Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
KR 1999
Originaltitel:Swiri
Alternativtitel:Shiri - Explosive Score
aka. Nom de code: Shiri
aka. Sheng si die bian
aka. Shuri
Länge:125:21 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Kang Je-kyu
Buch:Kang Je-kyu
Kamera:Sung-Bok Kim
Musik:Dong-jun Lee
Darsteller:Han Suk-kyu, Choi Min-sik, Kim Yoon-jin, Song Kang-Ho, Yun Ju-Sang, Park Yong-Wu, Park Eun-Suk, Nam Myeong-Ryeol, Jo Deok-Hyeon, Park Jong-Mun, Jeong Jin-Oh, Kim Su-Ro
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Specials:
Film-DVD:
  • Trailershow:
    • 2000 Lost Memories
    • Fulltime Killer
    • Running out of Time 2
    • The Nameless
    • Second Name
Bonus-DVD:
  • The Making of Shiri (31:39 Min.)
  • Die Stunts & Spezialeffekte (8:45 Min.)
  • Beschwörung guter Geister (0:35 Min.)
  • Hinter den Kulissen von "Shiri" (41:01 Min.)
  • Musikvideo - When i dream (4:44 Min.)
  • Original Trailer
  • Original TV-Spot
  • Original Japanischer TV-Spot
  • Slideshow
Eine Bande nordkoreanischer Terroristen entwendet einen neu entwickelten Sprengstoff, um die Staatspräsidenten Nord- und Südkoreas wie auch alle Zuschauer während eines Fußballspiels in die Luft zu jagen. Nur Ryu und Lee, zwei südkoreanische Geheimagenten, können die Spur der Terroristen aufnehmen ... aber können sie auch das Attentat verhindern?
Wenn man vom Aushängeschild des koreanischen Kinos hört, ist in 9 von 10 Fallen "Shiri" gemeint. Der dortige Kassenschlager übertrumpfte seinerzeit sogar "Titanic" und steht vom Niveau seiner Inszenierung den amerikanischen Pendants in nichts nach. Hier wurde Erfolg geplant und das Rezept ging auf, obwohl auch bei "Shiri" einiges im Argen liegt.
Der Beginn ist mörderisch und zwar im wahrsten Sinn des Wortes, denn so wird nur in Asien gesuppt. In den ersten zehn Minuten zelebriert Regisseur Kang Je-kyu ein Terroristentraining, das sich gewaschen hat. Die klischeehafte, mit vielen Vorurteilen gespickte Einstellung des Films gegenüber Nordkorea hat hier zwar einen grafischen Höhepunkt, setzt sich im Film aber leider nahtlos fort. Das Gezeigte ist herb, blutig und nichts für schwache Nerven. Die Terroristen müssen lebendig gefesselte Südkoreaner aufschlitzen. Wer nicht spurt, der wird abgeknallt. Stolz werden die abgehackten Köpfe vorgeführt. Das Training ist hart, aber am Ende steht ja der Kampf für ein vereintes Korea. Derweil produziert der reiche Süden einen neuen Kampfstoff: CTX, ein scheißgefährliches Zeug, das sich eine Gruppe von nordkoreanischen Terroristen beim erstbesten Versuch unter den Nagel reißt. Die beiden auf den Fall angesetzten Cops Jong-Won Yu (Suk-Kyu Han) und Jang-Gil Lee (Kang-Ho Song) hinken ihren Zielen ständig hinterher, suchen den Verräter in den eigenen Reihen und misstrauen sich bald gegenseitig. Wer ist also das Leck? Wer genau aufpasst, erkennt es schon sehr früh, was die Überraschung am Ende kaputt macht.


Actionmäßig macht "Shiri" richtig Laune, denn, obwohl die ewige Kamerawackelei etwas nervt, ist unheimlich viel Tempo und Abwechslung mit im Spiel. Gestorben wird blutig und zahlreich, Munition gibt es im Überfluss. Nervig ist aber der Dilletantismus jeglicher Spezialeinheiten oder Soldaten, die grundsätzlich nur als Kanonenfutter für die Handvoll Terroristen herhalten. Mag sein, dass die bösen Buben aus dem Norden ein tolles Training hinter sich haben, aber in jeder größer angelegten Schießerei zahlenmäßig weit überlegene Einheiten ins Jenseits zu befördern, ist dann doch etwas zuviel des Guten. So dreist gehen nicht mal einschlägig bekannte B-Regisseure vor. Die haben nebenher bemerkt indes meist bessere Explosionen als "Shiri" zu bieten. Die stammen hier dann doch alle mit mittelmäßigem Erfolg aus dem Computer.
Wie in asiatischen Filmen üblich wird sich in aller Ausführlichkeit den Charakteren hingegeben. Später soll man erfahren warum. Die Vergangenheit der wichtigsten Figuren verkompliziert das Finale nämlich. Eine Love-Story wird zu breit getrampelt und nach 125 Minuten wird man das Gefühl nicht ganz los, dass man sich auch 15 Minuten kürzer hätte fassen können. Immerhin bleiben die Charaktere somit nicht ganz so oberflächliche Stereotypen. Neben einer zu komplizierten Erzählung fallen immer wieder angerissene und dann nicht fortgesetzte Themen negativ aus. Der blutige Beginn hat für den weiteren Film keinen weiteren Nutzen, das Misstrauen der beiden Freunde wird umgehend weggewischt. Hinzu gesellen sich einige sehr holprige Szenenübergänge, die von einem schlampigen Finalcut zeugen. Da hilft auch das pseudotiefsinnige Motivspiel mit den Fischen nicht mehr viel.

Jedes mal aufs Neue könnte man sich darüber aufregen, wie die Asiaten mit ihren Filmen umgehen. Es gibt kaum einen fernöstlichen Film, der auf DVD wirklich glänzt. Oftmals bietet man den Labels nur üble VHS-Master an, die von einer DVD oder im schlimmsten Fall einer Video-CD gezogen wurde, was dazu führt, dass man oftmals auf eine HK-DVD als Master ausweichen muss. Gerade die deutschen Labels haben es unheimlich schwer und es ist schlimm wie die Fans oftmals ihren Unmut über die Bildqualität bei den falschen Leuten kundtun. Viele verstehen einfach nicht, dass man den Firmen meist nicht Besseres anbietet und auch wenn eine ausländische DVD deutlich bessere Qualität hat, liegt es oftmals daran, dass die Firmen hier einfach Heimvorteil haben. Es hört sich zwar blöd an und ist mit Sicherheit kein Trost, aber es ist nicht selten, dass ein Master nach der DVD-Auswertung plötzlich ganz aus Versehen gelöscht wird und der Lizenzgeber als Entschädigung eine Kopie der erstellten DVD bekommt. Auch verschwinden hier plötzlich Original-Negativ oder die sind nach nur wenigen Monate in einem miserablen Zustand.
Auch wenn dies jetzt eigentlich nichts zur Kritik der Bildqualität beiträgt, musste dieses Statement an Ort und Stelle einmal raus, da wir immer wieder Leserbriefe erhalten oder es auch immer öfter in Foren lesen, dass man deutsche Asia-Veröffentlichungen meiden sollte. Ich hoffe wir haben jetzt einmal klar gestellt wie viel Mühe sich die Labels geben um immer das Bestmögliche herauszuholen und man dies nicht damit honorieren sollte, sich die HK-DVD zu kaufen und ohne die Hintergründe zu wissen auf die deutschen Verleiher zu schimpfen.
So jetzt aber genug der Ausschweifungen und ein paar Worte zum Bild dieser "Shiri"-DVD aus dem Hause e-m-s. Der anamorphe Transfer fällt in erster Linie durch seine recht dürftige Bildschärfe auf. Die Detailschärfe bietet gerade mal ausreichendes Niveau und bei schnellen Bewegungen gibt es noch einmal Einbußen in punkto Bildschärfe. Die Farbsättigung wirkt natürlich und gibt sich sehr kräftig. Dafür ist der Kontrast deutlich zu steil und neigt vor allem in hellen Szenarien zu Überstrahlung. Bildrauschen ist kaum auszumachen und gibt sich nur leicht im Hintergrund zu erkennen, dafür fallen die Schwächen in den Kompressionen aber umso deutlicher auf und so gibt es im Hintergrund Blockrauschen und Artefaktebildung zu bemängeln. Defekte und Verschmutzungen treten auch auf, dies ist aber nicht weiter schlimm und kennt man bereits von asiatischen Produktionen. Insgesamt ist das Gezeigte anhand des zu steilen Kontrastes und der schwachen Schärfe gerade mal ausreichend. Hätte man die Bewegungsunschärfe in den Griff bekommen, hätte man mit Wohlwollen noch 3 Punkte geben können, so sind es aber gute 2, mehr ist einfach nicht drin.
Der Ton kann hier schon deutlich mehr überzeugen, ist aber dennoch nicht als perfekt zu bezeichnen. Ein großer Pluspunkt direkt zu Beginn ist wohl die Tatsache, dass die Rear-Speaker auch in ruhigen Momenten immer was zu tun haben und seien es nur schnöde Umgebungsgeräusche. Leider wirkt das Klangbild insgesamt einfach nicht überzeugend genug und viel zu frontlastig. In den Actionszenen rumst es zwar ordentlich und insgesamt fällt hier eine starke Bassabmischung auf, aber hier hätte man sich eine dynamischere und vor allem räumlichere Abmischung gewünscht. Direktionale Effekte treten leider viel zu wenig auf, weshalb man hier das "Mittendrin"-Gefühl vermisst. Die deutsche DTS-Spur ist wie fast immer recht unnötig und wirkt nur minimal druckvoller als die Dolby-Spur. Dass die Originalspur hier ebenfalls in Dolby Digital 5.1 vorliegt ist sehr erfreulich und optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten. Der Originalton klingt weniger künstlich, fehlt es aber deutlich an dem kräftigen Tiefenbass der deutschen Spur. Insgesamt kann man mit allen Tonspuren noch recht zufrieden sein, aber bei einem Actionfilm erwarten wir einfach mehr.


Das Bonusmaterial macht die Schwächen in Bild und Ton aber fast wieder wett. Neben den obligatorischen Bildergalerien, Trailern und TV-Spots gibt es ein mit knapp 32 Minuten sehr umfangreiches "Making of" zu bewundern. Natürlich lässt sich der PR-Charakter nicht verleugnen, aber wir bekommen hier neben vielen Statements der ihre Rollen vorstellende Darsteller und der Filmcrew eine Menge Eindrücke vom eigentlich Dreh mit und man erfährt unter anderem, dass die Crew gegen die Zeit kämpfte und sich die Darsteller nicht gerade wenige Verletzungen zuzogen. Das gesamte Making of liegt deutsch untertitelt vor, selbst die Dreharbeiten wurden mit Untertitel versehen, was wirklich als eine Seltenheit angesehen werden kann und einen dicken Pluspunkt einbringt. Ein "Making of", was einmal mehr zeigt, dass Dreharbeiten in Asien auf keinen Fall ein Zuckerschlecken sind.
Das knapp 9minütige Featurette "Die Stunts & Spezialeffekte" gibt uns noch einmal ein paar Einblicke in die Stunts und Special Effect-Arbeiten und lässt die Experten zu Wort kommen. Ebenfalls sehr interessant, aber auch viel zu kurz. Unter "Beschwörung guter Geister" sehen wir ein Crew-Mitglied, welches die "guten Geister" vor den Dreharbeiten darum bittet, den Dreharbeiten beizustehen und dem Regisseur zu helfen einen großartigen Film zu erschaffen. "Hinter den Kulissen von Shiri" ist noch mal ein sehr ausführliches und knapp 42minuten langes Making of. Das Ganze wird unkommentiert gezeigt und liegt uns deutsch untertitelt vor. So was wünscht man sich öfters gerade bei Hollywood-Produktionen, die bisher kaum einen so detaillierten Einblick hinter die Kulissen eines Films boten. Zum Schluss gibt es dann noch das Musikvideo "When I dream", welches das überaus umfangreiche Bonusmaterial abrundet.

"Shiri" ist ein netter Actionthriller aus Südkorea, der seinem Ruf aber nicht ganz gerecht wird. Die Actioneinlagen sind zwar toll, aber zu hektisch inszeniert und langweilen mit ihrer Einfallslosigkeit. Während die Schauspieler in Ordnung gehen, stören das zu ausführliche Charaktergeplänkel (Ich will Action oder Spannung und keine verquaste Lovestory) und die etwas schlampigen Inszenierungsmängel. Ansehbar, aber ich bleibe dann doch lieber bei "Tube".
Die DVD macht zumindest bei den Extras den Namen "Special Edition" alle Ehre. Bild und Ton sind allenfalls durchschnittlich. Für Fans gibt es noch eine "Limitierte Auflage" in einer übergroßen Tinbox mit Prägung. Bleibt noch zu erwähnen, dass man es geschafft hat trotz diverser recht expliziter Gewaltszenen mit einer FSK16-Freigabe durch zu kommen. Allein die explodierende Frau wäre damals ein Griff zur Schere wert gewesen. Es passieren noch Zeichen und Wunder.


Film+++---
Bild++----
Ton++++--
Bonus+++++-


Druckbare Version
  
NewsVerleihtitel von e-m-s im April
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.