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ESP, USA 2002
Originaltitel:Darkness
Länge:98:04 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jaume Balagueró
Buch:Fernando de Felipe, Jaume Balagueró
Kamera:Xavi Giménez
Musik:Carles Cases
SFX:David Martí, Amador Rehak
Darsteller:Anna Paquin, Lena Olin, Iain Glen, Giancarlo Giannini, Fele Martínez, Stephan Enquist, Fermín Reixach, Francesc Pagés, Craig Stevenson, Paula Fernández, Gemma Lozano, Xavier Allepuz, Joseph Roberts, Marc Ferrando, Josh Gaeta, Mattew Dixon, Carlos Castañón, Carles Punyet, Reg Wilson, Ferrán Lahoz, Pedro Antonio Segura, Astrid Fenollar, Lidia Dorado, Clara Manguillot
Vertrieb:Splendid
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Interviews mit Cast & Crew
  • Pele Martinez (3:59 Min.)
  • Lena Olin (2:27 Min.)
  • Iain Glen (2:48 Min.)
  • Anna Paquin (1:59 Min.)
  • Giancarlo Giannini (2:17 Min.)
  • Jaume Balaqueró (5:31 Min.)
  • Behind the Scenes (6:52 Min.)
  • Trailershow:
    • Mambo Italiano (2:06 Min.)
    • Tube (2:10 Min.)
    • Gangs of New York (2:27 Min.)
    • Narc (2:21 Min.)
    • Net.G@mes (1:48 Min.)
    • Der Feind in meinem Mann (1:37 Min.)
    • Fear of the Dark (1:35 Min.)
    • Shadow of the Vampire (1:40 Min.)
  • Die junge Amerikanerin Regina (Anna Paquin) zieht mit ihren Eltern (Iain Glen und Lena Olin) und ihrem kleinen Bruder (Stephen Enquist) von den USA zurück in die Heimat des Vaters nach Spanien. Sie beziehen ein altes Haus, das die Familie innerhalb kürzester Zeit zu verändern scheint. Reginas Bruder scheint verängstigt, malt düstere Bilder. Der Vater reagiert extreme gereizt, wird immer gewalttätiger. Die Mutter weigert sich die erschreckenden Vorzeichen einer tödlichen Bedrohung zu akzeptieren. Nur Regina scheint dazu bestimmt, die Familie vor den bösen Mächten zu retten ...
    Endlich wieder erfrischend gruseliges Geisterkino, so oder anders hörte man über Jaume Balagueros "Darkness", der sogar noch die deutschen Kinos streifte. Ein bisschen ernüchternd ist dann aber doch, dass sich der Film als gekonnt inszeniertes Konglomerat moderner Horrorfilm-Stilelemente entpuppt. Denn das muss ein für allemal vorher festgestellt werden, Balagueros nimmt sich das Beste oder Effektivste aus allen Welten und rührt es zusammen: Wir haben die belastete Familie mit dem Daddy scheinbar am Rande des Wahnsinns und dem in sich zurückgezogenen Jungen in bedrohter Lage ("Shining"). Alle wohnen in einem finster-bösen Haus (wie in "Amityville"), die Dunkelheit droht von unter dem Bett (wie in "Poltergeist"), es wird plötzlich direkt vor der Kamera vorbeigelaufen (siehe "The Sixth Sense"), es gibt eine Art Totenbild mit Bedeutung ("The Others"), die Geister der Kinder laufen ruckhaft (wie in "Ring" und diversen Epigonen) usw.
    Wirklich Neues hat der Spanier nicht anzubieten, obwohl er sein Handwerk versteht. Geschickt ordnet er seine kleinen Schocks tricktechnisch einwandfrei zu einem brauchbaren Gruselerlebnis, jedoch bietet der Plot nur sehr wenig, was einen wirklich fesseln könnte. Spätestens als nach knapp 10 Minuten von einer Sonnenfinsternis berichtet wird, die nur alle 40 Jahre zu sehen ist (und die Tragödie 40 Jahre her ist), dann kann man sich den Höhepunkt des Films schon ganz gut vorstellen. Alles weitere läuft dann praktisch wie vom Reißbrett: Der unberechenbare Papi, der ängstliche Sohnemann, die ignorante Mutti und die besorgte und einzig aktive Teenagertochter, der jedoch Anna Paquin auch kein Profil verleihen kann.
    Zu lose und dramaturgisch unwirksam wirken die Plot-Points gesetzt, hier ein paar Zeilen Dialog, da ein Schock und stets das Warten auf den nächsten Tag, der in bester "Sieben"- oder "Shining"-Manier die Uhr aufs Ende hin zuticken lässt. Die Charaktere bleiben fahrig, unscharf umrissen und wenig logisch, da gibt es weder wirkliches Interesse, noch irgendwelche Bindungen. Der Bösewicht ist relativ logisch und einfach herauszufinden und spätestens, wenn der behauptet, dass man, einmal begonnen, das Böse nicht mehr aufhalten kann, weiß man, wie der Hase läuft.

    Was an "Darkness" gefällt, ist sein wunderbar düsteres Ende, dass mit dem von "The Nameless" durchaus mithalten kann, aber leichte Logikgebrechen zeigt, da uns das beschworene Böse, die Dunkelheit, nie richtig nahe gebracht oder erklärt wird. Die Schlusspointe hinkt in ihren Logikschuhen dahin und warum eine böse Macht, die es schafft, den Architekten des Hauses in einem Fußgängertunnel durch Ausschaltung des Lichtes (übrigens eine hervorragende Szene rein visuell) zu erreichen und zu töten, nicht in der Lage ist, eine brennende Gasflamme selbst zu löschen, fragt man wohl besser nicht.
    Die Stärken von "Darkness" liegen also hauptsächlich im deftigen Finale, auch wenn da Logiklöcher entstehen. Die sauber dosierten Schocks können Genrefreunde wahrlich erfreuen und muntern den etwas eingerosteten Plot immer wieder auf. Trotzdem muss ich konstatieren, dass die Asiaten da einfach die bizarreren Bilder auffahren und verstörendere Einfälle bieten. Dazu bleibt "Darkness" einfach noch zu sehr dem Konventionellem verhaftet bzw. dem Bekanntem. Insgesamt aber ein rundum angenehmer Gruselfilm, der nur eben nichts wahrhaftig Neues bringt, sondern alten Resten eine Chance bietet, sich in neuer Form zu beweisen.

    Die uns vorliegende DVD aus dem Hause Splendid überschlägt sich nicht gerade im Bereich des Bonusmaterials und bietet neben sechs kurzen Interviews, ein knapp sechsminütiges Making of, welches uns einen netten Blick hinter die Kulissen bietet. Insgesamt aber einfach zu wenig und zudem gibt es nicht mal den Originaltrailer, dafür aber eine Splendid-Trailershow mit acht weiteren Trailern.
    Die Bildqualität weiß schon mal etwas mehr zu überzeugen als das magere Bonusmaterial. Zwar fällt zu Beginn die etwas wechselhafte Schärfe auf, die teilweise nur ein befriedigendes Niveau erreicht. So wirkt das Bild recht weich und kränkelt etwas in der Detailschärfe. Hier wurde ganz klar wieder mit Rauschfiltern gearbeitet, denn dieses ist kaum auszumachen. Dies hat zufolge, dass detaillierte Nahaufnahmen z.B. von einem Gesicht gut ausgefallen sind, in den Totalen wirkt das Geschehen aber etwas zu unscharf, wird aber nie unangenehm. Hier kann man auch von einem Stilmittel sprechen, da die Farben an sich zwar natürlich wirken, aber überwiegend kalte Töne dominieren. Die Kantenschärfe ist überwiegend gut, leidet aber an leichten Doppelkonturen. Der Kontrast ist gut bis sehr gut ausgefallen, wirkt in hellen Szenen aber etwas zu steil. Die Kompressionen leisten eine gute Arbeit und nur selten gibt es im Hintergrund Blockrauschen zu bemängeln. Defekte oder Verschmutzungen fallen nicht auf, dafür aber eine etwas zu starke Bewegungsunschärfe, was in einigen Szenen doch schon etwas stört. Insgesamt gesehen ein gutes Bild, hätte aber durchaus schärfer sein können. Daher nur 4 Punkte.
    Tonal trumpft man hier deutlich auf. Neben einer perfekten Dialogwiedergabe, wird uns hier auch superber Raumklang geboten. Sämtliche Kanäle wurden perfekt abgemischt und vermitteln eine hervorragende Räumlichkeit. Die Effektlautsprecher kommen hier nicht nur in Schockmomenten zum Einsatz, sondern werden auch für die Umgebungsgeräusche passend eingesetzt und sogar der Subwoofer bekommt in einigen Sequenzen ordentlich was zu tun. 5 Punkte für einen kraftvollen und atmosphärischen Soundtrack.

    Wenn ihr euch mal wieder ein wenig gruseln wollt, seid ihr bei "Darkness" genau richtig, auch wenn wir es hier lediglich mit einem guten Konglomerat des modernen Horrorkinos zu tun bekommen, reicht es doch für kurzweilige, aber recht spannende Unterhaltung. Obgleich das Bonusmaterial recht sporadisch ausgefallen ist und das Bild leichte Schwächen aufweist, überzeugt der Dolby-Digital-Track umso mehr und somit sollte man sich diese DVD zumindest einmal ausleihen, das Zimmer abdunkeln und die Surround-Anlage aufdrehen. Denn nur so macht Gruselkino Spaß.


    Film+++---
    Bild++++--
    Ton+++++-
    Bonus+-----


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