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USA, CAN, D 2003
Originaltitel:House of the Dead
Alternativtitel:House of the Dead - Der Film
Länge:86:32 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Strafrechtlich unbedenklich / Juristisch geprüft
Regie:Uwe Boll
Buch:Dan Bates, Mark A. Altman
Kamera:Mathias Neumann
Musik:Reinhard Besser
SFX:John Sleep
Darsteller:Jonathan Cherry, Tyron Leitso, Clint Howard, Ona Grauer, Ellie Cornell, Will Sanderson, Enuka Okuma, Kira Clavell, Sonya Salomaa, Michael Eklund, David Palffy, Jürgen Prochnow, Steve Byers, Erica Parker, Birgit Stein, Jay Brazeau, Adam Herrington, Colin Lawrence, Ben Derrick, Elizabeth Rosen, Bif Naked, Penny Phang, Kris Pope, Mashiah Vaughn-Hulbert
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Trailer (Deutsch, Englisch)
  • Audiokommentar von Uwe Boll, Wolfgang Herold und Mathias Neumann (deutsch)
  • Making of (13:39 Min.)
  • 10 Interviews: (15:33 Min.)
    • Uwe Boll
    • Mathias Neumann
    • Jürgen Prochnow
    • Clint Howard
    • Jonathan Cherry
    • Ona Grauer
    • Elly Cornell
    • Will Sanderson
    • Tyron Leitso
    • Sonya Salumaa
  • Musikvideo: Codetrasher - Danger (4:20 Min.)
  • Musikvideo: The Horror Boogies - The rotten smell (7:21 Min.)
  • Trailershow:
    • Dead End
    • The Fog
    • Malefique
    • Killing Words
    • Battle Royale 2
    • Monster Man
    • The Howling - Das Tier
Die College Kids Cynthia, Greg, Karma und Alicia wollen das Ende des Frühjahrssemesters ausgiebig feiern. Da kommt ihnen die Rave-Party auf einer verlassenen Insel gerade recht. Doch die vier kommen zu spät - das Boot mit den Partygästen hat bereits abgelegt. Um doch noch mitfeiern zu können, überreden sie den Bootsmann Victor Kirk (Jürgen Prochnow), sie zu der Insel zu bringen. Doch statt tanzender Menschenmassen treffen sie auf Horden metzelnder Zombies. Diese haben die Tänzer bereits zum Frühstück verdrückt und warten jetzt auf einen Nachtisch. Ein unvergleichlicher Kampf auf Leben und Untod beginnt ...
Die Verfilmung von Videospielen ist spätestens seit "Tomb Raider" und "Resident Evil" salonfähig. Jedoch während diese beiden Vertreter, zumindest ansatzweise, Substanz und Charaktere besaßen, ist "House of the Dead" ein plakativer 3-D-Shooter ohne Hirn und großartige Geschichte, in dem der gewinnt, der am schnellsten den Zeigefinger bewegen kann. Warum also daraus einen Kinofilm drehen? So wirklich wissen tut das wohl nur Uwe Boll selber, der hier, gemessen an dem schmalen Budget von 7 Millionen Dollar, einen völlig unglaubwürdigen, aber immerhin unterhaltsamen Film abliefert, der seinen B-Ursprung nicht verleugnet.
Über den Plot selbst darf und sollte man sich von Anfang an keine Gedanken machen, da er nicht mal versucht ansatzweise intelligent oder logisch zu sein. Auf einer abgelegenen Insel wird jedenfalls eine Rave-Party veranstaltet, jedoch hat eine Clique die Abfahrt dorthin verpasst, so dass sie den Captain Victor Kirk (Jürgen Prochnow) für eine stattliche Summe engagiert, um doch noch auf ihre Party zu kommen. Dort wird inzwischen fleißig getanzt, gepoppt und viel nackte Haut gezeigt. Man verhält sich eben so, wie man es aus diversen "Freitag, der 13."-Teilen in den 80ern gelernt hat. Schauspielerisch bewegt man sich durchgehend, mal abgesehen von einem routinierten Prochnow, in einer talentfreien Zone. Boll castete eine Horde junger Schauspieler, die nur eine Gemeinsamkeit haben, sie sehen alle überdurchschnittlich gut aus, sind aber aufgrund der Leistungen eine Beleidigung ihrer Zunft.
Endlich auf der Insel angekommen dauert es noch bis endlich losgemetzelt wird, da die ersten Morde, abseits der Party, vorerst im Off gezeigt werden und keine Details zu bieten haben. Ohne über die Vorkommnisse aufgeklärt zu werden, findet die Truppe dort ein zerlegtes Camp vor, verhält sich aber (natürlich!!) wider jeglicher Vernunft und poppt erst mal munter drauf los. Die Gruppe trennt sich, Zombies huschen schemenhaft durch den Wald und bis hierhin kann man schon das erste Fazit bezüglich Bolls Arbeit ziehen. Man muss zugeben, dass er immerhin mit der Kamera umgehen kann und dem Film so einen professionellen Anstrich verpasst, doch leider fehlt ihm (auch in Folge) jegliches Gespür für Spannung und Dramatik. Die Toten gehen dem Zuschauer, genau wie der hirnlose Plot "am Arsch vorbei". Nachhilfe sollte er dazu ergänzend in Sachen Schnitttechnik nehmen. Ist die Idee, bei Szenenübergängen kurze Spielszenen einzubauen, anfangs noch ein nettes Gimmick, häufen sie sich im weiteren Verlauf leider, auch wenn sie stets nur Sekundenbruchteile zu sehen sind. Nicht ungeschickt versucht er damit die abrupten Setwechsel zu vertuschen, bei denen die Protagonisten im unheimlichen Wald wandernd, zum Beispiel plötzlich wieder auf den Resten der Party stehen. Die Sets an sich sind übrigens liebevoll und detailreich gestaltet, sehen in ihrer Perfektion aber deutlich nach Studiobauten Marke "Center Park" aus und wirken leider nicht sonderlich natürlich. Selbst das Make-up der Zombies kann sich sehen lassen.
Man mag über Zombies denken was man will. Hier können sie nicht nur schnell laufen, sondern auch schwimmen, klettern und sehr weit springen, was in Folge zu Problemen führt: Die Insel kann nicht mehr verlassen werden. Glücklicherweise schmuggelt Captain Kirk aber ganz zufällig Waffen jedes Kalibers, so dass sich ganz in Ruhe mit Waffen (denen nie die Munition ausgeht ;-)) von Pistole, über Shotgun, bis zum Maschinengewehr, alles was ordentlich rummst, in die Taschen gesteckt wird, um den Kampf gegen die Untoten aufzunehmen. Angeregt durch ein paar blutige, mitunter splattrigen, Kills vorweg, wird sich auf einem Friedhof mit der Horde von Zombies duelliert. Dies stellt dann auch gleichzeitig den Filmhöhepunkt dar und Boll fährt alles auf, was er an Effekten zu bieten hat: Bullet-Time, 360°-Kameraschwenks, Wirework, Slow- und Fastmotion, schnelle Schnittkollagen, viele blutige, splattrige Shoot-Outs, Headshots im Dutzend, etwas Martial-Arts und einen stattliche Anzahl von Explosionen, ausgelöst durch Dynamit und Handgranaten. Das Inferno sieht überraschend gut aus, wirkt aber in seinem Effekt- und Stilmitteloverkill etwas unübersichtlich, während die knüppelnde Mucke leider etwas unpassend gewählt worden ist. Knapp gerettet, natürlich nicht ohne Verluste, deren Plotausstieg dann an das Game angelehnt wird, muss man später noch eine Konfrontation mit einer Legende überstehen, um sich schließlich retten zu können. Sicher, der Plot, sein Verlauf, hirnrissige, um Klassikerzitate bemühte Dialoge und vor allem die Charaktere, die sich später in absolute Waffenexperten verwandeln, sind wohl das Stupideste und Einfallsloseste, das man seit Jahren aus dem Genre geboten bekam, aber was sollte man auch aus so einer Vorlage herausholen? Fast die gesamte Riege wurde wegen ihres Aussehens engagiert, wobei man Boll aber Geschmack für das weibliche Geschlecht attestieren muss ;-), agiert aber dermaßen hölzern, dass man teilweise ihren Filmtod herbeisehnt. Dennoch schafft es Uwe Boll, abgesehen vom etwas langatmigen Beginn, durchweg ein Unterhaltungsniveau zu erhalten, das den Zuschauer bei der Stange hält. Ab der Filmmitte glaubt man sich dann sowieso in einem überlangem Musikclip zu befinden, den man unbedingt zu Ende gucken möchte, nur um hinterher zu wissen, wer heil von der Insel kommen soll.

Das Bild der uns vorliegenden DVD aus dem Hause Kinowelt ist überraschend gut ausgefallen und überzeugt durch seinen hervorragenden Kontrast, der in den vielen dunklen Szenen nicht in die Knie geht. Detail- und Kantenschärfe befinden sich ebenfalls auf einem hohen Niveau, wobei die Schärfe in einigen Szenen etwas besser hätte ausfallen dürfen. Die Farbgebung ist ebenfalls sehr gut und überzeugt durch kräftige und satte Farben. Rauschen oder analoge Defekte fallen nur ganz selten auf, lediglich die Kompressionen machen sich durch minimales Blockrauschen im Hintergrund bemerkbar.
Auf tonaler Ebene kann diese DVD ebenfalls überzeugen. Der 5.1 Track weist eine sehr räumliche Abmischung auf, in der die Effektlautsprecher ständig zum Einsatz kommen und neben Umgebungsgeräuschen werden wir mit vielen direktionalen Effekten belohnt. Auch der Subwoofer wird ordentlich genutzt und rundet diesen dynamischen Raumklang ab, der zudem noch eine hervorragende Sprachverständlichkeit aufweist. Unterschiede zur englischen Tonspur gibt es keine nennenswerten. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.
Das Bonusmaterial kann im Vergleich zur Bild- und Tonqualität kaum bis gar nicht überzeugen. Die Musik-Clips entpuppen sich als einfache Tracks, die in einem "Windows Media-Player" ähnlichem Design abgespielt werden. Das 13-minütige Making Of beinhaltet fast ausschließlich nur Filmszenen und wirkt wie der längste Trailer der Welt (typischer PR-Müll halt). Die 10 Interviews mit einer Laufzeit von insgesamt knapp 15 Minuten sind ganz nett ausgefallen, aber wenig interessant. Das Interview mit Regisseur Uwe Boll z.B. kann nicht wirklich ernst genommen werden. Wer den Film gesehen hat, weiß warum und auch der Audiokommentar von Uwe Boll, Wolfgang Herold und Mathias Neumann ist ein Witz und mehr als peinlich. Dass der Mann nicht mit Kritik umgehen kann und sein Unvermögen Filme zu machen durch seine Arroganz zu überspielen versucht, haben einige Filmkritiker bereits am eigenen Leib zu spüren bekommen und bei diesem Audiokommentar fällt einem erst mal so richtig auf, wie ernst Boll seinen Film sieht und anscheinend der Meinung ist, hier etwas richtig gutes auf die Beine gestellt zu haben. Der Audiokommentar wurde in Deutsch gesprochen, was zum einen daran liegt, dass Bolls Englisch recht mies ist. Aber der Kommentar an sich ist noch viel mieser und wie oben schon erwähnt recht peinlich. Das Ganze wirkt absolut amateurhaft und zwischendurch hört man mal Hunde bellen, Handys klingeln und Personen raus oder rein kommen. Hier hätte man sich etwas Zeit nehmen sollen, etwas vernünftiges zu produzieren, aber dies tat man ja schon beim Film nicht. Zum Schluss gibt es den Original-Trailer in deutsch und englisch, sowie eine Kinowelt-Trailershow.

"House of the Dead" ist nicht das erwartete Desaster, sondern Edeltrash in Reinkultur. Der Plot ist zum Haare raufen, die Dialoge zum aus der Haut fahren und die fehlenden Talente der Charaktere in ihrer Anzahl unglaublich. Dennoch macht der Film über weite Strecken Spaß, sind die mit Stilmitteln überladenen Fights gegen eine Überzahl von Zombies doch unterhaltsam inszeniert und fährt Uwe Boll Horror- und B-Movie-Klischees gleich so offensichtlich auf, dass dies einfach beabsichtigt sein muss ;-). Da die Schauspieler sich qualitativ an das Script anpassen und Dramatik wie Spannung überhaupt nicht vorhanden sind, bleibt ein mittelmäßiger Horrorflick, den ich weit schlimmer erwartet hatte. Kurzweilig, spaßig und mit deutlichen Mankos zwar, aber es muss ja nicht immer Shakespeare sein. Dennoch hätte eine ordentliche Portion Selbstironie ihrem Werk gut getan, Herr Boll.
Über die Bild- und Tonqualität der DVD kann man wirklich nichts negatives sagen und man hat hier wirklich alles herausgeholt, aber die Extras sind unsäglich und teilweise peinlich. Wer auf Trash steht und dabei noch seiner Heimkinoanlage eine sehr gut produzierte DVD bieten will, der sollte hier einmal reinschauen. Alle anderen sollten beim Thema Zombiefilm lieber an "Resident Evil" oder dem "Dawn of the Dead"-Remake halten ...


Film+++---
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++----


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House of the Dead 2
NewsUwe Bolls "House of the Dead - Funny Version" von Splendid
IMDb.com OFDb.de



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