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USA 1985
Originaltitel:Return Of The Living Dead, The
Alternativtitel:Verdammt, die Zombies kommen
Länge:87:01 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:SPIO/JK, strafrechtlich unbedenklich
Regie:Dan O'Bannon
Buch:Dan O'Bannon, Rudy Ricci, John A. Russo, Russell Streiner
Kamera:Jules Brenner
Musik:Matt Clifford, Francis Haines, The Cramps, 45 Grave, T.S.O.L., The Flesheaters, SSQ, The Jet Black Berries, Tall Boys, The Damned, Roky Erickson
SFX:Fantasy II Film Effects, MakeUp & Effects Laborato
Darsteller:Clu Gulager, James Karen, Don Calfa, Thom Mathews, Beverly Randolph, John Philbin, Jewel Shepard, Miguel A. Núñez Jr., Brian Peck, Linnea Quigley, Mark Venturini, Jonathan Terry, Drew Deighan, James Dalesandro
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch
Specials:
  • Original Kinotrailer (1:06 Min.)
  • Trailer 2 (2:38 Min.)
Burt und Frank, zwei tölpelhafte Angestellte eines medizinischen Warenlagers, erwecken versehentlich eine Leiche wieder zum Leben, die von einem unstillbaren Hunger auf menschliche Gehirne geplagt wird. Zum Glück gelingt es ihnen, den allzu lebhaften Toten wieder einzuäschern. Doch als dessen traurige Reste auf einen nahe gelegenen Friedhof geschwemmt werden, rüttelt das eine ganze Bande Fleisch fressender Zombies aus dem wohlverdienten ewigen Schlaf. Die Sargdeckel lüften sich - und nun geht der Totentanz erst richtig los!
-"Did you see that movie "Night of the Living Dead"?" (Frank)
-"Yeah-yeah-yeah. That's the one where the corpses start eatin' the people. What about it?" (Freddy)
-"Did you know that movie was based on a true case ... ?" (Frank)

Bereits seit 1972 sollte die Idee zu "Return Of The Living Dead" in den Schubladen der damaligen "Night Of The Living Dead"-Mitwirkenden John Russo (Drehbuch, Darsteller), Russ Streiner (Produzent, Darsteller) und Rudy Ricci (Darsteller) gelegen haben, die es ohne Aussicht auf eine in naher Zukunft liegende Verfilmung erst einmal weiterverkauften. Ursprünglich sollte es ein Sequel basierend auf den Gegebenheiten 10 Jahre nach dem Original sein, doch glücklicherweise kamen dem Projekt einige Vorfälle in die Quere, die es aus heutiger Sicht reifen ließen. So war ein anfänglicher Streit zwischen Romero, dem Vater der "Zombie"-Trilogie, und Russo Ursache dafür, dass erst 1978 die Rechte um den Film geklärt werden konnten. Als der spätere Besitzer der Rechte dann endlich mit der Vorproduktion beginnen wollte, war mit Tobe Hooper ("The Texas Chainsaw Massacre") schnell ein verheißungsvoller Regisseur gefunden, der jedoch kurz vor Drehbeginn auf Grund anderweitiger Verpflichtungen abspringen musste. Dieser brachte aber eine weitere, für den Charakter des Films entscheidende Person hinzu: Dan O'Bannon, der sich bereits mit den Drehbüchern zu "Tot & begraben" und "Alien" verdient gemacht hatte und das Drehbuch zu "ROTLD" noch einmal von Grund auf umkrempelte, es von einer düsteren, mit den üblichen Zombiethematiken geschmückten Zukunftsvision rund um die Überlebenden der Apokalypse 1968 auf eine ungezwungene, zutiefst schwarzhumorige und trotzdem hundertprozentig Zombie-verseuchte Version umschrieb. Was lag also näher, als aus Mangel an einem möglichst tief integrierten Nachfolge-Regisseur schließlich O'Bannon den Regiestuhl anzubieten?


-" They're back...They're Hungry...And they're NOT vegetarian." (Werbezeile)

Was dabei entstand, kann ich kurz mit zwei Worten beschrieben werden: Kult (und mittlerweile auch anerkannter) Klassiker! Bei der Überlegung nach den besten Splatterkomödien dürfte "ROTLD" bei den Fans des Genres einen der vorderen Plätze belegen. Die unglaublich witzige und makabre Mischung aus einer Situation, die ähnlich schon in "Night Of The Living Dead" abgehandelt wurde, und dem ruppigen Punk-Zeitgeist, versetzt die allesamt pointiert angelegten Charaktere von jedem Moment auf den Nächsten in eine neue skurrile Situation, die es zu überleben gilt. Schon das einleitende Kapitel im medizinische Lagerhaus Uneeda versprüht unheimlich viel Komik. Der Angestellte Frank erklärt dem Neuling Freddy die Regeln im Business und lässt allerlei Spitzen zu importierten Skeletten aus Indien (Zitat Frank: "The important question is, where do they get all the skeletons with perfect teeth? I'm going to ask you a serious question: How many people you know die with a beautiful, perfect set of choppers in their puss, huh?") und einem frisch eingelieferten Kadaver in der Leichenkammer (abermals Frank: "Well, you don't want to be overstocked. It's like the restaurant buisness. You don't want your inventory to lose its freshness.") ab. Der Hauptgrund für das nachfolgende Desaster, welches Armeen von Zombies auferstehen lässt, folgt sogleich mit der Aufklärung über die wahren Hintergründe des Films "Night Of The Living Dead". Die originelle Schilderung um das Tote erweckende Nervengas 2-4-5-Trioxin, die dem Fan die Freudentränen in die Augen kullern lassen wird, manifestiert, dass O'Bannon nicht darauf baut, einen möglichst brachial schauderhaften Schocker mit sozialkritischer Ebene zu inszenieren, sondern sich herrlich freizügig durch das Genre parodiert und dabei trotzdem als liebevolle Hommage mit festem Standbein im Horrorfilm anzusehen ist.


-"I thought you said that if we destroyed the brain, it would die!" (Burt)
-"It worked in the movie!" (Frank)
-"Well, it ain't working now Frank." (Burt)
-"You mean the movie lied? Oh Jesus!" (Freddy)

Nachdem durch die Tollpatschigkeit der zwei Lageristen das Gas aus einem der im Keller langsam verrottenden Tanks freigesetzt wird, mutiert die Arbeitsstelle zum Kuriositätenkabinett, denn alles, was einmal biochemischer Herkunft war, beginnt sich wieder zu regen und zu bewegen, was bei den halbierten Hundemodellen gar seltsam ausgeht. Nun setzen prompt die ersten Splattereffekte ein, denn ein umherlaufender Zombie muss zur Raison gebracht werden und man merkt schnell, dass die in ähnlichen Situationen in einem Filmen angewandte Zerstörung des Gehirns keine große Hilfe ist, ebenso wenig wie das Abtrennen des Kopfes, denn der Körper hat weiterhin einen unbändigen Lebenstrieb. Also zieht man mit den bald zersägten Resten in Plastiksäcken zum Nachbarn, der zufällig als Leichenpräparator arbeitet, ein Krematorium besitzt und schon langjährig mit dem Boss des Medizinlagers befreundet ist. Nun mag man sich streiten, welchen Charakter man zu seinen Lieblingen zählt, denn Möglichkeiten stehen genügend zur Auswahl, für mich aber verwirklicht Don Calfa ("Chopper Chicks In Zombietown") als Ernie Kaltenbrunner, der seine Kundschaft zu Deutscher Marschmusik seziert und nervös mit der Pistole spielt, sobald man ihn erschreckt, die Kultrolle des Filmes. Seine Reaktionen in Stresssituationen - um Ruhe ringend, leicht verunsichert und nie verlegen um eine nüchtern fachliche Bemerkung - heben die Stimmung beim Publikum ungemein. Irgendwie knuffig, wie er sich erst weigert, die in den Plastiksäcken befindlichen, "tollwütigen Wiesel" - so wird's ihm erklärt, natürlich sind die zappelnden Zombieteilchen drin - in seinem Hochofen zu verbrennen, er würde sie lieber erst erschießen, auf der anderen Seite aber völlig unbekümmert an Leichen herumbastelt.


-"They're Back From The Grave and Ready To Party!" (Werbezeile)

Was natürlich keiner bedacht hat: Nachdem der Leichnam zu Staub und Asche zerfallen ist, fängt der Ärger richtig an, denn das Gas findet den Ausgang durch den Schornstein und verbreitet sich durch einen Sintflut artigen Regen über dem angrenzenden Friedhof, der genügend Nährboden für potenzielle Wiederkehrer bietet. Dort treiben sich unterdessen ein paar Punks herum, die die überflüssige Zeit totschlagen wollen, unter ihnen die knackige Linnea Quigley als zeigefreudige Trash, die mit ihrem erotischen Tanz auf einem Grab einen unvergesslichen Auftritt hinlegt und selten mehr als ihre Strümpfe trägt.
Was nun folgt, gleicht einer Zombieapokalypse, aber völlig anders als in Romeros "Dawn Of The Dead" oder dem zeitgleich in den US-Kinos anlaufenden "Day Of The Dead". Denn man gibt sich kaum Mühe, den umherwandelnden Leichnamen ein möglichst grimmiges Make-Up zu verleihen - einige Zombiemassen sind sogar extrem schlampig geschminkt oder besser gesagt: nur mit Schlamm beschmiert -, sondern verleiht ihnen beinahe menschlische Fähigkeiten, insbesondere eine rasante Gangart, die, sobald man einmal im Angesicht eines solchen Kompostheinis steht, kaum noch ein Entkommen ermöglicht. Sie sprechen sogar und nachdem ein weiblicher Rest eines Zombies gefangen genommen werden kann, erfährt man auch, welcher Trieb hinter dem unbändigen Hirnhunger steht. O'Bannon lies sich mit Sicherheit von seinen so sehr geschätzten "Tales From The Crypt"-Comics inspirieren, zumindest was die Schlagfertigkeit seiner Spezies angeht. Erstmals darf man auch beobachten, wie Zombies sprechen, wie sie sich Werkzeuge zu nutze machen, um an lebendige Gehirnträger heranzukommen und mit ihrer Coolness den herkömmlichen Filmghoul weit in den Schatten stellen.


-"Se-end mo-o-ore PARA-A-AME-EDICS!!" (Zombie)

Zwar drosselt sich der Humorgehalt, je mehr Untote sich aus ihren Gräbern erheben, es bleibt aber Zeit für jede Menge Gags (immer genau auf die herumliegenden Schilder schauen!), die oft auch von den Untoten ausgehen. Was nun folgt, vereint Trash, Action und Splattereinlagen zu bester Horror-Unterhaltung, die von extrem passenden Rock- und Punk-Songs begleitet werden. Teilweise richtig rotzig, wie so es eben sein muss, um sich von bis dato eher knarzigen Genreverwandten abzuheben. Und das alles bei einem relativ hohem Budget von 4 Millionen US-Dollar, welches den aufwendigen Settings und der nachfolgenden Zerstörungswut der Untotenhorden zu Gute kam. Apropos Zerstörungswut: Das Ende dürfte eines der unkonventionellsten und drastischsten der Filmgeschichte sein und verdient doppelten Applaus!


-"But I don't care darling, because I love you, and you've got to let me eat your BRAINS ..." (Freddy)

Wenn es um die Bildbearbeitung des Ausgangsmaterials geht, wird man bei MGM nur selten enttäuscht. So gibt sich der Film sehr rauschfrei, einige wenige Ausnahmen (vor allem weiträumige Außenaufnahmen) rütteln da kaum etwas am Eindruck. Auch die Fehler sind kaum erkennbar und die Kompression arbeitet souverän und ohne Beanstandungen. Einzig die Farbgebung lässt Wünsche nach einer etwas frischeren, teilweise helleren Optik offen, denn einige Farben wirken leicht angegraut. Die Schärfe verschwimmt zwar nicht und erbringt in Details wie an Konturen etwa gleichwertig gute Ergebnisse, mit heutigen Verhältnissen ist das aber kaum zu vergleichen.
Der Ton ist anders als auf dem Cover angegeben in Dolby Digital 2.0 aufgespielt, wenn auch nur in Mono. Die deutsche Synchronisation ist schon recht alt, klingt eher wie eine RTL2-Nachtprogramm-Videoaufnahme anstatt nach DVD, da die Stimmen leicht zischen und der Sound recht dünn und auch ein wenig dumpf anmutet. Also kaum Power für die Musikstücke und eine dem Alter gerade noch entsprechende Verständlichkeit. Der französische Ton ist noch ein wenig schwächer, dafür bietet der englische Monoton etwas mehr Intensität. Untertitel für die jeweiligen Sprachen stehen zur Verfügung, störend ist nur, dass alle englischen Texteinblendungen durch einen nicht zu deaktivierenden Untertitel ins Deutsche übersetzt werden, obwohl fast jedes Mal ein Sprecher die jeweilige Einblendung noch einmal vorliest. Diese Zwangsuntertitel erscheinen auch in einigen kurzen Passagen, die keine dt. Synchronisation besitzen und daher im Originalton ablaufen. Möglicherweise wurden diese Szenen nie deutsch vertont, es wirkt aber kaum störend.
MGM entwickelt sich immer mehr zu meinem "Lieblingslabel", denn es kann einfach mal nicht sein, dass ein derart finanzstarkes Unternehmen es weder für nötig hält, ein Hauptmenu musikalisch zu unterlegen oder vielleicht auch zu animieren, noch in der europäischen DVD einige Extras aufzutreiben. Die US-DVD hatte einen Audiokommentar, eine Bildergalerie und weitere Features, diese hier hat nur zwei Trailer, was kaum der Rede wert ist. Zusätzlich muss man die Covergestaltung bemängeln, denn das Schild unter dem Grabstein sollte offensichtlich mit einem Spruch verziert sein, so wie es bei der RC1-Scheibe der Fall ist.

"The Return Of The Living Dead", der den Enthusiasmus eines B-Movies im Herzen trägt, ist ein Fest für Zombie-Fans, die weniger auf ausgefallene Fressorgien als auf einen flotten Plot und deftig-derbe Gags aus sind. Die Fülle an Ideenanleihen am "Vorbild" mag sich teilweise etwas dreist anhören, das Resultat ist aber ein völlig eigenständiges Werk, welches den Auftakt zu 2 Fortsetzungen bildet, der vierte Teil ist mittlerweile auch in Vorbereitung (Stand: August 2004). Die deutsche DVD ist ein Jammer, was weniger am guten Bild und Ton, sondern an der Vernachlässigung in Sachen Extras liegt. Trotzdem unbedingt zu Gemüte führen!

Nachtrag 25.10.2011: Ab sofort ist der Film nicht mehr indiziert und ungekürzt ab 16 frei.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++----
Bonus------


Druckbare Version
Return of the Living Dead 3
Return Of The Living Dead Part II
Return of the Living Dead 2
News"Return of the Living Dead" ebenfalls vom Index und ab 16 frei
Verdammt, die Zombies kommen
Return of the living Dead
Return of the Living Dead, The
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