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USA 1968
Originaltitel:Hang 'em high
Alternativtitel:Comotieron dos errores
aka. Impiccalo piu' in alto
aka. Pendez les haut et court
Länge:110:04 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ted Post
Buch:Leonard Freeman, Mel Goldberg
Kamera:Richard H. Kline, Leonard J. South
Musik:Dominic Frontiere
Darsteller:Clint Eastwood, Inger Stevens, Ed Begley, Pat Hingle, Ben Johnson, Charles McGraw, Ruth White, Bruce Dern, Alan Hale Jr., Arlene Golonka, James Westerfield, Dennis Hopper, L.Q. Jones, Michael O'Sullivan, Joseph Sirola, James MacArthur, Bob Steele, Bert Freed, Russell Thorson, Ned Romero, Jonathan Lippe, Rick Gates, Bruce Scott
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel:Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Deutsch für Hörgeschädigte, Holländisch, Portugiesisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Finnisch, Polnisch
Specials:
  • Kinotrailer (2:28 Min.)
In buchstäblich letzter Sekunde entgeht Jed Cooper (Clint Eastwood), ein ehemaliger Sheriff und nun friedliebender Viehzüchter, als vermeintlicher Mörder dem Tod durch den Strang. Um ein Haar wäre er das Opfer einer brutalen Lynchjustiz geworden. Doch seine neun selbsternannten Henker haben zwei tödliche Fehler begangen: Sie versuchten den falschen Mann aufzuhängen und führten ihren "Job" dann nicht einmal ordentlich aus. Nach seiner Rettung und dem Freispruch durch Richter Fenton (Pat Hingle) macht er sich als neuer Debuty Marshal von Oklahoma auf die Jagd nach Captain Wilson (Ed Begley) und seiner Bande, um sie im Auftrag vor das oberste Gericht zu bringen. Getrieben von Rachegefühlen und der Verbundenheit zum Gesetz wird er bald zu einer Zielscheibe seiner Gegner.
Nach der überwältigenden "Dollar"-Trilogie von Sergio Leone wurde Clint Eastwood international bekannt und zum neuen Inbegriff des rauen Revolverhelden. Nachdem er Europa den Rücken gekehrt hatte, mimte er auch in den Vereinigten Staaten den wortkargen Einzelgänger mit dem schnellen Colt. In dem vorliegenden "Hängt ihn höher" von Ted Post, der später den zweiten "Dirty Harry"-Film "Calahan" inszenierte, spielt Eastwood in seiner ersten US-Produktion einen zwischen dem Gesetz und persönlichen Rachegelüsten taumelnden Mann, der Opfer einer feigen Lynchjustiz geworden ist.
Der schmale Grat zwischen der staatlichen Gerechtigkeit und dem persönlichen Gerechtigkeitssinn wird in diesem kompromisslosen Western sehr deutlich gemacht, wobei man als Zuschauer sich vielmehr mit Letzterem identifizieren kann. Das gleiche gelingt Eastwood in hervorragender Präsenz zu vermitteln und sein Jed Cooper ist ständig hin und her gerissen. Eine eingehende Emotionalität ist hier nicht zu verleugnen und somit unterscheidet sich Eastwoods friedliebender Ex-Sheriff von seinem legendär gewordenen "Mann ohne Namen". Sogar die Liebe bleibt ihm nicht mehr fern. Aber die schönen Momente bleiben in der sehr zynischen Story gezählt. Vielmehr prangert sie die gesetzesgültigen Verurteilungen der Gehenkten an, die sich in ihrem Augenblick des Todes der Belustigung des sensationsgeilen Volkes hingeben müssen. Eine Farce, die den mittelalterlichen Jahrmarktsspektakeln gleich kommt. Die Hinrichtungsszenen gehören ohne Zweifel zu den eindrucksvollsten des Genres. Sogar minderjährige Kleinganoven wie das junge Brüderpaar werden hier nicht verschont.
Das gelungene Drehbuch trennt sich als amerikanische Produktion deutlich von seinen stilistischen Wurzeln, kritisiert die politische Korrektheit des glatt rasierten Westernmythos der Vergangenheit und lässt damit den derzeitig aktuellen Einflüssen des Spaghetti-Western einen erkennbaren Freiraum. Eastwood stellt zudem noch eine Art Brücke zwischen dem Italowestern und dem damals aufkommenden US-Spätwestern dar, und verkörpert in dieser Rolle erneut seinen legendären Status quo. Die straffe und äußerst spannende Inszenierung wird mit den gut besetzten Schauspielern wie Pat Hingle oder Bruce Dern vorangetrieben - nur die blasse Inger Stevens kann nicht überzeugen. Im Zusammenspiel mit dem einprägsamen Score von Dominic Frontiere werden wir hier begeistert Zeuge eines erstklassigen, überdurchschnittlichen Western, der für spannende Unterhaltung sorgt und den ich jedem Liebhaber dieses Genres ans Herz legen kann.


Der Film ist in praktische 32 Kapitel unterteilt, wobei der Layerwechsel dieser DVD-9 genau zwischen dem 17. und 18. Kapitel passiert. Da hier eine kurze Ausblende im Film erfolgt, ist diese Stelle perfekt für den Wechsel und es kommt zu keiner störenden Unterbrechung. Ein Wehrmutstropfen dagegen ist wieder einmal das lieblos zusammengeschusterte Cover. Ich kann diese billigen Photobearbeitungen, wie sie gerade die Majorlabels häufig praktizieren, nicht ausstehen. An dieser Stelle hätte ich mir doch das Plakatmotiv gewünscht. Im Inlay befindet sich die Kapitelübersicht vor einem schönen Hintergrund.
Die anamorphe Abtastung präsentiert ein sehr schönes Bild, welches vor allem durch seinen guten Kontrast und den natürlichen kräftigen Farben besticht. Auch weiß weitgehend die Schärfe für einen 36 Jahre alten Film durchaus zu überzeugen. In Wideshots ist die Detailschärfe natürlich nicht so ausgeprägt wie in Nahaufnahmen, und in einigen Sequenzen machen sich einige Unschärfen bemerkbar, die aber auf das nicht perfekte Ausgangsmaterial zurückzuführen sein dürften. Die natürliche Körnigkeit des Filmmaterials ist absolut unauffällig und ein störendes Bildrauschen ist nicht auszumachen. Teilweise huschen leichte Verunreinigungen durchs Bild, die aber ebenso unauffällig sind.
Für diese Prüfung habe ich mir den Film mit der deutschen Tonspur angesehen. Diese ist für ihr Alter sehr in Ordnung und weist kaum Hintergrundrauschen auf. Die Dialoge sind klar verständlich, wenngleich in höheren Tonlagen Verzerrungen entstehen, die bei erhöhter Lautstärke schon etwas störend sind. Die englische Originalspur habe ich auch in großen Teilen überprüft und sie klingt von allen am besten. Die Musik tönt sehr dynamisch und basslastig aus den Frontlautsprechern und alle Sounddetails sind deutlich wahrnehmbar. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass es hin und wieder zu blechernen Nachklängen kommt, die aber in allen Tonspuren zu finden sind. Die französische, italienische und spanische Tonspur habe ich jeweils in einigen Szenen angetestet und wieder einmal schneidet die spanische Fassung aufgrund der zu leisen Abmischung und dem dumpfen und dynamikfreien Klang am schlechtesten ab. Die französische sowie italienische Tonspur sind mit leichten Unterschieden mit der deutschen Tonspur zu vergleichen, obwohl die französische Fassung etwas dynamischer klingt. Die einzelnen Untertitelspuren sind gut hervorgehoben und deutlich lesbar.

Die DVD dieses Westernknallers mit Clint Eastwood bietet keine nennenswerten Extras, ist aber wegen der guten Bild- und ordentlichen Tonqualität empfehlenswert.


Bild+++---
Ton++----
Bonus------


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