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HK 2002
Originaltitel:Yee Diy Hung Gaan
Alternativtitel:Yi du kong jian
Länge:95:52 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Chi-Leung Law (als Lo Chi-Leung)
Buch:Chi-Leung Law (as Lo Chi Leung), Tung-Shing Yee (as Derek Yee), Sin Ling Yeung
Kamera:Venus Keung
Musik:Peter Kam
Darsteller:Leslie Cheung, Karena Lam Ka Yan, Waise Lee, Valerie Chow, Maggie Poon, Norman Tsui Siu Keung, Samuel Lam, Olivia Wong, Sun Li Won, Liu Hong Dou, So Hang Shuen, Wong Shu Tong, Lai Pui Yin, Lee Ting Fung, Jova Yuen, Tony Wong, Stanley Wong, Lee Pui Shing, Ho Pui San, Stefan Kratz, Hugo Chim, Holda Chan, Wat Wai Kwok, Josephine Choi, Zerisawa
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Specials:
  • Originaltrailer
  • Making of Featurette
  • Interview mit Regisseur "Lo Chi-Leung" (Texttafel)
  • Biografie/Filmografie: Leslie Cheung
  • Trailershow:
    • Ring - Spiral
    • Beyond Re-Animator
    • Wenn die Glocken 13 schlagen
    • X Urban Killer
    • Impulse
    • Shiri
Kaum ist Yan (Karena Lam) in ihre neue Wohnung eingezogen, gehen merkwürdige Dinge vor sich. Schemenhafte Gestalten lauern in dunklen Schatten ihrer Wohnung und die Nacht ist von Schreien erfüllt. Hilfe findet sie bei dem Psychiater Jim Law (Leslie Cheung). Er kann sie tatsächlich von ihren Geistern befreien, doch dies hat ungeahnte Konsequenzen, denn nun wird er von ihnen heimgesucht ...
Im Reigen des Asia-Geister-Horrors im frühen neuen Millenium nimmt "Inner Senses" wenigstens erzählerisch eine Ausnahmestellung ein, da er den Horror mit dem persönlichen Drama der Protagonisten dahingehend mischt, dass der übernatürliche Faktor lediglich als halluzinatorischer Auswurf seiner psychisch gebeutelten Figuren erscheint. Bedeutet, dass der Film dahin tendiert, dass sich der Horror lediglich in den angeschlagenen Köpfen der jungen Yan und ihres Psychiaters Jim abspielt. Natürlich gibt es Szenen, die den Zuschauer daran zweifeln lassen, aber letztendlich geht es nicht um ein neues Fluchdrama à la "Ju On - The Grudge", sondern vielmehr um zwei Menschen, die ähnliche Psychosen teilen, um sich nacheinander gegenseitig zu heilen, bzw. ihre Psychose zu überwinden.
Dazu fährt der Film trotzdem erlesene Schockeffekte aus der bereits bekannten asiatischen Geisterkiste auf. Seltsame, sich ruckhaft bewegende Geschalten, Schemen im Spiegel oder im Hintergrund heulend und jaulend, halbvermoderte Gliedmaßen, die hinter Türöffnungen hervorlugen. Das ist alles kompetent und atmosphärisch hervorragend gemacht, der Genrefreund dürfte auf und ab hüpfen, allerdings ist es gewöhnungsbedürftig, wie stark die Psychologie immer mehr in den Plot driftet und die Effekte überspielt.
Erzählerisch ist der Film leider nicht ganz so geschickt, deutet er doch zu früh an, dass beim kompetenten Psychiater auch so einiges im Argen ist, was aber den Zuschauer zunächst eher verwirrt, dass sich die Gründe für die Traumata ziemlich ähneln. Das ist leider aber kein wirklicher Vorteil, denn praktisch wiederholt sich die Aufarbeitung damit noch im selben Film, weshalb sich am Ende kein Überraschungsmoment mehr einstellt.
Eine besonders grimmige Bedeutung besitzt sicherlich die Schlussszene, in der Jim, gespielt von Leslie Cheung ("A Better Tomorrow 1&2", "A Chinese Ghost Story 1&2") keinen anderen Ausweg mehr vor dem rächenden Geist sieht, als sich von dem Gebäude zu stürzen, das schon seiner Jugendfreundin den Tod brachte. Denn letztendlich war es Cheungs letzter Film überhaupt und er sollte sich wenige Monate später genau auf die Art und Weise das Leben nehmen.
"Inner Senses" ist dramatisches Gruselkino mit menschelndem Touch, für asiatische Verhältnisse blitzsauber gespielt und mit Schockeffekten der besseren Güteklasse angereichert. Dass der Film trotzdem ziemlich vorhersehbar ist und Schwächen in der Konstruktion besitzt, sollte die Gruselfans nicht aufhalten.

Auch auf technischer Ebene gibt sich die DVD recht wechselhaft. Das Bild überzeugt durch einen angenehmen Kontrast, neigt aber in hellen Flächen zu deutlichen Überstrahlungen. Die Farbsättigung erweist sich als kräftig und intensiv, dafür kränkelt es hier aber deutlich an Detailschärfe. Das Bild wirkt teilweise sehr weich und detailarm, von störenden Nachzieheffekten bleiben wir aber glücklicherweise weitgehendst verschont. Auch Flächenrauschen ist kaum auszumachen und hält sich angenehm zurück, dafür fallen im Hintergrund immer wieder leichte Kompressionsartefakte auf und gelegentlich bemerkt man noch störende Unruhen und Defekte. Insgesamt wird der anamorphe Transfer deutlich zu weich und zu matschig als dass er uns wohlgesonnen erscheinen kann, deshalb gerade noch 3 Punkte, mit der Tendenz zu 2. Ein ordentlicher Kontrast und eine saubere Farbgebung reichen leider nicht aus.
Auf tonaler Ebene kann man aber von einer durchweg gelungenen Abmischung sprechen. Die Dialoge sind in der deutschen 5.1-Variante gut zu verstehen, neigen aber gerade in den Höhen zu leichten Verzerrungen. Der Effektbereich hätte in den Schockmomenten aber deutlich besser eingesetzt werden können, anstelle auf direktionale Effekte zu setzen, spielt sich das Geschehen meist im Frontbereich ab. Dahingegen bietet der kantonesische Originalton einen wesentlich besseren Raumklang und eine dynamischere Abmischung gerade im Bereich Musik, die wiederum in der deutschen Fassung ebenfalls zu überzeugen weiß. Dafür kränkelt es bei der Originalspur deutlich im Dialogbereich. Nüchtern betrachtet gibt es gar nicht so viele Unterschiede zwischen beiden Fassungen bzw. beide haben ihren Vor- und Nachteile, so dass man keine richtig empfehlen kann. Recht ordentlich bis gut, könnte man jetzt sagen. Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen und der Einsatz des Subwoofer kann ebenfalls überzeugen.
Neben der obligatorischen e-m-s-Trailershow wird uns noch der "Originaltrailer", sowie eine Bio- und Filmografie von dem verstorbenen Leslie Cheung geboten. Desweiteren gibt es ein Werbe lastiges, an "PSI-FAKTOR" erinnerndes "Making of Featurette" was wirklich niemand braucht. Die ganze Zeit gibt es irgendwelche Ausschnitte aus dem Film zu sehen und parallel dazu Kommentare der Darsteller, wie viel Angst sie haben und wie gruselig doch alles sein kann. Interessanter hingegen ist das Interview mit dem Regisseur Lo Chi-Leung, welches leider nur als Texttafel vorliegt.

Wer einmal Gruselkino der anderen Art erleben will, liegt bei "Inner Senses" genau richtig. Kein großes Kino, aber recht spannend, gut inszeniert und mit einem überzeugenden Leslie Cheung in seiner letzten Rolle. Noch zu erwähnen wäre der fantastische Score von Peter Kam, dessen ruhige Klänge mit Kindergesang für Gänsehaut sorgt.
Die DVD aus der "Cine Magic Asia"-Edition der e-m-s hat seine Schwächen deutlich im Bild, der Ton kann als gut bezeichnet werde und auch die deutsche Synchronisation ist wieder einmal gelungen, was bei Asia-Titeln eher eine Ausnahme darstellt. Das Bonusmaterial hätte etwas ausführlicher sein dürfen. Für Fans von Leslie Cheung dennoch eine lohnende Anschaffung.


Film++++--
Bild+++---
Ton++++--
Bonus++----


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