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USA 1974
Originaltitel:Mr. Majestyk
Länge:99:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Richard Fleischer
Buch:Elmore Leonard
Kamera:Richard H. Kline
Musik:Charles Bernstein
SFX:Robert Dawson
Darsteller:Charles Bronson, Al Lettieri, Linda Cristal, Lee Purcell, Paul Koslo, Taylor Lacher, Frank Maxwell, Alejandro Rey, Bert Santos
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel:Französisch, Niederländisch, Schwedisch, Englisch, Finnisch, Dänisch, Polnisch, Griechisch, Rumänisch
Specials:-
Vince Majestyk (Charles Bronson) ist ein Melonenfarmer, der vor Jahren mal in einer Kneipenschlägerei provoziert worden ist, seine Zeit jedoch absaß und nun ein friedliches Leben führen will. Da die erste Ernte ein Reinfall war, muss diese nun anstehende Zweite Gewinn abwerfen. Als er sich aber mit einem lokalen Arbeitervermittler anlegt, der ihm den Einsatz eigener Kräfte untersagen will, schon bald in den Knast wandern muss und bei der Flucht die Unterweltgröße Frank Renda (Al Lettieri) übers Ohr haut, ist er auf sich allein gestellt.
Die Filmografie Charles Bronsons war in den Siebzigern von den ewig sich wiederholenden Selbstjustizmustern geprägt, in denen er rot sehend für sich selbst seine Ansicht von Gerechtigkeit offenbarte, dabei aber nicht immer ein glückliches Bild abgab. Unter der Regie von Richard Fleischer ("Soylent Green", "Conan the destroyer") reichte so ein simples Skript jedoch aus, um einen guten Genrefilm nach diesem bewährtem Muster zu produzieren - nicht zuletzt dank Charles Bernsteins ("Nightmare on Elm Street", "Gator") Musikbegleitung.
"Mr. Majestyk" ist ein Film nach altbewährtem Bronson-Muster, hat storytechnisch natürlich auch nichts Neues zu bieten und zeigt die Figur Majestyks eben wie man sie damals von Bronson forderte. Wortkarg und zynisch gibt er sich, kuscht vor niemanden und legt in der Not ungeahnten Mut und Einfallsreichtum an den Tag. Ohne einen Anflug von Angst, sondern offensiv stellt er sich dem Profikiller und dessen Anhang. Er ist ein Mann mit Prinzipien, der zur falschen Zeit am falschen Ort ist und war - dem Hilfe versagt blieb. Nun nimmt er die Sache eben selbst in die Hand. Die dabei auftretende, kaum ausgebaute Lovestory zur Mexikanerin Nancy (Linda Cristal) ist dabei nur nettes Beiwerk. Doch seien wir ehrlich, als Liebhaber will man Bronson als Letzten sehen.
Stattdessen ist Action gefragt, die bis zum Ende aber nur sporadisch vorhanden ist. Ob der Ausbruch oder der überlange Showdown - Fleischer zelebriert hier ungemein spektakuläre Autostunts, die es, gemessen am Alter des Films, in sich haben und besonders im Finale einige Achsen gekostet haben dürften. Fliegende, sich überschlagende Autos sind hier genau so eine Selbstverständlichkeit, wie brennende Wracks und Blechschaden en masse. Fleischer zerschrotet hier einiges. Hinzu komme" ein paar hübsch inszenierte und recht blutige Shootouts. Dabei haben es vor allem die letzten Minuten in sich, als das Geschehen aus Majestyks Haus in nur wenigen Minuten komplett verdreht wird und sich der Gejagte zum Jäger entwickelt.
Auch wenn das Skript ohne Überraschungen auskommt, gibt es ein paar Szenen die für knisternde Spannung sorgen. Das liegt zum einen an der menschenverachtenden Brutalität, mit der ab und zu Werke gegangen wird, aber auch an überraschenden Szenen wie dem plötzlichen Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten in einer Bar und der daraus resultierenden Reaktion Majestyks. Insbesondere die finale Konfrontation ist diesbezüglich schon ein kleines Meisterstück - auch wenn Bronsons Strategie doch sehr vom Glück und Zufall begünstigt wird. Andere nennen es auch Können. Na ja ...

In den ersten Sekunden des Films könnte man meinen, eine Nachbearbeitung wäre hier nicht vorgenommen worden, später wird man aber kaum noch einen Kratzer auf dem Bild sehen. Auch das anfangs starke Rauschen geht bald unter und wird teilweise durch ein sachtes stehendes Rauschen bemerkbar. Zumindest nimmt die Kompression diese sehr gut auf, ohne Blockrauschen oder andersartige Artefakte zu zeichnen. Die Schärfe bewegt sich meist auf gutem Niveau, es gibt aber immer wieder Szenen, in denen sie sowohl an Kanten als auch im Detail Mängel aufweist. Die Farben sind zwar in einigen Szenen etwas gedämpft und erscheinen dann blass, sie wirken aber meist noch natürlich. Insgesamt knappe 4 Punkte, vor allem in der Farbgebung und am Kontrast (in dunklen Szenen zwar gute Schwarztöne, aber wenig Detail) hätte man noch feilen müssen.
Das Ausgangsmaterial für den Ton war Mono, als beließ in es in dieser Form und lenkte es gleichmäßig auf die beiden Stereolautsprecher. Im Vergleich zur schlechten französischen Spur schneidet die Deutsche recht gut ab, gegenüber der Englischen sind die Dialoge ähnlich verrauscht, klingen manchmal ein wenig dünn, keinesfalls aber unverständlich. Ebenso muss man leichte Mängel in der Lautstärke der dt. Version anbringen, der O-Ton klingt durch die deutlicheren Umgebungsgeräusche wesentlich fülliger. Ein wenig dumpf ist das Klangbild insgesamt schon, deutliche Auswirkungen auf die Musik hat das beispielsweise aber nicht, die ohne Verzerrungen und dem Alter entsprechend klar ertönt. Wie bei MGM üblich befinden sich noch jede Menge Untertitel mit auf der Scheibe, einen dt. Untertitel gibt es aber nicht.
Um ehrlich zu sein, hätte es mich doch gehörig gewundert, wenn MGM bei dieser Scheibe mal ordentliches Bonusmaterial hervorgekramt hätte. Diese DVD hier insbesondere ist ein totaler Witz. Alles was man bekommt, sind ein Standbildmenu mit 4 Einträgen (Filmstart, Tonwahl, Untertitelwahl, Menusprachwahl). Weder ein Trailer noch eine Biografie hat sich eingefunden. Nicht einmal eine Kapitelanwahl findet man. Pfui, MGM!

Dank Richard Fleischer ist "Mr. Majestyk" ein guter Bronson mit typischer Selbstjustiz, der nur erzählerische Schwächen im Mittelteil offenbart. Auch wenn der Film sich linear am bewährten Schema hält, lohnt ein Einschalten, da die Action wirklich erstklassig ist und Bronson kalt und spröde seine Tour durchzieht. Politisch nicht sonderlich korrekt, aber wer fragt hier schon danach. Die Fans bestimmt nicht, die hätten sich eine liebevollere DVD-Umsetzung gewünscht, nicht diese Massenware, für die man kaum mehr als 12? ausgeben sollte, obwohl Bild und Ton brauchbare Ergebnisse erzielen.


Film++++--
Bild++++--
Ton++----
Bonus------


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