eine Episode, die sich ausgiebig mit dem Sinn von Schönheitsoperationen beschäftigt und sich hierbei über Trinidad, Colorado (
"the Sex Change Capital of the World") lustig macht. In
"The Day Before the Day After Tomorrow" ziehen die beiden Komiker genüsslich die aufkommende Angst vor der globalen Erwärmung und insbesondere auch
Roland Emmerichs
Film in den Dreck. Ähnlich wie bereits in
"All About the Mormons?" (Staffel 7) beschäftigt sich
"South Park" eingängiger mit einer der neuen Religionen/Sekten.
"Trapped in the Closet" stellt Scientology an den Pranger, speziell deren Glauben, dass der außerirdische Tyrann Xenu für das Leid der Menschen verantwortlich ist. Zudem dient die Folge dazu sich mit viel Wortwitz über
Tom Cruise und das Gerücht, er sei homosexuell, lustig zu machen.
Hier wird die Sozialkritik der Serie augenscheinlich, birgt allerdings dennoch keine wirklichen Brüller. Es sind daher zwei andere Folgen, sehr viel unscheinbarer, welche die Höhepunkte der neunten Staffel ausmachen. In
"Best Friends Forever", die zu Recht einen Emmy gewonnen hat, wird Kenny auf Anordnung des Himmels getötet, um die Armee Satans als "Keanu Reeves" zu vernichten. Subversiv findet hier auch das Thema der Lebenserhaltung Einzug ins Geschehen. Fast noch gelungener ist aber
"Marjorine", in welcher die Jungs Butters' Tod vortäuschen, um an eine Geheimwaffe der Mädchen zu kommen. Diese spielen "Himmel oder Hölle", was die Jungs nicht verstehen und daher Butters als Mädchen tarnen. Allein das Ende der Folge ist Gold wert und der Höhepunkt der Staffel.
Nun ist auch die neunte Staffel der Kultserie nicht wirklich schlecht, selbst wenn die vorangegangenen Zeilen diesen Eindruck erweckt haben mögen. Die Serie bricht nicht ein, keineswegs. Aber sie verliert etwas an Konstanz, wirkt nicht spritzig und frisch genug. Dies mag eventuell an dem Jahr 2005 gelegen haben, sollten sich in den USA nicht genug Ereignisse gefunden haben, die einer Persiflage wert waren. Nichtsdestotrotz ziehen die schwächeren Folgen den Gesamteindruck etwas herunter. Aber wie man durch Staffel Zwölf bereits weiß, ist/war dies kein Zustand für immer, sondern eine Momenterscheinung der Serie. Die folgenden zwei Staffeln dürften sicherlich wieder an Qualität dazu gewonnen haben.
"Wenn wir die Bühne erreichen, können wir mit dieser Slayer-CD ihre Musikanlage infiltrieren.
Die Hippies ertragen kein Death Metal ... - Cartman
Im Vergleich zu den vorherigen Staffeln hat sich in puncto Bildqualität nicht viel getan. Der Vollbildtransfer der anarchischen Trickserie arbeitet fehlerfrei und zeigt keinerlei Kompressionsartefakte oder Blockbildung. Selbst auf großen Projektionsdiagonalen bleibt das Bild äußerst scharf und lässt keinerlei Unruhen erkennen. Der Kontrast wurde perfekt ausbalanciert und die Farbgebung ist ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Ein rundum gelungener Transfer. Auch beim Ton ist alles beim alten geblieben. Die Stereofront ist sauber und stets gut verständlich, ohne irgendwelche Störungen oder Verzerrungen. Die Stimmen klingen sehr natürlich und die Geräuschkulisse erfreut sich ebenfalls einer kräftigen Wiedergabe, was in Verbindung mit der fehlerfreien Musikdarbietung für ein homogenes und angenehmes Klangbild sorgt. Der englische Mix steht der deutschen Tonspur in nichts nach. Die deutschen Untertitel orientieren sich am englischen Dialogbuch und unterscheiden sich teilweise drastisch von der deutschen Synchronisation.
Als Bonus gibt es wie immer kurze
Audiokommentare von
Tray und
Matt zu jeder Episode, zu denen sich deutsche Untertitel hinzuschalten lassen. Die beiden albern zum Glück nicht nur rum, sondern geben wirklich nützliche Informationen rund um die Episoden preis. So erfahren wir mehr über die Umsetzung, Zeichnung und die Geschichten. Zudem hört man unterschwellig heraus, dass sich die beiden in einem kreativen Loch befanden und ihnen einfach keine Ideen einfallen wollten. Zum Glück ist ihnen immer wieder etwas eingefallen, auch wenn es bei Weitem nicht spritzig ist wie in den Staffeln zuvor und somit unseren Eindruck am Anfang des Reviews bestätigt.
Die Box erscheint erneut als DigiPack in einem hübschen Schuber mit Prägung.
"South Park"-Fans dürfen gern zugreifen und sich auf die in Kürze erscheinende zehnte Staffel auf DVD freuen.