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IT, FR 1984
Originaltitel:Shark rosso nell'oceano
Alternativtitel:Devil Fish
aka. Devouring Waves
aka. Red Ocean
aka. Monsterhai, Der
Länge:89:50 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Lamberto Bava
Buch:Gianfranco Clerici, Luigi Cozzi, Sergio Martino, Hervé Piccini, Dardano Sacchetti
Kamera:Giancarlo Ferrando
Musik:Guido De Angelis, Maurizio De Angelis
SFX:Germano Natali, Ovidio Taito
Darsteller:Michael Sopkiw, Valentine Monnier, John Garko, William Berger, Iris Peynado, Lawrence Morgant, Cinthia Stewart, Paul Branco, Dagmar Lassander
Vertrieb:Astro
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.66:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Slideshow (11 Bilder)
Ein unglaublich großer, gefährlicher Hai macht die Gewässer unsicher. Auf sein Konto gehen schreckliche Verstümmelungen, aber noch niemand hat die Bestie bisher lebend zu Gesicht bekommen. Um das Tier aufzusuchen, entwickelt der Elektriker Bob ein Unterwasserradar, welches auf dem Expeditionsschiff "Seaquarium" angebracht wird. Mit an Board sind die Meeresbiologin Stella, Peter und seine Freundin Janet. Ihnen gelingt es mehrmals, ganz in die Nähe des Monsters zu kommen, welches sich als riesige Kreuzung zwischen Hai und Tintenfisch entpuppt, doch immer wieder es seine Verfolger rasant abhängen und weitermorden. Letztlich bleibt es der Polizei nur übrig, schwere Geschütze gegen das Tier aufzufahren, denn seine Fähigkeit zur selbstständigen Reproduktion macht es noch viel gefährlicher, als zuerst angenommen.
Wenn sich namhafte Größen des italienischen Horror- und Exploitationkinos zusammentun, um einen Tierhorror-Streifen abzudrehen, was kann da noch schiefgehen? Auf dem Regiestuhl nahm Lamberto Bava ("Wild Dogs", "Macabro") platz, für das Drehbuch engagierten sich Luigi Cozzi (Regie bei "Astaron - Die Brut des Schreckens" und "Star Crash"), Gianfranco Clerici (verfasste u.a. "Cannibal Holocaust" und "New York Ripper"), Sergio Martino ("Der Fluss der Mörderkrokodile", "Die weiße Göttin der Kannibalen"), Dardano Sacchetti (schrieb u.a. für "Dance Of The Demons" Teil 1 und 2) und der mir bisher unbekannte Hervé Piccini. Nun sollte man nur noch dazusagen, dass ein Großteil der Crew unter englischen Pseudonymen arbeitete (Bava beispielsweise unter dem extrem bescheuerten Namen John Old jr.) und als Drehort der schöne Bundesstaat Florida gewählt wurde.
Der Verdacht verdichtet sich, dass "Monster Shark" nicht unbedingt zu den Qualitätsprodukten seiner Zeit zählt. 100%iger Italo-Trash ist er aber allemal. Schon die ersten Minuten bieten "Filmspaß", bei denen sich Regisseur und Drehbuchautoren zumindest über eins einig gewesen sein müssen: Ein Mann muss gerettet werden, Hauptsache es sieht spannend und spektakulär aus. Dass die zwei Rettungskräfte unter lautem Schreien aus dem Hubschrauber springen und noch ein wenig auf das Abschlepptau warten, bis sie den bis dahin kopfüber im Wasser treibenden Schiffbrüchigen mit dem Gesicht gen Himmel drehen, scheint nicht ganz so wichtig zu sein, wer achtet schon auf (lebensrettende) Details. Der Typ ist sowieso schon tot (woher haben die Jungs das gewusst?) - verblutet, denn anstatt Beinen trägt er nun blutige Stümpfe am Körper.
Der aufmerksame Zuschauer ahnt natürlich sofort, dass ein Hai (hier: Tentakelklumpen) die Strände unsicher macht. Die darum entwickelte Story ist wieder einmal fadenscheinig brisant. Warum setzt man dem Zuschauer nicht gleich vor, ein verrückter Wissenschaftler hätte das Monstrum aus einer YPS-Tüte Urzeitkrebse geschaffen? Denn eigentlich ist alles so, wie man es vom Kampf gegen die "Bestie" kennt: Zu Beginn noch warten einige unschön zugerichtete Opfer auf den Zuschauer, später wird ein Team aus "Spezialisten" zusammengewürfelt, welches dem Strandrochen den Garaus machen soll, und natürlich steht all dem auch ein Macht und Geld versessenes Phantom gegenüber, welches das Tier erschuf und um nichts in der Welt seine meeresbiologische Kapitalanlage als Sushi zurücklassen möchte. Zu alledem dudeln unablässig geistlose Synthesizermusiken, wobei das sehr oft eingesetzte Hauptthema für mich den Bodensatz des musikalisch ertragbaren Geklimpers ist. Man mag gar nicht glauben, dass sich hierfür die De Angelis-Brüder verantwortlich zeichnen, die schon in so manchem Italosoundtrack hitverdächtige Ohrwürmer abgeliefert haben.
Trotzdem hat "Monster Shark" einige unterhaltsame Momente, meist Budget abhängig und mit ungewollter Komik versehen, die dem Trash-Fan abgehen werden wie Öl. Neben wirklich dilettantischen, aber möglichst suppenden Wunden fällt vor allem der namensgebende Kiemen-Pacman auf, der die Geräusche eines verstopften Abflussrohres nachahmen kann, sich unter Wasser sogar mit dem rasselnden Asthmatiker-Sound (bekannt aus "Freitag der 13.") und pfeilschnell wie ein Torpedo fortbewegen kann und in Nahaufnahme an einen riesigen Pappmaché-Klumpen erinnert. Zum Punkte fressenden, gelben Videospielklops hat dieser Polyp auch noch gemeinsam, dass er sich des Öfteren auf einem Observations-Computer-Bildschirm (man beachte das Produktionsjahr 1984, glücklicherweise die einzigen CGIs) tummelt, welchen die lausigen Darsteller noch nicht einmal richtig deuten können, obwohl einer von ihnen das Gerät sogar zusammengelötet hat, na klar! Bis zur leichten Erotikklamotte würde man den Darstellern alles zutrauen, in den Szenen, in denen es dann aber wenig gruselig, aber hektisch zur Sache geht, verbeißen sie sich herrlich mit starren Blick in ihren ernsten Rollen. Wie passend, dass das Geschehen da durch ein paar Nacktszenen aufgelockert wird, wäre sonst auch viel zu schade um die hübschen Darstellerinnen. Besonders Delphindoktorin Valentine Monnier ist mindestens zweier Blicke würdig, auch wenn ihr Skriptname Dr. Stella Dickens mehr die Assoziation an russische Kampfringerinnen der Schwergewichtsklasse als an eine schlanke Blondine weckt.

Ich hätte es nicht erwartet, aber die deutsche DVD von Astro hat ein wirklich gutes Bild zu bieten. Die Farben sind sehr satt, leiden minimal unter einem dunklen Grünstich und auch der Kontrast vermittelt in hellen wie dunklen Szenen ein weitgehend natürliches Geschehen. Ungewöhnlich gut ist auch die Detailschärfe und die klare Abgrenzung der Konturen. Auch in Bewegungen verwischen die Objekte nur leicht (durch einen Rauschfilter) und die Anzahl der Bilddefekte im Film ist nicht der Rede wert. Die Kompression offenbahrt zwar kleinere Schwächen, insgesamt arbeitet sie aber weitgehend unsichtbar.
Auch die tonale Umsetzung gefällt mir recht gut, ist doch die deutsche Synchronisation ebenso klar verständlich wie die Hintergrundgeräuschkulisse. Selbst der Bass wurde ordentlich eingesetzt und wummert in vielen Szenen ganz ordentlich. Der Tieftöner erscheint in einigen Szenen aber auch zu heftig und hinzu kommt neben einem leichten Rauschen ein tief gestimmtes Rauschen, welches sich in jeder leiseren Szene durch ein stetiges Brummen bemerkbar macht. Ich empfehle hier, den Subwoofer leiser zu schalten oder gleich ganz auszumachen, ansonsten könnte euer Gehör durch die tieffrequente Dauerbeschallung Schaden nehmen. Ein guter Ton, wegen des Bassproblems aber nur 2 Punkte. Bei der englischen Spur nimmt man zwar das Störgeräusch nicht war, hier ist aber auch wesentlich mehr Rauschen vernehmbar und das Klangbild ist insgesamt wesentlich mehr dumpf als beim deutschen Ton.
Die Extras sind mit einer Slideshow mit Pressematerial auf insgesamt 11 Seiten (die erste Seite ist nur eine Ankündigung) äußerst übersichtlich ausgefallen. Der vergebene Punkt bezieht sich also mehr auf die Existenz von echtem Bonusmaterial als auf dessen Qualität. Beim Verfassen des Inhaltstextes auf der Rückseite des Covers müssen auch seltsame Substanzen im Spiel gewesen sein, zumindest wird weder ein junges Mädchen als erstes Opfer gezeigt, noch gesagt, dass ein gewisser Sam Elliot im Film vorkommt, noch dass er Weltmeister im Unterwasserfischen ist.

Beachtlich, was sich einst alles aus dem italienischen Tierhorrorschlund erhob. "Monster Shark" hat gewisse Qualitäten als billiger und zuweilen auch blutiger Fischgrusel, die Umsetzung zieht sich aber über die Spielzeit von knapp 90 Minuten trotz viel vorgegaukelter Action derart stark, dass man eigentlich schon früher ausschalten möchte. In Erinnerung bleiben wird von diesem Werk sicherlich das feurige Finale, in dem sogar mit Flammenwerfern gegen das Unterwassertier vorgegangen wird. Die deutsche DVD-Umsetzung von Astro ist mit einem guten Bild recht gelungen, nur der Ton nervt ein wenig, wenn man die Einstellungen an der Anlage nicht ein wenig herunterregelt und das Bonusmaterial ist leider mal mehr als dürftig.

Anmerkung: Die Marketing-Neuauflage ist bis auf das Cover identisch mit dieser DVD.


Film++----
Bild++++--
Ton++----
Bonus+-----


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