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TH 1999
Originaltitel:Bangkok Dangerous
Länge:101:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Oxide Pang Chun, Danny Pang
Buch:Oxide Pang Chun, Danny Pang
Kamera:Decha Srimantra
Musik:Orange Music
Darsteller:Pawalit Mongkolpisit, Patharawarin Timkul, Piya Boonnak, Korkiate Limpapat, Pisek Intrakanchit, Premsinee Ratanasopha
Vertrieb:Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Thai
Specials:
  • Trailershow:
    • Equilibrium
    • Ju-On
    • Dark Water
    • The 51th State
    • City of God
Der taubstumme Kong (Pawalit Mongkolpisit) wurde als Kind wegen seiner Behinderung oft gehänselt. Das trieb ihn früh dazu, Schießen zu lernen, um sich an der Welt zu rächen und letztendlich zu dem zu werden, was er heute ist: einer der gefürchtetsten und eiskaltesten Killer von Bangkok. Seine einzigen Freunde, Aom (Patharawarin Timkul) und Jo (Pisek Intrakanchit), arbeiten mit ihm zusammen.
Kong lebt in einer düsteren und kalten Welt als professioneller Killer. Und nur so kennt er das Leben, bis die zierliche Apothekerin Fon (Premsinee Ratanasopha) ihm Wärme und Zärtlichkeit entgegenbringt - all das, was er nie kennen gelernt hatte. Das könnte seine Rettung sein aber genauso gut auch sein Tod ...
Um es vorweg zu nehmen: "Bangkok Dangerous" kann so einiges...
Konnten uns die Pang-Brüder schon mit ihrem Mystery-Thriller "The Eye" überzeugen, so ist diese thailändische Produktion ein visueller Augenschmaus der besonderen Art. Kaum eine Minute vergeht, ohne dass hier mit stylischen Effekten, Rückblenden, Montagen oder Farbfiltern gearbeitet wird. Allein schon die ersten Minuten gehören zu den optischen Highlights im Film. Eine Toilette wird zum Tatort: Gefilmt von einer Überwachungskamera sehen wir, wie ein Mann durch den Gang schreitet und jemanden vor dem Waschbecken erbarmungslos erschießt. In der nächsten Einstellung fließt Blut die Fliesen entlang und aus dem Blut tauchen die Credits auf. Dies ist nur eine von vielen visuell gelungenen Szenen in "Bangkok Dangerous", ein Film der nicht nur durch seine optischen Ergüsse zu überzeugen weiß, sondern auch durch seine durchweg talentierten Darsteller, wie z.B. des taubstummen Auftragkillers und Hauptdarstellers Kong (Pawalit Mongkolpisit), der seine Rolle mehr als nur überzeugend spielt und trotz seines eher fragwürdigen Berufes dem Zuschauer schnell sympathisch wird. Die Pang-Brüder achten bei seiner Charakterisierung genau darauf, dass der Zuschauer nicht sofort über Kong und seine beiden ?einzigen? Freunde Aom (Patharawarin Timkul) und Jo (Pisek Intrakanchit) aufgeklärt wird und dies anhand von Rückblicken, welche teilweise in einem 8mm Look gehalten werden, zu Gesicht bekommt. Kong wurde als Kind schon immer aufgrund seiner Behinderung von den anderen Kindern gehänselt und selbst vor Gewalt schreckte man bei ihm nicht zurück. Als er irgendwann auf einem Schießstand Jo und die hübsche Aom kennen gelernt hatte und sie beide von seinem Talent mit einer Feuerwaffe umzugehen angetan waren, haben sie ihn unter ihre Fittiche genommen um ihn zu einer Killermaschine auszubilden. Taub aber extrem gefährlich, ein Profi in seinem Gebiet und endlich wird er trotz seiner Behinderung akzeptiert, aber man merkt auch, dass Kong kein typischer Killer ohne Gefühle ist, sondern viel mehr ein Mensch der Liebe und Zuneigung braucht. Diese hofft er bei der jungen Apothekerin Fon (Premsinee Ratanasopha) zu bekommen, bis durch einen tragischen Zwischenfall die traute und etwas stumme Zweisamkeit zerbrochen wird.



Viel mehr sollte man eigentlich gar nicht mehr erwähnen, denn auch wenn "Bangkok Dangerous" Schwächen deutlich in der Story liegen, ist sie interessant genug um nicht langweilig zu werden, dafür aber etwas verworren und stellt teilweise nichts Halbes und nicht Ganzes dar. So bekommen wir einmal die Geschichte des Taubstummen und seiner Gefühlswelt geboten, die leider nicht soweit ausgereizt wird, dass es wirklich glaubhaft wirkt und zum anderen die Geschichte um Aom, die in einer Gruppe vergewaltigt wird und um ihren Freund Jo, welcher damals bei einem Attentat eine Kugel durch die Hand bekommen hat und seitdem sein trostloses Dasein dem Alkohol widmet, bis er für Aom wieder zur Waffe greift ...
Zum Schluss verlaufen die vielen verschiedenen Handlungsstränge um Liebe, Tod und Rache zwar wieder zu einem Punkt zusammen und es endet in einem Blutbad, dennoch ist die Story einfach zu dünn um wirklich durchweg zu überzeugen. Fängt der Film vielversprechend und "anders" an, als das gewohnte Asia-Kino so findet man sich schnell im "alten" Gefilde eines routinierten Actionfilm wieder, ohne aber die visuelle Vielfalt zu verlieren, dessen Inspiration deutlich in frühen John Woo-Filmen oder auch in Takeshi Miikes "Dead or Alive" mit einem Schuss unverbrauchter Experimentierfreude zu finden ist. Zum Ende hin wird es dann auch wieder recht ungemütlich und von einem Happy End kann man nicht wirklich sprechen. "Bangkok Dangerous" ist ein kleines visuelles Kunstwerk aus Thailand geworden, mehr ein Drama denn ein Action-Thriller, mit einer hervorragenden Schauspielerriege und einer spannenden, obgleich nicht originellen Geschichte. Dennoch ein Film, der einmal mehr beweißt, dass die US-Filmindustrie sich zwar die asiatischen "Kultregisseure" unter den Nagel reißen können, dies aber noch lange keine Garantie für gute Film sind. Thailand gilt schon seit Filmen wie "Killer Tattoo" und "Nothing to Lose" als die neue Hoffnung des Actionkinos, eine Hoffnung, die uns wohl so schnell nicht genommen wird. Wünschenswert wäre jedoch neben der visuellen und künstlerischen Raffinesse noch eine neue unverbrauchte Geschichte, was sich in der heutigen Zeit jedoch als sehr schwierig herausstellen dürfte, so gibt es doch kaum noch etwas, was bis heute noch nicht verfilmt wurde.

Es ist recht schwierig, die Bildqualität von "Bangkok Dangerous" objektiv zu bewerten, da wie oben schon erwähnt der Film vollgepackt mit visuellen Spielereien steckt. Das Bild wirkt durchgehend kühl und blass, was die düstere Stimmung des Films widerspiegeln soll. Brauntöne dominieren das Geschehen und in vielen Szenen wurde mit dem an sich guten Kontrast gespielt. So passiert es, dass helle Szenarien absichtlich überstrahlen oder Farben sehr intensiv dargestellt werden, wie z.B. in den Disco-Szenen, in denen die Farben Rot und Grün dominieren. Einziger Schwachpunkt ist hier die Detailschärfe, die etwas besser hätte ausfallen dürfen. Ob dies jetzt den Effektspielereien anzulasten ist oder auf eingesetzte Rauschfilter zurückzuführen ist, kann ich leider nicht sagen, dennoch wirkt das Bild in vielen Einstellungen deutlich zu weich. Die Kompressionen leiden unter gelegentlichem Blockrauschen, aber auch hier wurde viel gespielt und so wirken diverse Szenen als ob wir es im Hintergrund mit einer starken Kompression zu tun bekommen, die in Richtung Video-CD geht. Aber hier kann man alle Leser beruhigen, denn dies ist definitiv eine Spielerei des Regisseurs und kommt immer nur in speziellen, meist surreal wirkenden Sequenzen zum Einsatz. Wie wir es drehen und wenden, es ist unheimlich schwer ein Fazit für das Bild zu vergeben. Deshalb vergebe ich gute 4 Punkte für mehr ist das Bild einfach zu undefinierbar und wechselhaft in seiner Art. Zudem kommt noch eine leichte Bewegungsunschärfe hinzu, die dem anamorphen Transfer zwar nicht sonderlich beeinträchtigt, jedoch auch in die Wertung mit eingeht. Im Übrigen sei noch zu erwähnen, dass uns hier das Originalformat des Films in 1,78:1 vorliegt und an den Seiten nicht beschnitten wurde.
Mit dem deutschen 5.1 Mix und der Synchronisation kann man eigentlich durchweg zufrieden sein. Hier wird uns ein sauberes Klangbild geboten, welches mit einem souveränen Raumklang aufwarten kann. Ein Highlight wird uns hier nicht geboten, dafür gibt es zu wenig direktionale Effekte und die Frontkanäle wirken etwas zu penetrant. Dennoch wirkt das Gesamtbild recht dynamisch und gerade bei Schießerein bekommt der Bass gut was zu tun. Die Musik und die Effekte wurden sauber auf alle Lautsprecher verteilt, die Rearspeaker dienen aber mehr den Umgebungsgeräuschen. Dennoch kann man mit dem Gebotenen zufrieden sein, obgleich ich mir eine etwas dezentere Front gewünscht hätte und dafür mehr richtige Surroundeffekte. Im Bereich Musik und Subwoofer hapert es aber nicht. Als Zusatz gibt es noch den thailändischen Originalton, welcher nur für Thailänder interessant sein dürfte, da man uns hier deutsche Untertitel vorenthält. Der Track liegt uns hier in Dolby Digital 2.0 vor und ist ebenfalls sehr frontbetont, allerdings überspitzt der Ton im Höhenbereich deutlich und wirkt daher etwas unnatürlich. Musik und Effekte sind aber ebenfalls auf einem hohen Niveau. Lustigerweise werden uns hier viel mehr Surroundeffekte geboten als in der deutschen 5.1-Version. In der 68. Minute bekommen wir z.B einen schönen Effekte geboten, in dem die Stimme von vorne nach hinten läuft. In der deutschen Version gibt es dies nicht sondern nur den aufgeblähten Score zu hören. Insgesamt gefällt mir die thailändische Surround-Spur deutlich besser, da sie viel natürlicher und harmonischer wirkt. Nur ohne Untertitel leider unbrauchbar.
Bonusmaterial ist leider ebenfalls Fehlanzeige, außer einer obligatorische Trailershow dürfen wir uns leider auf nichts besondere freuen. Schade ...

Aus technischer Sicht eine routinierte DVD-Umsetzung aus dem Hause Highlight Film, die ihre Mängel deutlich im Bereich Bonusmaterial hat, jedoch auch Bild und Ton haben ihre Schwächen, können dennoch als gut bezeichnet werden. Der Film der Gebrüder Pang gehört in jede Sammlung Asiatischer Filmkunst und ist optisch wirklich ein Augenschmaus. Ebenfalls der fetzige Score von Orange Music gehört dank seiner wuchtigen Beats, die sich selbst Gegner elektronischer Computer-Musik nicht entziehen können, zu den mit Abstand besten seiner Art.
Für Fans verspielter und experimenteller Filme eine Offenbarung, Genre-Kenner werden zwar Gefallen finden, dennoch aufgrund der durchschnittlichen Story etwas enttäuscht sein.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus------


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Bangkok Dangerous
Bangkok Dangerous
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