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USA 1994
Originaltitel:Street Fighter
Alternativtitel:Street Fighter: The Battle for Shadaloo
aka. Street Fighter: The Movie
aka. Street Fighter: The Ultimate Battle
aka. Streetfighter - Die entscheidende Schlacht
aka. Street Fighter: La Pelicula
Länge:97:19 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Steven E. de Souza
Buch:Steven E. de Souza
Kamera:William A. Fraker
Musik:Graeme Revell
SFX:International Creative Effects, Photon Stockman
Darsteller:Jean-Claude Van Damme, Raul Julia, Ming-Na, Damian Chapa, Kylie Minogue, Simon Callow, Roshan Seth, Wes Studi, Byron Mann, Grand L. Bush, Peter Navy Tuiasosopo, Jay Tavare, Andrew Bryniarski, Gregg Rainwater, Miguel A. Núñez Jr., Robert Mammone, Kenya Sawada
Vertrieb:Sony
Norm:PAL
Regionalcode:2,4,5
Bildformat:2,40:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch
Untertitel:Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:05.03.2009 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar
  • "Street Fighter IV" Game Trailer (3:42 Min.)
  • "Street Fighter IV" Anime Trailer (3:04 Min.)
  • Making Of "Street Fighter" (5:58 Min.)
  • Entfallene Szene 1 (1:03 Min.)
  • Entfallene Szene 2 (1:19 Min.)
  • Trailer:
    • Demnächst auf Blu-Ray (2:15 Min.)
    • Hancock (1:36 Min.)
Die Welt am Abgrund: der diabolische Diktator General Bison (Raul Julia) terrorisiert mit seiner gewalttätigen Streitmacht das Land. Über 60 UN-Mitarbeiter hat er bereits als Geiseln, verlangt 20 Milliarden Dollar Lösegeld, der gefährliche Konflikt steht an der Schwelle eines Weltkrieges. Da tritt der Oberbefehlshaber der Alliierten Truppen, Colonel Guile (Jean-Claude Van Damme) mit seiner Elitekämpferin Cammy (Kylie Minogue) zu einer geheimen Rettungsaktion an. Guile schleust zwei kleine Waffenschieber, die er bei einer Razzia erwischt hat, als Spitzel in die Gang des Waffenhändlers Sagat (Wes Studi) ein. Doch als sich in letzter Minute die Fernsehreporterin Chun-Li Zang (Ming-Na Wen) einmischt, mißlingt der scheinbar perfekte Plan ...
Hollywoods kurzlebiger, nur wenige Jahre andauernder Modetrend Konsolenspiele für ihre Filmfabrik zu adaptieren, förderte trotz einer reichhaltigen Palette (u.a. "Super Mario Bros.", Interner Link"Double Dragon", Interner Link"Mortal Kombat") keinen über durchschnittliches Filmvergnügen hinausgehenden Film zutage. Daran sollte auch die Umsetzung von "Street Fighter", trotz immerhin kommerziellen Erfolgs, nichts ändern. Ausgerechnet Steven E. de Souza, der in den Achtzigern mit Drehbüchern zu Interner Link"48 Hrs." oder Interner Link"Die Hard" das Actiongenre maßgeblich neu definierte, und bereits Anfang der Neunziger sein Pulver verschossen zu haben schien, leistet hier als Autor und Regisseur einen peinlichen Offenbarungseid.



Denn so sehr man "Street Fighter" drehen und wenden möchte, wirklich unterhalten kann er nicht, was neben der blödsinnigen Story vor allem am albernen Grundtenor des Films liegt. Obwohl die Mannen von CAPCOM mit über die Produktion wachten, hat dieses einfallslose Gedudel auf infantilem "Teenage Mutant Ninja Turtles"-Niveau nur wenig mit dem Game gemeinsam. Dem sich auch stets für Filme eignenden Turnier-Modus (siehe "Bloodsport" und seine Epigonen) weicht hier ein Konflikt zwischen den Allied Nations (einer aus rechtlichen Gründen abgewandelten UN) und dem größenwahnsinnigen General Bison (in seiner letzten Rolle vor seinem Tod: Raul Julia, "The Rookie", Interner Link"The Addams Family"), der in Südostasien mitten in einem Dschungel einen Tempel zu seiner Privatfestung umgebaut hat und die Weltherrschaft an sich reißen will. Wohlwollend, überspitzt gemeinte Parallelen zum ersten Irak-Krieg sind sicher zufällig, auch weil zu Beginn Nachrichtenmaterial aus eben diesem Konflikt verwendet wurde.

Es ist jedenfalls an A.N.-Kommandant Colonel Guile (Jean-Claude Van Damme, Interner Link"Double Impact", Interner Link"Hard Target"), der die Vernichtung von Bison zu einer persönlichen Sache erklärt hat, wieder für Weltfrieden zu sorgen. Parallel dazu machen die beiden findigen Waffenhändler Ken Masters (Damian Chapa, Interner Link"U.S. Seals II") und Ryu Hoshi (Byron Mann, "Belly of the Beast", "Sniper 3") Geschäfte mit dem Unterweltboss Victor Sagat (Wes Studi, "Dances with Wolves", "The Last of the Mohicans"), der die Waffen an Bison weiterverschiebt. Für Guile eröffnet sich nach Verhaftung des Trios schnell eine Möglichkeit zu erfahren, wo Bisons Rückzugsort liegt ...



Schrecklich viel mit der Spielvorlage hat Steven E. de Souzas einfallslos heruntergekurbelte Adaption nicht mehr gemeinsam. Mehr oder weniger sinnvoll wurden einige Charaktere des erfolgreichen Spiels "Street Fighter II" eingebunden und sei es in unsinnigen Nebenrollen (u. a. Dhalsim als Wissenschaftler). Bei den Settings hier legte man viel Wert auf thailändische Exotik, was sich leider mit den viel zu bunten, grellen und sauberen Kostümen der Charaktere beißt.

Die Essenz des Spiels, die Kämpfe, wird hier nur selten aufgegriffen und zudem dann noch in lustlose Choreographien verpackt, so dass letztlich auch Van Damme in seiner Rolle verschenkt wird und einen dämlichen Endfight mit dem durch die Luft düsenden Bison bestreiten muss. Speziell in der letzten halben Stunde, in der Bisons HQ gestürmt wird, sich alle Game-Charaktere beteiligen dürfen und austeilen wie einstecken, gibt es zwar reichhaltiges Gekloppe, von wahrhaftig interessanten Kämpfen allerdings nichts in Sichtweite. Das Niveau verbleibt auf langweiligen Dauerschlägereien durch die einfallslose kreierten Basis-Kulissen ohne nennenswerte Moves. Die fehlenden Martial Arts-Kenntnisse der schauspielernden Belegschaft dürfte ihren Teil dazu beigetragen haben, obwohl es vor den Dreharbeiten einen Crash-Kurs durch die lebende Kampfsport-Legende Benny Urquidez gab.

Bis dahin muss der Film sich aber auch schon mühen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Insider-Gags (Zangief vs. Honda kloppen sich durch das Miniaturmodell von Bisonopolis zu Godzillas Urschrei, die Erwähnung von Microsoft) halten sich in Grenzen, der Film nimmt sich meistens selbst zu ernst und zu oft verkommt das fade Skript zu einer simplen Nummernrevue. Vor allem der Subplot um Chun-Li Zang ("ER"-Doc Ming-Na), die Balrog und Honda mit sich schleppt, wurde mies mit in die Handlung integriert. Aber eine sinnvolle Geschichte hat hier ohnehin niemand erwartet.



Dafür könnten es dann eben Tempo, Witz, Action und vor allem gut choreographierte Kämpfe sein, doch selbst in dieser Hinsicht wird der Zuschauer ohne Umstände auf Diät gesetzt. Das ewige Hin und Her zwischen Guile, der seinen Tod vortäuscht und Bison, der in seiner Festung Blanka heranzüchtet, ödet bereits früh an, Plotholes mengen sich großzügig ins wackelige Plotgerüst, das Drehbuch beantwortet Fragen auf lächerlichste Weise (Guiles Begründung, warum er der richtige für den Job sei, ist die Krönung) und die Raserei mit dem Schnellboot durch vermintes Gewässer ist dann auch nur noch von schlechten CGI-Effekten und wirkungslosem Schnitt gekennzeichnet.

Es gab 1998 eine erste DVD-Auflage des Films, 2005 kam eine Neuauflage hinzu und nun, im Jahre 2009, gibt es eine weitere Auflage. Der 1994 fertig gestellte Film sieht auf DVD aber längst noch nicht aus wie eine 35 Million-Dollar-Produktion. Auch die vollmundigen Reviews zur HD-Auswertung lassen sich nicht auf die DVD übertragen, denn die ist zwar ordentlich, kann die Erwartungen an eine Neuauflage aber nicht halten. Die guten Seiten sind definitiv das Schmutzfreie Bild und die satten Farben, die der Spielvorlage zwar nicht immer, aber sehr häufig gerecht werden. In dunklen Szenen kann das Niveau aber nicht gehalten werden, die Sättigung nimmt stark ab. Insgesamt sind einige düstere Innenaufnahmen dafür zuständig, dass es nicht mehr als die 4 Punkte werden können. Gerade dort sinkt die Schärfe nämlich auch ab, die sonst gerade mal gute Werte liefert. Ein Rauschen beeinträchtigt die Details, und bei den Konturen wird auch nicht grad große Hollywood-Kost geboten. Schade eigentlich, denn damit verspielt sich der Film auf DVD so einiges, denn richtig "plastisch" sieht anders aus.



Den Ton gibt es in vier Sprachen (plus jede Menge Untertitel) jeweils in Dolby Digital 5.1. Dabei kristallisieren sich zwei verschiedene Abmischungen heraus: Die englische und italienische Version haben einen Upmix bekommen, der hörbar mehr aus den hinteren Lautsprecher herauskitzeln kann, und die deutsche und französische Version basieren auf einer eher schlicht klingenden 5.1-Version, die im Bereich der Surround-Boxen kaum mehr als ein wenig Musik unterbringen und deswegen auch nicht gerade aufregend sind. Das ist schade, denn die Effekte im Englischen klingen sehr schön für einen Film, der in einer Zeit entstand, als echter Raumklang sich gerade durchsetzen konnte. Der Klang der Sprecher und der Musik ist sehr gut, nur fehlt es der Musik noch etwas an Dynamik, die sich freilich nicht so gut allein über die Frontlautsprecher entfalten kann.

Naja, als Deluxe Edition würde ich etwas anderes bezeichnen als diese DVD, die sich nicht gerade mit umfangreichen Extras rühmen kann. Zugegeben, der deutsch untertitelbare Audiokommentar des Regisseurs ist höchst interessant und fesselnd. Da werden so viele kleine Details Preis gegeben. Z.B. erzählt De Souza, wie er die Idee zum Film unter Zeitdruck über Nacht schrieb, um sie am nächsten Morgen den Chefs von Capcom vorzustellen, die gerade im Lande waren. Ein Making Of benötigt man danach eigentlich nicht mehr, schon gar keinen billigen Werbemist wie den 6-Minüter, den man als "Making Of" aufgetischt bekommt. Etwas interessanter sind da die entfallenen Szenen, die zeigen, wie die Reporterin und ihr Team das Bombenattentat vorbereiten, inkl. einem etwas behäbigen Kampf. Im Audiokommentar gibt De Souza übrigens die Erklärung ab, warum er diese Szenen nicht im Film haben wollte. Der Fan der Videospielserie darf sich auf die zwei Trailer dazu stürzen.


Ich habe von den weiteren Filmumsetzungen nur noch die Animeserie "Street Fighter II: V", die vor zig Jahren mal auf VOX lief, rudimentär im Gedächtnis, kann mich aber noch erinnern, dass sie erstens besser unterhalten konnte und zweitens eher dem Geist des Spiels entsprach. Steven E. de Souzas kläglicher Versuch hingegen, ist keine Katastrophe, aber absolut grenzwertig und weit von einem unterhaltsamen, meinetwegen auch gern trashigen Film entfernt. In "Street Fighter" pfropfte er mal eben die bekannten Figuren der Vorlage, umsponn sie mit einer innovationslosen 08/15-Geschichte um einen bösen Diktator und seinen Widersacher und entließ sie dann noch in lahme, kindgerechte Actioneinlagen. Insbesondere Jean-Claude Van Damme ist als Zugpferd gänzlich verschenkt worden.


Film++/---
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus++----


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Street Fighter - Die entscheidende Schlacht
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