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USA 2003
Originaltitel:Dreamcatcher
Länge:128:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Lawrence Kasdan
Buch:Stephen King, William Goldman, Lawrence Kasdan
Kamera:John Seale
Musik:James Newton Howard, Roy Orbison
SFX:Trevor Addie
Darsteller:Morgan Freeman, Thomas Jane, Jason Lee, Damian Lewis, Tom Sizemore, Timothy Olyphant, Donnie Wahlberg, Ingrid Kavelaars, Alex Campbell, Chera Bailey, Shauna Kain, Campbell Lane, Ty Olsson, Grant Heslov, C. Ernst Harth
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Isländisch, Norwegisch, Schwedisch, Englisch für Hörgeschädigte, Deutsch für Hörgeschädigte
Specials:
  • Dreamwriter - Ein Interview mit Stephen King (7:28 Min.)
  • Dreamweavers - Die visuellen Effekte von Dreamcatcher (8:14 Min.)
  • Nicht verwendete Szenen und das Original-Ende (13:52 Min.)
  • :
    • Meeting Josie (0:47 Min.)
    • Henry Returns To The Loggers' Shelter (1:17 Min.)
    • Colonel Curtis Takes Off (1:36 Min.)
    • One Worm Kills (1:44 Min.)
    • Original Ending (8:28 Min.)
  • US-Kinoteaser (2:24 Min.)
Jonesy, Henry, Pete und Beaver.
Vor 20 Jahren waren sie Kinder in einer Kleinstadt in Maine - Kinder, die den Mut aufbrachten, heldenhaft auf kindliche Brutalität zu reagieren. Indem sie einen merkwürdigen Jungen namens Duddits retteten, gewannen sie unerwartet ein fünftes Mitglied für ihren Freundeskreis. Noch seltsamer ist die Macht, die er ihnen verleiht - sie schmiedet die Gruppe in einer Weise zusammen, die weit über übliche Freundschaftsbande hinausgeht. Heute führen die vier Männer getrennte Leben, haben unterschiedliche Probleme. Doch alle denken sie oft an die Heldentat von damals zurück. Und sie leiden eher unter ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten - ein Segen sind sie nicht. Dann kommt einer von ihnen bei einem schrecklichen Unfall fast ums Leben - zunächst begreifen die Freunde gar nicht, dass jenes Unheil zurückkehrt, das irgendwie mit Duddits zu tun hat.
Dann treffen sie sich wie jedes Jahr in einer Jagdhütte - wollen ihren Spaß haben, wie das unter Freunden üblich ist. Doch das Schicksal will es anders: Zunächst erscheint ein Fremder, ein verirrter Jäger - er ahnt selbst nicht, welcher fürchterlichen Ansteckungsgefahr er die Gefährten aussetzt. Dann bricht ein schwerer Schneesturm los, in dem etwas Grauenhaftes auf sie zukommt - eine tödliche außerirdische Macht, der einige der vier Freunde zum Opfer fallen. Die Überlebenden müssen noch einmal ihre lang verdrängten Kräfte mobilisieren, um dem beispiellosen Horror die Stirn zu bieten.
Mit Stephen King-Verfilmungen ist es immer so eine Sache: Erstaunlicherweise sind alle "nicht Horror"-Filme ziemlich gut gelungen. Egal ob "Die Verurteilten", "Stand by Me" oder zuletzt "Hearts of Atlantis" - alle tolles Unterhaltungskino, nicht ohne Tiefgang. Menschliche Charaktere, eine spannende aber trotzdem nachvollziehbare Handlung und gute Schauspieler machen sie eigentlich immer zu sehenswerten Produktionen. Aber, und das ist bei all diesen Filmen auch festzustellen, mit dem Namen Stephen King werden sie kaum assoziiert; und im Kino sind sie relativ wenig erfolgreich.
Ganz im Gegensatz dazu stehen die Horrorfilme, die auf Romanen des Star-Autors beruhen. Alle werben riesig mit dem Namen der Romanvorlage und des Schriftstellers - sind aber qualitativ häufig höchstens Dutzendware. Sieht man von Verfilmungen durch berühmte Regisseure wie Brian de Palma ("Carrie") und Stanley Kubrick ("Shining") ab, erweisen sich die knapp zweistündigen King-Horror-Verfilmungen als relativ dröge und langatmig (man denke nur an "Thinner - Der Fluch" oder die massigen "Kinder des Zorns"-Filme). Hier wird mehr als deutlich, dass Romane mit mehr als 600 Seiten nur schwer auf wenige Drehbuchseiten gebracht werden können - da bieten sich häufig nur TV-Mini-Serien über 4 oder 6 Stunden an, um die epische Breite der Vorlagen fassen zu können. Dafür fehlt es diesen detailgetreuen Adaptionen fast immer an guten Effekten und Schauspielern, so dass sie auch oft genug enttäuschend sind (wie "Langoliers" oder die TV-Version von "Shining").
Tja, jetzt versucht es seid langer Zeit wieder ein großes Hollywood-Studio mit einem Horrorfilm nach Stephen King und bringt einen der neueren Romane des Autors in die Kinos. "Duddits - Dreamcatcher", so viel vorweg, ist auf jeden fall für Leser des Buches eine Enttäuschung. Das Ende wurde umgekrempelt, vieles bleibt unerklärt und es fehlen einfach mehrere Handlungsstränge. Da ein Film meiner Meinung nach aber vor allem ohne seine Romanvorlage funktionieren muss, heißt das nicht unbedingt, dass man ihn auch niemandem sonst empfehlen kann. Für sich betrachtet, ist "Dreamcatcher" nämlich gar nicht schlecht!

Die vier Jugendfreunde Jonesy, Henry, Pete und Beaver verbindet eine Reihe gemeinsamer Kindheitserinnerungen ... und die Tatsache, dass sie alle eine mehr oder weniger merkwürdige Gabe haben. Telepatischer Kontakt, die Möglichkeit in die Vergangenheit zu blicken oder die Fähigkeit, bestimmte Dinge "zu finden". Alles hängt irgendwie mit Duddits zusammen, einem geistig behinderten Jungen, den sie in ihrer Kindheit getroffen haben. Aber was hat der kleine Junge, den sie seit Jahren nicht gesehen haben, mit den Fähigkeiten zu tun?
Wie jedes Jahr wollen die Vier wieder ein gemeinsames Wochenende in einer entlegenen Jagdhütte verbringen. Jagen, Männerabende und einfach die Zeit genießen. Einfach die verschneite Natur genießen. Plötzlich bricht jedoch ein merkwürdiger Fremder in die Männerrunde, der eine tödliche Gefahr in sich trägt. Und ohne es zu ahnen, sind die vier Freunde einer tödlichen Invasion und bald dem radikal vorgehenden Militär ausgesetzt.
Neben den zu Anfang genannten Kritikpunkten kann man eigentlich nur noch eine ganze Menge Positives über "Dreamcatcher" sagen. Die Handlung beginnt sehr ruhig und steigert sich, wie für einen guten Horrorfilm, immer weiter. Es gibt einige wirklich tolle visuelle Ideen (einer der Freunde hat z.B. einen "Gedankenspeicher" in seinem Gehirn aufgebaut, den er selber betreten und verwalten kann), gute Spezialeffekte und eine passend besetzte Schauspielerriege. Gerade Morgan Freeman genießt seine Rolle als unbarmherziger Militär sichtlich; und auch den vier Freunden nimmt man ihre lange Beziehung sofort ab. Einzig die Synchronisation zerstört hier und da den Genuss: platte Sprüche und unpassende Bemerkungen wirken teilweise einfach deplaziert.
Trotz einiger unlogischer Stellen und dem etwas überladenen, schwerlich zu erklärenden Ende bietet der Film aber sehr gute Unterhaltung. Mit einer Laufzeit von über 2 Stunden kann er einiges von der Klasse des Romans übernehmen; mit einigen guten Schockmomenten auftrumpfen. Obwohl ich ihn eher als Science-Fiction- denn als Horrorfilm sehe: Man kann sich "Dreamcatcher" ansehen und wird nicht völlig enttäuscht die DVD aus dem Player werfen...

Es ist mal wieder überraschend zu sehen, dass gerade "Dreamcatcher" zu den Filmen gehört, deren DVD-Auswertung wirklich als gut bis sehr gut bezeichnet werden kann. Obgleich der Film eher ohne großen Erfolg in den Kinos lief, hat man beim Transfer des Silberlings anscheinend versucht sich Mühe zu geben und bietet uns ein überraschend detailliertes und scharfes Bild. Zwar wechselt die Schärfe recht oft, aber gerade in Nahaufnahmen bekommen wir eine teilweise sehr gute Detailschärfe geboten. Andere Szenen wirken wiederum etwas zu weich. Die Atmosphäre wurde absichtlich mit kalten Farben, die teilweise etwas ungewöhnlich wirken, sehr kühl gehalten. Dies lässt sich aber schnell als Stilmittel erklären. In den Schneeszenen wirkt alles gräulich und bekommt einen schwarz-bläulichen Touch, und in den Rückblenden bekommen wir wiederum eine warme Farbpalette geboten, die von einem starken Gelb- und Grünstich dominiert wird. Der Kontrast ist überwiegend gut geworden und macht selbst in den vielen dunklen Szenen ein gutes Format. Lediglich das leichte Bildrauschen im Hintergrund trübt den ansonsten angenehmen, wenn auch anfänglich gewöhnungsbedürftigen Transfer. Die Kompressionen leisten eine gute Arbeit, fallen jedoch immer wieder durch leichte Nachzieheffekte negativ auf.
Tonal bietet man uns eine durchweg abwechslungsreiche Abmischung, die sich hören lassen kann. Wirkt das erste Drittel des Film noch recht zurückhaltend, bietet man uns mit dem Einsatz der Helikopter und dem Angriff auf das Alien-Schiff ein kräftiges Surroundfeuerwerk, welches durchaus agressiver hätte sein dürfen, aber gerade im Bassbereich überzeugt. Ansonsten wird uns eine hervorragende Stereofront mit einer sauberen Dialogwiedergabe geboten. Auch der Score wurde passend auf die Lautsprecher verteilt und erklingt sehr dynamisch. Hier schafft man eine angenehme Räumlichkeit und in den passenden Momenten einen fantastischen Surround-Sound, der zwar noch nicht zum Referenzbereich gezählt werden kann und die Möglichkeiten bei weiten nicht ausschöpft, sich aber über 2 Stunden wacker schlägt. Zeitweise entführt die Soundstruktur den Zuschauer in eine Traumwelt, die der "Traumfänger" nicht zu filtern vermag.
Das Zusatzmaterial ist leider etwas mager ausgefallen, obgleich man hier sehr schön auf die Unterschiede zwischen Buch und Film hätte eingehen können. Stattdessen gibt es hier ein kurzes Interview mit Stephen King (eins der wenigen seit Jahren), in dem er über seinen schweren Unfall und die Entstehung des Buches spricht. Das Ganze wirkt sehr kurz und wenig überzeugend. Die Special-Effects-Dokumentation "Dreamweavers" geht gerade mal acht Minuten und lässt Special Effects Supervisor Jeff Olson und Regisseur Lawrence Kadan zu Wort kommen. Dabei erfährt man zwar etwas über den Einsatz der CGI-Effekte, aber die Laufzeit ist defintiv zu kurz geraten. Wesentlich interessanter sind die vier "Deleted Scenes" ausgefallen, welche optional deutsch untertitelt wurden. Eine der vier entfallenen Filmszenen (u.a. ein alternatives Ende, welche in gewisser Weise besser ist als das jetzige Ende des Films). Zum Schluss gib es noch einige Textinfos und den Original-Kinotrailer. Insgesamt nicht gerade zum Jubeln, aber besser als nichts.

Wer damals das Buch gelesen hatte, wird mit Sicherheit so seine Probleme mit der Verfilmung haben. Dennoch ist "Dreamcatcher" ein unterhaltsamer Film geworden, der leider im letzten Drittel versucht, Hunderte von Buchseiten auf 20 Minuten Zelluloid zu packen. Dementsprechend verwirrend wird die Geschichte, bis man am Ende etwas kopfschüttelnd den Fernseher ausmacht. Dies hat natürlich auch so seine Vorteile, so bekommt man Lust sich das Buch, welches um ein Vielfaches besser ist, einmal durchzulesen. Die technische Seite der DVD weiß bis auf das magere Zusatzmaterial und kleinen Schwächen in Bild und Ton zu gefallen. Stephen King-Fans können bei "Dreamcatcher" bedenkenlos zugreifen, denn dieser SF-Horror gehört eindeutig zu den besseren King-Verfilmungen.


Film++++--
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+++---


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