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AUS 2003
Originaltitel:Undead
Länge:99:52 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Michael Spierig, Peter Spierig
Buch:Michael Spierig, Peter Spierig
Kamera:Andrew Strahorn
Musik:Cliff Bradley
SFX:Steven Boyle
Darsteller:Felicity Mason, Mungo McKay, Rob Jenkins, Lisa Cunningham, Emma Randall, Dirk Hunter
Vertrieb:I-On
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamoroph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu), Dolby Digital 5.1 (Deu, Eng)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:22.04.2004 (Verleih) / 24.05.2004 (Kauf)
Specials:
  • Trailer dt./engl. (2:30 Min.)
  • Interview (19 Seiten)
  • Trailershow:
    • 29 Palms (1:52 Min.)
    • Bichunmoo (2:20 Min.)
    • H (1:55 Min.)
    • Love Bites (1:47 Min.)
    • Resurrection Of The Little Match Girl (1:16 Min.)
  • Weblink
Berkeley, ein kleiner idyllischer Fischerort im Herzen Australiens wird urplötzlich von einem Meteoritenhagel heimgesucht, der das friedliche Zusammenleben der Bewohner auf eine harte Probe stellt: In kürzester Zeit mutieren brave Großmütter und Vorstädter zu blutrünstigen Zombies. Rene, die ehemalige Beauty Queen des Ortes, der Waffenfreak Marion, sowie wenige andere, die sich ihrer Haut erwehren müssen, versuchen dem Geheimnis um die Untoten und Außerirdischen, die zeitgleich mit ihnen erschienen, zu lüften. Und warum prangen riesige Dornen bestückte Mauern um die Stadt, in der es neuerdings unentwegt regnet?
Die Farellys, die Wachowskis, die Cohens und nun die Spierigs! Brüderpaare, die zusammen Filme realisieren, scheinen mittlerweile wirklich angesagt zu sein. Und um ehrlich zu sein, haben auch die deutschstämmigen Brüder Peter und Michael ihre Hausaufgaben gut gemacht. In einem atemberaubenden Tempo zitieren, parodieren und verbeugen sich die beiden vor allem, was im Metier des Zombiefilms Rang und Namen hat: Hier ein wenig Interner Link"Dawn Of The Dead", dort einen Spritzer Interner Link"Evil Dead". Hauptsächlich Romeros Trilogie der Untoten stand Pate und sogar "Matrix" kriegt sein Fett weg. So zu sagen ist alles drin was Genrefreunden Spaß bereitet. Ein wenig unausgegoren hingegen scheint der Alien-Subplot zu munden, der ab der zweiten Hälfte das Geschehen dominiert.

Interessant auf jedem Fall, dass "Undead", der als Geheimtipp des letztjährigen Fantasy Film Fests gehandelt wurde, sich bei genauerer Betrachtung als reinrassiger Independent-Film entpuppt. 41 straffe Drehtage und digitale FX direkt vom Laptop eingefügt, garniert mit Leuten, die die Schauspielerei wohl nicht als ihre Passion bezeichnen können. Selbst wenn zum Beispiel der Darsteller des Marion, Mungo MacKay, sich durch Präsenz in anderen Produktionen als Berufsakteur bezeichnen möchte, so möchte man angesichts seines unterkühlten Spiels des Öfteren daran zweifeln, dass hier ein nächster potenzieller B-Film-Mime à la Bruce Campbell vor der Linse herumhampelt. Zum Rest des Cast kann auch nur befürwortet werden, dass hier eindeutig der Trash-Charme des Films unterstrichen wird. Die Dialoge der Genre stereotypischen Schablonencharaktere passen lässig ins Geschehen und halten sich sklavisch an ausgetrampelte Exploitation-Pfade: Minimalistisch aufs Grundgerüst reduzierte Schwafeleien nach bekannt erprobten Einzeilern wie zum Beispiel: "Wir müssen sie bis zum Letzten bekämpfen!" - "Woher weißt du das?" - "Ich bin nicht verrückt und keiner glaubt mir!". Doch im stilistisch fotografierten FX-Overkill eingebettet funktionieren die verbalen Déjà Vu-Erlebnisse recht gut, ohne wirklich negativ aufzufallen.

Da der Film größtenteils bei Nacht spielt, wurden verschiedene Farbfilter verwendet um optische Defizite in eine semiprofessionelle, coole Atmosphäre zu tauchen. So rühmen sich die Beteiligten auf der offiziellen Website des Flicks mit einer Vielzahl der digitalen Effekte. Und das sei ihnen auch vergönnt, da dies wirklich gut gelungen ist. Negativ hingegen fällt das wilde Hommage-Potpourri auf, das wenig Freiraum für neue Ideen und den gewissen Touch von Eigenständigkeit aufkommen lässt. Hüpfende Zombiefische und der launige "Spielbergs 'Close Encounters' hat uns angefixt"-Subplot sorgen mehr für Verwirrung beim Zuschauer, als dass ein stimmiges Gesamtbild neue Genre-Impulse suggerieren könnte.

Von einer Frischzellen-Zombie-Kur wie bei den Meilensteinen Interner Link"Braindead" oder Interner Link"Dellamorte Dellamore" kann hier leider nicht die Rede sein. Allein da "Undead" im letzten Viertel seine Slapstick-Momente hinter sich lässt und sich voll auf Ernsthaftigkeit und eine apokalyptische Romero-Szenerie umschaltet. Da hilft auch keine Kreativität der Waffenwahl nach Interner Link"From Dusk Till Dawn"-Rezeptoren mehr. Der Einsatz der Musik weist teilweise dezent auf gesetzte Spannungsmomente hin, wobei einige holperige Passagen vom Score geradezu komplett verhunzt werden. Extrem nervenaufreibend, wenn nackte Protagonisten ohne weitere visuelle Highlights durchs Dunkel schleichen und uns das Orchester weiß machen möchte, dass wohl jetzt morbide bis depressive Endzeitstimmung angesagt sei. Hier hätten ganz klar heiter beschwingte Töne ein ganz anderes, ja sogar absurd unterhaltsames Bild ergeben. Sei's drum!

Im Gegensatz zu restlichen Zombie geschwängerten B-Produktionen der letzten Zeit (man denke nur an unsagbare Vertreter wie Interner Link"Zombie Attack" oder der überbewerteten Hommagerie Interner Link"The Dead Hate The Living"), kann der Genremix der Spierigs durchaus gut punkten und beschert einem besonders durch eine Unmenge an lustigen Splattereinlagen, sowie einer Geschwindigkeit, die einem dem Atem raubt, dem Zuschauer anderthalb Stunde Achterbahnvergnügen. "Von Fans für Fans" steht hier ganz klar auf der Fahne!

Überhaupt verwundert die deutsche FSK16-Freigabe des Films: Nach neuerlichen liberalen Wertungskriterien in deutschen Landen, die selbst Goreraketen wie Interner Link"Final Destination 2" oder Interner Link"Wrong Turn" eine Jugendfreigabe bescheinigten, erstaunt die Entscheidung "Undead" auch in Teeniegefilden feil zu bieten, doch sehr gewagt. Hier wird zerteilt, zermatscht und in Köpfe geschossen, dass es nur so kracht. Selbst eingestreute Zombiefressgelage präsentiert uns die deutsche Uncut-DVD-Auswertung durch I-ON New Media. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll die FSK-Prüfung am 1. April eingereicht worden sein und auch als solche verstanden retourniert worden sein. Was jetzt wirklich dran ist, konnte leider bis jetzt nicht von der Redaktion in Erfahrung gebracht werden. Ach ja, schon mal einen Flugzeugzusammenprall mit direktem Personenschaden gesehen?

Das Bild wurde beständig mit Filtern bearbeitet, so dass beinahe jede Szene ihre ursprüngliche Farbgebung verloren zu haben scheint. Der Beginn erstrahlt in künstlich gealterten, braun- und gelbstichigen Farben, in den Nachtszenen schillert stets ein bläulicher Mond über den gesamten Settings und im etwas weichen Kontrast gehen einige Details unter. Trotzdem beschreibt der Gesamteindruck eine sehr einheitlich wirkende Szenerie, die nicht zu stark abgewandelt wurde, als dass sie schon als Kunstfilm gewertet werden könnte. Auf der technischen Seite wird eine meist gute Schärfe geboten, die aber auch ein deutliches Bildrauschen in den helleren Szenen abbildet. Die Kompression bleibt im grobkörnigen Material weitgehend stabil, leichte Artefakte um Objekte sind in anspruchsvollen Szenen aber immer wieder erkennbar und vermischen sich mit dem Rauschen, so dass bei genauerer Betrachtung schon einige Details verloren gehen können. Nachzieheffekte sind nicht ersichtlich, ebenso wenig wie Defekte, so dass man insgesamt von einem guten Bild mit leichten Schwächen im Ausgangsmaterial sprechen kann.

Für eine Independentproduktion bietet die Surroundkulisse eine ordentliche Verarbeitung. Nicht nur der dynamische, Fantasy artige Orchestersoundtrack hilft den Rear Speakern zum häufigen Einsatz, auch die Effektpalette reicht vom unheimlichen Ambiente über im Raum verteilten Dialogen bis hin zu tonal bewegten Kometen. Der englische Originalton ist sogar noch ein wenig besser ausbalanciert als die dt. Synchronisation, die ein wenig an den mittelmäßigen Sprechern kränkelt. Beispielsweise Marion und der Sheriff sind im Original wesentlich lässiger vertont, die hektische Streiterei im Bunker wird durch die etwas behäbiger abgemischten dt. Stimmen sogar ein wenig nervig. Außerdem fehlt es der dt. Version etwas an druckvollem Bass im Vergleich zum Original. Nehmt einfach mal den Niedergang der Strahlen in der 15. Minute zur Hand. Trotzdem sind beide Tonarten wohlklingend und rauschfrei, der dt. Stereoton wirkt sogar etwas direkter als sein 5.1-Pendant, lässt aber die Effekte vermissen. Zum besseren Verständnis stehen deutsche und englische Untertitel zur Verfügung.
In den technischen Wertungen also eine bisher überzeugende Leistung, das Hauptmenu wurde auch ordentlich umgesetzt (musikalisch mit dem Score unterlegt und schön animiert in den Übergängen), an Extras mangelt es aber ein wenig. Zumindest das Textinterview mit den Regisseuren stellt einiges zu den Produktionsgegebenheiten und den Intentionen der Macher klar. Danach gibt's aber nur noch Trailer und einen Weblink, für den Filminteressierten gänzlich uninteressant.

Gemessen am derzeitigen Hollywood-Schmarrn macht dieses Werk einiges an Boden wett und Zombie erfahrene Horror/Phantastik-Freunde sollten einen kurzweiligen Blick auf den blutigen Alieneiertanz riskieren. Die auf dem deutschen Cover angepriesene Aussi-Antwort auf Jacksons "Braindead" ist's dann wohl doch nicht ganz, aber der geneigte Gorehound sollte trotzdem auf seine Kosten kommen. Die deutsche DVD ist ja wie bereits erwähnt ungeschnitten und hat gute Bild- und Tonqualität.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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