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USA 1968
Originaltitel:Night Of The Living Dead
Alternativtitel:Nacht der lebenden Toten, Die
aka. Monster Flick
aka. Night of Anubis
aka. Night of the Flesh Eaters
Länge:96 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:George A.Romero
Buch:John A.Russo
Kamera:George A.Romero
Musik:Scott Vladimir Licina
SFX:Regis Survinski
Darsteller:Judith O'Dea, Russell Streiner, Duane Jones, Karl Hardman, Keith Wyne, Judith Ridley, Marylin Eastman
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch (nur für nicht synchronisierte Szenen)
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:08.10.2003 (Kauf)
Specials:
  • Kinospots (1:03 Min.)
  • TV-Spots (1:56 Min.)
  • Artworks (55 Bilder)
  • Sammlerstücke (24 Bilder)
  • Drehbuch (4 Seiten)
  • Filmografien (jeweils 1 Seite):
    • Judith O'Dea
    • Duane Jones
    • Karl Hardman
    • Kyra Schon
    • Marilyn Eastman
    • Judith Ridley
    • Keith Wayne
    • William Hinzman
    • Russell Streiner
  • Goofs (3 Seiten)
  • Interview mit Karl Hardman und Marilyn Eastman (13 Seiten)
  • Produktionsnotizen (4 Seiten)
  • Behind The Scenes (5 Bilder)
  • Bücher (6 Seiten)
  • Poster (12 Bilder)
  • Slideshow (39 Bilder)
  • Das Phänomen (7 Seiten)
  • Making Of (11:20 Min.)
  • Trailershow:
    • Shock Waves (2:51 Min.)
    • Deadly Species (1:08 Min.)
    • School Killer (1:39 Min.)
    • Die unwiderlegbare Wahrheit über Dämonen (1:15 Min.)
    • Halloween (3:12 Min.)
Durch einen Meteoriteneinschlag erwachen die Toten zu neuem Leben und steigen aus ihren Gräbern. Dies müssen Barbara und Johnny am eigenen Leib erfahren: Als sie das Grab ihrer Eltern besuchen, wird Johnny von einem Untoten umgebracht. Völlig verstört flüchtet Barbara in ein abgelegenes Farmhaus, wo nach und nach weitere Leute auftauchen, die ebenfalls vor den Zombies geflüchtet sind. Das Haus wird schließlich von unzähligen Untoten regelrecht belagert und die Gruppe plant einen Ausbruchsversuch ...
Schon seit Anbeginn des Filmes werden Werke über Untote und Zombies gedreht. Schon in den frühen Tagen des Horrorfilmes gab es Filme, in der Woodoo-Thematik aufgegriffen und beleuchtet wurde. Bis ins Jahr 1968 gab es allerdings keinen Zombiefilm wie diesen: George A. Romero drehte in Pittsburgh einen kleinen Schwarzweiß-Horror, der später im Museum für moderne Kunst in New York ausgestellt werden sollte. Inspiriert durch den expressionistischen Stil von Herk Harveys "Tanz der toten Seelen", einem fantastisch bebilderten Horrorfilm, inszenierte Romero "Die Nacht der lebenden Toten". Hier ist es nicht ein alter, vergessener, religiöser Kult, der die Toten wieder zum Leben erweckt - Romero liefert erst gar nicht Gründe für das übersinnliche Geschehen. Jeder ernstgemeinte Erklärungsversuch würde die perfekte Stimmung dieses Horrorfilmes zerstören. Romero lässt zwar durchscheinen, dass die Zombies durch die Strahlung eines Kometen wieder reaktiviert werden, lässt dies aber nie definitiv sacken. Schließlich ist "Nacht der lebenden Toten" auch kein Film über zerstörerische Untote, sondern viel mehr über die Menschen, die mit dem Problem der Zombie-Invasion umgehen müssen.

Wie wir erfahren, ist fast ganz Nordamerika mit dem epidemischen Problem behaftet. Überall beginnen unbestattete Tote wieder an zu leben, und begeben sich auf die Suche nach geeigneter Nahrung. Diese finden sie in ihren ehemaligen Mitbürgern, in ganz normalen Menschen. Aus jedem brav entschlummerten Toten wird ein kannibalistischer Zombie. Doch Romero interessiert nicht, diese Horrorvision, diesen nationalen Notstand als Ganzes zu betrachten. Der Film spielt hauptsächlich in einer kleinen Hütte, in der sich mehrere Menschen verschanzen, um vor den Überhand nehmenden Untoten sicher zu sein. Nach der Verbarrikadierung geht der Horror allerdings erst richtig los. Überschattet von dem drohenden Tot außerhalb des Hauses graben sich die Geretteten sinnbildlich ihr eigenes Grab durch menschliche Schwächen. Furcht, Gier und Dummheit treibt die Insassen in den Tod. Romero zeigt hier ganz deutlich, dass nicht der verfallene Zombie das Monster ist, sondern der Mensch an sich. Doch auch andere Referenzen können geschlagen werden. So erinnern die Todesfeuer, deren Bilder am Ende des Films über den Abspann gelegt werden, an die grausigen Rituale des Ku-Klux-Klans. So mag es vielleicht kein Zufall sein, dass der Hauptcharakter Ben von dem schwarzen Duane Jones gespielt wird. Ist er nicht der einzige, der die Schwächen der Zombies kennt, sich gegen sie auflehnt, und gegen die "Weiße Dummheit" innerhalb des Hauses rebelliert? Selbst wenn es nicht so ist: Romero hat einen interpretierungs-freudigen Horrorfilm mit Sinn und Verstand abgeliefert - das kann nicht jeder Regisseur.

Romeros Kameraarbeit ist dabei qualitativ hochwertig. Die Art, wie er hier mit Szenen ausleuchtet, Sets arrangiert und Realismus aus Phantastikszenerien herauslockt, scheint nicht nur durch Herk Harvey beeinflusst zu sein, sondern deutlich von dem Ursprung des Expressionismus im Film. Viele der Bildkompositionen (u.a. anfängliche Friedhofszene, die sich sammelnden Zombies) und die virtuosen Schattenspiele erinnern stark an deutsche Stummfilme, an Fritz Lang in etwa. Bemerkenswert hierbei die komplette Anfangssequenz: Romero malt seine Bilder aus, schmückt sie aus. Einmal haben wir eine Halbtotale von Barbara, in die Romero von links und rechts oben Äste in das Bild reinfallen lässt. Die blätterlosen, hängenden Äste wirken sicherlich böse und angsteinflößend, aber auch die optische Wirkung wird durch so ein geniales Ausschmücken deutlich verbessert. Diese gesamte Eingangsszene ist derart perfekt ausgeleuchtet, dass Romeros Spiel mit Licht und Schatten (die Wettereffekte!) sogar an die Brillanz des großen Alfred Hitchcock erinnern. Eine weitere oft zitierte Szene ist das Abschießen eines Zombies gegen Mitte des Films. Hier sehen wir eine schräge Kameraeinstellung, die auf einen herantrabenden Zombie gerichtet ist. Der Untote bekommt den verdienten Kopfschuss, wankt und fällt letzten Endes um. Nachdem sein Körper aus dem Bild verschwunden ist, haben wir erst die volle Sicht auf das, was sich hinter der toten Kreatur befand: Viel mehr Zombies rücken an. Romero blickt vom Kleinen auf das Große, Allumfassende - fast wie eine Synekdoche.


Gegen Ende schockiert Romero dann sein Publikum vollends: Seine eh schon grauenerregenden Zombie-Make-ups werden durch eine weitere Szene noch übertroffen. In einer fast schon ruhig gefilmten Sequenz sehen wir, wie die Untoten ihre Opfer verspeisen. Schrecklich detailreich und technisch perfekt zeigt uns Romero das Grauen und ruft eine beispiellos pessimistische Grundstimmung hervor. Gegen Ende rundet Romero sein Werk elegant ab: Mittels von TV-Material, das authentischer nicht wirken könnte, zeigt er uns, wie involviert die Medien in dieser Krise doch waren und dass der Horror schon wieder abzuebben scheint. Grobe Männer vernichten die Untoten, als wäre es ein Volkssport. Das Zombie-Metzeln wird zum Happening mit Bier und Flinte. Dass es in einer kleinen Hütte ganz anders aussah, zeigt das sarkastische Ende, das wie ein Schlag ins Gesicht wirkt.
"Die Nacht der lebenden Toten" ist ein Meisterwerk aller erster Güte. Es gibt kaum vergleichbare Horrorfilme, die sowohl auf inhaltlichem Bereich, als auch im filmtechnischen Bereich derart hohe Standards setzte. Romeros Schocker ist der Grundstein für den Zombie-Film, und ein unerwartet geniales Werk des modernen Films ...

Mit der katastrophalen Laser Paradise-DVD in der grottigen Trilogy Of The Dead-Box konnte man damals um knapp 360 DM erleichtert werden. Die meisten Käufer bekamen beim Anschauen dieser DVDs vermutlich suizidale Neigungen, was nicht nur an der miesen Qualität des Klassikers lag, der obendrein noch gematted war, sondern auch an der Tatsache, dass uns immer noch nicht die völlig ungeschnittene Fassung von "Night of the Living Dead" vorlag. Irgendwann gab es dann die wirklich ungekürzte und in einer ordentlichen Qualität erschienene X-Rated-Fassung, sowie einige Zeit später die Kaufhaus-DVD und die edle DVD-Hartbox. Seitdem ist der Film auch endlich ab 16 Jahren frei, was recht lange gedauert hat. Eigentlich könnte man sagen, dass wir jetzt fertig sind, doch das Optimum war selbst die X-Rated-DVD nicht, die stellenweise etwas unruhig vom Bild her wirkte.
Die Firma Astro nahm sich der Sache an und lieferte uns nun die 5. und 6. DVD-Auflage (Auflage 4 kam von Icestorm, aber nur auf Englisch). Die erste Version erschien inkl. Schuber unter dem damaligen Kult-Label Astro als Blaurücken, passend zu Interner Link"Zombie" und Interner Link"Day of the Dead" und zeitgleich dann als normale Marketing Film-DVD, in einer größeren Auflage, welche jedoch bis auf das Cover-Design identisch mit der Astro ist.

Wenn wir uns die Bildqualität anschauen und daran denken, dass diese Independentproduktion nunmehr 36 Jahre auf dem Buckel hat, können wir mit dem Gezeigten mehr als zufrieden sein. Und wenn man sie dann mal mit der ersten Astro-VHS oder der Laser Paradise-DVD vergleicht, sind da wirklich Welten zwischen und man möchte am liebsten gar nichts Negatives mehr anmerken. Nun, wie jede andere DVD hat auch "Night of the Living Dead" mit einigen Mängeln zu kämpfen, die hierbei aber durchaus tolerierbar sind. So kommt hier die etwas schwache Detailschärfe am deutlichsten negativ zur Geltung und bietet uns einige Nachzieheffekte, die zwar nicht immer unscheinbar sind, aber beim Schauen nie wirklich störten. Das Alter spielt nunmal eine große Rolle und obgleich die gesamte Schärfe fürs Alter ok ist und auch der Kontrast sich sehen lassen kann, fällt noch das leichte Bildrauschen im Hintergrund auf. Die Kompressionen leisten eine durchweg gute Arbeit, in hellen Flächen sieht man im Hintergrund jedoch leichte Kompressionsartefakte und Blockrauschen. Dafür gibt es nahezu keine analogen Defekte und Verschmutzungen zu bemängeln, was schon recht erstaunlich ist. Ein wenig mehr Schärfe und wir hätten dem Bild eine höhrere Punktzahl gegeben. Tontechnisch darf man ebenfalls nicht viel erwarten und man hat hier zum Glück diesmal auf einen nervigen 5.1 Upmix verzichtet. Der deutsche Monoton ist gut verständlich, rauscht jedoch etwas mehr und klingt insgesamt etwas zu unnatürlich und recht dumpf. Auch der Hochtonbereich neigt zu leichten Verzerrungen. Die englische Spur ist wesentlich klarer und klingt natürlicher als die deutsche. Die damals geschnittenen Dialogszenen wurden hier optional deutsch untertitelt und wurden im Originalton belassen. Eine komplette Untertitlung gab es leider nicht.
Auf den ersten Blick sieht das Bonusmaterial natürlich massig aus, nüchtern betrachtet bietet es uns nicht viel, außer ein paar Texttafeln, Spots, Trailer und Galerien. Sei es ein Interview, Infos übers Drehbuch oder Goofs, alles als Texttafel und nur bedingt interessant, da sämtliche Infos schon recht betagt sind und schon in diversen Publikationen zu finden waren. Ein aktuelles Interview oder gar ein Audiokommentar wären hier wünschenswert gewesen. Unter "Behind the Scenes" finden wir nur eine handvoll Fotos vom Set, lediglich die 11-minütige Dokumentation über den Film ist interessant und gewährt einen kleinen Einblick in die Welt der lebenden Toten ...

Viele Worte müssen wir über die Mutter der Zombiefilme nicht mehr verlieren und können hier auch Qualitativ eine klare Kaufempfehlung ausprechen. Ob man als Besitzer der X-Rated-DVD die Neuauflage unbedingt braucht, muss jeder selbst entscheiden, bei dem günstigen Preis kann man jedoch kaum einen Fehler machen.


Film++++++
Bild+++---
Ton++----
Bonus++----


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