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FR 2002
Originaltitel:Bloody Mallory
Alternativtitel:Bloody Mallory - Fuck Evil!
Länge:92:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Julien Magnat
Buch:Stéphane Kazandjian, Julien Magnat
Kamera:Sophie Cadet, Nicolas Duchêne
Musik:Kenji Kawai
SFX:Stéphane Gaillot
Darsteller:Olivia Bonamy, Thylda Barès, Ludovic Berthillot, Julien Boisselier, Adriá Collado, Ludovic Delalande, Michel Durand, Dominique Frot, Olivier Hémon, Perkins Lyautey, Dominique Marcas, Jeanne Moureau, Justine Pouvreau, Jeffrey Ribier, Laurent Spielvogel, Sophie Tellier, Valentina Vargas, Philippe Visconti, Yann de Monterno
Vertrieb:Legend
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Französisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Making of (17:25 Min.)
  • Trailer (0:49 Min.)
Seit einer alles andere als planmäßig verlaufenen Hochzeitsnacht mit einem Demon Lover verfügt die junge Mallory über eine prima Spürnase bezüglich des Paranormalen. Weil sie auch ansonsten Recht von Schlecht gut zu unterscheiden vermag, stellt sie ihre Kräfte in die Dienste des Staates als Geheimagentin mit Lizenz zum Pfählen. Als eine dämonisch motivierte Terrortruppe den Papst entführt, wartet nicht nur viel Arbeit, sondern auch eine Konfrontation mit der Vergangenheit auf sie und ihre bunte Bagage.
Eine Tortur für die Zuschauer sind diese Art von Filme, die sich selbst immer viel zu ernst nehmen und voller unfreiwilliger Komik nur so strotzen. In den letzten Jahren merkte man dies immer mehr bei den großen Hollywood-Produktionen, die zwar vollgepackt mit bahnbrechenden Special FX waren, jedoch meist lieblos heruntergekurbelt oder dank der unrühmlichen Eingriffe diverser Produzenten oder Studio-Bosse kaum zu ertragen waren. Blickt man auf die letzten 2 Jahre, fallen sofort Filme wie "LIGA" oder "Van Helsing" auf, zwei Filme, die man durch fehlende Seele nicht mal dem Teufel verkaufen könnte. Für viele liegt die Zukunft des Filmes mittlerweile (ob Horror oder Komödie) in Europa bzw. in Frankreich. Hier wurde man immer wieder durch einen wilden Mix aus Innovation, Unverbrauchtheit und herausragenden Inszenierungen überrascht. Filme wie Luc Bessons "Taxi", Jan Kounens "Dobermann" oder der visuell beeindruckende "Videocq" von Pitof können als moderne Klassiker Frankreichs bezeichnet werden und nicht selten hat Hollywood sich diese Art von Filmen und Filmemachern angeeignet, um deren Ideen und Werke immer und immer wieder zu klonen. Aber es gibt auch in Frankreich filmische Ausnahmen, wie z.B. die diesem Review vorliegende Horror-Komödie "Bloody Mallory" von Julien Magnat, die diesmal auf eine ganz bestimmte amerikanische Serie schielt.
Diese französische Variante von "Buffy" ist schön trashig, schräg und kann mit einigen gute Ideen aufwarten, die aber leider nicht richtig umgesetzt bzw. fortgeführt werden. Aber alles der Reihe nach...



Seit dem Tag, an dem ihr Bräutigam, der sich als Dämon entpuppte, die Hochzeitsnacht versaut und sie opfern möchte, hat sich Mallory dem Kampf gegen das Böse verschrieben. Sie macht kurzen Prozess mit ihrem dämonischen Ehemann und geht von nun an auf Monsterjagd. Gemeinsam mit dem stummen, aber telepatisch begabten Mädchen Talking Tina und der Sprengstoffexpertin und Drag-Queen Vena Cava mischt sie die Unterwelt gehörig auf. Doch als der Papst höchstpersönlich von Ghouls entführt wird, ist Schluss mit lustig. Nun müssen sie das Christentum retten und geraten in eine verschollene Stadt, die durch Magier (oder ist es doch ein Schaltknüppel) für die Außenwelt unsichtbar gehalten wird. In dieser Stadt herrscht das Chaos und es regieren Monster, Vampire oder wahnsinnig gewordenen Dorfbewohner. Kein Problem für das Powerteam, doch als sich herausstellt, dass der Papst doch nicht so fromm ist, stehen sie einem neuen Problem gegenüber: Der Rettung der Welt...

Man sieht sofort, dass Regisseur Julien Magnat ein großer Fan von knallbunten Comic-Superhelden und Computerspielen sein muss, so stellt er die Helden nicht nur in einer animierten Übersicht vor, die man noch aus Rollen- oder Haudraufspielen kennt, sondern das ganze Outfit der Heroinen ähnelt den Marvel Comic-Figuren und selbst das Waffenequipment ist nicht ohne und so kommen z.B. aus Vena Cavas Plateauschuhe kleine Maschinengewehre und ihr Lippenstift wird zu einem Raketenwerfer. Der abgedrehte Techno-Soundtrack von Kenji Kawai ("Ghost in the Shell 1+2", "Ringu 1+2", "Dark Water" und "The Princess Blade") passt wunderbar zu der optischen Umsetzung des Filmes, die ebenfalls knallbunt und stylisch ausgefallen ist. Schon der erste Kampf gegen die Ghouls in der Kirche zeigt, in welche Richtung "Bloody Mallory" geht und gibt sich besonders trashig und sorgt schon zu Beginn für eine Manga ähnlichen Kameraführung, so z.B. als Mallory sich einen Zweikampf mit einen der Ghouls liefert. So wird aus der Manga typischen Kameraführung plötzlich eine Hommage an das gute alte Rollenspiel, als plötzlich beide Kämpfer stehen bleiben, die Farbgebung ins Negativ wechselt und Mallory mit einer Art Finishing Move ihren Gegner erledigt. Aber auch der Rest des Films, ob in der Kirche mit der recht witzigen Schwangere-Nonnen-Bauch-Explodier-Sequenz oder später in der Unterwelt, ist temporeich, obgleich das Spektakel nach und nach an Biss verliert. Die Story nimmt sich von Minute zu Minute immer ernster und zum Ende steht man als Zuschauer einem total enttäuschenden Showdown gegenüber, der für eine TV-Serie à la "Buffy noch akzeptabel gewesen wäre, aber für einen Kinofilm doch schon etwas schwach ist.
Die Tricks, Kampfszenen und die Masken der Dämonen bewegen sich im ganzen Film über jedoch auf soliden TV-Niveau, ganz "Buffy" like eben, wobei man sagen muss, dass gerade die Kämpfe in jeder Hinsicht bei dem US-Pendant besser ausgefallen sind als hier. Trotzdem ist "Bloody Mallory" optisch ein wirklich gelungener Genre-Beitrag, der zu Beginn so richtig schön trashig ausgefallen ist, auch wenn nicht jeder coole Spruch zündet und man in punkto Action und Härte doch schon etwas hätte drauf legen können.
Mallory-Darstellerin Olivia Bonamy stellt hier die französische Antwort auf Sarah Michelle Gellar dar und das Ganze mit feuerrotem "Lola rennt"-Haar und in stylischer Lederkluft, wie man es heutzutage von einer Dämonenkillerin erwartet. Dies alles jedoch ohne an die echte "Buffy" wirklich heranzukommen. Jedoch mehr als die eigentliche Hauptdarstellerin, die nicht nur in den Kämpfen etwas zu kurz kommt, darf sich Jeffrey Ribiere als Drag-Queen Vena Cava verausgaben und der Spanier Adria Collado ("Evita") darf sich als ehemaliger Bodyguard des Papstes auf die Seite des Trios stellen. Dennoch gilt, dass die darstellerische Leistung bei allen Protagonisten eher als befriedigend anzusehen ist. Zwar haben sie Spaß an diesem Prügel-Haudrauf-Spektakel, jedoch überzeugen können sie nicht so richtig. Dafür darf dann aber Valentina Vargas ("Hellraiser: Bloodline") als fiese Vampirin glänzen und gehört zu den Highlights im Film.



Gute Ansätze sind zwar vorhanden, werden jedoch nie richtig zu Ende gestrickt und so wirkt das gesamte Szenario ziemlich halbgar. Regisseur Julien Magnat hatte das Werkzeug und er hat das Talent, aber ihm fehlte es hier unter anderem an einer durchgehend funktionierenden Story. Dennoch gehört "Bloody Mallory" zu den besseren Genre-Beiträgen und ist stellenweise witzig, mit einigen wirklich guten Einfällen und einer schrägen Optik ausgestattetes Kino mit einem hohen Trashcharakter. Doch für einen kompletten Film ist er einfach nicht überzeugend genug und daher wäre man hier als Pilot für eine Serie besser bedient gewesen und man hätte durchaus die Chance, aus dem Stoff einen erfolgreichen "Buffy"-Ableger zu schaffen ...



Durch den Einsatz diverse Filter ist eine objektive Bildbewertung wieder recht schwer. Die Farbgebung ist zwar sehr kraftvoll ausgefallen und gerade Rottöne wie bei Mallorys Haare oder ihr Outfit kommen besonders stark zur Geltung und auch der Kontrast kann sich sehen lassen, jedoch ist die Schärfe nicht optimal. Zum einen bekommen wir zwar eine gute Kantenschärfe geboten, jedoch die Detailschärfe lässt deutlich zu wünschen übrig. Dies liegt zum einen am recht starken Bildrauschen, was sich den ganzen Film über in verschiedenster Stärke bemerkbar macht. Bei Nahaufnahmen bekommen wir zwar eine ansehnliche Schärfe geboten, aber richtig gut ist sie zu keinem Zeitpunkt und zudem noch sehr wechselhaft. Bei Kameraschwenks kommt es zudem zu leichten Bewegungsunschärfen. Die Kompressionen sind ebenfalls wechselhaft und fallen gelegentlich durch leichtes Blockrauschen und Kompressionsartefakte im Hintergrund auf. Wenn man den Einsatz diverser Stilmittel mit einbezieht, kann man dennoch mit dem anamorphen Transfer zufrieden sein, jedoch hätte die Bitrate mit Durchschnittlich 6,76 MB/sec. etwas höher ausfallen dürfen. Defekte und Verschmutzungen lassen sich nicht ausmachen.
Tonal bietet man uns einmal die deutsche Synchronfassung in Dolby Digital 5.1 und in DTS. Beide Spuren sind fast identisch, wobei die DTS-Spur wiedereinmal "nur" etwas lauter wirkt. Die Effektlautsprecher kommen hier lediglich für die Musikeinlagen und einige Umgebungsgeräusche zur Geltung und auch wenn sie immer im Einsatz sind, sind direktionale Effekte Fehlanzeige und eine richtige Räumlichkeit will einfach nicht aufkommen, auch wenn die Abmischung zwischen Dialogen, Effekten und Musik recht gut gelungen ist und gerade letzteres gut auf sämtliche Kanäle verteilt wurde. Die Dialogverständlichkeit ist ebenfalls gut geworden, nur leider hätte man sich hier ein wenig mehr Dynamik und Druck vor allem im Bassbereich gewünscht. So bekommen wir einen ordentlichen, aber nicht überragenden Dolby Digital Track, dessen DTS-Variante keine hörbaren Unterschiede abliefert. Die französische Dolby Digital-Spur weiß noch besser zu gefallen und klingt zum Ersten etwas präziser und dynamischer in seiner Abmischung. Selbst die Musik klingt etwas frischer und natürlicher als in der deutschen Fassung. Zwar wird uns hier ebenfalls kein perfekter Raumklang geboten und der Effektbereich immer noch zu stark vernachlässigt, dafür ist hier aber allein der Bassbereich deutlich prägnanter ausgefallen und z.B. beim Kampf in der Kirche bekommen wir eine viel kräftigere Front geboten. Insgesamt werden Heimkino-Fans zwar nicht aus dem Häuschen sein, aber dank der optionalen Untertitel die bessere Abmischung auch genießen können.
Als Bonus gibt es lediglich den "deutschen Trailer" und ein 17-minütiges "Making of" mit einigen Einblicken hinter die Kulissen zu "Bloody Mallory". Insgesamt natürlich zu wenig, aber immerhin besser als gar nichts.

Frankreichs Antwort auf "Buffy" ist ein kleiner knallbunter, trashiger Genrebeitrag geworden, der trotz einiger Schwächen zu unterhalten vermag. Viele Anspielungen auf Comics und Computerspiele und das abgedrehte Design verleihen dem Film eine besondere Note. Die Kauf-DVD aus dem Hause Legend Film bietet eine solide Bild- und Tonqualität, nur das Zusatzmaterial ist etwas mager ausgefallen. Dafür ist das DVD-Menü sehr ansehnlich geworden und die DVD-Hülle wird von einem schönen Pappschuber umschlungen. Für "Buffy"-Fans absolut sehenswert, auch wenn das Original vorzuziehen ist.


Film+++---
Bild+++---
Ton++++--
Bonus+-----


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