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IT 1971
Originaltitel:Lo chiamavano Trinità
Alternativtitel:My Name is Trinity
aka. They Call Me Trinity
Länge:109:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Enzo Barboni
Buch:Enzo Barboni
Kamera:Aldo Giordani
Musik:Franco Micalizzi
SFX:Sergio Chiusi
Darsteller:Terence Hill, Bud Spencer, Farley Granger, Dan Sturkie, Steffen Zacharias, Elena Pedemonte, Gisela Hahn, Ezio Marano, Luciano Rossi, Michele Cimarosa, Ugo Sasso
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:SuperJewelCase
DVD-Start:26.04.2001 (Kauf)
Specials:
  • Filmo- und Biografie:
    • Bud Spencer (18 Seiten)
    • Terence Hill (17 Seiten)
  • Filmografie Bud Spencer und Terence Hill (6 Seiten)
  • Originaltrailer
  • Slideshow (39 Bilder)
  • Weitere DVDs:
    • Vier Fäuste für ein Halleluja (2:38 Min.)
    • Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle (2:07 Min.)
    • Das Krokodil und sein Nilpferd (2:07 Min.)
    • Viva Afrika (1:28 Min.)
    • Grasgeflüster (1:54 Min.)
    • Spiel der Götter (1:56 Min.)
Der "müde Joe" (Terence Hill) entdeckt in einer Kleinstadt seinen Bruder, den "Kleinen" (Bud Spencer), als Sheriff. Dieser hat sich den Job als Gesetzeshüter jedoch erschlichen und ist wenig erfreut über den Besuch. Die wechselnden Fronten zwischen Recht und Unrecht bringen die Familienbande völlig durcheinander, als es jedoch um die Hilfe und Verteidigung einiger Siedler geht, ziehen die ungleichen Brüder natürlich wieder an einem Strang.
"Was sollt' ich machen, schließlich hat er unsere Mutter eine alte Hure genannt."
"Aber das ist doch die Wahrheit ..."
"Na so alt ist sie nun auch wieder nich."
(Joe zum Kleinen)

"Die rechte und die linke Hand des Teufels" gehört definitiv zu meinen Lieblingsfilmen der beiden Haudegen, obwohl er noch ein wenig kantig und ungelenk erscheint. Vielleicht mag das daran liegen, dass die Schnodderschnauzen-Synchro Hausmarke Brandt sich noch nicht gänzlich ins Genre eingefunden hatte, aber selten sah man später eine so unterhaltsame Western-Parodie wie diese.

"Ich verfluche den Tag, an dem du zur Welt gekommen bist. Du bist schlimmer als gelbes Fieber in einer Kolonie von Leprakranken." (Der Kleine zum müden Joe)

Fakt ist, dass gerade dieser Titel aus dem Jahre 1971 das aussterbende Western-Genre um einen wichtigen Titel bereicherte und dem Duo den Weg für vorerst ähnlich geartete Produktionen ebnete. Zurückzuführen ist der Erfolg mit Sicherheit auf das wunderbare Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller, welche als Filmcharakter nur unter Protest miteinander auskommen, sich aber bestens ergänzen. Die ungleichen Brüder gaunern sich unabhängig durchs Leben und treffen in einem kleinen Provinznest aufeinander. Schon auf dem Weg dorthin stellt Terence Hill als müder Joe unter Beweis, dass er der sprichwörtlich coolste und schnellste Pistolero des Wilden Westens ist, dessen Beiname "die rechte Hand des Teufels" nicht von ungefähr kommt. Seine Treffsicherheit übertrifft jedes Klischee eines Revolverhelden, selbst Gegner im toten Winkel werden von ihm mit gezielten Schüssen über die Schulter hinweg ins Jenseits befördert. Mit sonnigem Gemüt lässt er sich von seinem Pferd auf einer Bahre durch die Wüste schleifen, ein Markenzeichen seiner späteren Solo-Karriere, die 1973 mit "Mein Name ist Nobody" begann, bis zu jenem Ort, an dem sein Bruder unter ertricksten Sheriffstern versucht, die ortsansässigen Gangster in Schach zu halten. Bud Spencer legt hier schon das Profil als Gegenstück zum waghalsigen und wendigen Hill vor, indem er von der ersten bis zur letzten Minute als sauertöpfiger Teddybär durch die Prärie brummelt. Wo der müde Joe durch draufgängerische Taten glänzt, zeigt der "Kleine" (Vorsicht, leichte Ironie) zuerst Desinteresse, ist letztlich aber stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

"Seht ihr nun, was der Glauben alles vermag?"
(Mormone Tobias)
"Er kann Wunder wirken, besonders wenn er in einem Gewehrlauf steckt." (Der Kleine)

110 Minuten mögen sich nach einem sehr langen Werk anhören, hier verschwendet man aber keine Einzige davon. Kein Füllwerk, nur schöne Bilder, actionreiche Schlägereien oder pointenreiche Dialoge. Entgegen späterer Werke wurden Spencer und Hills Gegner hier noch nicht aus der Idiotenliste zusammengesucht, sondern waren gefährliche, harte Männer, die man in ähnlicher Art in jedem zweiten ernsthaften Western unterbringen konnte. Umso größer ist dann der Lacheffekte, wenn diese klein beigeben müssen, z.B. in der Szene, in der Joe den Saloon betritt und die bösen Buben nacheinander gezähmt das Schlachtfeld räumen. Und wer dann noch nicht spurt, der bekommt natürlich die Pelle geprellt, hier zwar noch nicht so oft wie in späteren Filmen zelebriert, weil der Revolver doch öfter spricht als die Fäuste (die Freigabe ab 16 ist trotzdem unverdient hoch eingestuft), insgesamt wird man mit den lustigen Raufereien aber bestens zufrieden gestellt werden. Besonders in der obligatorischen Massenschlägerei zum Ende des Films hin darf der Dicke nochmal richtig Dampf vom Kessel lassen und Hill abermals beweisen, dass er bestens als Jackie Chan des Italowesterns durchgeht.

"Der Tag hat so friedlich angefangen. Gib dein Möglichstes, damit er auch so endet." (Der Kleine)

Dabei dürfen sich die beiden als widerwillige, aber letztlich gutherzige Retter in der Not erweisen, wie in jedem ihrer gemeinsamen Werke. Verzaubert von zwei Schönheiten (Elena Pedemonte und Gisela Hahn, beide bezaubernd) geht es darum, einer ganzen Sippschaft frommer Siedler gegen eine Horde wilder Mexikaner und einem streitsüchtigen Major zu verteidigen, unter ihnen jede Menge bekannter Gesichter. Wo die Siedler still hinhalten, teilen Spencer/Hill umso kräftiger aus. Spielt es da noch eine Rolle, dass Leone und Corbucci die wüste Landschaft mit all seinen staubigen Örtchen viel schöner abgefilmt haben?

"Der hat genauso gestunken wie du, als er hier ankam. Wir haben 3 Stück Seife gebraucht um festzustellen, was für eine Hautfarbe er hat. Wenn du willst, dass ich dir die Hand gebe, junger Mann, dann musst du erstmal ein Bad nehmen. Ich hab keine Lust mir die Krätze zu holen." (Johnatan zum müden Joe)

Ein wenig hat die Schärfe mittlerweile gelitten, das lässt sich nicht abstreiten, aber insgesamt wird man mit ihr zufrieden sein, schließlich gibt es kaum Beanstandungen wie verwischende Objekte oder matschige Konturen. Da das Material recht grobkörnig gewesen zu sein scheint, wird man oft auf hellen Flächen die Pixel tanzen sehen, was ein wenig zu Lasten der Detailschärfe geht, die nur in Close-Ups ein gutes Resultat erbringt, was aber ebenso verschmerzbar ist. Eine Aufbesserung hätte höchsten der Farbgebung gut getan, da das Bild insgesamt einen Gelb bzw. Grünstich aufweist und zwischen verschiedenen Einstellungen auch mal in der Farbigkeit wechselt. Kratzer findet man beim anamorphen Breitbild im Originalformat nur an zwei Stellen gehäuft, was die erste und letzte Szene im Film ist, bei der Hill von seinem Pferd fortgezogen wird. Auch wenn man schon deutlich bessere Filme aus der Spencer/Hill-Edition gesehen hat, sind 3 Punkte für das alte Material gerechtfertigt.
Keinesfalls kann sich ein Monoton (hier auf zwei Kanälen) von 1971 mit den heutigen Standards messen, Käufer der DVD werden aber nicht wirklich enttäuscht, schließlich sind die Dialoge insgesamt problemlos verständlich und der Ton nur insofern dumpf, wie man es vom Alter erwarten darf. Das bedeutet kaum Aktivität im Hochtonbereich (außer leichtem Zischen in der Sprache), aber ein angemessener Basslevel, bei dem Spencers Stimme ordentlich brummt. Selten nimmt man leichte Knackser war und das gesamte Klangbild ist natürlich auch ein wenig verrauscht, die Musiken bleiben aber erfreulich unverzerrt. Deutsche Untertitel sind vorhanden, ein Originalton aber wieder nicht. Was letztlich doch ein wenig stört, ist die nicht übliche deutsche Synchronstimme von Hill, dafür kann aber e-m-s nichts.
Neben der umfangreichen Bio- und Filmografie zu den beiden Hauptdarstellern (wie auf jeder DVD der Reihe) befindet sich natürlich der Originaltrailer mit drauf und eine Slideshow, die zum Großteil aus Screenshots aus dem Film besteht und am Ende noch ein wenig Aushangmaterial parat hält. Das Menu hat man fix von der "Vier Fäuste für ein Halleluja"-DVD entnommen (Motiv Kloster) und angepasst. Das bedeutet wieder feine, gerenderte Übergänge zwischen den Bereichen, unter denen sich natürlich noch die Trailershow zu 3 Spencer/Hill-Filmen und 3 weiteren Titeln befindet. Leider muss man hier e-m-s mal wieder ein wenig Einfallslosigkeit vorwerfen, denn außer ein paar Texttafeln (die man mit Sicherheit schon kennt, es sei denn, dies ist eure erste DVD aus der Reihe) und vielen Trailern ist leider nix gewesen.

Raue Sitten, karikierte Charaktere bis zum Abwinken und ein Theme zum Mitpfeifen verwandeln "Die rechte und die linke Hand des Teufels" in herrlichstes, knapp 2 Stunden währendes Westernwerk. Spätestens hier wurde klar, dass die einsamen Helden ausgegnatzt haben und die fiesen Pistoleros auf Faustkampf umsatteln mussten, wollten sie ihren Lebensunterhalt weiterhin im Genre verdienen. Wer sich sowieso jede Ausstrahlung im TV mit nostalgisch verschmitzten Lächeln anschaut, der sollte sich diese DVD schnappen, die nur geringe Anschaffungskosten mit sich bringt. Bild, Ton und Ausstattung darf man da nicht allzu hoch loben - eine Special Edition muss her, soviel ist sicher!


Film++++++
Bild+++---
Ton++----
Bonus+-----


Druckbare Version
Rechte und die linke Hand des Teufels, Die (New Digital Remastered)
News"Die rechte und die linke Hand des Teufels" - Digital Remastered am 28.9.09 von 3L
3L- und Wicked-Vision-Gewinnspiel zum Spencer/Hill-Comeback!
Rechte und linke Hand des Teufels, Die
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