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D, USA 2003
Originaltitel:Monster
Länge:104:22 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Patty Jenkins
Buch:Patty Jenkins
Kamera:Steven Bernstein
Musik:BT
SFX:Phillip Beck
Darsteller:Charlize Theron, Christina Ricci, Bruce Dern, Scott Wilson, Lee Tergesen, Pruitt Taylor Vince, Annie Corley, Marco St. John, Bubba Baker, Marc Macaulay, Brett Rice, Robb Chamberlain, Chandra Leigh, Catherine Mangan, Christian Stokes, Ed Donovan
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
DVD 1:
  • Originaltrailer (deutsch) (2:16 Min.)
  • Making of (14:40 Min.)
  • Trailershow:
    • Oldboy (2:26 Min.)
    • Inugami (0:39 Min.)
    • Impulse (1:23 Min.)
    • Urban Killer (0:44 Min.)
    • Wenn die Glocke 13 Schlägt (1:03 Min.)
    • The Lost Battalion (3:06 Min.)
DVD 2:
  • Interviews:
    • Patty Jenkins (25:21 Min.)
    • Mark Damon (27:02 Min.)
    • Charlize Theron (3:33 Min.)
  • "Monster" Pressekonferenz (Berlinale 2004) (54:39 Min.)
  • Entstehung des Soundtracks (15:03 Min.)
  • Originaltrailer (englisch) (2:16 Min.)
  • Internationaler Trailer (englisch) (2:15 Min)
  • Bildergalerie
    • Szenenbilder (33 Bilder)
    • Behind the Scenes (18 Bilder)
    • Berlinale 2004 (20 Bilder)
  • Biografien und Filmografien:
    • Patty Jenkins
    • Mark Damon
    • Charlize Theron
    • Christiana Ricci
    • Bruce Dern
  • Pressestimmen
DVD 3:
  • Dokumentation: Aileen Wuornos - The Selling of a Serial Killer (83:15 Min.)
  • Dokumentation: Aileen - Life and Death of a Serial Killer (89:44 Min.)
  • Bio-/Filmografie: Nick Broomfield
Aileen (Charlize Theron) ist am Ende ihrer Kräfte ... den Finger am Abzug. Doch plötzlich landet die Prostituierte in einer Bar und direkt in den Armen einer jungen Frau - Selby Wall (Christina Ricci). Eine heftige Liaison entbrennt zwischen den beiden ungleichen Frauen. Für Aileen ist Selby der Einstieg in ein neues Leben, aber noch fehlt das nötige Geld, um durchzubrennen und der Stadt endgültig den Rücken zu kehren ... nur noch ein paar Freier, dann ist Schluss. Doch einer von ihnen fällt so brutal über Aileen her, dass sie ihn in Notwehr erschießt. Es sollte nicht der letzte sein ...
Es ist nicht die Serienkillerin Aileen Wournos, von dem der Titel des Films kündet, "Monster" bezieht sich inhaltlich gesehen auf ein großes Riesenrad, eine Herausforderung, der sich Aileen als Kind stellte, obwohl sie sich damit nichts Gutes tat. Und das ist auch das Sinnbild des ganzen Films, ein Film, der viele Monster enthält, aber keinem definitiv die Schuld zuschiebt.
Patty Jenkins Film maßt sich in keiner Szene an, zu versuchen, die einzig wahre Geschichte einer mehrfachen Mörderin filmisch nachzuerzählen, denn dafür sind Dokumentationen besser geeignet. Stattdessen orientiert sie sich sehr stark an der echten Aileen Wournos, benutzt die tatsächlichen Fälle, nimmt sich aber auch erzählerische Freiheiten, so z.B. im Fall der fatalen semi-lesbischen Liebesbeziehung von Aileen zu Selby, die in Wirklichkeit einen anderen Namen hatte und auch ein anderer Typ von Mensch war.
Das ist aber insofern nicht so schlimm, da es eh nicht darum geht, ultimativ zu erklären, was einen Menschen zu einem Mörder gemacht hat, sondern in Szene gesetzt wird, was diesen Menschen dazu bewegt hat. "Monster" präsentiert dabei eine fatale Abwärtsspirale von Ereignissen, Zufällen, Glück und Unglück, Beziehungen, Wünschen und Abhängigkeiten, die sämtliche Ereignisse nacheinander fast folgerichtig in ihrer kranken Ausweglosigkeit bewirken.
Halb eine unrealistische Träumerin, doch sehr entschieden wenn es um die Umsetzung von Sehnsüchten geht, zeigen einige Rückblenden Aileen Wournos schon im Teenageralter als leicht zu haben bis promiskuitiv in dem Verlangen nach Nähe und Zuneigung, auf der Suche nach einem Traumprinz. Fehlender Rückhalt und mangelnde Intelligenz treiben sie bald auf den Weg einer Highway-Prostituierten, die allerdings ihre Situation neben Nikotin- und Trunksucht durchaus einzuschätzen weiß, wenn es bei der momentanen bleibt.
Das Schicksalsrädchen im Getriebe wird schließlich die junge Selby, von Christina Ricci unangenehm vielschichtig gespielt, schüchtern und zurückhaltend, Stärke nacheifernd, aber im Nachhinein doch das mittelstandsgewohnte und an Lebenslust orientierte Kind, das verantwortungslos sein Leben genießen will und Schwierigkeiten letztendlich ausblendet. Aileen Wournos selbst wird gar nicht als lesbisch vorgeführt, aber die Suche nach wahrer Intimität und körperlicher Nähe ist übermächtig und so verfällt sie der mädchenhaften Selby, die zu ihr aufschaut. In diese Phase fällt auch der erste Mord, der als Notwehr interpretiert werden kann, da ihr selbst der Tod durch einen brutalen Freier drohte. Daraus, und aus der Mutter-Ehemann-Rolle, die sie in der Beziehung einnehmen will, resultiert der Wunsch, bürgerlich zu werden.

Wie sehr sich Aileen Wournos jedoch schon von allen Realitäten zugunsten ihrer Träume entfernt hat, beweist eine hinreißend komische und gleichzeitig todtraurige Szene, in der sie auf dem Bett liegend ihre Berufspläne äußert und von sich gibt, Tierärztin werden zu wollen. Ihre Bemühungen und Verzweiflung, Selby zu halten, die mal zärtlich, mal quengelnd ihren Pfaden folgt, resultieren aber nur in Ungeduld, weswegen sie in der "ordentlichen" Welt natürlich aneckt und Hohn und Spott aufgrund ihrer fatalen Selbsteinschätzung erntet. Von da an zieht sich die Schlinge immer enger, immer gehetzter wird der Versuch, alles für Selby zu sein, was diese sich wünscht, obwohl sie sich bereits entfremden, als Selby sich zusätzliche andere Freunde oder Spielgefährten sucht. Die Ausweglosigkeit und Geldknappheit lässt den alten Plan wieder aufkommen, Freier zu ermorden und ihren Wagen zu benutzen samt Geldes und Inhalt. Dass sie damit Unrecht tut, blendet Aileen Wournos zunehmend verzweifelt und gehetzt aus und obwohl Selby durchaus von einem Opfer weiß und von mehreren ahnt (ahnen muss), verweigert auch sie sich der Realität und schiebt die Sorge und Verantwortung für sich Aileen zu. Die Blindheit für alles Äußere ist schließlich so groß, dass sie ihr letztes Opfer hinrichtet, obwohl es gerade dieser Mann ist, der ihr das bieten will, was sie vor Selby ständig vermisst hat, eine Chance.


"Monster" idealisiert nichts. Scheint der erste Mord noch Notwehr gewesen zu sein, geht Aileen Wournos später mit der festen Absicht zu Morden an die Sache, teilweise getrieben von Freierhass, teilweise von dem Wunsch nach Anerkennung und Zärtlichkeit. Patty Jenkins gelingt es damit, Mitgefühl zu provozieren, ohne jedoch außer acht zu lassen, wie falsch und fatal Aileens Taten gewesen sind, sondern beschränkt sich auf eine Schilderung dieser mörderischen Kettenreaktion. Charlize Theron stellt diese Frau mit aller Kraft nach, die eine Schauspielerin auszustrahlen vermag, so dass jede Auszeichnung weiß Gott weiter geht, als bis zum Anfressen von Gewicht und Gesichtsprothesen. Ihre Aileen ist so intensiv angegriffen und physisch zerfallen dargestellt, dass es schon unangenehm realistisch wirkt, während Ricci dagegen manchmal schauspielerglatt wirkt. Therons Darstellung geht in die Tiefe, gestützt von einem spröden, aber ungemein geschickten Drehbuch, das einem derbst auf den Magen schlagen kann, weniger wegen der Morde, sondern vielmehr wegen des kranken Tenors, der die Geschichte bestimmt.
Am Ende wartet auf die Mörderin die Todeszelle, beschleunigt durch die Übernahme der gesamten Schuld. Der Film geht weder mit dem Prozess noch mit dem Urteil ins Gericht, sondern bleibt im Fatalismus seiner Protagonistin stets auf den Menschen fokussiert. Das ist hartes, düsteres, grausames Kino. Und es ist so unbequem, dass es wunderbar ist.

Wunderbar ist es auch, dass sich die e-m-s neben einer Single-Disc Version für eine "Deluxe Edition" entschieden hat, die nicht weniger als 3 DVDs in einem schönen Digipack mit Schuber beinhaltet. Bevor wir aber zum sehr umfangreichen Zusatzmaterial kommen, fangen wir bei der Bildqualität an, die sich recht wechselhaft gibt. Zuerst möchten wir euch darauf aufmerksam machen, dass viele der zu beanstandenden Dinge schon im Kino zu sehen waren und ein Stilmittel darstellen, um der düsteren Atmosphäre des Filmes gerecht zu werden.
Die Farben wurden stellenweise stark verfremdet und tendieren ins Bräunliche oder wirken kalt und steril, sind aber stets passend zum Film. Der Kontrast, ebenfalls ein Opfer des Stillmittels, überstrahlt gerade in hellen Szenen deutlich und wirkt insgesamt zu hart. Das größte Manko an dem Bild ist definitiv die Schärfe. Das Bild wirkt deutlich zu weich und zu unscharf und lässt Details vermissen. Auch die Kantenschärfe ist nicht besonders gut ausgefallen und zeigt unschöne Doppelkonturen. Die Kompressionen leisten an sich eine gute Arbeit, hier kränkelt es nur an unnötigen Kompressionsartefakten im Hintergrund. Rauschen hält sich hierbei in Grenzen und auch Verschmutzungen gibt es kaum zu bemängeln und wenn dann nur in Form von leichten Staubkörnern. Letzter Kritikpunkt und neben dem viel zu unscharfen Bild ein Grund, weshalb man kein "Gut" aussprechen kann, sind die störenden Nachzieheffekte, die sich den gesamten Film über mal leichter und mal stärker zu erkennen geben.
Anstelle dem anamorphen Transfer mehr Aufmerksamkeit zu schenken und oben genannte Mängel auszumerzen spendiert man dem Silberling gleich 5 (fünf!!!) separate Tonspuren und ein Audiokommentar befindet sich leider nicht darunter. Zum ersten hätte man auf Dolby Digital 2.0-Spuren verzichten können, da diese nur Downmixe sind. Ja, so etwas gibt es auch. Dieses Phänomen haben wir schon von jeher bei Sunfilm-DVDs bemängelt. Wenn eine DVD auf 5.1 hochgepusht wurde, ist eine Originalstereo oder Monospur ideal, aber bitte nicht bei einem Film, der bereits in Dolby Digital gedreht wurde. Über die DTS-Spuren müssen wir ja auch nicht mehr allzu viel erzählen, so gibt diese sich hier etwas weiträumiger, unterscheidet sich aber ansonsten keinen Deut von der 5.1-Spur. Dass man hier kein Soundgewitter erwarten darf, müssen wir niemanden mehr erklären, denn "Monster" ist ein Drama und passend dazu bekommen wir eine ruhige, aber nicht minder saubere Abmischung geboten, deren Score gut auf die einzelnen Kanäle gelegt wurde und eine ordentliche Räumlichkeit bietet. Die Dialogwiedergabe ist überwiegend sehr gut ausgefallen und auch der Subwoofer wurde ordentlich eingesetzt. Insgesamt bekommen wir es mit einem sehr dynamischen Raumklang geboten, leider werden die Effektlautsprecher nicht immer so genutzt, wie man es sich gerne gewünscht hätte und auch wenn man sie für Umgebungsgeräusche gut nutzt, hätte man mehr rausholen können. Hört man sich einige Musikstücke an, bemerkt man sogar leichte Anzeichen von direktionalen Effekten. Insgesamt merkt man, dass sich die e-m-s bei dem Titel besonders viel Mühe gemacht hat, besonders die deutsche Synchronisation ist hervorragend geworden. Wer lieber die englische Originalspur hören will, kann sich optionale Untertitel hinzuschalten.
Nun kommen wir zum Bonusmaterial, welches sich auf 3 DVDs erstreckt. Auf der Hauptfilm-DVD gibt es direkt zu Beginn eine kurze Begrüßung der Regisseurin Patty Jenkins. Des weiteren gibt es eine obligatorische e-m-s-"Trailershow", sowie der originale deutsche "Kinotrailer". Das "Making of" geht knapp 14 Minuten, wurde komplett deutsch untertitelt, gewährt aber nur einen minimalen Einblick in die Dreharbeiten, besteht mehr aus Interviews und kann seinen Werbecharakter nicht verbergen. Dennoch ein sehenswertes Making of. Dass es aber besser geht, zeigt die erste Bonus-DVD. Den Anfang auf der DVD machen 3 unfangreiche Interviews mit Patty Jenkins, Produzent Mark Damon und Charlize Theron. Die Interviews haben eine Lauflänge von insgesamt über einer Stunde, sind bis auf das nur knapp 3minütige Interview mit Charlize Theron wirklich sehr ausführlich und lassen keine Fragen offen. Weiter geht es mit der knapp 60minütigen "Pressekonferenz" zur Berlinale 2004, welche ebenfalls sehr interessant ist und von dem TV-Sender SAT.1 mit einem Voiceover übersetzt wurde. Das nächste Feature "Die Entstehung des Soundtracks" geht knapp 16 Minuten und lässt erneut Patty Jenkins, sowie Komponist BT ("The Core", "Tomb Raider") zu Wort kommen. Auch dieses im Vergleich zu den anderen Features recht kurzes Special ist absolut sehenswert geworden. Unter "Bildergalerien" finden wir insgesamt 53 Bilder, in drei Kategorien aufgeteilt. Einmal "Szenenbilder", "Behind the Scenes" und "Berlinale 2004". Zum Schluss gibt es noch 5 Bio- und Filmografien, diverse "Pressestimmen" und den "Originaltrailer", sowie den "Internationalen Trailer".
Hier wurde uns mit dem Beisatz "Deluxe Edition" wirklich nicht zuviel versprochen und das Schöne ist, wir sind noch nicht fertig. Weiter geht es mit der zweiten Bonus-DVD, die es ebenfalls in sich hat. War die erste Bonus-Disc komplett auf den Film bezogen, handelt die 2 von der wahren Aileen Wuornos, der man hier 2 Dokumentationen in Spielfilmlänge spendiert hat. Gedreht wurden diese äußerst aufschlussreichen Dokus von Dokumentarfilmer Nick Broomfield und waren bereits zum Kinostart als separate e-m-s-DVD für wenig Geld zu bekommen. Jetzt als Bonus auf dieser DVD runden sie das sowieso schon umfangreiche Zusatzmaterial ab. Hier vergeben wir gerne 6 Punkte. Diesen Umfang sollte mal jemand nach machen.

Mit Mut zur Hässlichkeit beweist Charlize Theron nicht nur ihr schauspielerisches Talent, sondern Regisseurin Patty Jenkins, dass man auch fernab vom Hollywood-Hype erfolgreiches und intensives Kino zugleich machen kann. Dass man dann noch kurzerhand den heißbegehrten Oscar einkassiert, ist bei "Monster" nur ein netter Nebeneffekt. Schon lange war Hollywood nicht mehr so ehrlich und auch wenn man uns hier keine Charakterstudie zeigt, schaffte man es, den wohl ersten Serienkiller-Film zu drehen, in welchem der Zuschauer mit dem Täter Mitleid hat und ihre Taten vielleicht noch nachvollziehen kann, zum anderen aber genug Abstand bewahrt, um Aileen Wournos nicht als Identifikationsfigur dastehen zu lassen.
Die DVD-Deluxe Edition bietet superbes Zusatzmaterial und auch wenn man hier einen Audiokommentar vermisst, bekommt man hier für sein Geld mehr geboten als bei so mancher "Special Edition" eines Major-Labels. Bild und Ton gehen hierbei voll in Ordnung und das schöne Digipack und das dazugehörige Booklet lassen diese e-m-s-DVD zu einer Bereicherung in jeder DVD-Sammlung werden.


Film+++++-
Bild+++---
Ton++++--
Bonus++++++


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Rajko Burchardt am 04.02.2006
Bewertung:

Autorenkino jenseits der Zeigefingermentalität
Trotz einiger inszenatorischer Schwächen gelingt Patty Jenkins mit ihrem Regiedebüt ein durch und durch beeindruckender Film. Charlize Theron liefert hier eine mit dem Oscar prämierte Leistung, die man mit Worten kaum beschreiben kann. Ihre komplex angelegte Figur schafft es in jeder Minute die gestörte, verzweifelte und bemitleidenswerte Aileen Wuornos glaubwürdig darzustellen. Dabei wird nicht - wie von mir zunächst befürchtet - eine romantisierende und glorifizierende Killerstory erzählt, sondern der Versuch eines zumindest in Hinblick auf die Verbrechen unpolemischen Films. Sicherlich mag aufgrund des Hintergrunds auch ein gewisses Mitleid mit Aileen entstehen, doch warum nicht hinter die Fassade einer Frau gucken, die nie eine Chance hatte? Die in den US-Medien stets als meuchelnde Lesbe dargestellt wurde? Und auch wenn Jenkins das teilweise etwas zu plump angehen mag, an der Sache ändert das nichts. Die Schlüsselszenen, zum einen als Aileen ihrer Freundin (zwiespältig dargestellt von Ricci) klarmacht, warum sie mordet und warum sie mit ihrem Leben längst abgeschlossen hat, sowie als sie aus dem Gefängnis telefoniert und merkt, dass das Gespräch abgehört wird, sind ergreifende und großartig geschriebene Momente.
Dieser Film beschäftigt einen noch lange über das Sehen hinaus. Vor allem stellt man sich die Frage, warum eine vermeintlich zivilisierte Gesellschaft im 21. Jahrhundert noch die Todesstrafe als ein politisch-legitimes und von den Menschen akzeptiertes Mittel versteht. Vor allem, da es oftmals nur die armen, völlig verlorenen Menschen wie Aileen Wuurnos sind, die sich nicht mit Anwälten freikaufen können (im Sinne einer angemessenen Verteidigung, auf viele dieser Aspekte gehen die Dokumentationen auf der Deluxe Edition von e-m-s ein). Dass sie jedoch eine Mörderin ist, daran lässt der Film nie einen Zweifel - und stellt auch deutlich dar, dass es bis auf den ersten Fall keine Notwehr war, aus der heraus Aileen tötete.
Etwas schade ist lediglich, dass der Film in 28 Tagen relativ zügig abgedreht wurde, denn das merkt man insbesondere dem etwas hektischen Schlussdrittel an. Auch wollen nicht alle Szenen so ganz miteinander harmonieren, hier offenbart sich doch stellenweise die noch etwas unbedarfte Regie. Durch seine starke, erzählende Motivation jedoch ist „Monster“ ein Ausnahmewerk.



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