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UK 1967
Originaltitel:Mummy's Shroud, The
Länge:86:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Gilling
Buch:John Gilling, Anthony Hinds
Kamera:Arthur Grant
Musik:Don Banks
SFX:Les Bowie
Darsteller:André Morell, John Phillips, David Buck, Elizabeth Sellars, Maggie Kimberly, Michael Ripper, Tim Barrett, Richard Warner, Roger Delgado, Catherine Lacey, Dickie Owen, Bruno Barnabe, Toni Gilpin, Toolsie Persaud, Eddie Powell, Peter Cushing (Offtextsprecher im Original)
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.66:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • World of Hammer: Mummies, Werewolfs & The living dead (24:51 Min.)
  • Werberatschlag (4 Bilder)
  • Comic zum Film (12 Seiten)
  • Bildergalerie (81 Bilder)
  • 2 Trailer (4:32 Min.)
  • 2 TV-Spots (1:18 Min.)
In 1920 entdeckt die archäologische Expedition von Sir Basil Walden das wahre Grab des Kind-Königs Kah-To Bey. Während der mumifizierte Leichnam seines Wächters Prem bereits seit Jahren in einem Musuem zu bewundern ist, fehlte jedoch bisher jede Spur vom Körper des jungen Pharao. Die grosse Vorfreude auf diesen erstaunlichen Fund lässt die Teilnehmer der Expedition die Warnungen von Hasmid Ali, dessen Familie schon seit Jahrhunderten den Körper des Pharaos bewacht, vergessen. Doch kaum ist der Körper von Kah-To-Bey im Museum angelangt, verschwindet sein Leichentuch, auf welchem magische Beschwörungsformeln geschrieben standen. Kurz darauf verschwindet auch der Körper von Prem aus dem Museum, während gleichzeitig die Expeditionsteilnehmer auf grausamste Weise ermordet werden...
Bandagiert und hirnlos, dies trifft nicht nur auf den Mann in Mull zu, sondern leider Gottes auch auf diese 1968 entstandene Hammer-Produktion, die nach "The Mummy" und "The Curse of the Mummy's Tomb" der letzte Teil dieser Hammer-Reihe war, der es bei uns noch in die Kinos schaffte, bevor der 1971 entstandene "Blood From The Mummy's Tomb" nur noch deutsche Fernsehauftritte absolvierte und zudem noch das Hammerische "Mullbinden-Quartett" beendete. Gedreht wurde "Der Fluch der Mumie" von September bis Oktober 1966 zum letzten Mal in den legendären Bray-Studios, die man auf Wunsch der britischen Filmindustrie, die auf das Geld der Hammer-Studios angewiesen war, nicht mehr benutzte und stattdessen die weiteren Filme in den heimischen Studios produzierte, was immerhin 16 Jahre nicht der Fall war.
John Gilling, der sich schon mit "Die Nächte des Grauens" und "Das schwarze Reptil" in die Herzen der Fans filmte und für Hammer insgesamt 7 mal hinter der Kamera stand, liefert hier seine letzte und meiner Meinung nach schwächste Arbeit für das britische Studio ab, die recht unmotiviert und lieblos wirkt. Dies kann natürlich durchaus mit seiner Alkoholkrankheit zu tun haben, die in diesen Jahren schon sehr ausgeprägt gewesen seinen soll, ganz abgesehen davon, dass der gute Herr Gilling eine sehr launische Persönlichkeit war, mit der nicht jeder zurecht kam. Er verstarb 1985 in Spanien und drehte nach "Der Fluch der Mumie" nur noch in zwei TV-Serien und hängte nach dem recht unbekannten spanischen "La Cruz Del Diablo" (mit Paul Naschy) sein Regieamt mehr oder weniger freiwillig an den Nagel. Soweit ich es recherchieren konnte, war seine Alkoholkrankheit der Grund, warum er nach 1975 an keinem Projekt mehr beteiligt war. Auch sein Todesgrund lässt sich wohl nur auf seine Sucht zurückführen.

"Der Fluch der Mumie" ist in jeder Hinsicht ein merkwürdiger Film geworden, nicht nur dass man sich diesmal angeblich mehr an die echten Mumien halten wollte, fiel das Design des Mullmannes etwas gewöhnungsbedürftig aus und soll sich an Ausstellungstücke des berühmten "Raum 60" der ägyptischen Abteilung des Britischen Museums orientieren. Wie dem auch sei, Eddie Powell(Christopher Lees Stunt-Double über 20 Jahre hinweg), der schon unter dem "Alien" von Ridley Scott steckte und bis 1996 für mehr als 38 Filme wie z.B. "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug", "Batman", "Blut für Dracula" und "Der Spion der mich liebte" als Stuntman und Koordinator oftmals ungenannt fungierte, steckte man hier in das Kostüm der Mumie, vor der man sich irgendwie nicht richtig gruseln möchte. Insgesamt bleibt hier die Spannung und Atmosphäre größtenteils auf der Strecke und obwohl Gilling versuchte dem recht ausgelutschten Genre neues Leben einzuhauchen wirken etliche Szenen nur noch unfreiwillig komisch oder sind einfach langweilig und unspektakulär, obwohl man sagen muss, dass hier versucht wurde die Morde vielseitiger zu kreieren, man kann sogar sagen, sie sind für eine Hammer-Produktion ungewohnt fies ausgefallen. Hier wird einer Person im Off der Kopf zerquetscht und einer anderen Säure ins Gesicht geschüttet. Dies hört sich natürlich heftig an, man hielt sich mit dem Gezeigtenen dennoch so stark zurück, dass dies der einzige Hammer-Film war, der trotz der brutalen Vorgehensweise der Mumie damals im Mittagsprogramm lief.
Aber nicht nur dass der Film kaum Spannung aufbaut, er tut auch sein niedriges Budget kund und so passiert es, dass ich direkt schon zu Beginn von einer schier unglaublich dilettantischen Inszenierung umgehauen wurde, wie man es von Hammer gar nicht gewöhnt ist. Das lässt jegliches Auge für Details vermissen, was gerade in Zusammenhang mit Gilling sauer aufstößt. So werden wir Zeuge einer Rückblende auf die Pharaonenzeit, dessen Kulissen man dem Set-Designer hätte um die Ohren hauen müssen, so billig sieht das Ganze aus. Ok, bei einer relativ billigen Produktion kann man eventuell noch ein Auge zudrücken, aber dass man uns "moderne" Vorhänge präsentiert, ist kaum auszuhalten. Außerdem wurden die Ägypter sehr großzügig bemalt für eine braune Hautfarbe. Der Sprecher erzählt uns dann die Geschichte um das Schicksal des Pharaos, was stellenweise so plump inszeniert wurde (im Original gesprochen von Peter Cushing), dass der Pharao seine Gestik und Handlung exakt nach den Erzählungen des Off-Textsprecher lenkt, was soweit geht, dass die Protagonisten augenscheinlich zu warten scheinen, bis der Text runter gelesen wurde und man erst dann total verunsichert seine schauspielerischen Künste unter Beweis stellen kann. Und wenn man bedenkt, dass dies in den ersten paar Minuten des Film passiert, kann man sich vorstellen, dass mir schnell die Lust auf die restlichen 80 Minuten des Mullbinden-Terrors verging, obgleich ich der trashigen Schiene sehr viel abgewinnen kann. Das Problem, "Der Fluch der Mumie" nimmt sich unheimlich ernst und wartet mit Unmengen an Logiklöchern und unfreiwillig komischen Momenten auf.
Wer jetzt das Wort Logik hört, wird mir sicherlich gleich wieder erzählen wollen, dass ein Horrorfilm fast nie logisch ist, deshalb nennen wir es jetzt mal so. Gilling hat nicht sorgfällig gearbeitet. So heißt es zu Beginn, man habe 3 Suchtrupps nach der verschollenen Expedition losgeschickt und sei bisher nicht fündig geworden. Die Archäologen kämpfen selbst mit Wasserknappheit und sind einige Tagesmärsche von der nächsten Oase entfernt. Da taucht plötzlich das 4. Rettungsteam auf, das nur einige Filmminuten früher gegründet wurde und die vermissten Archäologen innerhalb von wenigen Stunden eingeholt hat. Da fragt man sich ja, weshalb die Archäologen wochenlang durch die Wüste am hecheln waren, wenn der Fundort des Pharaonengrabes doch anscheinend um die nächste Kreuzung links zu finden war. Eventuell bewerte ich das etwas über, aber lustig ist es wirklich nicht mehr. Der Rest gibt sich ebenso unspektakulär, obgleich nicht mehr so hirnlos und unbeholfen wie die ersten 30 Minuten. Man muss aber sagen, dass auch nicht sonderlich viel passiert. Die vielen Dialoge, die in den meisten anderen Hammer-Filmen funktionieren, scheinen den Film nur mehr in die Länge zu ziehen und selbst als die Mumie losschlägt bietet das Ganze wenig Spannung und wirkt recht unglaubwürdig, da der Müllmann - äh - Mullmann die Opfer kaum richtig fasst und diese schon fast am Abnippeln sind.
Wenn also der Film schon nicht viel zu bieten hat, obwohl es ja doch einige Leute gibt, die ihn sogar für einen der besten Mumienfilme halten, so können wenigstens die Darsteller durchweg überzeugen. Hammer-Ikone Michael Ripper spielt hier den Lord Longbarrow und wird am ehesten mit den "Hammer Studios" in Zusammenhang gebracht, schließlich drehte er von seinen insgesamt 68 Filmen 34 für das britische Studios. André "Watson" Morell als Sir Basil Walden gibt eine hervorragende Performance, muss aber leider Gottes als erster den Löffel abgeben und hat somit einen unverdientermaßen kurzen Auftrifft zu absolvieren. Ein wenig nervend ist hier allerdings Maggie Kimberly, mit ihrem etwas verbrauchten Äußeren mich irgendwie an eine Mischung aus Meg Foster ("Sie leben") und einer blonden Talkshow-Mieze erinnert, die nur dafür da ist um gut im Raum auszusehen. Denn Ausstrahlung hat sie sicherlich nicht...

Vielleicht habe ich den Film ja auch nur nicht verstanden oder habe keine Ahnung von guten Filmen, aber ich bleibe bei meiner Meinung, dass "Fluch der Mumie" ein reichlich fehlgeschlagener Versuch ist, das tote Thema zu reanimieren. Auch wenn die Idee an sich nicht schlecht sein mag, ist die filmische Umsetzung einfach zu lieblos für ein Hammerfilm und teilweise absolut unbeholfen in seiner Inszenierung und daher vor allem für einen Gilling-Film absolut inakzeptabel. Hier hätte man deutlich mehr rausholen können und reinstecken sollen. Sorry, aber da bleibe ich lieber beim Original...

Auch die Nummer 13 der Anolis Hammer Edition kann sich zumindest technisch sehen lassen. Das anamorphe Bild wartet mit einer durchweg angenehmen Schärfe auf, die in Anbetracht des Alters kaum zu wünschen übrig lässt. Die Detail- und Kantenschärfe ist bis auf wenige Szenen gut gelungen. Lediglich anhand einiger Ausfransungen an den Kanten lässt sich eine Nachschärfung feststellen. Die Farbgebung erstrahlt kräftig und satt und selbst der Kontrast kann hier größtenteils überzeugen. Die Kompressionen leisten eine saubere Arbeit und lassen nur geringfügiges Blockrauschen im Hintergrund zu. Defekte und Verschmutzungen fallen kaum auf.
Die deutsche Monospur weist eine gute Sprachverständlichkeit auf, verzerrt aber an einige Stellen etwas und hat insgesamt einen zu hohen Rauschfaktor. Die englische Spur klingt natürlicher als die deutsche, ist insgesamt aber etwas zu dumpf. Man kann also sagen, dass beide Spuren für ihr Alter vollkommen ok sind. Optional gibt es natürlich deutsche Untertitel.
Als Bonus gibt es neben 2 TV-Spots, dem Original Trailer, einem Kombi-Trailer ("Der Fluch der Mumie" und "Frankenstein schuf ein Weib"), den Original Werberatschlag, den Comic zum Film, eine Bildergalerie mit 81 Bildern und die Original World of Hammer-Dokumentation Mummies, Werewolfs & The Living Dead, die mal wieder sehr interessant ausgefallen ist

Für mich eindeutig einer der schwächsten Titel der Edition, in punkto Qualität und Ausstattung aber wieder mal ganz weit oben anzusiedeln und für Hammer-Fans Pflicht. Trotzdem werden viele bei diesem Mullbindenmüll nicht nur das Großhirn ausschalten müssen, sondern am besten den ganzen Fernseher. Da gibt es deutlich besseres ...


Film++----
Bild++++--
Ton++----
Bonus++++--


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Fluch der Mumie, Der
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Fluch der Mumie, Der
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