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USA 1975
Originaltitel:Death Race 2000
Alternativtitel:Frankensteins Todesrennen
Länge:79:43 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Paul Bartel
Buch:Robert Thom, Charles B. Griffith, Ib Melchior
Kamera:Tak Fujimoto
Musik:Paul Chihara
SFX:Richard MacLean
Darsteller:David Carradine, Simone Griffeth, Sylvester Stallone, Mary Woronov, Roberta Collins, Carle Bensen, Martin Kove, Harriet Medin, Sandy McCallum, Bill Morey, Louisa Moritz, Joyce Jameson
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono (Deu, Engl), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:18.12.2002 (Kauf)
Specials:
  • US-Trailer (0:57 Min.)
  • Roger Corman über "Death Race 2000" (1 Seite)
  • Kinoaushangmaterial (17 Bilder)
  • Werberatschlag (27 Bilder)
  • Artwork-Galerie (15 Bilder)
  • Filmprogramm (8 Bilder)
  • Filmo-/Biografien:
    • David Carradine (18 Seiten)
    • Roger Corman (49 Seiten)
    • Mary Woronov (10 Seiten)
    • Sylvester Stallone (10 Seiten)
    • John Landis (9 Seiten)
    • Paul Bartel (12 Seiten)
    • Interview mit Roger Corman (5:44 Min.)
Die Vereinigten Provinzen von Amerika im Jahr 2000: Zum 20. Mal startet das mörderische Rennen von der Ost- bis hin zur Westküste. 5 Teams nehmen an dem von den Medien genauestens verfolgten Spektakel teil, aber nicht nur der schnellste Fahrer hat Chancen auf den Gesamtsieg, sondern auch der, der möglichst viele Unschuldige auf der Strecke überfährt. Der Publikumsliebling Frankenstein, der unter seinem schwarzen Rennanzug die Narben seiner zahllosen Unfälle verbirgt, gilt wieder einmal als der Favorit, doch auch sein stärkster Gegner Machine-Gun Joe wird alles geben, um zu siegen. Doch eines haben die skrupellosen Rennfahrer nicht erwartet: Eine geheim agierende Untergrundorganisation ruft zum Gegenangriff auf den tödlichen Motorsport auf.
"Das Rennen ist das Symbol für ALLES, was wir lieben. Es ist unser American Way Of Life. Natürlich ist es gewalttätig, aber genau so wollen wir es doch haben - Gewalt, Gewalt, GEWALT!" (Reporter)

Irgendwie ist Marketing bei der Vermarktung ihrer DVD mit den falschen Vorstellungen rangegangen. "Herrscher der Straße" klingt doch in Verbindung mit zwei "Mad Max" mäßigen Actionhelden auf der Coverfront ein wenig zu seriös, oder? Da muss man doch man sofort an mittelmäßige Low Budget-Actionkost denken - und verpasst damit vielleicht eine der unterhaltsamsten Gesellschaftskritiken, die sich rein äußerlich als fetziges Actionabenteuer tarnt. Wenn man aber den alten und zumal viel kultigeren Titel "Frankensteins Todesrennen" anbringt, noch dazu sagt, dass Vielfilmer Roger Corman seine Hände im Spiel hatte und weder in geschmacklicher, noch thematischer Hinsicht Zugeständnisse an die guten Benimmregeln des Filmbuisness macht, dann dürften doch die Alarmglocken beim Trashfan auf Sturm leuten.
In den 70ern durfte man das anscheinend noch. Politische Symbole respektlos durch den Kakao ziehen und darum eine Story spinnen, die gerade ausreichend ist, um eine Kurzgeschichte zu füllen - die Grundlagen des Films entstanden tatsächlich aus einer Kurzgeschichte, welche für den Film noch ein wenig erweitert wurde und mit einem für heutige Verhältnisse geringen Budget von 300000 Dollar verarbeitet wurde. Wo andere Filme über Minderheiten herziehen, geht "Death Race 2000" (Originaltitel) gleich gegen das gesamte amerikanische System vor und hinterfragt auf sehr amüsante Weise den American Way Of Life. Da wird der amerikanische Präsident zum Gott erhoben, der per TV-Übertragung aus seinen ausländischen Residenzen sein Volk mit hohlen Phrasen füttert und sich selbst zelebriert. Auch der Veranstalter des Rennens darf sich als Götzenbild selbst darstellen und den medialen Volkswahnsinn schüren. Auf die Spitze getrieben wird der Spaß aber durch das penetrante Beisein der Medien, allen voran der enthusiastische Ton des jungen Reporters (ähnelt äußerlich ein wenig Bela B. mit Hippiebrille und 70er Jahre Entertainerdress), der die Stimmung anheizt, je nachdem mit welchen Vorgaben man ihn gerade von oben füttert. Die Selbstzensur greift in diesem konstruierten Spektakel bis in den letzten Winkel, das geblendete Volk macht es dem Staat aber auch leicht und scheint sich leichtfertig mit "Brot und Spielen" zufrieden zu geben.

"Rekapitulieren wir nochmal: Frauen sind auch in diesem Jahr 10 Punkte mehr wert als Männer in allen Altersgruppen, aber Teenagern zählen in diesem Jahr 40 Punkte und Kinder unter 12 Jahren zählen nicht mehr 50 sondern 70 Punkte. Am höchsten zählen nach wie vor Personen über 75 Jahre, egal ob Mann oder Frau. Die Abschussprämie für sie wurde auf 100 Punkte erhöht. Für jeden Fußgänger gilt wieder die Devise 'Je schneller du läufst, umso länger lebst du.'" (TV-Moderator)

Den Hauptanteil der Spielzeit überlässt man aber dem nicht minder unterhaltsamen Geschehen auf der Rennstrecke. Dort stehen sich fünf Teams in thematisch gestylten, aufgemotzten Superrennern gegenüber, gegen die der alte 8er BMW mit Haifisch-Front aussieht wie Herby der Käfer inmitten einer Flotte von Monstertrucks. Auch hier lässt man dem Humor freien Lauf, inklusive wenig fragwürdiger, weil absolut überzogen parodierter Hakenkreuzsymboliken. Die gehören natürlich zum "V1"-Team, angeführt von der "Hakenkreuz-Walküre Mathilda" und ihrem "Nazi-Navigator Hermann, dem Wüstenfuchs" (beides O-Ton!!), die von ihrem frenetischen Publikum mit durchgestreckten Ärmchen empfangen werden. Ihre Konkurrenz rekrutiert sich aus der römischen Imperator-Kopie Nero (sehr töffig!!), einem amazonenhaften Cowgirl und natürlich den zwei Supernasen vom Cover der DVD. Hier stehen sich Machine-Gun Joe Viterbo und der mysteriöse Frankenstein gegenüber, der nach unzähligen schweren Unfällen kaum noch aus Originalteilen besteht. Sylvester Stallone dürfen wir in einer sehr frühen Rolle als cholerischer Mafiosi-Teilnehmer sehen, der bei seinem ersten Einsatz gleich die gegnerische Fantribüne mit seiner Tommygun lichtet. Schade, dass ihm hier noch nicht mehr Bildschirmpräsenz gewährt, seine Auftritte sind stets einen Lacher wert. Auch der bereits durch die TV-Serie "Kung Fu" bekannte David Carradine, der kurz darauf am ähnlich gearteten "Cannonball" mitwirkte, regt als eigenbrötlerischer Fetisch-Darth Vader zum Schmunzeln an, insgesamt liegt in seiner Rolle aber sehr viel Ernsthaftigkeit. Denn die anfängliche Abneigung gegen seine kesse Kopilotin (wie alle weiblichen Darsteller: hübsch und zeigewillig) wandelt sich ebenso schnell wie sein grimmiges Äußeres. Unter der harten Latex-Schale befindet sich natürlich ein weicher Kern, der einen interessanten Plotturn in sich birgt. Trotzdem ist er für eine Vielzahl von makabren Streichen zuständig, beispielsweise dem Anvisieren der älteren Rollstuhlfahrer des Mercy Hospitals ("No Mercy" wäre hier passender), die das Krankenhauspersonal freundlichst auf der Mitte der Strecke positioniert. Dazu sein Kommentar: "Das ist mein ältester Fanclub, den stellen sie mir jedes Jahr zum Punkten raus."
Neben Befürwortern des 20. Großen Transcontinental-Rennen und selbstlosen Fans, die ihr Leben zum "Punkten" anbieten, agiert im Untergrund aber auch eine Widerstandsorganisation (gekleidet wie Oktoberrevolutionäre), die nun schon seit Jahren erfolglos, weil friedlich an den gesunden Menschenverstand appelliert. Mit dem ist es aber extrem weit her, was letztlich doch den kalten Krieg auf der Straße auf den Plan ruft. Unter der Leitung der alten Schachtel Misses Paine lauern die Widerständler den Fahrern mit allerlei explosiven und heimtückischen Überraschungen auf. Ganz im Stil der Satire werden diese Anschläge später auf die "betrügerischen Franzosen" und "ihre schmutzigen, europäischen Alliierten" geschoben. Heftig, heftig, aber immer im Kontext der nicht ernst zu nehmenden Handlung als Zukunftsvision (natürlich im 70er Modestil) zu sehen, die ihre pechschwarzen Pointen mit viel Trash-Appeal zündet.
Dieser Kult - falls man davon sprechen kann, denn das Konzept ist wirklich außergewöhnlich schräg und witzig umgesetzt - inspiriert nicht nur die Macher vom 1979 erschienen "Mad Max", sondern auch eine Vielzahl an Videospielen, u.a. das sehr fetzige, mehrteilige "Carmaggeddon"-Rennen, bei welchem man sich virtuell in Frankensteins Mörderkiste setzen und selbst ein paar Fußgänger metzeln darf. Nur gut, dass noch niemand auf die hohle Idee gekommen ist, diesen Film wegen Anleitung zum Amoklauf zu indizieren. Wer immer noch nicht genug bekommen hat, der kann auf die einige Jahre später erschienene Filmfortsetzung "Deathsport" zurückgreifen. Aber ob hier das gleiche unterhaltsame Level erreicht wurde und vielleicht noch die nervtötende Fahrstuhlmusik des Originals ausgebessert wurde, kann ich nicht sagen.

Das Bild der deutschen Marketing-DVD ist wegen seines schwachen Schärfeverhaltens gerade einmal im Durchschnitt anzusiedeln. Weder im Detail noch an den leicht nachziehenden Konturen werden befriedigende Ergebnisse erzielt, selbst für ein Alter von knapp 30 Jahren nicht. Außer Blockbildung in schnellen Bewegungen fällt die Kompression kaum auf, ein Bildrauschen ist aber auch nur sehr dezent zu sehen. Der Kontrast überstrahlt kräftig in hellen Sequenzen, Schwierigkeiten in dunklen Szenen sind aber kaum erkennbar und die Farbgebung ist bis auf eine leichte Blässe ansprechend gut geworden. Auch Dropouts fallen nur nicht sonderlich negativ auf, nur treten sie in einigen Szenen zu stark auf.
Ohne 5.1 wäre es auch gegangen, die Marketing'sche Firmenpolitik gibt dieser DVD aber auch einen gesplitteten Upmix bei. Wer also möchte, kann hier zuschalten oder doch lieber auf den etwas leiseren Doppel-Monoton zurückschalten, verpassen wird man beim 5.1-Ton bestimmt nichts. Der deutsche Ton klingt nicht mehr ganz so sauber, ein leichtes Rauschen wäre verständlich gewesen, dazu kommt aber, dass er sehr dumpf und schwach klingt. Der englische Ton ist ein wenig klarer, der Unterschied ist aber minimal, denn auch hier ist alles recht verrauscht. Interessant sind im Originalton wieder ein paar Gags, die im Deutschen nur ansatzweise oder gar nicht funktionieren und natürlich, dass die deutsche Synchronisation an einigen Stellen mal wieder die Hintergrundgeräuschkulisse verdrängt.
Im Bonusbereich befindet sich das Marketing typische Material an Texttafeln und Bildern, wobei sich hier viel überschneidet. Neben 3 Galerien mit Werbe- und Kinomaterial und einem Trailer findet man einige umfangreiche Bio- und Filmografien. Aber auch hier hätte man lieber mehr als nur 1 bis 2 Seiten für Biografie reservieren können, wer liest schon knapp 50 Seiten (bei Roger Corman) an Filmografien mit Alternativtiteln? Von Roger Corman bekommen wir noch eine gutes englischsprachiges Interview und eine Textseite mit seiner Meinung zum Film geboten, für mich die einzig wirklich interessanten Extras der DVD.

Beim kommerziell ungewöhnlich erfolgreichen "Death Race 2000" bricht das Highway-Fieber aus und entgegen späterer Cannonball-Komödien werden hier keine Gefangenen gemacht, weder in Sachen totschwarzen Humors, noch auf der Strecke. Das Fahrerfeld ist bunt gemischt, die Gags, denen stets ein interessanter satirischer Unterton hinterherfegt, sitzen, für kurze Gore-Momente ist trotz 16er Freigabe auch gesorgt und die Fahrstunts sind allesamt im Schnelllauf abgespult - das tut der Action aber keinen Abbruch. 5 Punkte für einen rasanten und witzigen Actiontrash der alten Schule auf einer guten DVD-Umsetzung von Marketing.


Film+++++-
Bild+++---
Ton+++---
Bonus++----


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Death Race 2000
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Frankensteins Todes-Rennen
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