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NL 1998
Originaltitel:Temmink - The Ultimate Fight
Länge:86:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Boris Paval Conen
Buch:Arend Steenbergen
Kamera:Danny Elsen
Musik:Maurits Overdulve, Soundpalette
Darsteller:Jacob Derwig, Herman Gilis, Will van Kralingen, Victor Löw, Joe Montana, Martin Schwab, Jack Wouterse
Vertrieb:Legend
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Holl), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Niederländisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:DigiPack
DVD-Start:27.09.2004 (Kauf)
Specials:
  • 24seitiges Booklet
Film-DVD:
  • Audiokommentar vom Regisseur Boris Paval Conen
Bonus-DVD:
  • Temmink - The Making of (31:21 Min.)
  • Nicht verwendete Szenen (11:57 Min., inkl. opt. Audiokommentar)
  • Alternativer Anfang (1:22 Min.)
  • Bonusfilm "Horror Vacui" (21:48 Min.)
  • Location Tour (3:37 Min.)
  • Artworks & Bildergalerie (37 Bilder)
  • Temmink Trailer Collection:
    • Original Trailer (1:05 Min.)
    • Deutscher Trailer (1:05 Min.)
    • Internet Promotion Trailer (1:58 Min.)
Die Gesellschaft der nahen Zukunft: Wer sein Gewaltpotential nicht zügeln kann, wird konsequent zu lebenslanger Isolationshaft verurteilt. Die einzige akzeptierte Form der Gnade ist die Arena, eine gesetzliche Sterbehilfe, über die die Euthanasie-Kommission entscheidet. In der Arena dürfen sich die hyperaggressiven Outsider zur moralischen Erbauung der Masse gegenseitig abschlachten. Temmink, ein plumper Koloss mit naivem Gemüt, der seiner Mutter bereits mit elf Jahren in den Rollstuhl brachte, ist Neuankömmling im Gladiatoren-Todestrakt. Hundert zu eins stehen die Wetten, dass er seinen ersten Kampf nicht überleben wird. Selbst unter den Ausgestoßenen ist er der Außenseiter, verfügt nicht über das protzige Show-Gehabe seiner eiskalten Kollegen, die glauben, Goliath oder Herkules zu sein. Aber gerade das könnte ihn so gefährlich machen ...
"Round 1 - Fight!"

Mit "Temmink" wurde das Rad zwar nicht neu erfunden, aber der niederländische Regisseur Arend Steenbergen weiß zumindest, wie man es dreht. Das Thema der Menschenjagd und Arenakämpfe geht zurück bis in das Antike Rom und filmisch wurde bereits 1970 ein junger Mann von drei Killern gejagt. Einer davon war Alt-Comedy Star Dieter Hallervorden. "Das Millionenspiel", so der Titel des kontroversen deutschen Fernsehnfilmes, dessen Hetzjagd von Dieter Thomas Heck moderiert wurde, konnte wegen lizenzrechtlichen Problemen erst knapp 30 Jahre nach seiner Uraufführung wieder ausgestrahlt werden. Ebenfalls auf Robert Sheckleys Roman basierend, entstand 1982 "Kopfjagd - Preis der Angst" ("Le Prix du Danger") von Yves Boisset.
Eine kleine Änderung geschah 1987 in Interner Link"Running Man" mit Arnold Schwarzenegger. Aus der Kingschen Vorlage entnommen und stark umgeschrieben, wurden aus Kandidaten Straftäter, die in einer korrupten Zukunft um ihr Leben kämpfen müssen. Aber "Temmink" ist nicht nur eine neue Variante des typischen Gameshow-Motives, sondern beinhaltet auch noch Elemente aus "Bloodsport" und Interner Link"Rollerball" und schlägt so eine Brücke zwischen Gladiatorenkämpfen und eben jenem Gameshow-Charakter der über die Jahre hinweg immer perversere Ausmaße annimmt. Was damals als reine Fiktion galt, ist heute schon Wirklichkeit, auch wenn die Gladiatoren in unseren Tagen sich "noch nicht" gegenseitig töten ...



Jede der genannten Varianten von Robert Sheckleys Zukunftsvision sollte auch immer als Kritik an der Verrohung der Gesellschaft angesehen werden. Auch "Temmink" versucht dies, zumindest oberflächlich. Denn machen wir uns nichts vor: Viel hat diese Mischung aus Interner Link"Running Man" und "Bloodsport" nicht zu bieten. Das gesamte Szenario bleibt recht eindimensional und die Entwicklung des Charakters Temmink eher unverständlich bzw. nicht recht nachvollziehbar. Vermag der Beginn, in dem Temmink den Rollerskater zu Tode prügelt, selbst dem Zuschauer schmerzen zu bereiten (selten gab es so was Intensives und Unverblümtes zu sehen), so ist einem das weiterer Schicksal Temminks nach einiger Zeit einfach egal. Hier macht die Charakter eine Weiterentwicklung, ohne den Zuschauer dran teilhaben zu lassen. Im Gegenteil: Durch die TV-Show-Aufmachung gewinnen wir immer mehr Distanz zu den Kämpfern in der Arena und wenn sich Temmink dann plötzlich "verliebt" und Gefühle entwickelt, wirkt das etwas aufgesetzt. Man merkt zwar, was der Regisseur mit seinem "Star" vor hatte, aber es fehlt die Zeit dafür, Temminks Charakter zu durchleuchten. Die Regie verheddert sich schnell in belanglosen und nicht zu Ende geführten Szenen, was den Film und der Kontinuität mehr schadet als gut tut. Zum Beispiel verliebt sich Temmink angeblich in eine Nutte, die danach aber nicht mehr auftaucht. Stattdessen leistet ihn eine andere Gesellschaft, mit der er abermals eine Zukunft plant, aber auch diese fliegt dann irgendwann kommentarlos aus dem Drehbuch.



Die Lücken im Drehbuch, unverständliche Handlungen der Protagonisten und die etwas plump wirkenden Kampfszenen können unter anderem daran gelegen haben, dass dem Film ein sehr geringes Budget zur Verfügung stand und kaum genug Zeit und Geld da war, einzelne Einstellungen ein zweites Mal zu drehen. Es gibt zwar keine katastrophalen Momente im Film, aber man merkt deutlich, dass man sich wesentlich mehr vorgenommen hatte und nur ein Bruchteil davon realisieren konnte. Dem Set z.B. fehlt es an Atmosphäre und es kann von daher nicht wirklich überzeugen. Gedreht wurde damals in einer verlassenen Militärkaserne, welche noch etwas modifiziert wurde, um den Look einer Kampfarena zu erzeugen. Im Vergleich zu Filmen wie "Bloodsport" oder z.B. der Interner Link"Shootfighter"-Reihe wirkt das gesamte Szenario jedoch recht lieblos und billig. Dass billig nicht gleich schlecht bedeutet, haben ja schon Aldi-PCs bewiesen und auch "Temmink" schafft es doch trotz seiner "einfachen" Optik, den Zuschauer 90 Minuten zu unterhalten. Dies liegt unter anderem daran, dass es trotz einfach gestrickter Kämpfe, ziemlich blutig und brutal zugeht. Durch den kalten Look, der das Geschehen dominiert und der massiven und rohen Gewaltdarstellung, die in "Temmink" teilweise einen realen Touch bekommen haben und oft wie Live-Aufnahmen aus dem Fernsehen wirken, weiß der Film dennoch zu gefallen und kann für eine Independent-Produktion trotz vieler Schwächen und Unpässlichkeiten überzeugen. Wer aber auf anspruchvolle Kost steht, ist hier ebenso fehl am Platz, wie die Leute, die perfekte Choreografien erwarten ...



Legend Film veröffentlicht den Low-Budget Film im Letterboxformat. Obwohl wir es hier mit einem sehr wechselhaften Transfer zu tun haben, bietet das Bild noch genügend Qualität, um selbst auf einem Großbildschirm noch zu gefallen.
Der Kontrast wurde absichtlich sehr steil gewählt und überstrahlt helle Fläche deutlich, bietet ansonsten aber solide Werte, mit einem etwas zu schwachen Schwarzlevel. Dafür mangelt es den Farben weder an Natürlichkeit, noch an Sättigung. Die Kompression verhält sich weitgehend ruhig und zeigt lediglich im Hintergrund leichte Blockbildung und hin und wieder huschen kleinere Defekte durch das Bild. Die Schärfe ist bei diesem Transfer aber der eigentliche Schwachpunkt: Auch wenn das Schärfeverhalten, sowie die Konturen meist angenehm sind, so hat die Detailschärfe mit dem vorhandenen Bildrauschen zu kämpfen, welches durch den Einsatz von Rauschfilter zwar reduziert wird, dafür aber stehende Rauschmuster erzeugt und ebenfalls für einen sichtbaren Detailverlust führt. Für einen Low-Budget-Film aber immer noch solide und durchaus sehenswert.


Die deutsche DTS-Spur ist eigentlich unnütz und im direkten Vergleich zur Dolby Digital 5.1-Variante lassen sich keine sonderlichen Unterschiede ausmachen. Die Synchronisation ist gut geworden und die Sprachverständlichkeit ist sehr sauber und angenehm im Klang, wobei seltsamerweise einige Dialoge auch parallel aus den Rears hallen, was wir sonst nur von schlechten Upmixes her kennen. Hier scheint irgendetwas mit der Kanaltrennung nicht in Ordnung gewesen zu sein, oder aber der vorhandene 5.1-Mix ist nichts anderes als ein "splitted Upmix", wobei uns insgesamt eine gute Räumlichkeit geboten wird, bei dem die Effekte mit viel Dynamik und Kraft aus den Kanälen hallt und die Musik für eine gute Weiträumigkeit sorgt. Für einen Independent-Film wirklich nicht schlecht und es werden uns einige saubere Umgebungsgeräusche spendiert, wobei waschechte Effekte ein wenig zu kurz kommen, denn direktional spielt sich hier nichts ab. Der niederländische Original 5.1-Mix klingt der deutschen Version sehr ähnlich, bietet aber eine bessere Balance zwischen Stimmen und Effekte, welche ein wenig natürlicher rüberkommt.



"Finish him!"

Legend Film liefert "Temmink" als Doppel-DVD-Set aus und ließ extra für diese "Signature Edition" einen deutschsprachigen Audiokommentar mit dem Regisseur anfertigen. Es ist äußerst informativ und aufschlussreich, was uns Boris Paval Conen zu erzählen hat. Er geht verstärkt auf die Schwierigkeiten und Probleme einer Independent-Produktion ein und erzählt zudem eine Menge über die Produktionsabläufe und die Dreharbeiten im Allgemeinen. Auf der Bonus-DVD dürfen wir uns über Boris Paval Conens Debüt-Kurzfilm freuen, welcher den Titel "Horror Vacui" trägt und mit einer Laufzeit von knapp 22 Minuten sehr kurzweilig und interessant ausgefallen ist.
Weiter geht es mit einem knapp 32minütigen Making of, welches entweder im Original mit deutschen Untertiteln, oder aber mit einer deutschen Voice-Over-Stimme angeschaut werden darf. Im Gegensatz zu den Hollywood typischen PR-Clips, ist dieses "Making of" sogar sehr sehenswert und durchweg unterhaltsam ausgefallen. Wir bekommen einen schönen Einblick hinter die Kulisse, erfahren mehr über die Produktion und die Dreharbeiten und zudem dürfen Macher und Darsteller zu Wort kommen, um ein wenig über den Film zu erzählen. Nun folgen 12 Minuten an "Nicht verwendeten Szenen" und ein 2minütiger alternativer Anfang. Die gekürzten Szenen wurden zudem mit deutschen und niederländischen Untertiteln versehen. Zudem hat man die Möglichkeit, die Szenen mit optionalem Regiekommentar zu schauen.
Zum Schluss gibt es noch eine Artwork/Fotogalerie, drei Trailer und ein 4minütiges Feature mit dem Titel "Location Tour", bei dem der Drehort erkundet wird. Wer jetzt noch mehr will, darf sich über ein 24seitiges Booklet freuen, welches reichlich Bilder und Hintergrundinfos zu bieten hat.


"Temmink" ist sicherlich einen Blick wert, dann aber bitte nur in der ungekürzten Fassung, welche nur in dieser hübsch aufgemachten Digipack Edition erschienen ist. Als "Signatur Special Edition" betitelt, überzeugt das Design der Box genauso wie der Inhalt, zumindest in Anbetracht einer Low-Budget-Produktion.


Film+++---
Bild+++/--
Ton+++---
Bonus+++---


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