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FR 1987
Originaltitel:Solitaire, Le
Länge:91:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jacques Deray
Buch:Alphonse Boudard, Jacques Deray, Simon Michaël, Daniel Saint-Hamont (als Saint-Hamont)
Kamera:Jean-François Robin
Musik:Danny Shogger
Darsteller:Jean-Paul Belmondo, Jean-Pierre Malo, Michel Beaune, Pierre Vernier, François Dunoyer, Franck Ayas, Laurent Gendron, Jean-Claude de Goros, Guy Pannequin, Patricia Malvoisin, André Landais, Alan Coriolan, Valérie Steffen, Carlos Sotto Mayor, Bernard Freyd
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.66:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Französisch
Untertitel:Deutsch (fest)
Specials:
  • Original-Trailer (deutsch)
  • Bildergalerie
Die beiden Bullen Jalard und Simon wollen eigentlich nichts anderes als der Polizeiarbeit den Rücken zu kehren und sich in die Karibik absetzen. Doch als Simon bei einer nächtlichen Streife von dem schiesswütigen Schneider kaltblütig abgeknallt wird, zerplatzt der Traum wie eine Seifenblase. Jalard schwört Rache... Fast 2 Jahre vergehen, bevor Jalard wieder auf Schneider trifft. Der Polizist hat inzwischen Christian, den Sohn seines ermordeten Kollegen, adoptiert und eine Familie gegründet. Doch der alte Hass flammt wieder auf und Jalard kennt bei der Jagd nach Schneider nur noch ein Gesetz - das des Stärkeren. Als es ihm endlich gelingt, Schneiders Partner festzunehmen, kidnapped der brutale Gangster Jalards Adoptivsohn Christian. Nun kennt Jalard kein Erbarmen mehr. Um Schneider endgültig zu erledigen ist ihm jedes Mittel recht. Auch wenn er dabei über Leichen gehen muss ...
Die Belmondo-Filme der Achtziger folgten fast ausschließlich dem selben Schema, so dass die Kritiker ihm vorwarfen, nur noch eindimensionale, oberflächliche Actionrollen spielen zu können. Das bewog ihn schließlich zum Umdenken und er versuchte mit "Le Solitaire" alle eines Besseren zu belehren. Letztlich ist der Film aber nur ein zahmer Aufguss von "Der Außenseiter", den Belmondo 4 Jahre vorher, ebenfalls zusammen mit Regisseur Jacques Deray, drehte. Die Quittung gab es an der Kinokasse. Der Film floppte in Frankreich böse, worauf der deutsche Verleih versuchte, in dem er den Film völlig sinnlos "Der Profi 2" betitelte, Schadensbegrenzung zu betreiben. Eine Assoziation zu Belmondos Glanzzeiten ist aber nur vom Titel her gegeben. Fast schon zwanghaft versucht der Film ohne Actioneinlagen auszukommen und präsentiert sich demzufolge als Krimi mit Dramaelementen. Cop Stan Jalard will zusammen mit seinem Kollegen aussteigen und ein Hotel betreiben. Als dieser bei ihrem letzten Fall kaltblütig getötet wird, zerreißt Jalard sein Rücktrittsgesuch, um den Mörder zu schnappen. Wieder muss Belmondo einen durchgeknallten, eiskalten Psychopathen zur Strecke bringen. Auch wenn an Action, bis auf ein paar kurze, zahme Keilereien nichts geboten wird, ist er in seinem Element, klopft Sprüche (wenn auch weniger als gewohnt) und bekommt jede Frau ins Bett. Untypisch ist nur, dass er nebenher noch den Sohn seines toten Kollegen großziehen muss. Neben etlichen Bekannten früherer Filme (Vernier, Beaune, etc) ist auch seine damalige Lebensgefährtin Carlos Sottoma Yor (u. a. "Der Außenseiter") kurz zu sehen. Das hilft nur leider kaum um die ganzen Mängel dieses mutlosen und unentschlossenen Versuchs einen anderen Belmondo-Film zu drehen, vergessen zu machen. Nie kann sich der Film entscheiden, ob er nun ein ernsthafter Krimi, ein Drama oder doch ein salopper Actionthriller sein will. Die Shootouts sind blutig und am Ende ist es doch wieder der von seinen Rachgelüsten getriebene Bebel, der für Recht und Ordnung sorgt - wenn auch diesmal nicht ganz so konsequent wie gewohnt. Um Spannung zu erzeugen fehlt dem Film ein Plotkonstrukt das Fragen aufwirft und Ermittlungen nötig hat. Auf gewohnt unorthodoxe Weise quetscht Jalard einfach die Spitzel und umgedrehten Kriminellen aus, um den Killer zu gelangen.
Wer nun unbedingt Belmondo ein letztes Mal in der Rolle des wortgewandten, harten, Prinzipien treuen Cops sehen will, der kann sich "Der Profi 2" kompletthalber zu Gemüte führen. Aber Warnung vorweg, selbst ich konnte, obwohl ich den Mann schätze, dem Streifen nicht viel abgewinnen. Seine Zeit war einfach reif ...

Zeit war es auch, "Der Profi 2" endlich neu prüfen zu lassen und ungeschnitten ab 16 freizugeben. Die dritte DVD aus der Anolis Belmondo-Edition wartet im Gegensatz zu "Der Profi" mit einer deutlich besseren Bildqualität auf. Die Schärfe kann diesmal durchweg als gut bezeichnet werden und selbst der starke Kontrast mit seinem satten Schwarzwert weiß bis auf wenige Ausnahmen zu überzeugen. Diese Ausnahmen findet man in dunklen Szenen, in denen der Kontrast nicht selten Details einfach verschluckt. Ansonsten gibt sich das Bild sehr detailfreudig und auch die Kantenschärfe macht ein guten Eindruck. Die Farbgebung wirkt natürlich und Bildrauschen ist bis auf wenige Stellen kaum zu sehen. Dafür haben die Kompressionen mit leichtem Blockrauschen im Hintergrund zu kämpfen und in einigen wenigen Szenen fällt eine leichte Bewegungsunschärfe auf. Ansonsten bekommen wir aber einen guten anamorphen Transfer geboten, ohne nennenswerte Defekte und Verschmutzungen.
Der deutsche und französische Ton wurden in Mono aufgespielt und auf die beiden Frontlautsprecher gelegt. Die Sprachverständlichkeit ist bei beiden wirklich hervorragend und fällt zu keinem Zeitpunkt negativ auf. Weder Verzerrungen noch störendes Rauschen erklingt aus den Frontkanälen. Für einen Monoton wirklich gelungen. Leider sind aus Lizenz technischen Gründen die deutschen Untertitel bei der Originalspur fest eingebrannt und lassen sich nicht ausblenden. Nun ja, man wir beim Französischen Originalton kaum auf deutsche Untertitel verzichten. Viel ärgerlicher ist es, dass man einmal wieder nicht zwischen den Tonspuren hin- und herwechseln kann, sondern man muss immer wieder im Hauptmenü zwischen den Sprachen wechseln. Dies ist absolut untypisch für Anolis, sollte aber auch nicht überberwertet werden. Als Bonus gibt es lediglich eine kleine "Bildergalerie", sowie den Original deutschen "Kino-Trailer" zum Film. Nicht gerade viel, aber dafür gibt es noch ein kleines interessantes Booklet mit einigen Hintergrundinfos zum Film.

Unterdurchschnittlicher Versuch Jean-Paul Belmondos, seine Kritiker Lügen zu strafen. "Der Profi 2" ist ein misslungener, inkonsequenter und mutloser Versuch einen möglichst authentischen Krimi zu schaffen und damit zu zeigen, dass Belmondo auch noch in ernsthaften Filmen glänzen kann. Da die Sprüche aber nicht ausbleiben, hin und wieder auch die Fäuste regieren und die wenige Action dann ganz einfach unspektakulär war, stellte sich der Film zurecht als Flop heraus.
Dafür gehört die DVD technisch zu den besten der noch jungen "Belmondo - Edition" und darf Fans des Franzosen bedenkenlos ans Herz gelegt werden.


Film++----
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+-----


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NewsZwei neue Belmondos ab September bei Anolis
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