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USA 2001
Originaltitel:Midnight Mass
Länge:98:15 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Tony Mandile
Buch:F. Paul Wilson, Tony Mandile
Kamera:Thomas Agnello
Musik:John Angier
Darsteller:Douglas Gibson, Pamela Karp, Julia Cornish, Elizabeth Vance, Mariana Matthews, St. James
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Originaltrailer
  • Bloopers/Outtakes
  • Making of - Behind the Scenes
  • Trailershow:
    • Beyond the Re-Animator
    • Pakt der Hexen
    • Ring - Spiral
    • Wenn die Glocke 13 schlägt
    • Ted Bundy
    • Shiri
Die Welt wird von Vampiren beherrscht. Pater Joe Cahill, ein katholische Priester, wurde aus seinem Kloster St. Anthony vertrieben und kämpft nun gegen das Böse. Das Oberhaupt der Vampire ist Vater Palmeri, dem eine Gruppe treu Ergebener zur Seite steht. Er versprach ihnen dafür die Unsterblichkeit. In Gwen Waters, einer jungen militanten Atheistin, hat Pater Joe unterdessen eine Verbündete gefunden. Ein letzter großer Kampf gegen das Böse entscheidet nun über die Zukunft der gesamten Menschheit.
"Wenn in der Abstellkammer kein Platz mehr ist, kommen die Vampire auf die Leinwand zurück"

Machen wir uns nichts vor, Tony Mandiles Regie-Debüt "Midnight Mass" ist ein richtiger Schnarcher geworden und zudem noch ein fehlgeschlagener Versuch die Story von "Dawn of the Dead" mit Vampiren zu verfilmen. Auch wenn es sich hierbei um eine semiprofessionelle Produktion handelt, sollte man allein schon wegen der interessanten Story mehr als einen einfallslosen Amateur-Film erwarten dürfen, aber "Midnight Mass" hat einfach nichts, was dem Vampir-Genre gerecht werden könnte. Weder Spannung noch Atmosphäre, ja nicht mal eine gehörige Portion Ironie wird hier an den Tag gelegt. Kurz gesagt: Hier herrscht Langeweile pur.
Werden wir zu Beginn noch an einem Szenario aus Romeros"Dawn of the Dead" erinnert, in dem die Nachrichten von einer sich ausbreiteten Epidemie berichten, von Vampire die unsere Welt überrennen und das Ende der uns bekannten Zivilisation Einleuten, so holt uns nach diesem zwar plakativen, dennoch gelungenen Intro die langweilige Realität schnell wieder ein. Die Kamera schwenkt durch eine trostlose Stadt und will uns damit ganz im Stil von "Day of the Dead" das Ende der Menschheit zeigen, ohne dabei aber auch nur für ein Bruchstück die Klasse des Romeroschen Vorbildes zu erreichen. Dafür wirkt alles zu "clean". Keine Leichen, kein Anzeichen von Chaos, sondern nur Leere. In dieser "Leere" treffen wir dann auf die Atheistin Gwen Waters, die den Schutz in der Sonne sucht und den Tag dazu nutzt durch die Städte zu ziehen. Zwar gibt das Tageslicht ihr Schutz vor den Vampiren, aber nicht vor ihren Dienern, welche ihren Herren Opfer suchen um auch irgendwann in den Kreis der Blutsauger aufgenommen zu werden. Gwen entkommt nur mit großer Mühe der Gang aus 4 Gruffti-Punks (wie passend und klischeehaft), die anstelle von Gwen eine Blondine, welche vom Einkaufen (Wallmarkt hat bestimmt noch auf...) zufällig um die Ecke kommt, in ihre Gewalt bringen und als Opfergabe ihren Herren, dem ehemaligen Priester Vater Palmerie darlegen. Dieser gute Eckzahn opfert das junge Ding auch schnurstracks auf dem Altar einer befleckten Kirche um seine Kinder der Nacht zu nähren. Gwen ist den Punks natürlich gefolgt und hat alles mit angesehen. Für sie gibt es jetzt nur eine Rettung: der ehemalige Priester Joe, der wegen Verdacht von Kindesmissbrauch aus der Gemeinde geschmissen wurde und seitdem ein Leben als Alkoholiker fristet. Er soll sich seine Gemeinde zurück holen und Vater Palmerie vernichten.
So weit so schlecht. Bietet "Midnight Mass" von Grund auf nette Ideen, beschränkt sich der Film auf Oberflächliches und dummes Gelabere, wenige Vampirszenen und noch mehr sinnlose Dialogszenen. Dafür, dass die Vampire die Welt regieren, ist es nachts sehr leer auf den Straßen, so leer, dass die bisher überlebende Gemeinde sich auch mal einen Spaziergang erlauben darf. Von einem richtigen Schrecken, den die Vampire ausüben, ist hier nichts zu sehen. Ganze zwei Angriffe muss sich Gwen in der ersten Stunde erwehren und das von Biestern, die alles andere sind, nur keine Vampire. In den ersten 60 Minuten wird hauptsächlich nur geredet und Gwen versucht Pater Joe zur Hilfe zu animieren. Hier werden viele Floskeln ausgetauscht und Gwen glaubt nicht, dass es Vampire sind, sondern deutet deren Panik vor Kreuzen als Psychose (und das Verbrennen bei Tageslicht ist mit Sicherheit nur eine allergische Reaktion...?).
Tony Mandiles, der sich bei "St.Andrew Girls" für die Masken auszeichnete schafft es doch tatsächlich, uns über eine Stunde zu Tode langweilen. Mal hier ein Punk, mal Dort ein Vamp... ähm Dingensbumens, aber das war es auch schon. Als Pater Joe sich dann seine Kirche zurück holen will, kommt es zur entscheidenden Schlacht, die ebenfalls kaum was zu bieten hat, außer degenerierte Vampire oder was auch immer diese Viecher darstellen sollen. Blutige, jedoch recht billige Effekte und ein Showdown der kaum langweiliger sein könnte. Nachdem man eine Stunde überstanden hat, mit der Hoffnung bei dieser "Amateur-Produktion" würde noch irgendwas kommen, möchte man aber auch bald zur Fernbedienung greifen, so nervt das Geschehen nach einiger Zeit immens. Jedes Klischee wird verheizt. Von den tätowierten Vampiranwärtern bis hin zu den SM-Schlampen. Hier wird alles dort rein gepackt wo es gerade passen könnte. Das ist wie oben schon gesagt sehr semiprofessionell und mit einer recht holprigen Kameraführung ausgestattet. Wenn man bedenkt, dass Leif Jokers "Darkness" einige Jahre mehr auf dem Buckel hat und deutlich einfacher in der Inszenierung wirkt, funktioniert dieser wesentlich besser. Auch einige deutsche Produktionen wie z.B. der Amateurfilm-Klassiker "Nachschatten" wirken in ihrem Gesamtbild einfallsreicher, als jener Versuch mit einer nicht gerade uninteressante Kurzgeschichte von F.Paul Wislon , den ultimativen Vampirfilm zu schaffen und im Endeffekt einen recht zähen und für Genreverhältnisse blutleeren Amateurschicken hinzu rotzen, dessen recht sporadisch eingesetzte Special Effects noch das Beste am gesamten Film sind, obgleich auch diese nichts neues zu bieten haben und "Midnight Mass" von daher nicht mal als Partyfilm funktionieren lassen.

Da es hier um eine very Low Budget-Produktion handelt, dürfen wir in punkto Bildqualität eigentlich nicht viel erwarten. Der Look wirkt zwar besser als bei den deutschen Amateurproduktionen, aber dennoch kann man dem Bild nicht mehr als 2 Punkte geben. Das liegt nicht etwa an dem steilen Kontrast und den unnatürlichen Farben, deren Verfälschung ein reines Stilmittel ist, sondern viel mehr an der kaum vorhandenen Detailschärfe. Auch wenn man hier versuchte mit dem Einsatz von Filtern einen besonderen Look zu kreieren, macht das Hinsehen nur wenig Spaß. Der Kontrast ist wie oben schon erwähnt, entweder zu steil oder einfach zu dunkel. Das Rauschen wurde weggefiltert inkl. Detail- und Kantenschärfe und neben recht schwachen Kompressionen, die uns eine Menge Blockrauschen im Hintergrund offenbaren, gibt es noch eine gehörigte Portion Nachzieheffekte zu bestaunen. Stilmittel hin, Stilmittel her, einer DVD wird dieses Bild nicht gerecht und da hilft auch keine anamorphe Abtastung weiter.
Auch der Ton haut keinen vom Hocker und weder der Dolby Digital 2.0 Track, noch die Dolby Digital 5.1-Spur wissen zu überzeugen. Zwar bekommen wir eine recht gute Dialogverständlichkeit geboten, aber ein richtiger Raumklang will einfach nicht aufkommen. Das gesamte Geschehen spielt sich sehr frontlastig ab und die Stimmen neigen zu Verzerrungen und in hohen Tönen übersteuert das Ganze auch leicht. Der Dynamikumfang ist gleich Null und auch der Subwoofer bekommt kaum was zu tun. Die englischen Tracks bieten eine deutlich schlechtere und dumpfere Dialog- und Soundwiedergabe, unterscheiden sich anonsten nicht sonderlich von der deutschen Variante. Optionale deutsche Untertitel wurden leider weg gelassen.
Das Bonusmaterial hingegen ist interessanter als der gesamte Film und bietet mit "Midnight Mass - Behind the Camera" ein nettes und umfangreiches Making of mit einer Spielzeit von knapp 38 Minuten. Hier kommen nicht nur Cast & Crew zu Wort, sondern zwischendrin werden immer wieder Ausschnitte aus den Dreharbeiten gezeigt.Leider ist hier die Dialogverständlichkeit recht schlecht ausgefallen und auf eine Untertitlung wurde hier ebenfalls verzichtet. Unter "Bloopers/Outtakes" finden wir, wie es der Titel schon verdeutlicht, verpatzte Szenen und neben einer obligatorischen e-m-s-Trailershow gibt es noch den "Originaltrailer" von "Midnight Mass" zu sehen. Insgesamt alles andere als viel, aber immerhin unterhaltsamer als der Hauptfilm.

Was bleibt am Ende also nur noch zu sagen, außer das "Midnight Mass" ein missglückter Versuch ist, neues Leben in den ach so toten Vampirfilm zu bringen und dabei selbst deutsche Filme wie "Rigor Mortis" und "Midnights Calling" in punkto schlechte Inszenierung, verwackelte Kamera und dümmliche Dialoge in den Schatten stellt? Selbst das Ausleihen lohnt sich nicht, außer man weiß mit seiner Zeit nichts besseres anzufangen.


Film+-----
Bild++----
Ton++----
Bonus++----


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