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UK 1967
Originaltitel:Prehistoric Women
Alternativtitel:Slave Girls
Länge:87 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Michael Carreras
Buch:Michael Carreras
Kamera:Michael Reed
Musik:Carlo Martelli
SFX:George Blackwell
Darsteller:Martine Beswick, Edina Ronay, Michael Latimer, Stephanie Randall, Carol White, Alexandra Stevenson, Yvonne Horner, Sydney Bromley, Frank Hayden, Robert Raglan, Mary Hignett, Louis Mahoney, Bari Jonson, Danny Daniels, Steven Berkoff
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • 4seitiges Booklet
  • Trailer
  • TV-Spot 1 (0:58 Min.)
  • TV-Spot 2 (0:19 Min.)
  • Werberatschlag (2:36 Min.)
  • Galerie (140 Bilder)
  • Hidden Features
Der Dschungelführer David Marchant wird von einem Stamm afrikanischer Eingeborener gefangengenommen, die ihn ihrer Gottheit - einem weißen Rhinozeros - opfern wollen. Doch kurz bevor man ihn umbringen kann, wird durch das Ritual ein Zeitstrom hervorgerufen, durch welchen Marchant weit in die Vergangenheit geschleudert wird. Er findet sich in einem Königreich wieder, das von einem Stamm brünetter Frauen beherrscht wird. Deren Sklaven sind ein Volk von blonden Frauen. Als sich Königin Kari in ihn verliebt, er sich jedoch auf die Seite der blonden Saria schlägt, lässt ihn die Königin gefangennehmen. Eingekerkert in den unterirdischen Verliesen, schwinden Marchants Chancen wieder in die eigene Zeit zurückzukehren. Aber würde dies dann überhaupt noch die ihm bekannte Welt sein ... ?
Geschmäcker sind verschieden und so dürfte es niemanden verwundern, dass mir gerade "Der Sklave der Amazonen" deutlich besser gefällt als John Gillings "Der Fluch der Mumie", der für mich nichts anderes darstellt, als ein misslungener Versuch, das Mullbindengenre zu reanimieren. Aber im Gegensatz zu John Gillings letzten Beitrag zur Hammer-Reihe, der eine recht große Fangemeinde hat und neben dem Original mit Christopher Lee von vielen als bester Mumienfilm angesehen wird, wurde "Der Sklave der Amazonen" die Ehre zuteil, auf einer FANEX-Konvention in den USA zum schlechtesten Hammer-Film aller Zeiten gewählt zu werden. Das ging sogar so weit, dass einige ihn mit Ed Woods "Planet 9 from Outer Space" verglichen, was die unfreiwillige Komik anging. Aber auch wenn einige Szenen zum Schmunzeln sind, hat der Film diese Betitelung in keinster Weise verdient, denn im Gegensatz zu manch anderer Hammer-Produktion schafft es "Prehistoric Women", so der Originaltitel, in jeder Minute zu unterhalten und wird zu keinem Zeitpunkt langweilig.
Dies beruht z.B. darauf, dass man die Möglichkeit bekam, die Original-Sets von "Eine Million Jahre vor unserer Zeit", die noch in den Elstree-Studios herumstanden, zu benutzen, die von Kameramann Michael Reeds wunderbar eingefangen wurden. Doch auch wenn sämtliche Aufnahmen im Studio gedreht worden, so kann der Film seinen gewissen Charme und seine Atmosphäre nicht verbergen, jedoch auch der Anblick von spärlich bekleideten Frauen sorgt für genügend Aufmerksamkeit und Erheiterung im Film, aber dazu später mehr.


Für das Drehbuch zeichnete sich Hammer-Chef Michael Carreras unter dem Pseudonym Henry Young aus und produzierte nicht nur diesen Titel, sondern führte auch noch Regie um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Carrera orientierte sich hierbei überdeutlich an dem amerikanischen "Amazonen des Urwalds" aus dem Jahre 1950, dessen Originaltitel "Prehistoric Women" man in Amerika gleich für seinen "Sklaven der Amazonen" noch einmal konservierte.
Wie oben schon erwähnt, gilt Michael Carreras Beitrag zum britischen Exploitation- und "Hammer-Girl-Glamour"-Film als das Schlechteste, was das Studio jemals produziert haben soll. Wenn man sich "Der Sklave der Amazonen" aber einmal genauer betrachtet, bietet er uns alles, was man(n) begehrt. Die Storyline ist zwar alles andere als originell, erfüllt jedoch ihren Zweck und wenn wir einmal ehrlich sind, hat Michael Carreras den Film sicherlich nicht nur inszeniert, um noch einen Film auf einem hochwertigen Setting zu drehen, sondern vielmehr um seine Fantasien auszuleben. Anders kann man den Aufbau und die Motivation, die sich hinter dieser Geschichte verbirgt, nicht verstehen. Als ich mir diesen Hammer-Streifen zum ersten Mal angeschaut habe, kam mir genau das in den Kopf, was alle anderen Männer auch gedacht haben: Mit dem Hauptdarsteller Michael Latimer tauschen zu wollen. "Der Sklave der Amazonen" ist der Stoff, aus dem (Männer-)Träume sind, denn beim Anschauen möchte man unweigerlich selber in die Welt der Amazonen eintauchen und der Hahn im Korb zwischen Hunderten spärlich bekleideten Blondinen und Brünetten sein. Genau das ist es, was Carreras mit dem Film erreichen wollte, alles andere ist hier im Grunde nebensächlich.
Weshalb er aber trotz der tollen Sets und der bezaubernden Frauen bei den Fans und Kritikern untergegangen ist, lässt sich wirklich schwer nachvollziehen. Man wirft dem Film zwar unfreiwillige Komik vor, aber ich sehe darin eher einen Hauch Selbstironie, mit der man an das Thema herangeht und auch den Darsteller/innen merkt man an, dass sie Spaß an ihrer Arbeit hatten. Besonders bei der ehemaligen Miss Jamaika, Martine Beswick merkt man, dass sie sich im künstlichen Dschungel und in ihrer Rolle als Königin der Amazonen wohl fühlt, was auch daran liegt, dass sie zuvor schon in "Eine Million Jahre vor unserer Zeit" zu sehen war und daher schon heimisch war. Martine gehörte zu der Zeit schon zu den Genre-Ikonen, war bereits in Hammers "Dr. Jekyll und Sister Hyde" zu sehen und spielte in Oliver Stones Debüt "Herrscherin des Bösen" die Hauptrolle. Sie war ebenfalls in 3 (!) James Bond-Filmen mit dabei und war zwar einmal im Vorspann als Tänzerin zu "Dr. No" und als Darstellerin in "Liebesgrüße aus Moskau" und "Feuerball", beide Male in unterschiedlichen Rollen. Zuletzt sah man sie in Filmen wie den 1996 gedrehten B-Movie "Night Of The Scarecrows" von Jeff Burr. In "Der Sklave der Amazonen" zeichnet sie sich nicht nur durch ihren makellosen Körper aus, den man nicht selten fast komplett nackt zu Gesicht bekommt, sondern durch ihre tolle Ausstrahlung. Es scheint als wäre ihr die Rolle der bösen Königin auf den Leib geschneidert worden und man kann als Zuschauer nicht verstehen, warum sich Hauptdarsteller Michael Latimer für die blonde Edina Ronay entscheidet. Klar, sie ist eine Sklavin, ebenfalls hübsch, obgleich sie in ihrer Rolle im Gegensatz zu Martine recht ausdruckslos daher kommt. Martine verzaubert trotz ihres fiesen Charakters die Männer mit ihrem bloßen Aussehen und ihrer Art und Weise, wie sie ihrer Rolle Leben einflößt. Auf einer Seite eine zerbrechliche Frau und auf der anderen Seite eine Tyrannin, die sich am Leid Anderer ergötzt.
Ebenfalls schön anzusehen sind die Tanzeinlagen der Amazonen, welche hier wirklich auf die Spitze getrieben werden und bei einigen Zuschauern für Lacher sorgten, jedoch von Denys Palmer wirklich hervorragend choreographiert wurden. Und obwohl der Film mehr Dialog anstatt Action lastig ist, dürfte der geneigte Zuschauer seine Freude an dem Gezeigten haben, ob halbnackte Frauen, "over-the-top"-Tanzeinlagen oder der gelungene Showdown, in dem es dann doch noch Action gibt und die Frauen sich gegenseitig auf dem Boden hin- und herwälzen dürfen, hier gibt es immer was zu schauen. Ein Film mit Frauen, deren Anblick Männerherzen höher schlagen lässt. Der Schluss ist für eine Hammerproduktion recht doppeldeutig ausgefallen und so erfahren wir nicht, ob das Ganze nur ein Traum (eines einsamen Mannes) war oder doch der halbnackten Realität entsprach ...

Die 14. Ausgabe der Hammer-Edition kann diesmal bildtechnisch nicht ganz an die letzten DVDs der Reihe anknüpfen und erhält daher nur 3 von 6 möglichen Punkten. Direkt zu Beginn fallen starke Grobkörnigkeit und eine Menge Defekte im Bild auf, was später zwar etwas besser wird, aber nie wirklich gut ist. Trotz des hohen Alters kann man zwar mit dem anamorphen Transfer zufrieden sein, jedoch wirkt das Bild im Ganzen zu weich und lässt etwas an Detailschärfe vermissen. In schnellen Bewegungen hat das Bild auch etwas mit leichten Nachzieheffekten zu kämpfen und die Farbgebung hätte deutlich kräftiger ausfallen dürfen. Dafür ist die Kantenschärfe wirklich gut geworden und der Kontrast durchweg ordentlich. Im Hintergrund bemerkt man immer leichtes Bildrauschen und Grobkörnigkeit. Insgesamt ein gutes Bild für einen 37 Jahre alten Film, jedoch im Vergleich zu Titeln wie "Nächte des Grauens" und "Der Fluch der Mumie" deutlich schlechter.
Der Ton ist wie gehabt im Original Mono enthalten. Hier liegt uns die seltene deutsche Synchronisation vor, die seit der damaligen Kinoaufführung nie wieder zum Einsatz kam. Die Stimmen sind klar zu verstehen, wirken im Gegensatz zum Originalton wesentlich dumpfer und lassen deutlich an Dynamik vermissen. Auch kann man leichtes Rauschen ausmachen, was aber kaum stört. Der englische Track ist wie erwähnt natürlicher und verfügt über eine gute Dynamik. Optional gibt es natürlich wieder deutsche Untertitel.
Zudem sollte man erwähnen, dass der Film völlig ungeschnitten ist und im Gegensatz zu England, in dem der Film erst knapp 1 Jahr nach Produktion erschien, 21 Minuten länger geht. In Finnland ist "Der Sklave der Amazonen" sogar verboten.
Als Bonus gibt es neben Trailer und TV-Spots noch den Werberatschlag, ein Booklet von Uwe Huber und eine Bildergalerie mit satten 140 Bildern zum Film und der Produktion.

"Der Sklave der Amazonen" gehört für mich zu den besten "Girls-Glamour"-Filmen der Hammer-Reihe und wenn ihn auch anscheinend alle Welt als schlecht tituliert und ihm daher nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde, sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden, denn wie oben schon geschrieben: Geschmäcker sind verscheiden und mir hat es vorzüglich gemundet. Die DVD bietet einen soliden Monoton, etwas Bonusmaterial und eine dem Alter entsprechende, ordentliche Bildqualität, die nicht ganz an den Standard von anderen DVDs aus der Anolis Hammer Edition herankommt.


Film+++++-
Bild+++---
Ton++----
Bonus++----


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