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UK 1973
Originaltitel:Theatre of Blood
Alternativtitel:Much Ado About Murder
aka. Theater of Blood
Länge:99:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Douglas Hickox
Buch:Anthony Greville-Bell
Kamera:Wolfgang Suschitzky
Musik:Michael J. Lewis
SFX:John Stearns
Darsteller:Vincent Price, Diana Rigg, Ian Hendry, Harry Andrews, Coral Browne, Robert Coote, Jack Hawkins, Michael Hordern, Arthur Lowe, Robert Morley, Dennis Price
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.66:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch
Specials:
  • Kinotrailer (2:26 Min.)
Edward Lionheart (Vincent Price) ist ein Shakespeare-Darsteller wie aus dem Bilderbuch, und eines steht für ihn fest: Er allein verdient die Auszeichnung als bester Schauspieler des Jahres. Doch zu seiner Überraschung kürt die Jury einen anderen zum Sieger. Lionheart schwört Rache. Jeder einzelne der acht Kritiker, die ihm ihre Anerkennung verweigert haben, wird dafür mit dem Leben bezahlen - und zwar frei nach Shakespeares Dramen ...!
"Was wisst ihr davon, ihr talentlosen Narren? Ihr spritzt Gift auf das schöpferische Werk wahrer Künstler, weil euch selbst alle schöpferischen Gaben versagt geblieben sind." (Edward Lionheart)

Vincent Price strikes again.
Nach zwei flotten Dr.Phibes-Filmen killt er sich hier nach bewährtem Rezept auch noch durch einen dritten Film. Die Unterschiede sind minimal: wieder muss eine Gruppe von Leuten (hier: Theaterkritiker) dran glauben, um den Rachedurst von Price' Charakter (hier: aus seiner Sicht nicht genügend beachteter Schauspieler) zu stillen. Genauso wie bei Phibes hält man ihn auch hier für tot, was hilfreich ist, da niemand ihn als Täter in Betracht zieht. Genau wie bei Phibes hat er eine weibliche Hilfe (hier: Diana Rigg, die schmählich unterbeschäftigt ist), die ihm bei den Morden zur Hand geht. Genau wie bei Phibes mordet er nach einem bestimmten System (hier: die plakativsten Morde aus Shakespeare-Dramen).
Trotz aller Wiederholungen macht das "Theater des Grauens" Spaß, gerade weil Price mit diabolischer Freude zur Tat schreitet. Die Umsetzung der Werke Shakespeares als Mordmethoden bieten dabei den ganz besonderen Reiz, wenn es auch als besonders britischer Humor gewertet werden muss, wie arglos die Herren Kritiker in ihr Verderben schreiten, selbst als schon mehrere von ihnen dran glauben mussten und wie doof sich die Polizei laut Drehbuch anstellen muss, um die Morde zuzulassen. Besonderes Schmankerl ist sicher die Verfütterung der Pudel von Robert Morley mittels Trichter an den seligen Hundedaddy. Ein wirklich unterbewertetes Vergnügen ist jedoch der Genuss, mit dem Price volltönend den Barden zitierend, zur Tat schreitet. Perfide, sadistisch, satanisch, gnadenlos und dennoch nicht ohne einen Funken Humor (man beachte sein Gesicht bei der "Operation", wenn ihm die Instrumente nicht schnell genug gereicht werden und an seinen Ruf nach der "Blutschale"), wobei fein darauf geachtet wird, dass trotz aller großer Gesten und spielerischer Klasse im Charakter geblieben wird, der mit übergroßen Schminkmengen und ungeheurem Chargieren tatsächlich Theater eines vergangenen Jahrhunderts herunterschmiert.
Selbstverständlich scheitert Price auch hier am letzten Kritiker, doch bis es soweit ist, hat man einen Heidenspaß rund ums phantasievolle Morden. Leider hat Diana Rigg viel zu wenig zu tun, um wirklich zu glänzen und die Zwischenspiele sind nicht unbedingt wirklich magenfüllend, aber sonst wirkt der Film so erfrischend reinigend wie Schwefelsäure.

Beim Bild dieser DVD erwartet uns nur Durchschnittsware, denn besonders auffällig sind die etwas zu schwachen Farben ohne jegliche Leuchtkraft. Schuld daran dürfte die recht dunkle Gesamtoptik haben, bei der auch der Kontrast nicht sonderlich differenziert erscheint. Ebenso die Schärfe bewegt sich nur auf einem befriedigenden Niveau, manchmal etwas besser, manchmal ein wenig matschiger, eine anamorphe Abtastung wäre sicherlich von Vorteil gewesen. Das Bild ist sehr sauber und beinahe rauschfrei, ein leichtes Flackern ist aber hin und wieder erkennbar, genauso wie ein Rauschen auf hellen Flächen (siehe Statue, 24. Minute). Natürlich muss man beachten, dass der Film nunmehr knapp 35 Jahre alt, mit ein wenig mehr Aufwand hätte ein so finanzstarkes Label wie MGM aber bedeutend mehr aus dem Material machen können.
Der Ton schwächelt sogar noch ein wenig mehr als das Bild: Egal auf welche Sprache man umschaltet, es klingt eher nach TV- oder Videoaufnahme als nach einem ordentlichen DVD-Ton. Der deutsche Ton ist ein wenig verrauscht und nicht besonders lautstark, der Französische ist sehr sauber aber noch ein Stück leiser, der Italienische etwas stärker verrauscht in den Dialogen und der Spanische am meisten dumpf und verrauscht. Auch am O-Ton nagte deutlich der Zahn der Zeit, dagegen klingt die deutsche Synchronisation etwas heller, aber immer noch flach, emotionslos und mit Zischlauten übersät. Untertitel stehen für alle Tonvarianten (alle in Mono auf zwei Frontkanälen) zur Verfügung.
Bei der Ausarbeitung des Bonusmaterials muss man MGM immer noch extreme Faulheit zusprechen, denn bis auf einen englischsprachigen Trailer wird uns gar nichts geboten. Auch das Menu ist statisch und lautlos, von hässlich blauen Markierungsbalken ganz abgesehen.

Für den gelernten Theaterdarsteller Vincent Price ist "Theater des Grauens" sozusagen ein Heimspiel, ein kurzweiliges und hoch unterhaltsames, in welchem er eine Vielzahl von dramatischen und komödiantischen Rollen ausfüllen darf (Highlight: schwuler Friseur) und dort durch ideenreiche Morde brilliert. Bei Gelegenheit sollte man bei diesem hochwertigen Shakespeare/Horrorgemisch mit sardonischem Humor zuschauen. Die deutsche MGM-DVD bietet zwar kein qualitatives Erlebnis, ist aber für den kleinen Preis (ca. 10 ?) empfehlenswert.


Film+++++-
Bild+++---
Ton++----
Bonus------


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Theater des Grauens
Blood Theatre
Theater des Grauens
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