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HK, UK, TH, SG 2002
Originaltitel:Jian gui
Alternativtitel:Khon hen phi
aka. Seeing Ghosts
Länge:94:03 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Oxide Pang Chun, Danny Pang
Buch:Jo Jo Yuet-chun Hui, Oxide Pang Chun, Danny Pang
Kamera:Decha Srimantra
Musik:Orange Music
Darsteller:Angelica Lee, Lawrence Chou, Chutcha Rujinanon, Yut Lai So, Candy Lo, Yin Ping Ko, Pierre Png, Edmund Chen, Wai-Ho Yung
Vertrieb:Higlight Video
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Making of Featurette (16:41 Min.)
  • TV-Spot (0:31 Min.)
  • Originaltrailer (1:45 Min.)
  • Der besondere Filmtipp: "Werner - Gekotzt wird später" (1:48 Min.)
  • Trailershow:
    • Gen-X Cops (1:12 Min.)
    • Bankok Dangerous (1:15 Min.)
    • One Take Only (2:35 Min.)
    • Ju-On:The Grudge (1:37 Min.)
Seit dem 2. Lebensjahr ist Violinistin Mun blind, nun soll nach fast zwanzig Jahren eine Hornhauttransplantation Licht ins Dunkel bringen. Doch obwohl die Operation nach Wunsch verläuft, kann sich Mun des Augenlichts nicht recht freuen, denn nun sieht sie mehr, als ihr lieb ist: Geisterhafte Schemen und Tote verfolgen sie, Vorzeichen kommenden Unheils gewinnen plastische Gestalt. Begleitet von dem jungen Dr. Wah, der sie heimlich begehrt, reist Mun nach Thailand, um mehr über die Spenderin ihres Hornhaut heraus zu finden.
Um hierbei in den vollen Genuss des Films zu kommen, sollte man schön still und konzentriert sein und auf keinen Fall die Meute einladen, die nach 10 Minuten die ersten Blutfontänen spritzen und Köpfe rollen sehen möchte. Davon gibt's in "The Eye" nämlich gar nichts, einen Umstand, den ich aber in keinster Weise bedauert habe.
Hier erzeugt das Grundkonzept schon Gänsehaut, denn der Mensch hat besonders vor dem Angst, was ihm fremd ist. Dazu gehört die Dunkelheit, denn was sich dort verbirgt, mag unbekannt, Furcht erregend, vielleicht sogar gefährlich sein. Unser Hauptcharakter Mun lebt seit frühester Kindheit in Dunkelheit, verursacht durch eine Erblindung, die nun durch eine Augenoperation wieder kuriert werden kann. Die Erzählung von "The Eye" beginnt genau während dieser Netzhauttransplantation, die Mun nach und nach das Augenlicht zurückgeben soll, aber mit einigen psychologischen Komplikationen für den Patienten verbunden ist. Denn zum einen ist diese sichtbare Welt für sie eine völlig Neue, an die sie sich erst gewöhnen muss und zum anderen ist ihre Sehfähigkeit noch getrübt, Objekte erscheinen oft verwaschen und unkenntlich. Gerade aus diesem Umstand zieht "The Eye" in der ersten Hälfte einige unglaubliche Schockmomente, die in ihrer subtilen Wirksamkeit an die Reihe der übernatürlichen Mystery-Grusler aus dem Land der aufgehenden Sonne anknüpfen können. Wenn man beispielsweise aus dem Blickwinkel von Mun in einen dunklen, engen Korridor blickt und beinahe direkt vor ihr ein schemenhaft erkennbarer, kleiner Junge steht, der wiederholt nach seiner verloren gegangenen Karte sucht, überträgt sich der Horror und das unwohlige Gefühl der Hauptdarstellerin direkt auf den Zuschauer, denn man sieht eben nur genau so wenig, wie auch Mun selbst. Zum absoluten Psychoterror gehört wenig später eine nervenaufreibende Szene in einem Fahrstuhl, bei der sich ein zwielichtiger Fahrgast (der einzige in der Kabine) schleichend langsam wie ein Dämon Mun nähert, die starr vor Angst ihren Blick auf die Etagenanzeige fixiert und dabei unfähig ist, dem geisterhaften Geschöpf hinter ihrem Rücken etwas zu entgegnen. Man kennt sicherlich solche Szenen aus vielerlei Filmen, wie sie meist durch hektische Gegenschnitte und Zeitraffer zu einem furiosen Moment des Terrors aufgebauscht werden, nach ihrem Ablauf aber schnell wieder verblassen. Durch die makellose Inszenierung und ein Gespür für das richtige Timing wird man in diesem Beispiel aber noch lange nach der eigentlichen Szene unruhig im Sessel hin- und herrutschen.

Die Pang-Brüder verlassen sich aber nicht nur auf die Bildsprache, sondern trainieren stattdessen das Gehör des Zuschauers, lassen ihn feinfühlig werden für den kleinsten Geräuschpegel, um ihn im angespanntesten Moment mit Hilfe des dynamisch agierenden Tongebildes aufzuschrecken, so als hätten sich die Schallwellen in eine eiskalte Hand materialisiert, die dem Zuschauer ruckartig von hinten auf die Schulter greift. Vergleichbar sind diese Momente mit den oft zornigen Geistererscheinungen aus "Sixth Sense", bei dem ebenfalls der Hauptcharakter ganz auf sich allein gestellt ist und eine Brücke zwischen der Welt der Lebenden und der Verstorbenen herstellt. Da ich die Hintergründe kaum kenne, möchte ich mir kein Urteil über den Ursprung der Idee von wandelnden, gefangenen Geistern erlauben, was letztlich auch nicht wichtig ist, denn "The Eye" besitzt genügend Eigenanteil, um NICHT als Kopie in Ungnade zu fallen. Was spätestens die zweite Hälfte des Films beweist, in der Mun den Spender ihrer Netzhaut aufsucht, für die sie eine letzte Aufgabe erfüllen soll. Was folgt, geht storytechnisch in die Richtung von "Ring" und hat nicht mehr gänzlich so viele Zitterpartien zu bieten, geht durch die tragische und bald sehr persönliche werdende Wendung für Mun aber nicht minder an die Nieren. Zurückzuführen ist das vor allem auf die teils hektisch-chaotischen eingefügten Videoschnipsel in der Schlüsselsequenz und auf die hervorragende darstellerische Leistung von Angelica Lee, die mit ihrer Spielweise die perfekte Charakterisierung zwischen einem zerbrechlichen Geschöpf am Rande ihrer Leidensfähigkeit und einer in den handlungstechnisch wichtigen Momenten starken Persönlichkeit unternimmt. Mehr möchte ich kaum zum Ablauf des Film verraten, außer dass sich der Schlussteil mit einem großen Knall im Hirn des Zuschauers manifestieren wird.

Für eine asiatische Produktion kann das Bild als recht gut bezeichnet werden, obgleich es nicht mit westlichen Produktionen mithalten kann. Dies merkt man einmal mehr bei der gerade mal ausreichenden Schärfe. Die Detailsschärfe gibt sich hier sehr wechselhaft, wirkt aber nie wirklich gut. Der Kontrast ist recht steil geraten, was als Stilmittel des Regisseurs gesehen werden kann. Die Farbgebung ist sehr kühl und blass ausgefallen, auch dies ist auf Wunsch des Regisseurs passiert. Bildrauschen lässt sich leicht im Hintergrund ausmachen, erreicht aber nie eine störende Note. Die Kompressionen machen sich durch leichtes Blockrauschen und Artefaktebildung bemerkbar, auch Defekte sind in einigen Szenen auszumachen. Insgesamt wirkt das Bild viel zu weich und unscharf um hier mehr als 3 gute Punkte geben zu können.
Tonal dominieren hier leider die Frontspeaker und die Rears werden meist nur für den Schockeffekt genutzt. Dann knallt es aber richtig und es wird den einen oder anderen aufschrecken lassen. Leider wirkt der Rest wie oben schon erwähnt zu Front lastig, dafür sind die Dialoge sehr gut zu verstehen. Die Musikabmischung liegt leider ebenfalls nur frontal vor, was eigentlich Schade ist, da so viel Räumlichkeit verloren geht. Der Originalton liegt hier ebenfalls in 5.1 vor, unterscheidet sich vom Klangbild bis auf die Dialogwiedergabe nicht von der deutschen Fassung. Optional lassen sich hier deutsche Untertitel hinzuschalten. Das Bonusmaterial besteht hier lediglich aus einer Trailershow, dem englischen TV-Spot und einem 17minütigen "Making of", welches wie schon beim Mysterie-Thriller "Inner Senses" ein reines Promotion Featurette ist, was zudem noch echt reißerisch zu Beginn aufgemacht wurde. Schon lustig, dass die Chinesen anscheinend alle Gespenster sehen ...

"The Eye" ist ein emotionaler Horrortrip mit einem bravourösen Darstelleraufgebot (abgesehen von den eher unwichtigen Auftritten des Dr. Wah), welches ich nicht nur dem Fan von Asienschockern ans Herz legen möchte, sondern der in jedem heimischen Grusel(kino)kabinett aufgeführt werden sollte. Kleinere inszenatorische Schwächen wie einige schroffe Szenenwechsel sind in diesem behutsam vorgehenden Meisterwerk zu verschmerzen, ebenso wie der zutiefst tragische Schluss, der vergeblich um einen versönlichen Schlusspunkt ringt. Die Higlight Video-DVD unterscheidet sich kaum von der HK-DVD und hat ein deutlich zu weiches und schwammiges Bild. Der Ton ist für eine Dolby Digital Track viel zu frontlastig und das Zusatzmaterial ist eher mager und recht unbedeutsam. Dennoch, der Film sollte in keiner Gruselfilm-Sammlung fehlen ...


Film++++++
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+-----


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Eye - Infinity, The
Eye 2, The
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