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USA 2000
Originaltitel:Mindstorm
Alternativtitel:Project: Human Weapon
Länge:91:19 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Mitchell Cox
Buch:Terri Neish, Patrick Phillips, Phillip J. Roth
Kamera:Todd Barron
Musik:Scott Clausen
SFX:Boby Savov, Bradley Mullennix, Alvaro Villagomez
Darsteller:Judge Reinhold, William Zabka, Victor Browne, Rositza Chorbadjiska, Jochen Nickel, Stela Prokopieva, Valentin Ganev, Andrei Batashov
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Originaltrailer
  • Bio- und Filmografie:
    • Judge Reinhold (6 Seiten)
    • Jochen Nickel (4 Seiten)
  • Trailer:
    • Lost Voyage
    • Shark Hunter
    • Land Speed
    • Dark Descent
    • Epoch
    • Arachnid
    • Shiri
    • Beyond Re-Animator
1979 - Ost und West arbeiten gemeinsam an dem streng geheimen Forschungsprojekt MINDSTORM. Das Ziel: Menschen mit telekinetischen und telepathischen Fähigkeiten zu finden und diese Macht militärisch nutzen.
2000 - Den letzten Versuchspersonen, dem Geschwisterpaar Jerry und Sylvia, gelingt die Flucht aus dem militärisch streng abgeschirmten Forschungsbereich. Zwischen CIA und KGB entbrennt eine erbitterte Jagd nach diesen einzigartigen "ultimativen menschlichen Waffen", einer Macht, die sie besser nie entfesselt hätten ...
Da hat wohl jemand zu viel "Scanners" geschaut. Und da muss ihm die Eingabe gekommen sein, dass telekinetische Kräfte sich doch bestens im Kräftespiel zwischen der kapitalistischen Großmacht mit dem Sternenbanner und den sozialistischen Ostbröckelstaaten verwenden lassen - und das im Jahr 2000, in dem selbst James Bond gelernt hat, seine Pistolenfinger gegenüber den ehemaligen Staatsfeinden ruhig zu halten, weil es sich schließlich nicht mehr ziemt, die überholten Feindbilder wieder auszugraben. Action-Film der Unterklasse nennt sich sowas oder auch No-Brainer mit Wischiwaschi-Story. Für den No-Brainer gibt sich der Anfang etwas verworren, wo diverse Handlungsstränge und Personen kurz angerissen werden, mehr nicht, schließlich braucht man ja noch was, um später diese Fäden zusammenzuspinnen und den Zuschauer noch ein wenig bei Stange zu halten. Ha, selbst der 12jährige Videothekengänger - ich meinte natürlich 12jährige mit dem Ausweis seines Papis, schließlich ist "Mindstorm" unverblümterweise erst ab 16 Jahre freigegeben - wird recht schnell die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Teilen erkannt haben. Der Volljährige wird von nun viel Zeit haben, ein paar Chips zu knuspern und ein bis zwölf gekühlte Biere zu inhalieren, mit vollster Erwartung auf den Action-Overkill.
Auf den wartet man leider vergeblich, was wohl auch erklärt, warum Judge Reinhold sich im Film entschließt, sich die Lampe irgendwo in der bulgarischen Prärie mit Hopfenextrakten auszuschießen. Warum der sympathische Kerl seinen Lebensunterhalt nun mehr mit halbgaren Produktionen wie dieser verdienen muss, bleibt ungeklärt, schließlich sah man ihm nach seiner Rolle als Detective Billy Rosewood in der "Beverly Hills Cop"-Trilogie schon in Richtung der ganz Großen aufsteigen. Hier mimt er einen abtrünnigen Militär, der einst an einem wichtigen Auftrag scheiterte - selbstverständlich unverschuldet - und nun von der CIA angeworben wird, das geflohene, telekinetische Wesen zu finden und heil zurückzubringen, ist es der USA doch so einige Millionen Dollar wert. An seiner Seite kämpfen der Waffenexperte Jochen Nickel (ebenfalls ein ordentlicher Darsteller auf Abwegen), der im ganzen Film nur einmal eine Waffe abfeuert, und die Einheimische Jules, deren Rolle ich vergessen habe bzw. die keine Wichtige spielt. Und fragt hierbei bitte nicht nach Lichtblicken, selbst der Hauptcharakter bleibt farblos, einzig die hübsche Schwester seines Charakters sorgt für Aufhellung, aber sicherlich nicht wegen besonderer darstellerischer Leistungen.
Man hört es vielleicht ein wenig aus meinen vorangegangenen Sätzen heraus, "Mindstorm" hat mir ganz und gar nicht gefallen. Das liegt vielleicht daran, dass der Film in keinem Aspekt wirklich taugt. Nicht eine der Actionszenen wurde gut abgefilmt und in der zweiten Hälfte rumst es dann gar nicht mehr. Dafür darf dann schon mal eine Kamera unzählige Male während eines Dialogs um die Protagonisten zirkeln, als hätte man eine Schlüsselszene erreicht, die es vorzubereiten gilt. Wer sich schon an den CGIs der großen Produktionen stößt, weil er diese mit genauem Hinsehen entlarvt, der sollte hier lieber gar nicht erst hinschauen, denn sobald sich ein Flugzeug in die Luft bewegt, wird man durch sauber gerenderte und dadurch unnatürlich aussehende PC-Bilder in Nahaufnahme geblendet. Auch wenn es löblich ist, dass derlei kostspielige Effekte eingesetzt werden, sollte man doch darauf achten, dass sie halbwegs ordentlich aussehen und nicht wie einer Animation aus "Toy Story" entnommen. Stattdessen lieber das Geld in ein paar ordentliche Settings und Locations stecken. Die Idee, in Bulgarien zu filmen, fördert leider äußerst wenige interessante Orte zu Tage, die Kirche im Dorf ist eine davon, optische Abtörner wie Verfolgungen auf freiem Feld sind dagegen sehr häufig anzutreffen. Ich frage mich wirklich, wieviel der Szenen überhaupt dort unten entstanden sind (genau fraglich wie die Szenen in Dresden - da zeigt man lieber Stadtpläne und Straßenkarten als interessante Bauwerke). Da ist natürlich nötig jeden Einheimischen - der Anteil von unfähigen Statisten gegenüber richtigen Darstellern ist übrigens unheimlich hoch - in gebrochener Fremdsprache, hier also Deutsch auftreten zu lassen, obwohl das gar keinen Sinn macht, aber man erweckt somit eher den Eindruck, sich in einem fremden Land zu befinden. Die Liste der unnötigen, nervigen Einfälle, die dem Autor des Films bei höchst oberflächlicher Betrachtungsweise in den Sinn gekommen sind, lässt sich ewig weit fortführen, das stärkste Stück wird aber wohl am Ende geboten, als der "Gedankenverschieber" Jerry nicht nur seine Schwester (eine schwere Kindheit der beiden und familiäre Erinnerungsauffrischungen spielen natürlich auch eine Rolle - wie herzallerliebst), sondern auch seinen Erzfeind rettet. Möglicherweise, um den einzig guten Effekt im Film noch einmal aufzuzeigen, welche die schön animierte "Gedankenwelle" in der Luft sichtbar macht. Damit lassen sich sogar Hubschrauber fernsteuern oder die Elektronik eines alten bulgarischen PKWs reparieren, obwohl ich nicht glauben kann, dass diesem überhaupt ein solches hoch technisiertes Teil integriert wurde. Außer heißer Luft nichts gewesen, davon versprüht die wenig aufregende Hatz nämlich reichlich. "Die Gefährlichste Waffe ist der Verstand" sagt das Cover dazu und hätte man in der Pre-Production-Phase ein wenig die grauen Zellen angestrengt, wäre dabei vielleicht ein wenig mehr als nur Standardklischees nach Film-DIN 08/15 rausgekommen.

Beim Bild bin ich mir etwas unschlüssig mit meiner Entscheidung. Das anamorphe Format ist sehr farbgetreu und strahlend, Nachzieheffekte oder Kratzer bleiben dem Zuschauer verborgen und insgesamt sollte man sich über nichts wirklich aufregen dürfen. Bis auf zwei Dinge: In einigen Szenen hat man das Gefühl, es wäre eine bessere Schärfe machbar gewesen, obwohl die Detailansichten meist sehr klar wirken. Außerdem wird man auf hellen Hintergründen häufig mit einem unbearbeiteten, sehr deutlichen Bildrauschen konfrontiert, welches mit fortschreiten des Filmes immer weniger sichtbar wird. Der Kompression bereitet das bis auf ein wenig Blockrauschen keine Probleme und die natürliche Bildkörnigkeit ist mir letztlich immer noch lieber als eine unterfinanzierte und schlechte Behebung des Fehlers, wie es in 90% aller Indie- und B-Filme gehandhabt wird. Daher noch 4 Punkte.
Der deutsche 2.0-Track wurde von mir nur kurz angetestet, Fehler oder besondere Anzeichen waren keine feststellbar. Also gleich übergehen zum Dolby Digital 5.1, der sehr klar und bassorientiert ertönt, wie es sich für einen guten Actionfilm gehört. Beim englischen Ton stören ein wenig die leisen Dialoge und die Musik ist zwar weiträumiger, aber auch ein wenig hallender. Außerdem fehlt hier die Brillanz und Durchschlagskraft des deutschen Tones, was sich vor allem in der Musik äußert. In Sachen Raumklang gibt es nur wenige und zumeist sachte Geräusche auf den Rear Speakern, letztlich auch der Grund für gute 3 Punkte.
Der Bonusbereich ist erwartungsgemäß nicht das wichtigste Feature dieser DVD. Neben einem Trailer zum Film und weiteren DVDs aus dem e-m-s-Programm haben sich aber noch zwei gute Biografien über die Darsteller Reinhold und Nickel eingefunden.

An wen ich die Empfehlung für diese Direct-to-Video-Klamotte aussprechen soll, weiß ich noch nicht, schließlich kann man sich, selbst wenn man schon alle guten und mittelmäßigen Werke des Genres angeschaut hat, bessere Filme leihen. Wer sich aber mit billiger Actionkost zufrieden gibt und insgeheim ein Faible für die nach meinen bisherigen Erfahrungen stets sehr schlicht aufgemachten Filme des Hauses UFO besitzt, der darf einen Blick riskieren, Bild und Ton sollten davon nicht abhalten.


Film++----
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+-----


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