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USA 1968,1998
Originaltitel:Night Of The Living Dead
Alternativtitel:Nacht der lebenden Toten, Die
aka. Night of the Flesh Eaters
aka. Night of Anubis
aka. Monster Flick
Länge:92:44 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:George A. Romero (Original), John A. Russo
Buch:George A. Romero, John A. Russo
Kamera:George A. Romero, Bill Hinzman
Musik:Scott Vladimir Licina
SFX:Vincent J. Guastini, Tony Pantanello, Regis Survin
Darsteller:Judith O'Dea, Duane Jones, Karl Hardman, Marilyn Eastman, Keith Wayne, Judith Ridley, S. William Hinzman, Kyra Schon, George Kosana, Scott Vladimir Licina, Debbie Rochon
Vertrieb:MIB
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase in Pappschuber
DVD-Start:28.01.2003 (Kauf)
Specials:
  • Interviews:
    • George A. Romero (6:05 Min.)
    • Duane Jones (16:23 Min.)
    • Judith Ridley (10:40 Min.)
  • Filmografien:
    • George A. Romero (9 Seiten)
    • Marilyn Eastman (1 Seite)
    • Duane Jones (1 Seite)
    • Judith O'Dea (1 Seite)
    • Karl Hardman (2 Seiten)
    • S. William Hinzman (5 Seiten)
  • Trailer:
    • Trailer 1998 (2:00 Min.)
    • Trailer 1968 (1:47 Min.)
    • TV-Spot 1968 (0:57 Min.)
  • Musikvideo (3:25 Min.)
  • Making Of (9:15 Min.)
  • Bildergalerie (29 Bilder)
Die Toten beginnen wieder zu leben! Durch einen Meteoriten steigen sie aus ihren Gräbern und wandeln als willenlose Geschöpfe durch das Land, nur noch von einem Gedanken beseelt - ihren unstillbaren Hunger zu stillen, jenem nach Menschenfleisch. Johnny und Barbara machen auf einem Friedhof grausige Bekanntschaft mit einem dieser kannibalistischen Monstren. Völlig verstört kann Barbara in ein nahe gelegenes Haus fliehen, wo sich bereits andere Überlebende der Apokalypse eingefunden haben, um sich dort vor den Massen der Untoten zu verstecken. Doch nicht nur außerhalb des bald mit Brettern und Möbeln verbarrikadierten Hauses lauert die Gefahr, auch im Inneren ist man sich über das weitere Vorgehen uneinig. Soll man einen Angriff wagen, der möglicherweise zur rettenden Flucht führen kann oder soll man das Haus weiterhin als Zuflucht nutzen und auf fremde Hilfe warten? Die Zeit verrinnt und die Ansammlung der Untoten wird ebenso wie ihre Angriffslust immer größer ...
Romeros Horrorfilm-Legende von 1968 besitzt Kultstatus, nicht weil irgendwelche Kritiker in mal dazu erhoben haben, sondern weil sich die Horrorfans einig sind, hiermit ein zeitloses, atmosphärisches und bis dato einmaliges Werk in den Händen zu halten, welches in der Liste der einflussreichsten Filme des Genres sicherlich ganz weit vorn zu suchen ist. Doch der Kommerz eines Kultes treibt manchmal seltsame Blüten, insbesondere wenn sich wie in diesem Falle die Macher des Originals stets mit einem Hungerbrot abspeisen lassen mussten, wohingegen der große Verleihfirmen Millionen um Millionen an den Rechten und der Vermarktung verdienten. So kam es beispielsweise zu einer Nachkolorierung des in s/W gehaltenen Originals, was - und darüber sind sich die Fans auch einig - eine fatale, den Film gänzlich zerstörende Optik zur Folge hatte.

Nun haben wir gut 30 Jahre später eine Fassung vorliegen, die nicht etwa altes Alternativmaterial recycelt, sonder gänzlich neu gedrehte Szenen einfügt, natürlich in s/w, damit es sich an die älteren Aufnahmen möglichst gut anpasst. Unter der Regie von John A. Russo, Co-Drehbuchautor des Originals, und durch Zuhilfenahme weiterer Angehöriger des Originals, so z.B. Make-Up-Effects-Künstler und Darsteller Marylin Eastman (spielte Helen Cooper) und Karl Hardman (Darsteller des Harry Cooper), Produzent Russell W. Streiner oder der charismatische Opening-Zombie Bill Hinzmann auf dem Friedhof, der sich hier für die Kameraarbeit verantwortlich zeichnet. Es ist wirklich schön, ihn wieder unter bekannter Maske in einem Film erblicken zu können, denn auch sein Alter wurde ganz gut durch die Zombiebleiche kaschiert. Wer aber auf die Idee gekommen ist, ihm die Rolle des auf dem elektrischen Stuhl hingerichteten Kindestriebtäters unterzuschieben, dem sollte Selbiges passieren. Ganz davon abgesehen, dass es gegen die Zombielogik verstößt, einen Gehirntoten noch einmal auferstehen zu lassen.

Dies ist nur eine der neuen Szenen. Grob über den Daumen gepeilt sind es wohl 15-20 Minuten, die in der alten Fassung entfernt wurden, um Platz für neuere zu machen. Dieser Austausch scheint aber nicht immer geglückt, nicht etwa, weil die Übergänge holprig wären, sondern weil das neue Material entgegen Hinzmanns Aussagen keine neuen Einblicke in dem Film bringen oder ihn aufbessern. Grundlegend werden ein Prolog und ein Epilog darum gesponnen, bei denen ein Pfarrer sich mit geistlichen Mitteln gegen die Untoten zu wehren versucht, später gebissen und von einer Reporterin interviewt wird. Weiterhin sind einige Zombies neu hinzugekommen, die sich nahtlos an das Treiben außerhalb des Hauses anschließen. Ein sehr interessanter Einschub ist hierbei eine im Auto ums Leben gekommene Familie, die zwar später keine weitere Rolle mehr spielt, deren Fahrer (wahrscheinlich der Vater) aber höchst unappetitliche Details offenbahrt, die man so in der ab 16 Jahren freigegebenen Originalfassung nicht erblicken konnte. Alles andere ist Ausstaffierung, die meiner Meinung nach diese Version nicht rechtfertigen oder gegenüber der alten Version sogar noch verschlechtern.
Der erste Schock sitzt beispielsweise schon in der ersten Szene, in der zwei Hirnis (bzw. Totengräber) die Stimmung des Films zerfaseln und mit unnötigen Dialogen füllen, die sich Romero an dieser Stelle mit Sicherheit gespart hätte. Schließlich ist keiner der Dialoge im Original nur Beiwerk oder Zeitschinderei wie hier, sondern ein wichtiger Teil der Charaktere oder Handlung allgemein. Da die alte Fassung schon Szenen hatte, die auf Grund von Zensurkürzungen nie deutsch synchronisiert wurden, und hier noch ein paar neue, für den Film aber völlig gegenstandslose Charaktere hinzugekommen sind, hat man eine neue deutsche Synchronisation angefertigt, die dem Streifen den letzten Rest gibt. Natürlich lebt "Night Of The Living Dead" von seiner Grauen erregenden Atmosphäre und dem budgetlosen Charme, für die Nachvertonung hätte man aber gerne etwas mehr investieren dürfen. So spricht Held Ben (Duane Jones) mit einer absolut schrecklichen Stimme, die sich nie aus dem "23.00 Uhr-RTL2-Blockbuster-Schundprogramm" hätte hervortrauen dürfen. Leider trifft das für beinahe jeden Darsteller zu, so dass ich umgehendst empfehle, den O-Ton einzuschalten. Etwas besser wirkt dagegen der frisch komponierte Score vom Scott Vladimir Licina (gleichzeitig Darsteller des Reverend Hicks), der handwerklich zwar solide vorgeht, aber keine richtige Spannung aufbaut. Deutlich wird das, wenn Hinzman Barbara auf dem Friedhof verfolgt und versucht ins Auto einzudringen. Die alte Version setzt hier mit kreischenden, nervösen Bläsern und Streichern ein, während die Neukomposition im selben melancholischen Klavrierrhythmus verharrt, der zwar einen leicht unheimlichen Unterton besitzt, für eine derart emotionale Actionszene aber zu schlicht wirkt. Die schrille Instrumentierung, wie man sie von den Universal- und Hammer-Klassikern kennt, geht verloren und macht nun Platz für eine seichtere, elektronischere Musik, ebenso vermisse ich die vorher stets präsenten Sturmgeräusche. Möglicherweise ist es einfach Gewöhnungssache, denn mir passt der alte Soundtrack eher, da hier weniger Passagen durch Musik unterlegt sind (in der neuen Version spielt der Score fast überall). Durch die unheimliche Stille entsteht nun mal auch Spannung, die den dokumentarischen Charakter des Originals verstärkt.

Die neuen Szenen passen sich doch ganz gut in die älteren ein, lediglich der Kontrast ist in der alten Version etwas undetaillierter und das Bild insgesamt etwas mehr grau. Die Schärfe wurde zugunsten der alten Version bei den neuen Aufnahmen etwas zurückgeschraubt, sie wirkt aber wesentlich besser als in den doch recht unscharfen Szenen der ebenfalls auf dieser DVD vertretenen alten Fassung. Diese ist in etwa vergleichbar mit der dt. X-Rated-DVD, also schlechter als die Marketing-DVD. Insgesamt findet man vergleichsweise wenige Defekte und ein geringes Rauschverhalten vor, die Kompression setzt aber zu niedrig an und lässt vor allem auf hellen Flächen Artefakte erkennen, auch an bewegten Konturen bilden sich Verpixelungen. Dies wird leider auch bei der Originalfassung oft deutlich, ebenso wie ein leichtes Nachziehen der Konturen (in der O-Fassung etwas stärker).

Beim Ton fällt wie schon erwähnt die störende deutsche Synchronisation auf, die zumindest weitaus klarer als das englische Original klingt, leider auch ein wenig "klinisch rein". Am neu hinzugekommenen Soundtrack gibt es natürlich gar nichts zu bemängeln, er verleiht dem Ton eine sehr kräftige Note, der sich von der alten, stark verrauschten Version extrem unterscheidet. Auch ein paar Soundeffekte wurden anscheinend neu hinzugemischt, was aber nicht immer einen guten Eindruck macht (man beachte Helens psychedelisch verzerrten Schmerzensschreie während ihres Ablebens). Nur das englische Original fällt in der 30-Jahre-Version durch ein metallisches Hallen auf.

Schön, dass MIB die alte Fassung auch gleich mit auf die erste DVD gepresst hat, schade aber, dass die Menugestaltung mal wieder unter aller Sau ist, zwar nicht so schlecht wie bei einigen Best Entertainment-DVDs, aber anscheinend trotzdem von einem Laien mit Grafikstudio erstellt. Das Bonusmaterial beginnt auf der zweiten DVD, aber sehr lahm, da die Menus auf meinem Player eine kleine Ewigkeit benötigen, um sich aufzubauen. Unter den Interviews findet sich beim Regisseur ein kleines Making-Of mit deutschem Voice-Over, die Interviews mit Judith Ridley und Duane Jones sind aber nicht eingedeutscht worden, beim letzteren sieht man sogar nur 4 verschiedene Standbilder über eine Distanz von knapp 16 Minuten. Das ändert nichts daran, dass man hiermit sehr viel über die Personen erfährt. Weiterhin gibt es Biografien (etwas dürftig und eigentlich nur Filmografien), ein Musik-Video mit kolorierten Szenen des Films aus der Dance/Techno-Ecke, welches recht unspektakulär ausfällt, diverse Trailer, eine Slideshow und ein kurzes, aber gutes Behind-The-Scenes-Making Of. Zwar sind damit längst nicht alle Möglichkeiten zum Bonusmaterial ausgereizt, wie die Marketing-DVD beweist, die 2. DVD rechtfertigt es aber. Das KeepCase steckt übrigens in einem Pappschuber.

Die hier vorliegende 2DVD von MIB ist sicherlich eine gute Möglichkeit, sich eine eigene Meinung über die neue Fassung zu bilden, schließlich liegt die alte zum Vergleich bei. Wirklich schlecht finde ich die neue Fassung nicht, dafür ist zu viel des genialen Originals enthalten, überzeugen kann er mich aber kaum. Wer aber Interesse hat und auf die misslungene dt. Synchronisation verzichten kann, der sollte lieber über den großen Teich zu Anchor Bay schauen, deren DVD eine bessere Qualität enthält. 3 Punkte für den Film im O-Ton, ansonsten - nein, da möchte ich lieber gar nicht drüber nachdenken ...


Film+++---
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+++---


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