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FR 1981
Originaltitel:Professionnel, Le
Alternativtitel:Professional, The
Länge:103:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Georges Lautner
Buch:Patrick Alexander, Michel Audiard, Georges Lautner
Kamera:Henri Decaë
Musik:Ennio Morricone
Darsteller:Jean-Paul Belmondo, Maurice Auzel, Baaron, Sidiki Bakaba, Michel Beaune, Michel Berreur, Jean-Claude Bouillaud, Daniel Breton, Julien Bukowski, Jacques Canselier, Cyrielle Claire, Guillaume Corea, Gérard Darrieu, Jean Desailly, Marie-Christine Descouard, Bernard-Pierre Donnadieu
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.66:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Sprache:Französisch, Deutsch
Untertitel:Deutsche Untertitel (fest)
Specials:
  • Trailer (2:04 Min.)
  • Bildergalerie (19 Bilder)
Der französische Geheimagent Joss Baumont wird in einen kleinen afrikanischen Staat geschickt, um dessen Präsident Njala zu exekutieren. Doch noch bevor Beaumont zuschlagen kann, ändert sich die politische Lage und seine Vorgesetzten liefern Beaumont den örtlichen Behörden aus. Der langen und qualvollen Gefängnisstrafe entkommt Beaumont nur durch einen waghalsigen Ausbruch. Zurück in Paris informiert er seine ehemaligen Vorgesetzten über seine Anwesenheit - und über seinen Plan Njala, der gerade zu Besuch in Frankreich ist, doch noch zu ermorden. Dermassen bedrängt, versucht der gesamte französische Geheimdienst Beaumont mit allen legalen und illegalen Mitteln, die sich auch gegen Beaumonts Freunde und Familie richten, aus dem Weg zu schaffen. Doch sie haben wenig Chancen gegen den "Profi"...
1981 schuf Regisseur Lautner ("Fröhliche Ostern", "Der Puppenspieler", "Der Windhund") den Referenzfilm des klassischen, französischen Actionthrillers, in dem niemand anders als die französische Schauspielikone Jean-Paul Belmondo die Hauptrolle übernehmen konnte und Ennio Morricone mit dem traurigen, genialen "Chi Mai" einen seiner unvergesslichsten Arbeiten ablieferte.
"Der Profi" ist Josselin Beaumont (Jean-Paul Belmondo), ein Topagent des französischen Geheimdiensts, der lange auf ein Ziel hingedrillt worden ist: Er soll den afrikanischen Diktator des Staates Malawi töten. Doch als sich die politische Lage kurzfristig ändert und Frankreichs Regierung lukrative Geschäfte mit der Zielperson eingehen will, verrät man ihn kurz vor seiner Tat, um die eigenen Interessen zu schützen. Die Machthaber setzen ihn unter Drogen, machen ihm den Prozess und stecken ihn, ohne Aussicht auf Begnadigung, in ein Arbeitslager. Es ist die Geschichte eines Mannes, der an sein Land und seine Vorgesetzten aus vollem Herzen glaubte und von beiden bitter in Stich gelassen worden ist. Nach seiner Verhaftung auf Rettung hoffend, sagt er aus, ganz allein für das Attentat verantwortlich zu sein. Doch schon bald schwant ihm, dass ihm niemand zu Hilfe kommen wird, so dass er nur noch von einem Motiv beseelt ist: Rache und Vergeltung.



Ohne auf plakative Actionszenen zu setzen, beweist Lautner mit seiner nüchternen, knüppelharten und trockenen Inszenierung, dass solche Thriller fast ganz allein von den Schauspielern und dem Drehbuch leben können. Zweifellos ist die dabei aufkeimende Ideologie, die der Film vertritt, diskussionswürdig, denn Selbstjustiz in diesem Ausmaß kann nicht gerechtfertig werden. Jedoch ist dies auch schon das einzige größere Manko, dass dieser Film besitzt. Anstatt großartig auf die politischen Hintergründe oder das Geheimdienstwesen einzugehen, konzentriert sich Lautner komplett auf Joss Spiel mit der Polizei, die er vorweg per Telegramm über seine anstehende Aktion in Kenntnis setzt: Er wird seinen Auftrag ausführen und den zur Zeit in Paris weilenden Diktator in den nächsten 3 Tagen töten. Diese setzt nun alles daran ihn ausfindig zu machen und zu stoppen, was Josselin aber nur als weitere Herausforderung sieht, bei der er seine Überlegenheit ausspielt und die Presse als Druckmittel nutzt.
Natürlich bleibt bei dieser Jagd auch nicht der lieb gewonnene Typus Belmondo auf der Strecke, der seine flapsigen Sprüche zum Besten geben darf, aber auch genauso erbarmungslos sein kann, wenn es um seine Prinzipien und Ziele geht. Mit Commissaire Rosen (Robert Hossein) mischt schon bald ein adäquater Gegner mit, der sich bezüglich seiner Methoden auch keine Skrupel kennt, was als erstes seine Frau zu spüren bekommt, die gar nicht so recht weiß, in was für eine Geschichte sie da geschlittert ist. Ihr vorfinales Aufeinandertreffen ist in puncto Schnitt und Kameramotiven eindeutig an Leone-Klassiker angelegt, erreicht aber dank eines überflüssigen Nebenprotagonisten nicht deren Spannung. Dennoch wird es gewiss nie langweilig, denn Lautner versteht es, den Zuschauer bei der Stange zu halten und die Spannungsschraube langsam anzuziehen. Zwischendurch wird wohl dosierte Action in Form einer Autoverfolgungsjagd, wenigen Schießereien und Stunts geboten, bei denen Bebel selbst aktiv war (Erkennt man am Rückspiegel im Auto). Ohne auf umwerfende Perspektiven zurückzugreifen, verlässt sich Lautner ganz auf die einfache, nüchterne Optik Paris und sorgt damit für einen hohen Grad an Realismus, dem er bis zum tragischen Ende treu bleibt, das sich Hollywoodproduktionen kaum zugetraut hätten.
Jean-Paul Belmondo selbst erweist sich in seiner natürlich auf ihn zurechtgeschnittenen Paraderolle trotz seiner 48 Jahre einmal mehr als unanfechtbar und dank seines Auftretens für den Zuschauer als Magnet. Stets dominant, nachdenklich, aber auch brutal und trocken ist er bis zum Ende Herr der Lage. Natürlich bleibt die bekannte Lockerheit in Form von Sprüchen und Anbaggern sämtlicher hübscher Frauen dabei nicht auf der Strecke.

Fans dieses Filmes haben lange auf eine vernünftige Umsetzung auf DVD gewartet und auch wenn es eine französische DVD ohne Zusatzmaterial und eine US-DVD nur in Vollbild gab, wollen Fans die deutsche Synchronstimme von Rainer Brandt hören, der schon in Filmen wie z.B. "Der Greifer", "Ein irrer Typ", "Der Puppenspieler", "Das As der Asse","Der Aussenseiter", "Fröhliche Ostern" und natürlich "Der Profi 2" seine deutsche Stimme lieh.
Das Bild der Anolis-DVD liegt im Originalformat von 1.66:1 vor und wurde anamorph abgetastet. Was jedoch zu Beginn etwas negativ auffällt, ist die etwas schwache Grundschärfe. Das Bild wirkt insgesamt zu weich und die Detailschärfe wie auch die Kantenschärfe sind gerade mal als befriedigend zu bezeichnen und stellenweise sehr unausgewogen. Vorallem die Kantenschärfe überstrahlt sehr stark und sorgt so für unschöne Doppelkonturen. Insgesamt mal befriedigend und mal ausreichend, aber nie wirklich gut. Lediglich in Nahaufnhamen bekommen wir eine recht angehme Schärfe geboten und auch die Farbsättigung wirkt recht natürlich, jedoch ist der Kontrast gerade in hellen Szenen deutlich zu steil und sehr unnatürlich. Bildrauschen wurde gänzlich terminiert, dafür gibt es leichte Bewegungsunschärfen. Die Kompressionen leisten eine gute Arbeit und Blockrauschen fällt nur minimal im Hintergrund auf. Defekte und Verschmutzugen fallen eigentlich gar nicht auf. Sö könnte man dem Bild 3 Punkte geben, wir geben dennoch nur 2 wegen dem doch schon recht penetranten Doppelkonturen und dem unnatürlichen Kontrast. Wenn man am TV-Gerät etwas nachregelt, kann man den Film aber ohne Bedenken genießen.
Der Ton liegt einmal in deutsch und einmal in französisch vor. Jeweils in Stereo, wobei man hier erwähnen muss, dass dies die erste Anolis-DVD ist, in der man zwischen den Tonspuren nicht hin und her schalten kann. Die Dialoge sind gut zu verstehen, wirken aber etwas verzerrt und im Höhenbereich etwas blechern. Die französische Sprachfassung wirkt deutlich natürlicher und kann mit einer guten Dialogverständlichkeit aufwarten. Verzerrungen oder Rauschen fallen nicht auf und auch die Geräuschkulisse wirkt deutlich harmonischer als bei der deutschen Synchronisation. Insgesamt gewinnt hier also der O-Ton. Die deutschen Untertitel kann man nicht abschalten, was auch nicht weiter schlimm ist, außer man kann perfekt Französisch.
Als Bonus gibt es neben einer "Bildergalerie" mit 19 Fotos nur noch den "Originaltrailer". Biografien oder gar der deutsche Trailer fanden ihren Weg leider nicht auf diesen Silberling, dafür aber ein 4seitiges Booklet mit Hintergundinfos zum Film.

"Der Profi" ist ein harter, zynischer Thriller, der mit seinen dosierten Actioneinlagen, dem großen Schauspiel aller Akteure und dem durchdachten Plot einen Spannungsbogen aufbaut, der sich bis in den Abspann streckt. George Lautner gelang mit seiner nüchternen, größtenteils einfachen Inszenierung sein vielleicht bester Film, der durch Morricone seinen letzten Schliff bekommt. Einfach Belmondissimo!
Technisch kann die DVD ihre Mängel leider nicht verbergen. Die Bildqualiät ist leider nur mäßig und kränkelt deutlich im Kontrast, Schärfe und in den Konturen. Gerade letzteres hätte deutlich besser sein müssen um die Bewertung hochzustufen. Das Bonusmaterial ist recht mau ausgefallen und tonal wird uns dem Alter enstprechend ein solider Ton geboten. Trotz der oben genannten Mängel für Belmondo-Fans und Fans des "Profis" nicht allein durch seinen günstigen Preis eine Pflichtanschaffung und eine bessere VÖ wird es so schnell wohl nicht geben.


Film+++++-
Bild++----
Ton++----
Bonus+-----


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