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IT 1968
Originaltitel:Vendo cara la pelle
Alternativtitel:I'll sell my Skin dearly
Länge:73:09 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Ettore Maria Fizzarotti
Buch:Giovanni Simonelli
Kamera:Stelvio Massi
Musik:Enrico Giacci, Marcello Marrocchi
Darsteller:Mike Marshall, Michèle Girardon, Valerio Bartoleschi, Dane Savours, Spartaco Conversi, Germano Longo (als Grant Laramy), Paolo Magalotti, Furio Meniconi
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:23.08.2003 (Kauf)
Specials:
  • Deutscher Trailer (2:37 Min.)
  • Pressefotos (4 Bilder)
  • Plakate (2 Bilder)
  • Filmografie:
    • Mike Marshall (6 Texttafeln)
    • Michéle Girardon (5 Texttafeln)
    • Spean Convery (8 Texttafeln)
    • E.M. Fizzarotti (2 Texttafeln)
  • Trailer "Ohne Dollar keinen Sarg" (2:53 Min.)
Shane (Mike Marshall) führt ein einfaches Leben, doch alle seine Träume werden zerstört, als Banditen seine Familie grausam ermorden. Dieses furchtbare Ereignis verändert ihn und lässt ihn zu einem eiskalten Killer werden. Ohne jede Emotion reitet er durch den Westen, um die Bande des berüchtigten Ralph Magdalena (Dane Savours) - die Mörder seiner Eltern und seiner Schwester - zu jagen und zur Strecke zu bringen. Erst als er auf seinem Rachepfad auf die junge Witwe Georgiana Bennett (Michèle Girardon) und ihrem kleinen Sohn Kristian (Valerio Bartoleschi) trifft und auch sie zum Spielball der Verbrecherbande werden, weckt dies neue Gefühle in ihm - und neue Gefahren ...
Rache ohne Gnade - das ist das Thema in E.M. Fizzarottis einzigem Western. Und wie sollte der Umgang mit dieser Thematik schon anders inszeniert sein als hart und kompromisslos! Doch Rache ist nicht nur eine Frage des Instinktes ist, sondern auch eine Frage der Ehre und der Emotionalität. Diese Interpretation wird durch folgende Sequenz verdeutlicht, in der sich Shane zurückerinnert, wie seine Familie aus Habsucht kaltblütig über den Haufen geschossen wird. Selbst vor seiner kleinen Schwester machen sie nicht halt. Der Übergang zu dieser Sequenz könnte nicht einfacher inszeniert sein: Das Bild friert ein, dann folgt der Rückblick. Danach geht das Bild wieder in die aktuelle Szene zurück, die noch immer eingefroren ist und plötzlich normal weiterläuft - wie ein Moment der Erinnerung, in der die Zeit stehen zu bleiben scheint. Die Umsetzung ist technisch gesehen alles andere als außergewöhnlich, aber in dieser Form kann ich mich an keinen Film erinnern, der das so zeigt.
Racheengel Mike Marshall, der später u.a. im 007-Abenteuer "Moonraker" und Horrorfans in Jean Rollins "Lady Dracula" in Erinnerung blieb, wagte sich auf einen ähnlichen Pfad wie ihn Franco Nero als Django zwei Jahre vorher ging, und kann aufgrund seiner Souveränität durchaus überzeugen. Seine Leistung wird dicht gefolgt von Michèle Girardon, die ein paar Jahre zuvor in Howard Hawks "Hatari!" die afrikanische Savanne zum Erblühen brachte. Der Film ist insgesamt Hollywood-untypisch und orientiert sich erahnend an seine übermächtigen Vorbilder von Sergio Leone und Sergio Corbucci. Dennoch bleibt in der kurzen und niemals langatmigen Spielzeit Platz für Wandlungen und Entwicklungen innerhalb der einzelnen Figuren. Die Geschichte endet sogar mit einem fast klischeehaften Happy End, was doch für einen Italowestern damaliger Zeit etwas untypisch ist. Dennoch weiß die staubige, teilweise dreckige Atmosphäre einer beinahe gottverlassenen Landschaft zu überzeugen, nicht zuletzt durch die stilvolle Kameraführung von Stelvio Massi. Einige Blickwinkel in die Totale zeugen von einer gewissen epochalen Wirkung und in den Momenten der Konfrontation zoomt das Objektiv auf den stechenden Blick aus Marshalls hellen Augen, und der Zuschauer erfährt die Todesnähe seiner Kontrahenten. Und gerade diese werden ziemlich verkommen dargestellt. Dennoch ist dem Film etwas Komik nicht fremd, so sorgt der Augen rollende Spartaco Conversi immer wieder für ein gehöriges Schmunzeln. Der von Enrico Giacci und Marcello Marrocchi komponierte Score wurde von der Musikerin und Sängerin Nico umgesetzt, die neben ihrer Solokarriere auch mit Velvet Underground sympathisierte. Auch die Titelmelodie besitzt einen hohen Grad an Ohrwurmqualität, wie viele Musikstücke aus dem breiten Spektrum des Spaghetti-Western auch.


"Zum Abschied noch ein Totenhemd" ist eines der seltenen Werke des Italo-Western und lief, so weit ich weiß nur im Kino und erfährt mit dieser DVD die erste Videoveröffentlichung. Die einzelnen Menüs bestehen aus Standbildern, die Teile des Covermotivs sind. Hinzu kommt die ins Blut gehende Titelmelodie. Der Film wurde in 8 ausreichenden Kapiteln unterteilt.
Das Ausgangsmaterial dieser DVD stammt von einer der allerletzten verfügbaren deutschen Kinorollen. Diese wurde so gut es ging restauriert und digital transferiert. Das Ergebnis kann sich trotz grober Verschmutzungen und schwarzen Streifen sehen lassen. Das Bild kann sich natürlich nicht mit jüngeren Produktionen messen, das dürfte klar sein, aber wenn man das Alter des Materials beachtet, kann man mit der gemäß des Ausgangsmaterials guten Schärfe zufrieden sein. Die anamorphe Abtastung dürfte ihr Übriges dazu beigetragen haben. Auch der Kontrast und die Farben sind in ihrer Natürlichkeit erhalten geblieben. Das über 30 Jahre alte Material hat aber dennoch Altersspuren hinterlassen in Form von Filmrissen, wodurch es hin und wieder zu gröberen Sprüngen kommt. Nachteilig sind wie gesagt auch die stellenweise erheblichen Verschmutzungen und das mit Streifen durchzogene Bild. Jedoch fällt das lediglich im ersten Drittel stärker ins Gewicht, und danach hinterlässt das Bild einen ordentlichen Eindruck.
Die deutsche Monospur ertönt wie üblich aus den beiden Frontlautsprechern und kann einen wesentlichen Rauschfaktor nicht unterdrücken, doch damit lässt sich gut leben und genießen. Ein großer Nachteil auch für den Ton sind die häufig auftretenden Filmrisse, die leider nicht selten in Dialogen vorkommen. Teilweise versteht man dann nur Bruchstücke von ganzen Sätzen. An der Stelle 13:19 Minuten kommt es auch zu einem ganz kurzen Tonaussetzer. Und da es sich um eine deutsche Fassung als Ausgangsmaterial handelt, gibt es auch keine fremdsprachige Tonspur.
Die Extras sind natürlich nur Standard, aber besser als nichts! Da wären der deutsche Kinotrailer, sowie vier Pressefotos und Plakatmotive. Dazu kann man in Form von Texttafeln die Filmographien von Mike Marshall, Michèle Girardon, Spean Convery (= Spartaco Conversi) und E.M. Fizzarotti lesen. Den Abschluss bildet der deutsche Trailer zu "Ohne Dollar keinen Sarg", der ebenfalls von Marketing erschienen ist.

Mit "Zum Abschied noch ein Totenhemd" präsentiert Marketing-Film einen der ganz seltenen Spaghetti-Western, der hier zum ersten mal außerhalb der großen Leinwand zu sehen ist. Trotz größerer Schwächen, die auf das Alter des Filmmaterials zurückzuführen sind, sollte sich kein Liebhaber des Italowestern scheuen, diese DVD in seinem Besitz zu haben.


Bild+++---
Ton++----
Bonus+-----


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