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KR 2000
Originaltitel:Haebyeoneuro gada
Alternativtitel:-
Länge:85:10 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:In Soo Kim
Buch:Seung-jae Baek, Jin-soo Noh, Mi-young Park, Hae-won Shim, Kwang-soo Son
Kamera:Yoon-soo Kim
Musik:Jun-Seok Bang, Young-ook Cho
Darsteller:Hyun-Jung Kim, Dong-kun Yang, Seung-chae Lee, Jeong-jin Lee, Hyun-kyoon Lee, Tae-seong Jin, Se-eun Lee
Vertrieb:I-On
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Kor), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Koreanisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Wendecover
  • Trailer dt. (2:51 Min.)
  • Trailer kor. (2:39 Min.)
  • Making Of (16:06 Min.)
  • Trailershow:
    • Another Heaven (1:28 Min.)
    • Gonin 2 (1:51 Min.)
    • Nightmare (0:58 Min.)
    • The Dead Hate The Living (1:44 Min.)
    • The Wanderers (2:16 Min.)
    • Wheels (1:55 Min.)
Eine Gruppe von Chatfreunden trifft sich zu ausgedehnten Strandurlaub. Blauer Himmel, feinster Sandstrand, strahlender Sonnenschein und saftiger Sex sorgen für eine beschwingte Stimmung in der Clique. Ein perfekter Urlaub voller Freude und Spaß. Es hätte eine so schöne Zeit sein können, wäre da nicht dieser geheimnisvolle Killer, der mit allerlei ausgefallenen Mordmethoden die Idylle jäh zerstört. Während sich die Anzahl der Jugendlichen immer mehr dezimiert, färbt sich der Strand blutrot. Für den kläglichen Rest der Gruppe heißt es daher: Überleben! Und zwar um jeden Preis!
So amerikanisch wie "Bloody Beach" sind asiatische Produktionen selten. Es mag daran liegen, dass Kim In-Soos Regiearbeit ein reinrassiger Teenie-Slasher ist, der die gern verwendeten, Genre fremden Einflüsse gänzlich herauslässt und ein Drehbuch verwirklicht, was derart schon vor 20 Jahren geschrieben worden sein könnte. Denn bis auf zwei Neuerungen (Handys und Internet fähige Computer - ein hoch auf die moderne Kommunikation!) bleibt für den Fan von Campmetzeleien alles beim Alten - "von frischem Wind im angestaubten Genre" (Zitat: Backcovertext) keine Spur.


Aber beginnen wir bei der Eröffnung des Filmes, die sich schon bestens bei der von Argentos "Sleepless" bedient und ebenso einer Göre den Abgang im leeren Zugabteil beschert. So optisch reizvoll wie im zitierten Giallo ist das Endprodukt zwar nicht, aber darum geht es schließlich auch gar nicht. Fakt ist, dass man hier eine einigermaßen spannende und durchaus blutige Einführung vorgesetzt bekommt, die definitiv Lust auf mehr macht, auch wenn man bis hierhin kaum Innovation entdecken durfte. Nun kommt aber erst einmal eine lange Durststrecke auf den Zuschauer zu, denn die 8 Jugendlichen, die sich vorab nur über einen Internetchat kennengelernt haben, freuen sich schon alle wie verrückt auf ein heißes Wochenende im Landhaus voller Sex, Drugs und Rock'n'Roll. Erinnert mich irgendwie an das jährliche Wicked-Vision-Forentreffen, nur das dort unwesentlich weniger Blut floss, die Stimmung deutlich besser war und die Gäste ihre Pickel- und Prügelepoche schon hinter sich gelassen hatten. Von hier an schleppt sich der Film für die grob gerechnet nächste halbe Stunde von einer Banalität zur nächsten und ich hatte durchaus irgendwie das Gefühl, hier wäre willentlich gestreckt worden - Teenie-Quatsch, komm in die Puschen!


Seid beruhigt, Horrorfans, zum Ende hin wird es wieder besser und man hat sogar des Gefühl es wird wieder ein bisschen mehr "old school". Das fängt mit leichten Stichelein (verbaler Art, wohlgemerkt) innerhalb der Gruppe an, die sich gegenseitig den Tod eines unbeliebten, ehemaligen Chat-Mitglieds in die Schuhe schieben und sich langsam aber sicher gänzlich die Ferienstimmung versauen. Jeder der 8 bekommt seltsame Nachrichten und eMails, die wohl nur von einem kommen können: Dem Sandmann (eine Namengleichheit zu einem narbengesichtige Psychopath in einem bekannten Gefängnisthriller ist rein zufällig), einem offensichtlich Irren, der die Clique nach und nach meuchelt. Natürlich weiß der Gute, was die Jungs und Mädels letzten Sommer getan haben *räusper*, legt seine Matrosenkutte an und beginnt mit seinem blutigen Handwerk. Dies ist definitiv ein Highlight des Filmes, denn wenn auch nicht ununterbrochen gesuppt wird, so gerät der Horrorfan durch die expliziten und sehr professionell verarbeitetem Effekte durchaus in Verzückung, wenn auch einige davon äußerst plakativ in die Handlung eingebaut worden (Stichwort: Tödlicher Traum am Strand). Ob nun schlicht mit Messer bewaffnet, eine Heckenschere zückend ("The Burning" lässt schön grüßen!) oder gar mit einer Axt agierend, die gräusliche Wunden zaubert - der Regisseur wusste worauf es ankommt, wenn die Story schon 08/15 ist.
Die hat zumindest soviel Würde, als dass sie die gackernden Hühner und Gockel, die trotzdem noch weitaus weniger aufgesetzt agieren als einige ihrer Kollegen und Kolleginnen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, nicht gänzlich unvorbereitet naiv ans Messer liefert. Dem Spannungsbogen, der eigentlich erst im letzten Drittel erkennbar wird, hilft das ungemein, denn der Clinch untereinander lenkt gut von der wahren Identität des Hinterlistigen ab und bald findet sich jeder von ihnen im typischen Slasher-Szenario wieder: Man ist auf sich allein gestellt und muss um sein Leben laufen. Und hier wirds definitiv wieder unterhaltsam, denn wenn es einem Kiddie an den Kragen geht, dann deftig und teilweise sogar mit einer unverblümt schwarzen Art. Kann mich zumindest nicht erinnern, schon mal so einen makabren Zweikampf "Motorradfahrer gegen Jeep" gesehen zu haben, das grenzt fast schon an die Genialität von "Very Bad Things". Und ich hätte es auch nicht geglaubt, dass die Jagd aufs letzte Opfer doch noch einmal so etwas wie Nervenkitzel und sogar einen extrem kultigen Schluss hervorbringt.


Ich frag mich, warum fast ausschließlich asiatische Produktionen stets diesen kargen Look mit sich führen, als ob dies dort als Stilmittel angesehen wird. In den ersten Minuten mag man noch den Kontrast bemängeln, der zwar alles deutlich darstellt, aber auch ein wenig milchig abgestimmt ist, spätestens ab der ersten Außenaufnahme bei Tag (ab 6:58 min) fallen aber auch die etwas bleichen Farben (es fehlen Rotanteile) auf, die den "Blutigen Strand" oft aussehen lassen wie den Strand der Normandie zur Zeit der Landung der Alliierten. Die Schärfe bewegt sich insgesamt im durchschittlichen Bereich, wenn auch einige Szenen (besonders nachts) nur wenig klar definiert sind und ein Bildrauschen fällt auch nicht auf. Dafür aber kleine Kratzer und Bilddefekte, die in einigen Szenen einfach zu häufig für eine derart neue Produktion auftreten. Die Kompression äußert sich nur durch leichtes Blockrauschen. 3 Punkte mit Aufwärtstendenz.
Der deutsche Ton ist sehr klar und anfangs auch sehr dynamisch, ein Rauschen bemerkt man nicht. Der Bass hat im 5.1-Ton ein paar leichte Einsätze und der Raumklang wird zwar nicht von direktionalen Effekten bestimmt, man hat sich aber Mühe gegeben, den hinteren Boxen gelegentlich Arbeit zu geben, um ihn vom Stereoton abzuheben. Gegenüber dem Koreanischen hat der deutsche Ton wesentlich mehr Pepp und die Dialoge sind weniger dumpf. Dafür sind aber auch die Synchronsprecher höchstens drittklassig, was genauso nervig sein kann wie die häufig unübersetzten koreanischen Bildschirmeinblendungen, die auch nicht von den deutschen Untertiteln aufgeführt werden. Knappe 4 Punkte, wobei ich die Synchronisation nicht habe mit einfließen lassen.
Für 'ne Special Edition ist das Gebote im Bonusbereich aber etwas dürftig. Neben den standardmäßig vertretenen Trailern wird ein Making Of im Originalton geboten. Hier fehlt einfach eine Übersetzung bzw. Untertitelung, um einige Szenen zu verstehen. So bleiben nur ein paar kurze Einblicke hinter die Kulissen der Special Effects und der Szenenproben. Die Menus sind in ihren Übergängen animiert und stets mit Musik unterlegt und die DVD hat ein Wendecover.


Unter seiner Konkurrenz betrachtet ist "Bloody Beach" sicherlich einer der besseren Vertreter des Genres, da er es bis auf einen schwachen Mittelteil versteht, eine gesunde Mischung aus Spaß und Verderbnis zu inszenieren. Da das Genre aber so ausgelutscht ist wie eine blitzblanke Schüssel Schokopudding, muss ich meine Empfehlung den Fans dieser Spielart aussprechen. Die deutsche DVD verdient kaum die Betitelung "Special Edition", Bild und Ton sind aber noch im grünen Bereich, schließlich ist's ja auch keine Majorproduktion.


Film+++---
Bild+++---
Ton++++--
Bonus+-----


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NewsBloody Beach
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