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USA 2000
Originaltitel:Third Society, The
Länge:79:19 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:J.A. Steel
Buch:J.A. Steel
Kamera:Philip M. Cross, Jay Anthony Jones
Musik:Emily O'Neary, James Henriques, Robert Crane
SFX:Jay Eggett, John Eggett, Edith W. Fung
Darsteller:J.A. Steel, Shannon Clay, Russell Vann Brown, Sonya Eddy, Charles Shen, Benny Tjandra, Debi D. Beebe, Khin-Kyaw Maung, Moritaka Yoshida, Makai Hyun, Satoshi Nakagawa
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • dt. Trailer (1:46 Min.)
  • engl. Trailer (1:46 Min.)
  • Slideshow (19 Bilder)
  • Promotionfotos
  • Making Of (20:56 Min.)
  • Interview mit Grafikerin (3:59 Min.)
  • Presseausschnitte (21 Seiten)
  • J.A.Steek - Kurzinterview (0:40 Min.)
  • 3 Musikvideos (13:26 Min.)
  • Filmografien:
    • J.A. Steel (1 Seite)
    • Sonya Eddy (6 Seiten)
    • Khin Kyaw Maung (1 Seite)
  • Interview: J.A. Steel in Mailand (16:39 Min.)
  • Trailershow:
    • Shadow Of The Dragon (1:50 Min.)
    • Wet Hot American Summer (1:58 Min.)
    • Tödliche Absichten - The Uninvited Guest (1:35 Min.)
    • Guerreros (1:08 Min.)
    • Die unwiderlegbare Wahrheit über Dämonen (1:15 Min.)
    • Naufragos - Gestrandet (2:34 Min.)
    • Furz - Der Film (1:37 Min.)
  • Soundtrack-CD (10 Tracks, 42:01 Min.)
Als kleines Mädchen musste sie mit ansehen, wie ihre Mutter von der Third Society und den Gangstern um Drogenboss "Dragon" getötet wurde. Zwanzig Jahre später ist aus Cassandra Alexandra Jones ein knallharter Cop geworden - eiskalt, stahlhart und absolut tödlich! Und sie schwört Rache an den Mördern ihrer Mutter. Als das Kartell auch noch ihre Schwester entführt, hat es die Rechnung ohne Jones gemacht. Sie hat genau 24 Stunden, um ihre Schwester zu befreien - und dabei geht sie über Leichen! Egal ob zu Wasser, Land oder Luft, selbst Jones' Kollegen können die gnadenlose Polizistin nicht mehr aufhalten.
"Das Böse wird in dunklen Nächten in unseren Träumen geboren und liegt für immer in den Schatten unserer Erinnerungen eingebettet - zerstörte Unschuld kann nie wieder zurückgeholt werden." (Off-Kommentar)

Beinahe hätte ich gleich zu Beginn des Filmes wieder ausgeschalten. Das muss man erst einmal schaffen - sich über die anfängliche Phrasendrescherei (Beispiel? siehe oben) von Gut und Böse, Kindern, die im Kampf ihre Unschuld verlieren und Rache hinwegretten. Da wird mir fast schlecht, wenn im Hintergrund noch jemand die Best Of-Scheibe von Richard Claydermann in ein herzerweichendes Klavierstück presst, um den Zuschauer zu Tränen zu rühren oder -wie mich- zum Reihern zu animieren. Wenn man dann noch bedenkt, dass sich während des Produktionsprozesses schonungslose Budgetabgründe auftaten, weil Financiers sich zurückzogen, dann versteht man auch, weshalb einige Actionszenen derart penetrant oft auftauchen (schaut auf die Polizeiwagen am Flughafen, Hubschrauberflug) und warum die Einleitung so zusammengestückelt wirkt, als würde sie schildern, was "vor der Werbung" geschah. So dauert es unheimlich lange, bis der Zuschauer in die Story hineinfindet, die sich ähnlich trivial aufbaut wie die Antworten einer "Jeopardy!"-Runde.

"Cassandra Alexandra Jones. Man sagt, sie verbringt gerne Zeit allein. Sie bereitet sich auf einen Kampf vor. Ich versteh das nicht - im Dschungel ist doch nix, nur ein paar harmlose Bäume!?" (Off-Kommentar)

Diese Zusammenhangslosigkeit (die Anzahl der Continuity-Fehler würde ich grob geschätzt im oberen 3stelligen Bereich ansiedeln) setzt sich aber nun für etwas über 70 Minuten fort und paart sich mit billigen Geplänkel, das selbst den Drehbuchautor der örtlichen Schulaufführung die Schamesröte ins Gesicht treiben wird. Denn ganz abgesehen von Dialogen, die den Bereich der unfreiwilligen Komik längst zum Peinlichen hin überschritten haben, wird wenig von der erwarteten, guten alten 80er-Pizza&Sixpack-Action geboten. In einigen Szenen scheint den bösen Buben, die hemmungslos auf nicht existente Gegner ballern (bzw. den oft frontal postierten Kameramann einen Blattschuss verpassen wollen), sogar die Munition ausgegangen zu sein - so oft hab ich in noch keinem Film Pistoleros mit leeren Waffen herumstratzen sehen.

"Zwei Undercover-Beamte wurden eines Nachts von Grahams Männern getötet. Jones kam zu spät, um das zu verhindern. Für SIE ging es immer um Ehre und Gerechtigkeit." (Off-Kommentar)

Dann setzt man den Faustkampf bzw. die Spezialität von J.A.Steel ein: Martial Arts. Diverse Kampftechniken konnte die blondgelockte Hauptdarstellerin bereits seit frühester Kindheit erlernen, ebenso wie das Schießen mit echten Waffen. Naheliegend, dass diese beiden Fähigkeiten ordentlich eingesetzt werden und Miss Steel ihren Körper auch bereitwillig herhält, wenn es zu brenzligen Situationen kommt (die Duschszenen mit ihr gehören übrigens nicht dazu). Denn als Fan von weiblichen Actionstars wie Sigourney Weaver ("Alien") und Linda Hamilton ("Terminator 2"), die in ihren Paraderollen die starke Frau mimen und der Männerwelt ordentlich beweisen, wie aus dem schwachen Geschlecht die rotzige Furie wird, wollte sie mit "The Third Society" endlich zeigen, zu was Frauen alles fähig sind. Für meinen Geschmack ist der Charakter von "Jones" aber etwas zu maskulin ausgefallen. Nicht, dass es nicht angebracht wäre, den bösen Buben mal zu zeigen, dass die Frau von heute mindestens ebenso unbarmherzig, lässig und knochenhart wie Chuck Norris, Clint Eastwood und Charles Bronson zu ihren besten Zeiten sein kann. Aber der Hintergrund und die Umsetzung des Charakters ist dann doch etwas zu dick aufgetragen, mitunter schon derb lächerlich, stellt euch einfach Arnie "T1000" Schwarzenegger in seiner Lederkluft mit blonden Strubellocken und cooler Sonnenbrille vor. Damit ihre Haare auf den Zähnen nicht so struppig in die Kamera hineinragen, wird ihr ein FBI-Agent zur Seite gestellt, den man mit Sicherheit schon mal in irgendeinem Modekatalog gesehen hat, dessen Funktion sich aber auf's Gutaussehen und Unterbuttern lassen beschränkt. Und Retro-Action könnte so schön sein, aber die Oneliner von Miss "Mein-Anblick-verbreitet-Angst-und-Schrecken" Jones punkten nun mal gar nicht, auch wenn sie deutlich als Best Of dem klassischen Krawumm-Actionkino entnommen wurden. Den Zynismus hat sich Jones gepachtet, die coole Situation, die man benötigt, um den Spruch auch in eine Pointe zu verwandeln, bei der das Popcorn durch das Wohnzimmer geschmissen wird, fehlt aber gänzlich.

"Meine Schwester Erica spricht 8 Sprachen, sie könnte sie mit einem Keks töten und sie ist das Gehirn unseres dynamischen Duos." (Jones)

Kommen wir nun zur technischen Umsetzung des Films, die wie schon leicht angeschnitten, ebenso hundsmiserabel ist, wie sämtliche andere Aspekte des Werkes. Einzig die Kamera versucht hierbei durch Zooms und wacklige Führung Dynamik zu erzeugen, die die Actionszenen in bester Videoclip-Manier veredelt, an den sich oft wiederholenden Einstellungen aber ausgebremst wird. J.A. Steel war auch in dieser Hinsicht äußerst unzufrieden mit dem Resultat, hatte sich doch der unbeaufsichtigte Leiter der 1. Dreheinheit seine eigenen Gedanken über die Stilistik des Films gemacht und somit (laut Aussagen von Steel) das Gesamtergebnis verwässert. Neben den Budgetproblemchen blieb der Crew also nur übrig, das einstige Projekt zu einem aufgebauschten Resultat mit hohem Recyclewert der wenigen, abgedrehten Szenen umzusetzen, bei dem unheimlich viele Handlungsstränge so abrupt im Nichts enden wie ein Crashtest-Dummy an der Betonmauer. Gleiches lässt sich in etwa für die musikalische Untermalung aussagen, welche an sich nicht mal schlecht passt, da hier von vorn bis hinten ordentlich gerockt wird. Nur hat der Zuschauer wegen des exzessiven Einsatzes der Schlüsselthemata sehr bald raus, mit welchen Klängen er als Nächstes zu rechnen hat. Das wird mit der Zeit nicht nur langweilig, wenn beispielsweise das Actionstück kurz, aber unzählige Mal angerissen wird - nein, es nervt irgendwann wirklich.
Miss Steel, hier haben sie sich aber hoffnungslos übernommen! Da kann ich nicht mal mehr ein anerkennendes Lob aussprechen, für die Mühe, die sie sich mit dem Filmdreh gemacht haben, denn einen Unterhaltungsfaktor hab ich auch nach dem dritten, hart erkämpften Durchlauf nicht finden können. Möglicherweise steckt er ja in den Shootouts (die dämlichsten, die je dargeboten wurden). Unter ihnen der zwischen Jones und ihrem Erzfeind, welchen ich zum Schluss einfach noch verraten muss: Die beiden stehen sich in "The Killer"-Pose auf etwa 10 Meter gegenüber, beide schießen und fallen nach hinten um wie nasse Säcke. Autsch!!

Durch den starken Kontrast, der streckenweise an die stilisierten, beinahe s/w aussehenden Sequenzen von "Bad Boys 2" erinnert, sehen zwar einige Gesichter ein wenig blass aus (besonders während der Flughafenszenen), kräftige, strahlende Farben sind aber immer wieder vertreten (man beachte den roten Porsche). Dadurch und möglicherweise auch durch eine geringe Nachschärfung erhalten die Konturen eine saubere Abgrenzung, die Detailschärfe wirkt dagegen manchmal etwas unterfordert, über weite Strecken hinweg aber gut. Ein paar störende Faktoren fallen aber auf, beispielsweise ein unterschwelliges Farbflackern (siehe Szenen mit Erica, die das Konto hacken soll) und ein stehendes Rauschen auf hellen Flächen, welches hin und wieder leichte Kompressionsartefakte mit sich führt.
Ich nehme mal an, dass der dt. 5.1-Track als Upmix der Dolby Surround-Spur entstand, denn genauso halbseiden klingt er auch. An der Klangqualität gibt es kaum was auszusetzen, der Ton hat mächtig Power, sogar etwas mehr als die leiseren Dolby Surround-Spuren. Auch der Hochtonbereich wurde ordentlich umgesetzt, der Sub bringt Leben in die Bude und die Dialogverständlichkeit steht sowieso außer Frage. Nur eben beim Surroundanteil hakt es ein wenig, denn nach echten Effekten sucht man vergeblich. Die Musik birst dafür hin und wieder mal ordentlich aus den Rears, besonders das Actiontitelstück mit den sägenden Gitarren sorgt für Stimmung. Für ein (noch) gutes Gesamturteil sorgt letztlich der sporadische Einsatz von leichter Soundartillerie auf den hinteren Lautsprechern, die das frontbasierende Haupthandlungsgeschehen etwas auflockert, in einigen Fällen sogar recht gut gelungen ist. Die Synchronisation ist übrigens guter B-Durchschnitt, sieht man von einigen Aussetzern mit Stimmen aus dem Land der Gummibärenbande ab, steht also in keinem Verhältnis zu dem Murks an Dialogen, die unablässig verbrochen werden.
Die hier vorgestellte Special Edition ist nicht nur auf 2000 Stück limitiert und wird im Digipack geliefert, sie enthält noch dazu den kompletten Soundtrack des Films. Geboten wird feinster Rock bis hin zu HardRock und auch ein paar ruhige Stücke, die Soundqualität ist gut, dürfte aber ruhig dicker sein, denn einige Songs klingen, als ob sie direkt von Tape gemastert worden wären (zu viel Höhen, zu wenig ausgeprägter Tiefen- und Mittenklang). Insgesamt trotzdem ne feine Sache!
Auf der Haupt-DVD begrüßt uns "Star" J.A.Steel vor dem Film und wünscht uns viel Spaß - ebenso eine nette Geste. Die zwei folgenden Trailer und die Slideshow lassen wir bei Seite, hier gibt's nichts zu sehen, was man nicht auch schon aus dem Film kennt oder dort nicht in besserer Qualität zu Gesicht bekommt (die letzten Fotos sind graupelig!). Die Promotionfotos sind da schon wesentlich kurioser, denn hier darf sich die Hauptdarstellerin auf ihrem Motorrad in anzüglichen Posen räkeln - nicht immer geschmackssicher, aber gewagt. Hintendran werden noch einige Coverartworks vorgestellt. Das 20minütige Making Of hab ich mir nicht ganz angetan, da es nur Englisch (ohne Untertitel) ist und sowohl von Ton- als auch Bildqualität grad mal Lowest Budget-Maßstäben (wacklige Aufnahmen mit der Videokamera) gerecht wird. Hier wird ein wenig gespaßt, Ausschnitte vom Dreh gezeigt, aber was nützt es, wenn man kaum was versteht. Bei den Presseausschnitten wird's richtig interessant, denn neben einem Interview geht Steel sehr selbstkritisch mit ihrem Werk um, was auf jeden Fall mehr Informationen über die Produktion vermittelt als das gerade einmal 40sekündige, nachfolgende Kurz-Interview mit ihr. Dafür wird später ein gut viertelstündiges Videointerview nachgereicht (zwar auch nur englisch). Unter den Musikvideos stellt sich die Gruppe mit zwei Titeln vor, die maßgeblich für den Score verantwortlich waren. Der erste Titel zeigt die Band einmal live in Verbindung mit Filmausschnitten, beim zweiten Titel wird das Lied nochmal komplett live abgespielt. Mein Lieblingstitel vom Score an dritter Position ist leider in räudiger Soundqualität vorhanden, hier sollte man dann doch lieber die CD einwerfen. Abschließend finden sich noch einige kurze Biografien und ein paar Trailer aus dem Marketing-Programm ein.

Für mich muss ich behaupten, hier einen der schlechtesten Actionfilme seit langem vorgesetzt bekommen zu haben. Vielleicht trifft das für andere nicht zu. Zumindest konnte ich bei meiner Recherche im Web einige Male das Wort "Kult" lesen, ein Begriff, der mittlerweile inflationär ge- bzw. missbraucht wird. Wer mir also erklären kann, was "The Third Society" und "Kult" gemeinsam haben, der schreibe mir bitte eine eMail. Den Punkt, den ich dafür vergebe, setzt sich ausschließlich aus dem skurrilen Charakter und einem gewissen Trash-Charme zusammen, den das halbgare Werk für sich beanspruchen kann. Ernsthaft betrachtet würde ich eher von einem absoluten Rohrkrepierer (sprich: 0 Punkte) sprechen. Die DVD ist technisch solide umgesetzt, als Special Edition schick verpackt und mit rockiger Soundtrack-CD darf man allein dafür schon eine Empfehlung aussprechen. Dem Käufer, dem auffällt, inwiefern der Film mit seinem Titel zusammenhängt, der lasse es mich bitte ebenfalls wissen.


Film+-----
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


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