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UK, LU 2002
Originaltitel:Dog Soldiers
Alternativtitel:Night of the Werewolves
Länge:101 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Neil Marshall
Buch:Neil Marshall
Kamera:Sam McCurdy
Musik:Mark Thomas
SFX:Bon Keen
Darsteller:Sean Pertwee, Kevin McKidd, Emma Cleasby, Liam Cunningham, Thomas Lockyer, Darren Morfitt, Chris Robson, Leslie Simpson
Vertrieb:Legend
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Audiokommentar mit David E. Allen & Brian O'Toole
  • The Making of "Dog Soldiers" (18:35 Min.)
  • B-Roll:Hinter den Kulissen (16:58 Min.)
  • Kurzfilm "Combat" (7:32 Min.)
  • Nicht verwendete Szenen (7:04 Min.)
  • Gag-Reel (1:32 Min.)
  • Original-Kinotrailer (1:03 Min.)
  • Teaser-Trailer 1 (1:07 min)
  • Teaser-Trailer 2 (1:02 min)
  • Teaser-Trailer 3 (0:59 Min.)
  • Führer Promotion-Trailer (1:53 Min.)
  • Bildergalerie (68 Bilder)
  • Interviews (13:23 min):
    • Kevin McKidd
    • Liam Cunningham
    • Sean Pertwee
    • Neil Marshal
    • Christopher Figg
    • Bob Keen
    • Dave Bonnywell
Tief in den schottischen Highlands... dort, wo die Wälder
Arglose Wanderer, die es wagen ihren Fuß in dieses Gebiet zu setzen, verschwinden und kehren nie wieder zurück. Und ausgerechnet hierhin verschlägt es einen Trupp knallharter Soldaten auf einer Trainingsmission. Mit dem Feind, der ihnen aus dem Dunkel der Nacht entgegentritt, haben sie jedoch nicht gerechnet. Ihre letzte Rettung ist ein altes Farmhaus, doch als der Vollmond über den Highlands aufgeht, wird den abebrühten Soldaten die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage bewusst: Umstellt von einem Werwolfrudel, beginnt ein Kampf auf Leben und Tod - mit aller Feuerkraft, die den Männern zur Verfügung steht.
"What happened?"
"What happened? We were attacked by huge fuckin' howlin' things, that's what." - Dog Soldiers

Gute Werwolffilme haben sich im letzten Jahrzehnt rar gemacht, so dass man schon auf Klassiker wie "Das Tier" oder "Zeit der Wölfe" zurückgreifen musste, um diese phantastischen Fabeltiere in Aktion erleben zu dürfen. Mit "Dog Soldiers" gelang Regiedebütant Neil Marshall ein anspruchsloses, aber dafür actiongeladenes und atmosphärisches Horrorszenario, in dem eine Militäreinheit sich gegen Horden von Werwölfen zur Wehr setzen muss, das gemessen am niedrigen Budget fast eine Meisterleistung darstellt. Befürchtet man anfangs noch in einem miesen B-Movie gelandet zu sein, bei der eine Gruppe von Soldaten für eine Durchschlagsübung im Wald abgesetzt wird, davon aber auf Grund des Fußballländerspiels wenig begeistert erscheint, so wird man nach dem zu dialoglastigen und zähen Anfang schnell eines besseren belehrt. Denn sie stoßen auf das Lager einer weiteren unbekannten Einheit, in dem sie neben zerstörtem Equipment nur einen Überlebenden vorfinden, der scheinbar unter schweren Schock steht. Instinktiv tauschen sie ihre Übungswaffen gegen die scharfen, zurückgelassenen Waffen auf und versuchen aus dem Wald zu entkommen. Doch die Werwölfe sind nah'...



"Dogs... More like pussies" - Dog Soldiers

Kaum zu glauben, dass dieses Werk vom Budget her ein B-Movie sein soll, denn die Inszenierung ist wirklich klasse. Beim ersten Zusammentreffen von Militär und Werwolf wechselt die Kamera zwischen Egoansichten der Angreifer und Verfolger und zeigt das wilde Gefecht aus der Horizontalen. Mit wackeliger Kamera wird dem Film dabei ein gesundes Maß an Hektik und Realismus zugestanden, dass die paar schnellen Kamerafahrten noch verstärken. "Mittendrin statt nur dabei" ist hier die klare Devise.
Das in Verbindung mit diesem Film oft angesprochene Gorefest bleibt aber aus, was durchaus positiv bewerten zu ist. Blut fließt zwar in rauen Mengen und aufgeschlitzte Bäuche sind auch zu begutachten, aber werden diese Darstellungen nie so häufig eingesetzt, als dass sie plakativ wirken. Das liegt entweder am Fingerspitzengefühl des Regisseurs oder an den beschränkten finanziellen Möglichkeiten, die vor allem in der Darstellung der Werwölfe deutlich wird. Diese sind nur sehr selten in vollem Umfang zu sehen, werden meist schemenhaft oder sehr kurz gezeigt, was dem Horror aber keinen Abbruch tut. Technische Unmöglichkeiten wie Verwandlungen werden dabei umgangen, in dem man die Protagonisten kurz hinter Gegenständen verschwinden lässt. Da der Großteil des Films bei Nacht spielt wird die Ausweglosigkeit ihrer Lage später immer deutlicher. Der Schwerpunkt des Films wird im weiteren Verlauf dabei auf eine alte Holzhütte gelegt, in der sich die Soldaten zusammen mit einer Wissenschaftlerin zurückziehen, um sich zur Verteidigung einzurichten, während die Werwölfe das Gebäude schon längst umzingelt haben und mehrer Angriffswellen starten, die man aber noch zurückschlagen kann. Auch hier überzeugt der Film durch seine sehr düstere Optik. Die tolle Schnitttechnik, bei der oft zwischen den sich verteidigenden Soldaten hin und her geschnitten wird, vermittelt genauso ein Gefühl der Verzweiflung, wie die atmosphärische Musikuntermalung. Während der Munitionsvorrat sich dem Ende zuneigt, überlegt man fieberhaft, wie man überleben kann ...
Bei diesem Spektakel fallen die zu einem großen Teil doch sehr austauschbaren Gesichter der Soldaten negativ auf, die bis auf zwei Ausnahmen nicht länger im Gedächtnis bleiben. Schauspielerische Glanzleistungen habe ich hier von vornherein nicht erwartet, aber ein wenig unterschiedlicher hätten die Figuren schon ausfallen können. Vielleicht verursachte aber schon das Drehbuch Probleme, das klischeehaftes Verhalten zum Thema Kameradschaft und Zusammenhalt in Form von heldenhaften Machosprüchen etwas zu dick aufträgt...



"I am not breaking radio silence just cos' you lot got spooked by a dead flying fucking cow. - Dog Soldiers

Kaum zu glauben, was in der letzten Zeit alles durch die FSK gekommen ist. Entweder ungeschnitten ab 18 wie z.B. "House of the 1000 Corpses" oder gar "Beyond the Re-Animator", zwei Filme von denen jeder seine linke Hand auf eine geschnittene deutsche Fassung verwettet hätte. Aber auch der ziemlich derbe "Wrong Turn" und nicht zuletzt der hier besprochende "Dog Soldiers" überlebten den Kampf mit der FSK ohne jegliche Schnittwunden. Noch dazu kommt, dass die beiden letzteren Filme einen FSK16-Stempel bekommen haben. Gründe dafür findet man bei "Dog Soldiers" wieder darin, dass die Gewalt hier nicht vom Menschen oder Menschen ähnlichen Wesen ausgeht, da z.B. Tierhorrorfilme von jeher einen Freifahrtschein bei der FSK zu haben scheinen. Wie dem auch sei, wir können uns über die Tatsache natürlich nur freuen, denn so liegt die DVD aus dem Hause Legend in jedem Markt herum und findet hoffentlich mehr Beachtung, was der Film durchaus verdient hat.
Auch die DVD hat die Aufmerksamkeit der Käuferschaft verdient, so überzeugt das Bild durch einen durchweg hervorragenden Kontrastwert und kann in den überwiegend im dunklen spielenden Szenen mit einer stets guten Detailtreue aufwarten. Lediglich die Kanten- und Detailschärfe wirkt hier etwas unausgewogen und streckenweise erscheint das Bild etwas zu weich. Dafür gibt sich die durchweg kalte und stellenweise blasse Farbgebung äußerst naturgetreu und passt sich wunderbar dem Geschehen an. Störend fällt hier lediglich das teilweise recht starke Bildrauschen auf, was direkt zu Beginn des Filmes das Geschehen dominiert, jedoch schnell wieder abschwächt. Trotzdem ein Kritikpunkt, der immer mal wieder im Film auffällt. Die Kompressionen leisten eine ordentliche Arbeit, fallen jedoch gelegentlich durch etwas Blockrauschen auf. Insgesamt also ein recht ordentlicher anamorpher Transfer und wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine Low Budget-Produktion handeln soll, ist das Ergebniss mehr als nur zufriedendstellend.
Tonal hauen uns die deutsche Dolby Digital 5.1- und DTS-Spur nicht unbedingt um, was wohl daran liegt, dass das Geschehen insgesamt zu frontlastig abgemischt wurde. Uns wird zwar eine gute Dialogverständlichkeit geboten, aber insgesamt fehlt es hier noch etwas an Dynamik und Brillianz für ein wirklich guten Raumklang. Zwar bekommen die Effektlautsprecher immer was zu tun, dies äußert sich aber meistens nur für den Musikscore, obgleich im spätern Verlauf des Filmes auch mal richtig gute Effekte aus den hinteren Kanälen zum Einsatz kommen dürfen. Dies geschieht leider viel zu selten und wenn, dann zu zurückhaltend, weshalb nie eine richtige Räumlichkeit aufkommen will und man nie das Gefühl bekommt mittendrin zu sein. Ebenfalls der Tiefenbass hätte deutlich ausgeprägter ausfallen dürfen und so fehlt es im an Druck. Ein Unterschied von Dolby Digital auf DTS ist uns nicht aufgefallen, außer dass die DTS-Spur einen Tick lauter erscheint. Auch die englische Originalspur unterscheidet sich nicht wirklich zur deutschen Spur, erweist sich jedoch etwas natürlicher im Dialog- und Musikbereich.
Als Bonus gibt es einmal einen "Audiokommentar" mit den Produzenten David E.Allen und Brian O`Toole, welcher leider einmal wieder nicht untertitelt wurde. Dafür gibt es jedoch deutsche und englische Untertitelt für den Film. Unser Tipp: lasst die englischen Untertitel weg und packt lieber deutsche zum Audiokommentar drauf. Weiter geht es mit einem knapp 19-minütigen "Making of" zu "Dog Soldiers", welches neben Auschnitten aus dem Film, diverse "Interviews" des Cast & Crew-Teams beinhaltet. Leider ist hier der Begriff "Making of" etwas fehl am Platz, da dies hier nichts anderes ist als eine reine PR-Geschichte, die sich in den letzten 5 Minuten durch tolle Einblicke in die Entstehung der Werwölfe rettet. Wenn man es also so sehen will, bleiben von den 19 Minuten gerade mal 5 Minuten wirkliches "Making of" übrig. Schade, man hätte gerne mehr gesehen. Weiter geht es mit 17 Minuten "B-Roll: Behind-the-Scenes"-Material, was die Schwächen des "Making ofs" wieder wett macht und uns einen tollen Einblick in die Dreharbeiten gewährt. So soll es sein.
Als nächstes bekommen wir den Kurzfilm "Combat" vom Regisseur Neil Marshall zu sehen. Lustigerweise ist der Titel recht irreführend. So werden wir hier nicht Zeuge eines Kampfes im eigentlichen Sinnes, sondern bekommen Beziehungsprobleme zwischen Mann und Frau zu Gesicht, die unterlegt wurden mit Sounds aus Gefechten. Das ganze geht knapp 8 Minuten und ist allein von der Bildkomposition im Zuammenhang mit der Tonunterlegung wirklich spitze geworden und symbolisiert den ewigen Geschlechterkampf. Eine tolle Idee. Danach kommen wir aber zurück zu "Dog Soldiers" in dem wir uns 4 "nicht verwendete Szenen" anschauen dürfen, die man sich einmal im Original mit optionalen deutschen Untertiteln anschauen kann und einmal mit einem Regiekommentar, leider einmal mehr ohne deutsche Untertitel. Das selbe Spiel gibt es dann auch bei "Gag Reel", in denen wir einige Outtakes sehen. Leider wurde der Regiekommntar ebenfalls nicht untertitelt.
Neben dem "Original-Kinotrailer", 3 "Teaser-Trailer" und einem frühen "Promotion-Trailer" gibt es noch eine "Bildergalerie" mit 68 Bildern. Zum Schluss gibt es dann noch 7"Interviews" mit Cast & Crew welche insgesamt knapp 13 Minuten gehen.



"So these things aren't about to give up the fight and go home..."
"They ARE home."
"Yeah, that makes perfect sense. I mean, think about it. We bust into their house, we eat all their porridge, we sleep in their fucking beds. No wonder they're pissed." - Dog Soldiers

Düsterer, spannender, actiongeladener Horrorfilm, der den Mythos "Werwolf" nicht neu erfinden will, aber atmosphärisch dicht inszeniert wurde. Für ein B-Movie ungemein einfallsreich und unterhaltend dürfte "Dog Soldiers" dank des geschickten Regisseur Neil Marshall, der in Kamera, Schnitt und Effekten sehr viel Einfallsreichtum besitzt, mehr als nur ein Geheimtipp im Horrorgenre werden. Die kaum vorhandene Story und die stereotypen Charaktere fallen da kaum noch ins Gewicht. Kompromisslos und gut!
Bei der DVD aus dem Hause Legend Film Home Entertainment, die als Amaray in einem Pappschuber daher kommt, kann man eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Neben einer ordentliche Bild- und Tonqualität gibt es recht umfangreiches, wenn auch nicht überragendes Bonusmaterial, was sich durchaus sehen lassen kann. Unser Wunsch für zukünftigr Veröffentlichungen wäre jedoch, eine komplette Untertitlung der Audiokommentare. Ansonsten uneingeschrängt empfehlenswert und ein richtiger Geheimtipp ...


Film+++++-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++++--


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