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IT, ESP 1969
Originaltitel:Pistolero dell'Ave Maria, Il
Alternativtitel:Forgotten Pistolero
aka. Gunman of Ave Maria
aka. Tierra de gigantes
Länge:80:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ferdinando Baldi
Buch:Pier Giovanni Anchisi (als Piero Anchisi), Ferdinando Baldi, Vincenzo Cerami, Federico de Urrutia, Mario di Nardo
Kamera:Mario Montuori
Musik:Roberto Pregadio
Darsteller:Leonard Mann, Luciana Palazzi, Alberto de Mendoza, Pilar Velázquez, Pietro Martellanza (als Peter Martell), Piero Lulli, Luciano Rossi, José Suárez, Barbara Nelli, Mirella Pamphili, Franco Pesce, Silvana Bacci, Enzo Fiermonte, Osiride Peverello
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Deu, It, Eng)
Sprache:Deutsch, Italienisch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:27.05.2004 (Kauf)
Specials:
  • Trailer (2:30 Min.)
  • Artwork-Galerie (9 Bilder)
  • Kinoaushang-Material (16 Bilder)
  • Filmprogramm (9 Bilder)
  • Werberatschlag (34 Bilder)
  • Filmographien:
    • Leonardo Mann (6 Texttafeln)
    • Luciana Paluzzi (15 Texttafeln)
    • Peter Martell (9 Texttafeln)
    • Piero Lulli (24 Texttafeln)
    • Ferdinando Baldi (13 Texttafeln)
  • Alter deutscher Vorspann (2:31 Min.)
  • Trailer:
    • Zum Abschied noch ein Totenhemd (2:35 Min.)
    • Ohne Dollar keinen Sarg (2:53 Min.)
Als General Juan Carrasco (José Suárez) nach dem Ende des Krieges überraschend auf seine Hazienda zurückkehrt, hat seine Frau Anna (Luciana Paluzzi) bereits andere Pläne geschmiedet. Mit einem heimtückischen Plan schafft sie ihren Ehemann auf brutale Weise beiseite und übernimmt mit ihrem Liebhaber die Macht über das Anwesen. Annas Sohn Sebastian (Leonard Mann) flüchtet mit seiner Amme vor dem Massaker und verschwindet spurlos. Viele Jahre später sucht sein Freund aus Kindesjahren, Rafael Garcia (Pietro Martellanza), nach ihm und findet ihn auf einer einsam gelegenen Farm irgendwo in Texas. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Sebastians Schwester Isabel (Pilar Velázquez) und wollen den Tod ihres Vaters rächen. Doch die eiskalte Anna Carrasco befürchtet bereits, dass Sebastian die Wahrheit erfährt und hetzt ihm und Rafael kaltblütige Killer auf den Hals und eine erbarmungslose Jagd beginnt ...
"Sein Gebet ist Hass, sein Gesetz ist Rache..." - Werbeschlagzeile

Mit einer einprägsamen und ungemein passenden Melodie beginnt der Film mit Blick auf einen unter der brennenden Wüstensonne reitenden Mann, der trotz seines erschöpften Zustandes von mexikanischen Killern verfolgt wird. Eine Szenerie wie sie nicht selten in anderen Western dieser Art zu sehen ist, und in den so genannten Eastern aus Fernost späterer Jahre unzählige Male ähnlich wiederholt wurde. Doch das staubige Schauspiel dieser italienisch-spanischen Koproduktion zeigt gerade in den Anfangsminuten, dass Ferdinando Baldi, der Regisseur von Interner Link"Django und die Bande der Gehenkten" ("Joe, der Galgenvogel") mit Terence Hill - meiner Meinung nach der einzig würdige filmische Nachfolger von Sergio Corbuccis Original-Django -, viel Wert auf Optik legt. Diese Absicht zeichnet sich weiter durch eine hervorragende Kameraführung und schönen Farben aus, sowohl in den prächtigen Landschaften als auch in den prunken Haziendabauten. Auffällig ist hierbei die Wechselwirkung von gewohnt schmuddeliger Atmosphäre und vornehmer Ausstattung, wie sie bereits in Baldos drei Jahre zuvor inszeniertem Interner Link"Django, der Rächer" zu bewundern war. Doch nicht nur die stilistischen Elemente zeigen ein paar Gemeinsamkeiten auf, sondern auch die Storyline beider Filme. Während in Interner Link"Django, der Rächer" Franco Nero mit seinem jüngeren Bruder den Tod seines Vaters rächen will und eine schicksalhafte Wendung erfahren muss, steht in "Seine Kugeln pfeifen das Todeslied" ein Geschwisterpaar im Mittelpunkt, das sich ebenfalls am Mord ihres geliebten Vaters rächen will. Allerdings sind hier die inhaltlichen Verwicklungen und Beziehungen der Figuren ausgeprägter und das erzeugt eine geradlinige und Spannung aufbauende Geschichte, die zum feurigen Finale eine überraschende Wendung erfährt. Aber diese wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten.
Die schauspielerischen Leistungen liegen in einem etwas über dem durchschnittlich hohen Rahmen, was zweifellos an den namhaften Darstellern liegt: Leonard Mann, bekannt aus diversen Genrebeiträgen wie Interner Link"Django - Die Nacht der langen Messer" oder "Drei Amen für den Satan" sowie Interner Link"Kampf um die 5. Galaxis" und Ruggero Deoadatos Interner Link"Cut and Run", der hier als rachedürstiger Halbweise sein Filmdebüt gab (laut IMDb). An seiner Seite reiten Pietro Martellanza (auch bekannt als Peter Martell), der in vielen anderen Italowestern (z.B. "Bleigericht" oder "Django - Den Colt an der Kehle"), sogar in der sozialkritischen deutschen Kinderbuchverfilmung "Momo" als grauer Herr und jüngst in Jess Francos Interner Link"Killer Barbys vs. Dracula" und der deutschen Independentproduktion Interner Link"Tears of Kali" zu sehen war, und Pilar Velázquez, die Italofans u.a. aus Interner Link"Die Frau vom heißen Fluß" mit Laura Gemser, "Ein Halleluja für Spirito Santo" mit Gianni Garko oder Interner Link"Churchills Leoparden" bekannt sein dürfte. Zudem reihen sich Luciana Paluzzi (bekannt aus so unterschiedlichen Filmen wie dem 007-Abenteuer Interner Link"Feuerball" oder "Sex im Frauengefängnis") in der weiblichen Hauptrolle, Piero Lulli (zu sehen in vielen Italowestern wie Interner Link"Sartana kommt" oder Interner Link"Mein Name ist Nobody", sowie in diversen Sandalenfilmen und Thrillern), und José Suárez (Interner Link"Django, der Rächer") in die Riege der Darsteller ein. Der Komponist der bereits zu anfangs angesprochenen superben Titelmelodie und natürlich der übrigen Musikuntermalung dieses Films ist Roberto Pregadio, der zahlreiche Soundracks zu eher in einschlägigen Fankreisen bekannten Filmen wie Interner Link"Mondo Cannibale 3 - Die blonde Göttin" und "Django - Unerbittlich wie der Satan" schrieb. Das Gesamtergebnis präsentiert einen kompakten Spaghetti-Western, der in sehr schönen Bildern und einer guten Geschichten spannend und gut zu unterhalten weiß. Im Finale kommt es sogar zu einem mitreißenden Duell, das einerseits leicht blutige Einschüsse zeigt und zugleich mit der rachedürstigen Phantasie des mit der Hauptfigur identifizierten Zuschauers spielt.


Nach Interner Link"Mannaja - Das Beil des Todes", Interner Link"Zum Abschied noch ein Totenhemd" und Interner Link"Ohne Dollar keinen Sarg" präsentiert Marketing mit "Seine Kugeln pfeifen das Todeslied" ihre vierte DVD eines Italowestern in gewohnter Aufmachung und diesmal mit einem extrem schönen Covermotiv, das schon die seltene VHS von Greenwood zierte. Die einzelnen Menüs bestehen aus Teilen des Covermotivs und werden mit der genialen Titelmelodie unterspielt. Der Film selber ist wie üblich in acht Kapiteln unterteilt, was bei einer Laufzeit von 80 Minuten durchaus in Ordnung ist. Offensichtlich bedienten sich Marketing an einem restaurierten Master aus Italien, wie man nicht nur an der Einblendung des Originaltitels sowie den Credits im Vor- und Abspann erkennen kann, sondern auch, dass ein paar kurze Dialoge in italienische Sprache wechseln. Offensichtlich war die ursprüngliche deutsche Fassung nicht ganz komplett.

Merkwürdigerweise ist die Bildqualität in diesen Teilen schlechter als im übrigen Film. Das betrifft zumindest die Bildschärfe, die weder in Nahaufnahmen und vor allem in Totalaufnahmen nicht so recht zu überzeugen weiß. Zum großen Teil verschwinden Details in den Hintergründen und Einzelheiten werden nur mäßig erkennbar. Im dazwischen liegenden Verlauf des Films befindet sich die Qualität im zufrieden stellenden bis teils guten Bereich. Dabei steigt auch die Detailfreudigkeit in der Tiefenschärfe etwas mehr an. Leider sieht es danach aus, als habe man sich diverser Rauschfilter bedient, die jedoch das eine und andere Rauschmuster nicht verhindern kann und wahrscheinlich auch für die Unschärfe in vielen Szenen verantwortlich sind. Um dagegen vorzugehen scheint es so, als wären Schärfefilter zum Einsatz gekommen, die zu leichten Doppelkonturen und Farbverläufen führt (Schrift im Vor-/Abspann). Bei den Einblendungen kann man auch deutliche Artefakte um die Buchstaben erkennen. Außerdem weist der anamorphe Transfer mehr oder weniger auffallende Nachzieheffekte auf, die sich aber im grünen Bereich bewegen. Positiv zu vermerken ist die satte und kräftige Farbgebung, die einen ausgewogenen Kontrast und Schwarzlevel kombiniert. Leider wirkt das Bild insgesamt etwas dunkel in gewissen Teilen, als wäre die Helligkeitspegel nicht so ganz ausgewogen reguliert. Dies führt dazu, dass in dunkleren Bildpassagen viele Details verschluckt werden. Das zeigt sich besonders, wenn man den Originalvorspann mit dem der deutschen Fassung, der sich als Extra auf dieser DVD befindet, vergleicht.
Die DVD beinhaltet gleich drei Sprachfassungen: Deutsch, Italienisch und Englisch. Die deutsche Mono-Tonspur klingt für ihr Alter doch ziemlich frisch aus den beiden Frontboxen und überzeugt durch eine recht klare Tonqualität. Nur an ein paar einzelnen Stellen kommt es altersbedingt zu Knacks- und Knistergeräuschen, sowie leichten Sprüngen in der Tonspur, die auf Masterfehler zurückzuführen sind. Und bis auf wenige Stellen hört man kaum störendes Hintergrundrauschen, was doch sehr positiv stimmt. Wie üblich bei Marketing gibt es den deutschen Ton auch als gesplitteten 5.1 Upmix, der allerdings keine Surroundeffekte zu bieten hat. Wieder einmal wurde die Monospur auf sämtliche Kanäle verteilt. Das erzeugt einerseits eine dichtere Soundstruktur, auch innerhalb der Lautstärke, aber ist letztendlich überflüssig. Die italienische Tonspur klingt vergleichsweise leiser, aber dafür größtenteils natürlich. Kein Wunder, denn hierbei handelt es sich um den Originalton, wenn man so will, und der spielt sich weitgehend rauschfrei ins Gehör und lässt Dialoge, Musik und Geräusche sehr gut und verständlich wahrnehmen. Die englische Tonspur fällt dagegen um einiges ab, woran das teilweise massive Hintergrundrauschen schuld ist.
Leider gibt es wieder keine deutschen Untertitel, was mich nicht nur bei Marketing-DVDs ziemlich nervt, aber aufgrund des Preisleistungsverhältnisses nicht überraschend ist.

Das Bonusmaterial zeigt sich in gewohntem Rahmen und hat außer den drei Trailern und dem deutschen Vorspann lediglich automatische Abfolgen von Bildergalerien und Texttafeln zu bieten. Das dieser Etikettenschwindel ("Mit über 30 Minuten Zusatzmaterial!!!" - Angabe auf dem Backcover) eine typische Vorgehensweise ist, um die Extras rein laufzeittechnisch auszudehnen, ist ebenso unnötig wie die nicht vorhandenen Untertitel. Dennoch stellt die Marketing-DVD eine günstige Alternative zur kostspieligen DVD aus Japan dar. Und wer ein Freund deutscher Synchronfassungen bei Italowestern ist oder auch deutscher Nachvertonungen im Allgemeinen, kann und sollte hier unbedingt zugreifen. Einen Spitzenfilm bekommt man ohnehin zu sehen.


Bild++++--
Ton+++---
Bonus+-----


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Seine Kugeln pfeifen das Todeslied
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