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USA 1984
Originaltitel:Conan The Destroyer
Länge:96:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Richard Fleischer
Buch:Robert E. Howard, Roy Thomas, Gerry Conway, Stanley Mann
Kamera:Jack Cardiff
Musik:Basil Poledouris
SFX:John K. Stirber, Carlo Rambaldi
Darsteller:Arnold Schwarzenegger, Grace Jones, Wilt Chamberlain, Mako, Tracey Walter, Sarah Douglas, Olivia d'Abo
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono (Deu, Spa, Frz, Ital), Dolby Digital 5.1 (Eng)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel:eutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Holländisch, Dt. für Hörgeschädigte
Specials:
  • 2 Audiokommentare
  • Conan: Wie die Comic-Legende entstand (14:06 Min.)
  • Basil Poledouris: Die Filmmusik zur Conan-Saga (17:17 Min.)
  • Original Kinotrailer (1:31 Min.)
  • Fotogalerie - Hinter den Kulissen (31 Bilder)
  • Die Comic-Galerie (22 Bilder)
Unter dem Vorwand seine dahingeschiedene Geliebte wieder zu erwecken, schickt die böse Königin Taramis Conan auf den Weg in das Schloss des Magiers Toth-Amon. Dieser ist in Besitz eines Zauberhorns, das Taramis benötigt um einen zerstörerischen Gott zu beschwören. Conan zur Seite stehen Jehnna, die Nichte der Königin, die Banditin Zula, der Zauberer Akiro, der flinke Dieb Malak und der Riese Bombaata. Ahnungslos, dass auch er sterben soll, macht sich Conan auf den Weg in Toth-Amons Reich.
John Millius' "Conan - Der Barbar" war Schwarzeneggers Paraderolle und gleichzeitig Eintrittskarte in die Topliga der Hollywood-Actionhelden. Doch bei näherer Betrachtung verbirgt sich hinter dem erfolgreichen Fantasyepos doch nur ein Exploitation-Movie mit A-Budget. Was läge also näher als eine Fortsetzung zu fabrizieren, die sich sozusagen Back-to-the-Roots auf B-Film-Tugenden beruft und mangelnden finanziellen Background durch eine noch fantastischere Szenerie gepaart mit 80er Großverdienern wieder wett zu machen?
Problem an der Sache ist nur, dass Fantasystoffe, sofern sie nicht aufwendig in Szene gesetzt werden, schnell zu Trash-Granaten erster Güte verkommen können. Ähnlich geschehen bei der 80er Verfilmung des Flash Gordon-Serials. Auch hier war alles perfekt durchgestylt und ein donnernder Soundtrack von Queen versuchte dem Ganzen eine epochale Note zu verleihen. Leider steht dieser filmische Erguss immer noch als Paradebeispiel für Ultratrash und die italienische Sex-Parodie "Flesh Gordon" ist der bessere Film. Okay, zurück zu Richard Fleischers "Zerstörer". Von der Urbesetzung des ersten Teils sind nur Schwarzenegger und Mako neu verpflichtet worden. Aber dass James Earl Jones nicht wieder mit von der Partie sein würde, war ja eh klar. Primärer Blickfang im zweiten Conan-Kapitel ist aber sicherlich Ikone Grace Jones. Immerzu und fast ohne Abbruch mimt sie die harte Amazone und in jeder Einstellung, in der Miss Jones auftaucht, glänzt ihr Body noch mehr als Arnie jemals bei einem Body Building Contest. Jawoll, es scheint so, als wenn ein Großteil des Etats für Unmengen von Melkfett ausgegeben wurde, um diesen Luxuskörper permanent zum Glänzen zu bringen.
Selbst Arnie himself spielt hier die zweite Geige in Sachen Präsenz. Im Prequel noch der dominante aber durchweg ästhetische Kämpfer, verkommt seine Leistung als Zerstörer speziell in den recht wichtigen Actionszenen geradezu zur Augsburger Puppenkiste in Real-Time. Auch Mako als Zauberer und Erzähler erreicht zu keiner Zeit die Klasse seiner Leistungen im Original. Was die Action angeht, so wurde auch der Goregehalt ordentlich heruntergeschraubt und die Blutfontänen aus "Der Barbar" sehen hier, sofern sie doch mal aufkommen, ziemlich hanebüchen aus. Viele inszenatorische Schwächen schmälern hier die Atmosphäre, die teils schon anmutet wie eine Folge von Lamberto Bavas "Prinzessin Fataghiro" und nur wenige Momenten erreichen den Charme des Erstlings oder sagen wir besser: kratzen ihn an. Das Verhältnis der dunklen Mächte in Form der diabolischen Königin Taramis, die ihre Nichte zu Zwecken der Beschwörung eines Latexeumels dahinmetzeln will, hat nicht annähernd das mystische Flair von Thulsa Dooms orgastischen Schlangenkults. Kein Wunder, dass hier im Showdown dann noch mal bekannte Klänge auftauchen, die der Fan des Originals eindeutig als Score der bekannten Kriechtier-Orgie identifiziert. Immerhin einer der wenigen Momente von Kinomagie im "Zerstörer". Absolutes Highlight des Films ist das garstige Spiegelmonster in Toth-Amons öde designten Palast. Jenes ultragefährliche Vieh ist einfach nur ein Muskelmann im Lendenschurz mit behaarten Affenextremitäten und einer Gorillamaske, so dass der Zuschauer sofort anfängt laut los zu brüllen. Die tödlichste Fähigkeit des Wrestling erprobten Primaten ist wohl der Mord am Betrachter, der durch Sichtung der Kreatur sein Popcorn verschluckt und in Zwergfellpanik jämmerlich erstickt. Erinnert mich irgendwie verdammt an die "Power Rangers"-Aggressoren die morgens am Wochenende Kleinkindern böse Träume bescheren. Ein feiner Zug der deutschen Synchronisation ist auch die Stimme von Conans Gefährten Malak. Wurde diesem doch glatt die Stimme von Ernie aus der Sesamstraße verpasst. Einzig und allein der kongeniale Showdown in Taramis Thronsaal weiß das noch zu toppen: Wenn die satanische Gottheit in Form eines Mannes in Gummimonsterkostüm mit Horn auf der Birne auftaucht und ein paar Leute futtern will, braucht man starke Windeln um nicht noch brodelnd vor Vergnügen seine Hose und das Wohnzimmer vollends voll zu pullern. Man mag förmlich schon Filmparties im Stil der "Rocky Horror Picture Show" herbeisehnen, in der ein illustrer Reigen der Fanbase in Conanverkleidung Schilder schwenkt mit der Aufschrift "Das Horn muss weg!".

Trotz anamorphen Transfers ist es MGM nicht gelungen, eine einigermaßen befriedigende Schärfe einzubringen. Egal ob nun Nahaufnahme oder weiträumige Landschaftsaufnahmen, sowohl an Konturen als auch in Details macht die DVD einen beschämend schwachen Eindruck. Ein Bildrauschen fällt in einigen Aufnahmen am Himmel auf, ist sonst aber kaum ausgeprägt, etwas anderes hatte ich bei der schwachen Schärfe, die mit Sicherheit nicht schon vom Master kommt, auch nicht erwartet. Positiv ist die prächtige, schillernde Farbgebung mit einem kräftigen Kontrast (das leichte Schimmern des gleißenden Lichts ist wohl eher ein Stilmittel), die einem Fantasyspektakel ebenbürtig ist und das sehr seltene Auftreten von Dropouts, welches nun wirklich nicht stören wird. Die Arbeit der Kompression wird nur in wenigen Szenen in Form von leichter Blockbildung zum Vorschein treten, insgesamt aber sollte man dem kaum Bedeutung beimessen. Wegen der schwachen Schärfe leider nur ein befriedigend bis gut.
Äußerst schade, dass nur der englische Ton einen 5.1-Upmix erfahren hat und das deutsche Publikum vorlieb mit einem altersschwachen Monoton (umgelegt auf die Front) nehmen muss. Die Unterschiede sind zumindest in der reinen Klangqualität der Vorlage deutlich, denn die zusätzliche Bassspur des englischen Originals fehlt in allen anderen Varianten bei der bombastischen Musik. Nicht, dass man meinen könnte, das Original wäre nun ein vollwertiger Surround-Sound, aber immer wieder finden einige Sounddetails ihren Weg auf die Rears und dies in einer einwandfreien, klaren und rauschfreien Art (dt. Untertitel sind vorhanden), was man beim deutschen Ton nicht sagen kann. Vergleicht dazu einfach mal die hallenden Schreie von Prinzessin Jehnna ab der 43. Minute zwischen diesen beiden Versionen. Die spanische Version hat da bessere Eigenschaften in der Qualität vorzuweisen, die deutsche Spur klingt viel zu dünn, um die tolle Fantasystimmung entfalten zu können. Zumindest dürfen wir hier einer comichaften Synchronisation beiwohnen, die es so in keiner anderen Sprachfassung gibt.
Eigenartigerweise werden die im Bonusmaterial enthaltenen zwei Audiokommentare gar nicht auf der DVD-Hülle erwähnt. Beide reißen mich nach kurzem Reinhören nicht gerade vom Hocker, der Informationsgehalt ist aber gegeben. Regisseur Richard Fleischer auf der ersten Kommentarspur macht einen müden Eindruck und hätte gerne etwas öfter einspringen können, so wird man nicht unbedingt motiviert, anderthalb Stunden lang zuzuhören. Im Zweiten dürfen Darsteller Tracey Walter und Olivia D'Abo ran, vor allem Walter plappert oft über seine Erlebnisse am Set. Vielleicht unterhaltsamer als der erste Kommentar, aber auch weniger informativ. Weiter geht es mit zwei jeweils etwa viertelstündigen, hervorragenden Making Ofs, eins über die Comicvorlage und eins über die Filmmusik, wobei hier wirklich viel Hintergrundwissen geboten wird. Die Comic-Fraktion wird dann noch zusätzlich mit ca. 20 Covermotiven von alten "Conan"-Marvel-Comics verwöhnt und man kann sich in einer etwa 30teiligen Slideshow einige Behind The Scenes-Fotos anschauen. Der Trailer ist auch dabei und das einzige Extra, welches nicht anamorph vorliegt, der Rest der DVD überzeugt durch eine ansprechende Menugestaltung mit Musikuntermalung und animierten Übergängen. Sehr schön, hätten nur noch die Audiokommentare etwas getaugt, hätte ich gern 4 Punkte vergeben!

Um es klar zu sagen: Fans des Originals werden stark enttäuscht sein, was aus der potenziell starken Vorlage geschustert wurde, aber Trashfreunde, Troma-Anhänger und Exploitation-Spezis sollten ihr Bier kalt stellen, die technisch wenig beeindruckende, aber gut ausgestattete DVD von "Der Zerstörer" in den Player legen und mit gleich gesinnten Kumpanen dieses Kultwerk gebührend abfeiern. Nur das thematisch angelehnte Schwarzenegger/Nielson-Vehikel "Red Sonya" prügelt noch mehr in die Sparte "Endorphin durch unfreiwillige Komik". Die Punktewertung resultiert hier aus dem Vergleich zu Millius Meisterwerk und Fans von Gummimonstern packen bitte noch im eigenen Interesse 4 Punkte drauf und genießen ein Geknüppel der Superlative. Wann und ob der lang angekündigte dritte Streich "King Conan" wirklich jemals in Produktion geht, ist leider genauso ungewiss wie ein Film-Comeback von Floridas aktuellen Spitzenpolitiker.


Film++----
Bild+++---
Ton++----
Bonus+++---


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Conan - Der Barbar (Special Edition)
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