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USA 2002
Originaltitel:Antibody
Alternativtitel:Anticorps
Länge:93:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Christian McIntire
Buch:Micheal Baldwin
Kamera:Adolfo Bartoli
Musik:Scott Clausen
SFX:Kevin Gendreau, Steven M. Blasini
Darsteller:Lance Henriksen, Robin Givens, Gastón Pauls, Teodora Ivanova, William Zabka, Velizar Binev, Stella Ivanova, Kathleen Lambert, Julian Vergov, Christian McIntire
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Originaltrailer (1:47 Min.)
  • Dt. Originaltrailer (1:47 Min.)
  • Bio- und Filmografie Lance Henriksen (8 Seiten)
  • Weitere DVDs:
    • Monster (2:23 Min.)
    • Midnight Mass (1:30 Min.)
    • Re-Animator (1:49 Min.)
    • Dragon Fighter (1:31 Min.)
    • Hypersonic (1:56 Min.)
    • Dark Descent (1:50 Min.)
    • Shark Hunter (1:38 Min.)
    • Lost Voyage (1:31 Min.)
Im Körper eines schwer verletzten Terroristen tickt ein mikroskopisch kleiner Fernzünder für eine Nuklearbombe. Sollte der Mann sterben, wird die Explosion die Weltstadt München in Schutt und Asche legen. Der auf Atomgröße verkleinerte Sprengstoffexperte Dr. Gaynes (Lance Henriksen) begibt sich mit einer ausgebildeten Crew in den Körper des Feindes auf die Suche nach dem todbringenden Chip. Dr. Gaynes hat fortan gegen zwei Dinge zu kämpfen: die ablaufende Zeit und die körpereigenen Abwehrkräfte ...
Wer "Die phantastische Reise" kennt, trifft mit "Antibody" sozusagen auf einen alten Bekannten, denn die UFO-Filmgesellschaft orientiert sich rund 35 Jahre später stark an Richard Fleischers Bio-SciFi und fügt die technischen Möglichkeiten des Rendering-Prozesses ein, um das menschliche Innenleben möglichst plastisch darstellen zu können, was halbwegs anschauliche Ergebnisse erzielt, die Klasse des großen Vorbilds durch seine Reinheit aber nicht erreicht.


Der Auftakt gibt die müde gewordene Legende um osteuropäische Terroristen, die im Besitz von Atomwaffen sind, in einer seiner ca. Trulfzigtausend Mal verfilmten Variation wieder, verspricht aber eine Menge Action, dicke Explosionen und Schießereien, bis sich die Crew viel zu spät mit Einsetzen der zweiten (Spielfilm-)Halbzeit endlich in den dem Tode geweihten Körper des Oberterroristen begibt. Durch den renommierten B-Mimen Lance Henriksen bekommt die Tiefseefahrt INSIDE des menschlichen Körpers die gewohnte Routine, begleitet von den mittlerweile bekannten Gesichtern William Zabka als durchaus sympathischer deutscher Sicherheitsexperte und Velizar Binev als Wissenschaftler, die beide schon beim produktionstechnisch ähnlich gelagerten "Mindstorm" dabei sein durften. Wenn man die Besetzungswahl durchschaut, könnte man eigentlich meinen, UFO wäre ein Familienbetrieb, denn neben Kathleen Lambert ("Python") gibt es ein Wiedersehen mit Julian Vergov ("Shark Hunter", "Mindstorm"), der als Terrorist hoffnungslos überchargierend seine Nummer bis zum bitteren Ende (für den Zuschauer zumindest) durchzieht.

"Antibody" ist somit ein B-Movie durch und durch, der Selbstlosigkeit, coole Typen, heiße und intelligente Mädels, wie auch haarsträubende Action zu verarbeiten versucht, manchmal aber an seiner Kommerzialität scheitert, die kaum Raum lässt für ambitionierte Charakterdarstellung oder eine halbwegs nachvollziehbare Geschichte. Hauptsache die Mikroben-Wissenschaftlerin passt möglichst knackig in den Raumanzug und kann dabei lächeln, ob man aber eine so hübsche wie auch smarte Gelehrte, wie Robin Givens sie ver"körper"t auch im realen Leben antreffen würde, ist höchst unwahrscheinlich, so von der Rolle erscheint mir dieser Charakter. Einzig der an "The Rock" angelehnte Subplot zwischen dem Bombenspezialisten und seiner Liebsten (in diesem Fall: Tochter) fördert so etwas wie Menschlichkeit im sonst eher abgeklärten Film zu Tage. Trotz alledem finde ich langsam Gefallen an den UFO-Produktionen: billig und sicherlich wenig am Film selbst interessiert, aber stets effektiv.


Beispielsweise wurde der den Zünder in sich tragende Terrorist mehrmals lebensgefährlich angeschossen, hat zwei geglückte Reanimationsversuche hinter sich, kämpft gegen Krebs im Endstadium, wurde zusätzlich mit Grippe infiziert und hat im letzten Aufbäumen trotzdem noch einen Lebenswillen, den man sonst nur von Zombies gewohnt wäre. Man rückt sich die Fakten eben immer so, wie es das nächste geplante Spektakel erfordert, wie sonst sollte der Mikrochip im Körper so lange überlebensfähig sein, wenn die als organischer Aufräumer bekannten weißen Blutkörperchen selbst den Raum- bzw. Blutgleiter heftig unter Beschuss nehmen? Solche Einlagen sind aber stets sauber inszeniert und wurden teils mit derart einfachen Mitteln umgesetzt, dass es beinahe die Bezeichnung Trash verdient. Wenn es das Miniatur-Raumschiff Helix (wer in Bio und Chemie keine große Leuchte war, darf dieses Wort jetzt nachschlagen) durch die engen Blutgefäße treibt, vorbei an roten Blutkörperchen, was wirklich schön anzusehen ist, dann wackelt die Kamera gemäß alten "Star Trek"-Filmen durch die nicht minder ähnlichen Cockpit-Bauten und die Darsteller bemühen sich auch noch, dem Geschehen durch angespannte Gesichtszüge Authentizität zu verleihen, was natürlich dämlich ist, aber durchaus Spaß macht. Störend in der Interaktion fallen viele der gekünstelten Dialoge auf, die wohl am ehesten als laue Initialzündung des Autors gewertet werden sollten, denn sie verlaufen sich stets nach wenigen Worten im Sande und sind höchstens ein Versuch, die Geschwindigkeit durch schnelle Gegenschnitte auf die jeweils Sprechenden aufzupeppen. Aber wir sprechen hier auch nicht von Filmkunst, sondern simpler Actionkost, die ihre Stärken in den Effektszenen (beispielsweise Kampf gegen die weißen Blutkörperchen) ausspielt, sonst aber eher glatt und weitestgehend emotionsfrei ist.

Ich bin wirklich erstaunt, man hat ein sehr angenehmes Bild auf DVD gebracht, welches frei von Störungen ist und mit einer kräftigen und auch natürlichen Farbgebung aufwartet. Einziges Manko ist bei der gut gelungenen Schärfe, die selbstverständlich hier und da wieder mal ein wenig abfällt, das feine Bildrauschen, welches ein leichtes Flimmern erzeugt. Die Kompression nimmt dieses aber problemlos auf und erzeugt keine eiteren Fehler. Der Trailer liegt übrigens nicht wie der Film im Widescreen vor, sondern in einer Open Matte-Vollbildversion. Welches Bildformat nun der Intention des Regisseurs entspricht, bleibt unklar, durch die "schwarzen Balken" des Widescreens entstehen aber keine Beeinträchtigungen.
Von allen vier Tonvarianten hat der deutsche Dolby Digital 5.1 am meisten Druck und setzt sowohl in der Musik als auch in den Actionszenen ein beachtliches Bassvolumen frei. Die Surroundkomponente äußert sich ebenfalls in ordentlichem Maße, wobei nur spezielle Szenen mit echten Effekten untermalt wurden, sich sonst aber die breite Stereofront bemerkbar macht. Der O-Ton ist nicht ganz so heftig, dafür aber offener, da in den Dialogen natürlicher. Für einen offensichtlichen B-Movie ist das Ergebnis also mehr als befriedigend.
Der Bonusbereich ist zusammenfassbar auf ein paar Trailer, u.a. zum Film und einer Biografie mit Hintergrundinformationen zu Lance Henriksen. Das Menu wurde auch hier anamorph aufgebracht und im Stile des Filmes animiert.


Wer Bedenken hatte, dass die Umsetzung mit all seinem Techno-Spielzeug zu kopflastig ausfallen würde, der darf beruhigt der leichten Unterhaltung frönen und sich "Antibody" mal ausleihen, auch wenn er abermals nur Fließbandware ist. "Antibody" soll sich übrigens in Deutschland abspielen (München, wenn ich mich recht erinnere), dabei gibt er sich aber verdammt amerikanisch, sprich: dick auftragend und teilweise überheblich. Aber kann das für einen Actionstreifen wirklich hinderlich sein? Kaum, genauso wenig wie mit der deutschen DVD mit guten Bild- und Tonwerten einem angenehmen Filmabend nichts im Wege steht.


Film+++---
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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