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USA 1964
Originaltitel:Comedy of Terrors, The
Alternativtitel:Graveside Story, The
aka. Komödie des Grauens
Länge:79:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jacques Tourneur
Buch:Richard Matheson
Kamera:Floyd Crosby
Musik:Les Baxter
SFX:Pat Dinga
Darsteller:Vincent Price, Peter Lorre, Boris Karloff, Joyce Jameson, Joe E. Brown, Beverly Powers, Basil Rathbone, Alan DeWitt, Buddy Mason, Douglas Williams, Linda Rogers
Vertrieb:Legend
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 1.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Specials:-
Waldo Trumbull ist Leiter eines Bestattungsinstitutes, dem in letzter Zeit die Kundschaft ausblieb. Da seine Schulden ihm langsam über den Kopf wachsen und Hausbesitzer John F. Black auf die Zahlung der Miete besteht, muss gehandelt werden: Er beauftragt seinen Assistenten Felix Gillie, den stinkreichen Mr. Phipps zu ermorden. Doch bevor er die opulente Beerdigung abgerechnet wird, macht sich dessen Witwe aus dem Staub - Ersatz muss also dringend her. Warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Also wird Trumbulls Vermieter Black als "Kunde" auserkoren ...
"Meine Rose! Sie hat gesungen wie eine Nachtigall." - Felix
"Und ich habe der Nachtigall die Röhre zugedreht." - Trumbulls

In "Ruhe Sanft GmbH" oder besser "Comedy of Terrors", wie der Film im Original heißt, vereinen sich jene Ikonen vergangener Tage zu einem letzten Treffen, um der Corman/Poe-Ära Lebewohl zu sagen. Der vorletzte Film vom "I Walked with a Zombie"- (1943) und "Cat People"- (1940) Regisseur Jacques Tourneur ist eine herrlich groteske Hommage an die alten Roger Corman- und Edgar Allan Poe-Verfilmungen und strahlt ebenfalls jene gotische Atmosphäre aus, die wir schon aus Filmen wie z.B. Interner Link"Die Folterkammer des Hexenjägers" oder Interner Link"Lebendig begraben" her kennen und lieben gelernt haben.
Aus dem im Jahre 1962 entstandenen Film Interner Link"Lebendig begraben" stammen auch die Kulissen, die für "Comedy of Terrors" noch einmal Verwendung fanden, ebenso wie ein großer Teil des Cast, der bei Tourneurs Hollywoodausstand dabei war. So werden die atmosphärischen Bilder einmal mehr von Floyd Crosby (Interner Link"The Fall of the House of Usher", Interner Link"The Pit and the Pendulum") in einem prächtigen Cinemascope-Format eingefangen, welches auf dieser DVD anamorph vorliegt und für die passende Musikuntermahlung durfte Les Baxter (Interner Link"The Fall of the House of Usher", "The Pit and the Pendulum", Interner Link"Fogs") einen unglaublich prägnanten Score beisteuern, der hier an die alten "Laurel und Hardy"-Stücke erinnert.
Wie man sieht, schart sich rundum diese Produktion ein Team, welches nicht selten vor und hinter der Kamera an einige Corman- oder auch Hammer-Produktionen mitgewirkt hatte. Ob Produzententeam Anthony Carras und Samuel Z. Arkoff oder der Drehbuchautor Richard Matheson, der hier wirklich ein paar abgedrehte Dialoge geschrieben hat, sie sind alle wieder dabei. Dies war wohl auch der Grund, weshalb als Regisseur nicht selten Roger Corman genannt wurde, da die optische Umsetzung derer von Corman so ähnelte. Aber die Ehre gebührt niemand anderes als Jacques Tourneur, der hier einen der wohl besten, schwarzhumorigen Horror-Komödien schuf, die man je zu Gesicht bekommen hat.

"Auge um Auge Mr.Trumble ..." - Felix
"Trumbull!!! - Trumbull
"Ich sagte Trumble ..." - Felix

Jacques Tourneur hat den Film in nur 15 Tagen abgedreht, was man ihm aber in keiner Minute ansieht. So spürt man in jeder Einstellung, dass mit Liebe zum Detail gearbeitet wurde und auch die Darsteller liefern allesamt wieder eine Glanzleistung sondersgleichen ab. Vorne weg natürlich Vincent Price als Trunkenbold und Totengräber Waldo Trumbull, der für seine Beerdigungen seit 13 Jahren immer den selben Sarg nimmt und die Leichen nach dem Begräbnis ohne seinen einzigen "hochwertig" verarbeiteten Sarg unter die Erde bringt. Vincent Price darf hier so richtig das Ekelpaket raushängen lassen, jeden beschimpfen und ist an Sarkasmus kaum noch zu überbieten. Zudem versucht er die ganze Zeit über den Vater (herrlich: Boris Karloff) seiner verhassten Frau zu vergiften, was der etwas senile Mann völlig missversteht und denkt, man wolle ihm seine Medizin geben, dementsprechend sauer ist er darüber, dass seine Tochter in letzter Sekunde ihren Vater vor dem tödlichen Trunk bewahren kann. Die bezaubernde und leider mit knapp 55 Jahren viel zu früh verstorbene Joyce Jameson spielt Amaryllis Trumbull, die von ihren Mann wie ein Fußabtretter behandelt wird und von einer Karriere als Opernsägerin träumt. Ihre grauenvollen Opernarien, die selbst die Gläser zum Platzen bringen, werden nur von Trumbulls Gehilfen Felix als holden Nachtigall-Gesang bezeichnet, was wohl vielmehr daran liegt, dass der kleine Totengräber unsterblich in die hübsche Amaryllis verliebt ist, jedoch von deren Mann ebenfalls schlecht behandelt und aufs Übelste ausgenutzt wird. Peter Lorees Auftritt als verängstigter und zugleich liebevoller Totengräber, der mit aller Liebe eine eher hässlichen "neuen" Holzsarg herstellt, welcher von Trumbull respektlos zertreten wird, gehört zu den Höhepunkten im ganzen Film, obgleich man sagen muss, dass Loree hier bereits vom Tod gezeichnet war. Nach jeder Szene fiel er schnaufend in einen Stuhl und konnte nicht mehr. Umso erstaunlicher, dass er in seinem letzten Film vor seinem Tod im März 1964 noch mal alles gibt und so für unvergessliche Filmminuten sorgt. Basil Rathborne als Vermieter und nicht tot zu kriegendes Opfer John F. Black ist hier ebenfalls in einer seiner letzten Rollen zu sehen und verstarb 1967 an einem Herzinfarkt. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen unumstritten seine Auftritte als Sherlock Holmes und auch in "Ruhe Sanft GmbH" sorgt er dank seiner überragenden Darstellung für einige Lacher und unheimlich schöne Momente im Film und stellt zudem noch den perfekten Kontrast zu Vincent Price dar, der hier den mürrischen und stets betrunkenen Leichenbestatter überzeugend spielt. Man merkt beiden an, dass ihre Herkunft im Theater liegt. Zwei brilliante Bühnenschauspieler in einem ebenso brillianten Film mit einer Riege der besten Genre-Schauspieler, die sich alle noch einmal in dieser bitterbösen Komödie die Ehre geben und somit gehört "Comedy of Terror" samt seines genialen und überraschenden Endes zu den wohl besten schwarzherzigen Komödien aller Zeiten.

"Was verstehen Sie von Kunst und Schönheit? Sie Trunkenbold! Sie Gewohnheitssäufer!" - Amaryllis
"Ihr Mund gefällt mir... wenn er zu ist!" - Trumboll
"Sind sind unfähig, ein Geschäft zu führen! Nur ein Kunde im letzten dreiviertel Jahr! Mein Vater hatte ein blühendes Unternehmen, bis Sie es an sich brachten. Sie wirtschaften es in Grund und Boden. - Amaryllis
"Wohin den sonst?" - Trumboll

Wie oben schon erwähnt wurde die diesem Test vorliegende Legend Film-DVD anamorph abgetastet und kann mit einer wirklich guten Bildqualität aufwarten. Die Farbgebung wirkt natürlich, obgleich etwas verwaschen, was aber dem Alter des Filmes zuzuweisen ist, dennoch wird uns eine saubere Farbgebung von meist Kalten Farbtönen geboten, die den gotischen Stil des Filmes untermauert. Der Kontrast kann bis auf wenige Ausnahmen als sehr gut bezeichnet werden und kann selbst in dunklen Szenen voll und ganz überzeugen. Die Grundschärfe des Filmes ist gut, obgleich man sich etwas mehr Detailschärfe gewünscht hätte. Hier wirkt das Bild etwas zu weich und bei Kameraschwenks treten ab und zu leichte Bewegungsunschärfen auf. Die Kantenschärfe kann ebenfalls überzeugen und Rauschen fällt kaum auf, was auf den Einsatz von Rauschfiltern zurückzuführen ist. Die Kompressionen leisten eine ordentliche Arbeit, im Hintergrund fallen lediglich etwas Blockrauschen auf. Defekte und Verschmutzungen sind zwar zu bemerken, halten sich aber in sofern zurück, dass es nicht wirklich stört.
Der Ton liegt uns jeweil in deutsch und englisch in Mono, mit optionalen deutschen oder englischen Untertiteln vor. Die deutsche Tonspur zeichnet sich durch gute Sprachverständlichkeit auf und Rauschen und Verzerrungen fallen kaum auf. Im direkten Vergleich zum O-Ton kann die deutsche Spur aber nicht mithalten. Schon beim einmaligen Umschalten kommt es einem vor, als würde man sich die Watte aus den Ohren nehmen. Die englische Spur klingt für eine Monospur unheimlich frisch und dynamisch. Die Dialoge sind vorbildlich zu verstehen und Verzerrungen oder andere Störungen sind nicht auszumachen. Auch die Musik kommt hervorragend zur Geltung und trotz der wirklich guten Synchronisation ist es ein Erlebnis Vincent Price und Konsorten in O-Ton zu hören.
Zum Bonusmaterial kann man nicht viel sagen, denn es gibt keins. Nicht mal einen Trailer, Biografien, Bildergalerien oder ein Info-Booklet haben sich auf diese Veröffentlichung verirrt und dabei wäre alles möglich gewesen. Schade, denn Bild und Ton machen einen guten Eindruck und die Amaray-DVD-Hülle wird von einem hübschen Pappschuber umschlungen. Dennoch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für Fans der letzten wahren Hollywood-Heros. "Ruhe Sanft GmbH" bietet einfach erhabende Momente für die Ewigkeit ...


Film++++++
Bild++++--
Ton++----
Bonus------


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Ruhe Sanft GmbH
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