Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2003
Originaltitel:Texas Chainsaw Massacre
Länge:94:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Marcus Nispel
Buch:Scott Kosar, Tobe Hooper, Kim Henkel
Kamera:Daniel Pearl
Musik:Finger Eleven, Jonathan Flood, Steve Jablonsky, Mel Wesson
SFX:Rocky Gehr
Darsteller:Jessica Biel, Jonathan Tucker, Eric Balfour, Erica Leerhsen, Mike Vogel, R. Lee Ermey, David Dorfman, Lauren German, Heather Kafka, Terrence Evans
Vertrieb:Highlight/Constantin
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte
Specials:
DVD 1 - Hautpfilm:
  • 3 Audiokommentare (Die Technik, Die Produktion, Die Story)
  • Original Trailer (2:21 Min.)
  • Trailershow
    • 21 Gramm (1:45 Min.)
    • Autobahnraser (2:32 Min.)
    • Die Klasse von '99 (2:00 Min.)
    • The Guys (2:14 Min.)
    • Der letzte Lude (1:30 Min.)
  • Der besondere Filmtipp: "Lost in Translation" (2:14 Min.)
DVD 2 - Extras:
  • Die Geschichte und Entstehung der "Texas Chainsaw Massacre" Filme (76:08 Min.)
  • Dokumentation über den Massenmörder Ed Gein (24:16 Min.)
  • Casting von Jessica Biel, Eric Balfour und Erica Leerhsen (7:14 Min.)
  • Deleted Scenes, präsentiert und erläutert von Regisseur Marcus Nispel (16:41 Min.)
  • Behind the Scenes (9:22 Min.)
  • Interviews mit:
    • Jessica Biel
    • Jonathan Tucker
    • Eric Balfour
    • Erica Leerhsen
    • Mike Vogel
    • R. Lee Ermey
    • Marcus Nispel
    • Bard Fuller/Adrew Form
  • Musikvideo (3:03 Min.)
  • Cast & Crew-Infos
  • TV-Spots
Sommer 1973: Fünf junge Leute sind in einem alten, klapprigen VW-Bus auf den staubigen Straßen von Texas unterwegs. Die Stimmung ist ausgelassen und die Reise ist unbeschwert. Plötzlich erscheint wie aus dem Nichts eine Frau auf der Landstraße und wird fast von dem Bus erfasst. Sie ist völlig verstört, redet unverständlich und von Todesangst gezeichnet vor sich hin. Widerwillig lässt sie sich von der Gruppe mitnehmen, doch als die Fahrt sie scheinbar an den Ort des Horrors zurückbringt, dreht sie völlig durch. Auf der Suche nach Hilfe stößt die Clique in einer kleinen, abgelegenen Stadt auf deren bizarre Einwohner. Die Tankstellenwirtin, der Sheriff und der alte Mann im Rollstuhl scheinen etwas Schreckliches zu verbergen. Unter mysteriösen Umständen verschwinden nach und nach die ersten Freunde, die Gruppe wird auseinander-gerissen. Und dann hören die Übriggebliebenen zum ersten Mal das Geräusch einer Motorsäge ...
Tobe Hoopers berühmt berüchtigtes "Texas Chainsaw Massacre" genießt weltweit unter Horrorfans einen einzigartigen Ruf, wird dabei aber von Genreneulingen, aufgrund des Phantasie anregenden Titels, welcher auf ein Gorefestival schließen lässt und aus werbeträchtiger Sicht nicht ungeschickt gewählt wurde, völlig falsch eingeschätzt. Die bis heute anhaltende Faszination des Originals entwickelte sich aus der sicken Backwood-Atmosphäre und der kompromisslosen Inszenierung, der gar kein Budget für blutige Goreinlagen zu Verfügung stand.
Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Hollywood, dessen Drehbuchautoren nun schon seit Jahren an chronischer Einfallslosigkeit leiden, an ein Remake dieses Klassikers machen würde. Überraschend hierbei allerdings die treibende Kraft: Michael Bay. Einer der bekanntesten, umstrittensten aber auch erfolgreichsten Mainstreamregisseure der letzten Jahre fungierte als Produzent und engagierte den völlig unerfahrenen David Nispel, der bis dahin gerade mal zwei Musikvideos runtergekurbelt hatte, als Regisseur, was in der Fangemeinde für massive Proteste sorgte. Sollte "ihr" Klassiker etwas zu einem familientauglichen Horrorfilm der Neuzeit verkommen?


Umrahmt von dokumentarischem Polizeimaterial über die Hillbillies, variiert Nispel das Remake enorm, platziert es aber ebenfalls im Jahr 1974. Der Plot um jene in einem Kleinbus reisenden Freunde, die ehe sie es sich versehen, um ihr Leben kämpfen, wurde dabei aber grundlegend beibehalten, auch wenn unvergessliche Szenen, wie das "Familienessen" hier keine Verwendung finden. So wird schon zu Beginn, während sie eine, am Straßenrand stehende, wie weggetreten wirkende, seltsame junge Frau aufgabeln, deutlich, dass dieser Film sich etwas anders entwickeln wird und nicht, wie zum Beispiel im vermurksten "Psycho"-Remake, alle Szenen 1:1 kopiert. Somit ist immerhin ein gewisser Spannungsbogen vorhanden, weiß man doch nie, was passieren wird. David Nispels Regieleistung ist wiedererwartend positiv zu bewerten. Man spürt deutlich, dass er sich mit der Franchise auseinandergesetzt hat und viel Wert auf Details und Sets legt. Mit Farbfilter taucht er sein Remake in ein blasses Ambiente, das gut zu den staubigen, schmutzigen Locations, wie dem Haus der Familie passt, welches übrigens den Vergleich zum Original Stand hält und eine gewisse Faszination ausstrahlt. Lob für die Arbeit der Setdesigner und die düstere Ausleuchtung. Nispel müht sich redlich den Spagat zwischen ernsthaften und mainstreamtauglichen Horrorfilm zu schaffen, scheitert dabei allerdings deutlich und verliert die Stärken seines Vorbilds aus den Augen, dass auch tagsüber gut funktioniert, während sich in der Neuauflage, fast panisch, auf die Nacht gestürzt wird. Die Sickoatmosphäre, vielleicht DIE Stärke des Originals, will hier nie aufkommen, denn an statt sich auf das kranke Verhalten der "Familie" zu konzentrieren, wird das Schicksal der Opfer wesentlich stärker gewichtet, was auch die Einbindung neuer Familienmitglieder nicht ausgleichen kann. In aller Ausführlichkeit werden die Jugendlichen gequält und an Fleischerhaken gehängt, bis sie im feuchten Keller, nach verzweifelten Fluchtversuchen endlich dahinsiechen. Die einzige prominente Schauspielerin Jessica Biel, wird von Nispel so offensichtlich auf das männliche Publikum ausgelegt, dass es schon lächerlich wirkt, wenn sie in viel zu engen Jeans und sowieso schon verschwitztem Top mehrmals ins Wasser fällt, so dass sich ihre Rundungen endgültig nicht mehr aus den maskulinen Gehirnen entfernen lassen.(Nispel setzt auf Nippel)


ar Leatherface, der hier auch einmal seine Maske abnimmt, bei Tobe Hooper noch das brachiale, schier unkontrollierte, kompromisslose Mysterium, welches mit seinen Opfern kurzen Prozess machte, verkommt er hier leider zu einem billigen Abklatsch berühmter Filmserienkiller wie Jason Vorhees oder Michael Myers, was aber nicht an seinem Aussehen, sondern an seinem Verhalten liegt, dass im Vergleich keinesfalls so konsequent ausfällt. Spätestens im überlangen, finalen Showdown, in dem er mehrere Minuten Jessica Biel, durch eine Vielzahl, düsterer und zerfallener Häuser inklusive Schlachthof, jagt, wird er endgültig zu einem beliebigem Schlächter abgestempelt. Gorehounds werden, nebenbei bemerkt, keinen sonderlichen Spaß an Nispels Inszenierung haben, wird, abgesehen vom Anfang, stets eine Kameraeinstellung oder eine unübersichtliche, schnelle Schnittfolge gewählt, die sich außerhalb der expliziten Details bewegt, um dann auf das verkrampfte Gesicht der Opfer zu zoomen. Kurze Close-Ups auf einen Beinstumpf, sowie einen kurzen Blick auf ein abgesägtes Bein, ist schon das Äußerste, was man sich im Remake zutraut.
Marcus Nispels Debüt hat seine Licht- und Schattenseiten, die sich in etwa ausgleichen. Während die Sets und die Variation des Plots, sowie die Inszenierung gelungen sind, wird die Atmosphäre der hooperschen Inszenierung nie erreicht. Dies dürfte aber, da das Mainstream-Publikum enorme Schwierigkeiten mit der Verarbeitung derer haben dürfte, auch nie Michael Bays Absicht gewesen sein. Leider verkommt der Film mit zunehmender Spieldauer und wachsender Präsenz Leatherfaces zu einem, wenn auch unheimlichen, Szenario, dass aus zu vielen Slashern bekannt ist, in denen der maskierte Serienkiller das hübsche Opfer jagt. So bleibt ein Remake, das eindeutig an das erwachsene Publikum gerichtet ist und besser als so manch anderer Recyclingversuch geriet, letzten Endes aber nicht an das Original heran reicht.


Was Highlight Film uns hier in punkto Bildqualität vorlegt, ist wirklich unglaublich. Hier wurde eindeutig der HD-Transfer benutzt, welcher auch New Line für ihre DVD verwendet hatte, und das Ergebnis ist ein unglaublich scharfes Bild, welches zu keinem Zeitpunkt Einbrüche in der Detailschärfe in Kauf nehmen muss. Hier lässt sich wirklich jedes Details erkennen und auch die Konturen sind bis auf wenige Ausnahmen sehr sauber geworden. Noch besser als die Schärfe weiß der perfekte Kontrast zu gefallen, der selbst in den dunkelsten Szenarien nicht in die Knie geht. Die Farbgebung ist ebenfalls ausgezeichnet und passt sich der bedrückenden und teilweise schmutzigen Atmosphäre des Films an. Hier dominieren Brauntöne und in jeder Szene spürt man den Einsatz von Farbfiltern, die dem Film seinen düsteren Look geben. Über die Kompressionen brauchen wir gar nicht erst sprechen, denn diese arbeiten unaufällig im Hintergrund und machen zu keiner Filmsekunde auf sich aufmerksam. Dies ist allein aus dem Grund schon ein Wunder, da sich das Bild den Speicherplatz gleich mit 5 Tonspuren (3 davon Audiokommentare) teilen muss und trotzdem nie den Anschein eines komprimierten Bildes erweckt. Rauschen und Defekte gibt es ebenfalls nicht zu bemängeln. Kurz gesagt: Ein rundum gelungenes, nahezu perfektes Bild.

Auch der Ton weiß hier zu gefallen und auch wenn die US-DVD mit Dolby Digital 6.1 EX und DTS ES aufwartete, so können die deutsche 5.1 und DTS 5.1 Spur vollends überzeugen. Die Dialogabmischung ist nahezu perfekt und der Score wurde ebenfalls sauber auf die Kanäle aufgeteilt. Das gesamte Geschehen wirkt sehr räumlich und wartet mit einer ausgezeichneten Dynamik und einem fantastischen Tiefenbass auf. Die Schockeffekte werden hier gekonnt zum Einsatz gebracht und es gibt viele direktionale Effekte zu bewundern, die den Zuschauer mitten in den Film hinein zu ziehen scheinen. Wer hier nicht aus seinem Sitz hoch schreckt, ist bereits tot. Die DTS-Spur wirkt wie so oft nur etwas druckvoller, bietet ansonsten keine großartigen Verbesserungen. Große Unterschiede zu der englischen 5.1-Version scheint es ebenfalls nicht zu geben, lediglich die Dialogwiedergabe klingt einen Hauch harmonischer und natürlicher, was jedoch meist an einer Synchronisation liegt.


Das Bonusmaterial der angeblich limitierten "Premium Edition" aus dem Hause Highlight (wir vermuten, dass es bei der Limitierung nur um die Verpackung geht) erstreckt sich über 2 DVDs und ist bis auf den fehlenden DVD-ROM-Part identisch mit der US-DVD. Auf der ersten Seiten finden wir neben dem Hauptfilm und dem obligatorischen Trailer noch eine Trailershow und die 3 oben besagten Audiokommentare. Um es gleich vorweg zu nehmen: Wer in Englisch nicht gerade der Beste ist, wird hier so seine Probleme haben, denn deutsche Untertitel gibt es leider nicht.
Die drei Kommentare wurde diesmal nicht nach Personen geordnet, sondern vielmehr nach Themen. Im ersten Kommentar geht es um die "Produktion" und man lässt Regisseur Marcus Nispel, Produzent Michael Bay, den ausführenden Produzenten Andrew Form und Brad Fuller sowie New Line Cinema-Boss Robert Shaye zu Worte kommen. Im zweiten Kommentar, welcher die "Technik" zu Thema hat, lässt man erneut Marcus Nispel zu Wort kommen, sowie Kameramann Daniel Pearl, Production Designer Greg Blair, den künstlerischen Leiter Scott Gallagher, Supervising Sound Editor Trevor Jolly und Komponist Steve Jablonsky. Im dritten und letzten Kommentar geht es um die "Story" und er wird wiederum von Marcus Nispel und Michael Bay gesprochen, aber auch Autor Scott Kosar, Brad Fuller, Andrew Form und die Darsteller Jessica Biel, Erica Leerhsen, Eric Balfour, Jonathan Tucker, Mike Vogel und Mr.Leatherface Andrew Bryniarsk dürfen ihre Statements zum Besten geben. Alle drei Kommentare sind sehr interessant und auch wenn sie zusammengeschnitten wirken, bieten sie uns einen guten Einblick in die Produktionsgeschichte des Films.
Auf der 2. DVD geht es direkt weiter mit "Casting Aufnahmen" von Jessica Biel, Eric Balfour und Erica Leerhsen. Ein nettes Extras, wie wir finden, da man so einmal in den Genuss der sonst eher unter Verschluss gehaltenen Castings kommt und sieht wie die Darsteller ganz ohne Kulissen agieren und sich vor dem Casting Team beweisen wollen. Weiter geht es mit einer aufschlussreichen 24-minütigen Dokumentation über den "Serienkiller" Ed Gein, gefolgt von der 76 Minuten langen Dokumentation "Die Geschichte und Entstehung der Texas Chainsaw Massacre-Filme" die wirklich keine Fragen mehr offen lässt und alles über die Chainsaw-Werke Preis gibt. Neben Hintergrundinfos zum Original und dem Remake, sowie diversen Interviews gibt es noch umfangreiche Einblicke in die Dreh- und Effektarbeiten des Remakes. Leider werden die 3 Fortsetzungen nicht erwähnt. Sehr schön sind auch die 17 Minuten an herausgeschnittene Szenen inkl. Kommentar von Markus Nispel, die hier ebenfalls in einer hervorragenden Qualität vorliegen und eine erweiterte aber leider aus Zensurgründen fürs Kino gekürzte Selbstmordszene beinhalten, in der ursprünglich einige Einstellungen mehr zu sehen waren, bevor die Kamera durch das Loch im Kopf aus dem Van fährt.
Zum Schluss gibt es dann noch diverse Biografien, 10 TV-Spots, das geniale Musikvideo der New Metal-Band "Suffocate", einen weiteren, jedoch unkommentierten Blick hinter die Kulissen und diverse kurze Interviewblöcke der Darsteller und Macher, die das umfangreiche und informative Zusatzmaterial abrunden. An der Stelle sollte erwähnt werden, dass das gesamte Material in einer guten bis sehr guten Qualität vorliegt und den Fans wirklich was geboten wird. Einziger Wermutstropfen ist hier das Fehlen der deutschen Untertitel bei den Audiokommentaren, ansonsten darf man hier wunschlos glücklich sein.




Wer eine Alternative zum in Deutschland immer noch beschlagnahmten Original sucht, den er auch mit seiner Freundin oder seinem Freund schauen kann, welche keinen Bezug zu Hoopers Original haben und sich dennoch 90 Minuten lang gut unterhalten lassen wollen, um sich den einen oder anderen Schockeffekt hinzugeben, der liegt bei Nispels Remake genau richtig. Ohne die Klasse des Originals zu erreichen ist ihm hier ein spannender Horrorthriller gelungen, der mit Sicherheit eine Fortsetzung nach sich ziehen wird. Das Doppel-DVD Set aus dem Hause Highlight besticht neben der schöne Digipack-Verpackung durch eine Referenz verdächtige Bild - und Tonqualität und durch das umfangreichen Zusatzmaterial, welches sich nicht hinter der US-DVD verstecken braucht.
Wer also keine Allergie gegen dieses recht "gelungene" Remake hat, sollte hier zuschlagen und auch Heimkino-Freaks sollten sich diese großartige DVD nicht entgehen lassen.


Film++++--
Bild++++++
Ton+++++-
Bonus+++++-


Druckbare Version
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning, The (Unrated Edition)
Leatherface - The Texas Chainsaw Massacre III
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning
Texas Chainsaw Massacre, The (35th Anniversary Edition, DVD)
Texas Chain Saw Massacre, The (The Ultimate Edition)
Texas Chainsaw Massacre (35th Anniversary Edition, Blu-ray)
Texas Chainsaw Massacre 2, The
News"Texas Chainsaw Massacre"-Remake als US-DVD
"Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre" in zwei DVD-Fassungen
Texas Chainsaw Massacre, The (2003)
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.