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USA 2005
Originaltitel:Slaughterhouse Of The Rising Sun
Länge:78:06 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Vin Crease
Buch:Vin Crease, Jonathan A. Stein
Kamera:Stuart T. Lillas
Musik:Eric Stephens
SFX:Danielle Garland, Andrea Levine
Darsteller:Cheryl Dent, Vin Crease, Michele Morrow, Heather Justine Thomas, Ryan Rogoff, J. Scott Shonka, Michael Schuster, Thomas Wheatley, Todd Duffey, Chris Garnant, Karl Anderson, Chelsey Cole
Vertrieb:Atomik-Films
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 Surround (En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:20.02.2007 (Verleih) / 19.04.2007 (Kauf)
Specials:
  • Trailer dt. (1:41 Min.)
  • Trailer engl. (1:41 Min.)
  • Deleted Scenes (6:31 Min.)
  • Making Of "Losing The Light" (14:45 Min.)
  • Making Of "Aftermath" (9:30 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Zombie King And The Legend Of Doom (1:58 Min.)
    • Subhuman (1:48 Min.)
    • Corpses (1:37 Min.)
    • Dr. Chopper (1:48 Min.)
    • Scarecrow Gone Wild (1:53 Min.)
    • Skinned Deep (1:59 Min.)
    • Red Riding Hood (0:59 Min.)
Pornodarstellerin Jennifer wird aus einer Nervenklinik entlassen und unternimmt eine Reise in die kalifornische Wüste. Dort trifft sie eine Gruppe nomadischer Slacker, die ihre Zeit vorwiegend mit Drogen und Gewalt ausfüllt. Das gemeinsame Ziel ist das "Slaughterhouse of the Rising Sun", der einstige Schauplatz eines brutalen Massakers. Nach der Ankunft scheinen die Alpträume Jennifers Wirklichkeit zu werden. Der faulige Geruch verwesender Leichen hängt immer noch in der Luft, nacheinander werden die Mitglieder der Gruppe grausam ermordet ...
Angelehnt an das Musikstück "House Of The Rising Sun" (welches in den Endcredits als Cover-Version noch abgespielt wird) scheint "Slaughterhouse Of The Rising Sun" dem Titel nach wohl komödiantischen Einschlag zu haben, wobei aber eher 70er Jahre-Terror-Flicks wie Interner Link"Texas Chainsaw Massacre" oder Interner Link"Last House On The Left" vage gestreift werden. Seine komödiantischen Elemente zieht der Film mehr aus bekannten Handlungen und Personen, die hier teilweise noch ein wenig bizarrer dargestellt werden als in den bekannten Streifen dieser Zeit. Dass dies sehr auf Kosten der Atmosphäre und Spannung geht, wurde leider nicht bedacht. So schleppt sich der Film bis zum letzten Drittel sehr, kann aber dann von der psychischen Intensität für manchen Hänger entschuldigen. So heftig wie bei den alten Klassikern geht es doch leider nicht zu; Freunde von durchgeknallten Backwood-Familien werden in diesem sehr verqueren Genremix kaum auf ihre Kosten kommen.


So ganz leicht ist die Story auch nicht zu verstehen: Es geht um eine junge Frau namens Jennifer, die während einer ihrer Drehs (sie ist "Schauspielerin") Visionen bekommt, ihren Partner heftigst attackiert und in die Anstalt kommt, wo sie auch weiterhin von Visionen geplagt wird. Auf Geheiß des Doktors soll sie wieder rauskommen, ihre Eltern besuchen. Doch ihr Weg führt vorbei am Haus, denn sie schafft es nicht dort Halt zu machen. Ihre Wege ziehend hat sie mitten in der Wüste eine Panne, wird von Rednecks attackiert, die dann von einer seltsamen Sekte niedergeknüppelt werden. Die Hinterwäldler nehmen Jennifer auf. Irgendwie zieht es dann alle zu einem verwunschenen Haus, in dem die Geister ermordeter Nutten angeblich spuken sollen ...


Anfangs noch im altbackenen "TCM"-Style in der kalifornischen Wüste, ist das Ende weitaus phantastischer, mit Geistererscheinungen, vermoderten Fluren und so weiter. Passt alles nicht wirklich zusammen, denn erst gähnende Leere - abgesehen von einigen netten psychedelischen Einlagen und Traumsequenzen - dann teils spannend und mysteriös; aber immer hat man ein Fragezeichen im Kopf. Filmtechnisch sieht der Film aus wie in den frühen 70ern gedreht, hier hat man sich also wirklich Mühe gegeben. Das Setting enthält typisch einen alten VW-Bus(!) und eine Gras rauchende Hippie-Kommune, deren Kostüme ganz nett sind und die somit vom typischen Teenie-Slasher ablenken können. Eingebettet ist dies in wirklich hervorragende Bilder. So sind z.B. die verwaschenen Aufnahmen der Wüste stimmig, wenn auch dort nicht sonderlich viel passiert. Zwar sind alle Darsteller recht ordentlich, aber das Wie und Warum kommt nie zum Tragen - sind es nun Psychopathen oder ist gar Jennifer, die eh gerade aus der Klapse kommt, verrückt? Das wird auch zum Ende hin nicht sonderlich klar, irgendwie fehlt dem Film etwas Story. Nun kann man das als negativen Punkt sehen, dass beispielsweise keine gewitzte Auflösung wie in Interner Link"Haute Tension" geboten wird, aber auch als positiven, denn so wird "Slaughterhouse Of The Rising Sun" für Beschäftigung im Kopf sorgen. Härtetechnisch gibt sich der Film nicht viel. Härte? Es gibt ein paar Morde zu sehen, die sich im Dunkeln und meist im Off abspielen, die aber auch kaum als "hart" bezeichnet werden können. Erst das Finale im verfluchten Haus versucht ein wenig davon rauszureißen.


Ich denke, solche Backwood-Filme kann man gar nicht oder nur schwerlich persiflieren, zumindest habe ich hier außer manchen überzeichneten Personen wenig Bezüge zu den Terror-Streifen gefunden; meist werden diese nur leicht angekratzt. Weder Fisch noch Fleisch: wenig Komödie, aber noch weniger Terror. Der Film hätte um einiges besser werden können, da die Darsteller ganz tauglich sind und auch der Regisseur einiges auf dem Kasten zu haben scheint. Möglicherweise liegt es einfach am Filmtitel, der etwas heftigere Gewalt, ob nun physischer oder psychischer Natur, vermuten lässt, beides aber innerhalb seiner psychedelischen Handlung nicht ausspielen kann. Überaus gelungene, weil befremdliche, fast unheimliche Szenen wie die des Entertainers im Traum oder die Seance sind zwar mehr als nur einen Blick wert, aber lassen die Startschwierigkeiten nicht vergessen. "Back to the roots", also zurück zu den Wurzeln des Terror-Kinos führte uns im selben Jahr Rob Zombie mit seinem Interner Link"Devil's Rejects", der um einiges besser war als "Slaughterhouse Of The Rising Sun", letztlich aber auch in einer anderen, wesentlich höher budgetierten Liga spielt. Schade, von dieser Vorspeise wird man leider nicht sonderlich gesättigt.


Anfangs hat man dem Bild ein paar künstliche Störungen hinzugefügt, um das Material älter aussehen zu lassen. Etwas inkonsequent geschieht das, denn davon bekommt man später nicht mehr viel zu sehen. Trotzdem wird das Vorhaben, "Slaughterhouse Of The Rising Sun" wie einen 70er-Jahre-Grindhouse-Flick aussehen zu lassen, erreicht, nur eben auf andere Art und Weise. Die kargen, erdigen bzw. gelblichen Farben mit einigen hervorgehobenen Elementen passen ganz wunderbar ins Genre-Bild. Auch das insgesamt etwas abgedunkelte Bild trägt dazu bei, auch wenn das alles sicherlich nicht für die Bildqualität spricht. Die wird durch die fehlende Schärfe bereits heruntergezogen, denn abgesehen von den Traumsequenzen sind Defizite im Detail und an den Konturen zu sehen, die typisch für einen Low Budget-Film sind. Das feine Rauschen wird übrigens nicht sonderlich gut von der Kompression aufgenommen, die fast ständig für Blockrauschen auf Hintergründen sorgt.

Der englische Surround-Track ist besonders in den Stimmen gedämpft, weswegen der gesamte Track ziemlich leblos und unwürdig für einen Film dieses Jahrtausends klingt. Rauschen tritt dort kaum auf, andererseits klingt vieles nach Live-Ton und die oberen und unteren Frequenzen äußern sich kaum. Die Surround-Signale werden eher dezent umgesetzt, was beim deutschen 5.1-Mix aber auch nicht anders ist. Hin und wieder lassen sich sicherlich einige nette Effekte im Deutschen ausmachen, über lange Strecken ist der Klang aber sehr frontlastig. Hinzu kommt beim deutschen Ton, der einen sauberen, helleren Eindruck macht als das Original, dass die Dialoge etwas untergehen bzw. einfach zu leise abgemischt sind. Das alles sorgt dafür, dass es doch nur 3 Punkte sind, was für einen kleinen Film wie diesen aber sicherlich nichts Schlechtes ist. Zusätzlich gibt es deutsche Untertitel.


Neben Trailern bietet die DVD knapp 7 Minuten an Deleted Scenes, die eingebettet sind von einer Jam-Session am Lagerfeuer. Die Szenen beleuchten meist die Hintergründe der Charaktere etwas näher, sind aber nicht unbedingt nötig für den Film. Etwas seltsam, aber durchaus lustig anzusehen sind die Making Ofs, die ausschließlich aus Interviews mit den damals Beteiligten bestehen. Der Mythos um den Film, dass jener in den 70ern unter höchst seltsamen Bedingungen entstand, danach als verschollen galt und erst jetzt wieder aufgetaucht ist, wird hier weitergesponnen mit weiteren Geschichten, die kein gutes Licht auf den Regisseur und Hauptdarsteller werfen. Natürlich ist das nicht ganz ernst gemeint und auch nicht immer gut gespielt ...


Film+++---
Bild+++---
Ton+++---
Bonus++----


Druckbare Version
News"Slaughterhouse of the Rising Sun" von Atomik-Films
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