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USA 1997
Originaltitel:Jackie Brown
Länge:147:50 Minuten (gekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Quentin Tarantino
Buch:Elmore Leonard, Quentin Tarantino
Kamera:Guillermo Navarro
Musik:Joseph Julián González
SFX:Thomas L. Bellissimo
Darsteller:Pam Grier, Samuel L. Jackson, Robert Foster, Micheal Keaton, Robert DeNiro, Bridget Fonda, Michael Bowen, Chris Tucker, Tom 'Tiny' Lister Jr., Sid Haig
Vertrieb:Universum/UfA
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild) & 1.85:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Kapiteleinleger
  • Schnapp die 100$
  • Interview mit Quentin Tarantino und Robert DeNiro (22:49 Min.)
  • Trailer:
    • Pulp Fiction (2:07 Min.)
    • Jackie Brown (1:45 Min.)
  • Cast & Crew:
    • Pam Grier (1:46 Min.)
    • Samuel L. Jackson (2:18 Min.)
    • Robert Forster (1:13 Min.)
    • Michael Keaton (0:49 Min.)
    • Bridget Fonda (0:25 Min.)
    • Michael Bowen (0:25 Min.)
    • Quentin Tarantino (1:16 Min.)
    • Lawrence Bender (0:52 Min.)
  • Triviales:
    • Referenzen (17 Seiten)
    • Goofs (19 Seiten)
Mit Schwarzgeld wird die Stewardess Jackie Brown am Flughafen gestellt. Das FBI wittert die große Chance, durch Jackies Aussage einen Schmuggler-Ring auszuheben. Die Cops sind bereit, Jackie laufen zu lassen, wenn sie den Namen ihres Auftraggebers preisgibt. Die Entscheidung fällt schwer, denn Ordell Robbie, ihr Boss und Drahtzieher dubioser Waffenschmuggel-Geschäfte, würde sie umbringen, wenn er Wind von einem Deal mit dem FBI bekäme. Bevor sie sich entscheiden kann, kommt alles ganz anders: Sie lernt den Kautionsvermittler Max Cherry kennen. Die beiden schmieden einen Plan und plötzlich hat Jackie die Idee, wie es ihr gelingen könnte, Ordell gegen die Polizei auszuspielen ...
"Jackie Brown" war ein Schock für viele. Nämlich für diejenigen, die die Ironie und die Botschaften hinter den cool gestylten Gangstern aus "Pulp Fiction" nicht erkannten. Und für die Unwissenden, die den Film nur cool fanden, weil es "in" war, auf Tarantino zu stehen. "Jackie Brown" ist nämlich nicht nur Tarantinos bisher wichtigster Film, sondern auch sein inhaltreichster.
Seine Story basiert auf einem Roman von Elmore Leonard (und dass dessen abgefahrenen Gangster-Stories "pure cool" sind, zeigen "Schnappt Shorty" und "Out of Sight"). Es geht hauptsächlich um Menschen mittleren Alters. Es geht um Jackie Brown (Pam Grier, die Blaxploitation-Ikone der 70er), die Geld für den Waffenhändler Ordell Robbie (Samuel L. Jackson, der einzige Darsteller, der sich aus "Pulp Fiction" hinüberretten durfte) schmuggelt. Die Stewardess hat das Geld immer bequem im Handgepäck. Als die Polizei (Michael Keaton, Michael Bowen) das Geld findet, soll Ordell auffliegen. Jackie erklärt sich einverstanden, Ordell übers Ohr zu hauen, wenn sie dadurch dem Gefängnis entgehen kann. Doch sie führt nicht nur Ordell an der Nase herum: Auch die beiden FBI-Cops ahnen nicht, dass Jackie gemeinsame Sache mit dem Kautionssteller Max Cherry (Robert Forster) macht. Und Ordell ahnt nicht, dass sein Partner und Freund Louis Gara (Robert De Niro) nicht nur scharf auf Ordells Freundin Melanie (Bridget Fonda) ist, sondern auch auf das Geld...
Viele Wendungen und Wirrungen später, wird klar, dass es hier nicht um irgendwelche inszenatorische Kniffe geht. Kein unchronologisches Herumspringen. Tarantino hält sich diesmal selber zurück. Lediglich den finalen Coup inszeniert er aus drei verschiedenen Blickweisen, nacheinander. Aber eine solche Vorgehensweise ist legitim, hilft bei einer korrekten Geschichtenerzählung und Wahrheitsfindung. Tarantino erzählt diesmal eine Geschichte. Bei "Pulp Fiction" erzählte er mehr oder weniger gehaltreiche Episoden und ordnete sie besonders "cool" und "hip" an. Doch diesmal ist es ihm ernst. Diesmal wirkt er erwachsener und konzentrierter. Auch hält er sich bei plastischen Gewaltdarstellungen zurück. Blut fließt hier eigentlich kaum bis wenig. Nur die Ermordung des De Niro-Charakters wird blutig dargestellt. Ansonsten liegt hier das Augenmerk komplett auf die Figuren, auf ihr Innenleben, auf ihre Sehnsüchte und Wünsche. Aber obwohl Tarantino wohl zum ersten Mal wirklich eine Geschichte im klassischen Sinne erzählt, vergisst er nicht "cool" zu sein. Jackson und Grier agieren eh überlegen gut, besonders Letztere läuft zur Höchstform auf.

Die Coveraufschrift, dass der Film im Vollbild und im Widescreen auf DVD gebracht wurde, könnte ein wenig verwirren, denn die DVD ist kein Flipper und der Film befindet sich nur einmal auf der Scheibe. Per Untertitel werden einfach oben und unten schwarze Streifen über die Open Matte-Version (man sollte Bridget Fondas "besonderen" Auftritt in dieser Fassung nicht verpassen) gelegt und somit ein Bildschirm füllendes Widescreen erzielt. Die Untertitel befinden sich dann oberhalb der schwarzen Streifen, leider nur ist das Bild dadurch nicht anamorph gespeichert und somit geht bei der Interpolation auf einem 16x9-Fernseher im Breitbildmodus ein wenig der guten Schärfe verloren, der noch ein wenig Informationen im Detailbereich fehlen. Auch ein Bildrauschen wurde eliminiert ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen. Nur in der ersten Szene auf dem Kachelmuster der Wand erkennt man, dass in Bewegungen die Details ein wenig verwischen, was insgesamt nur sehr wenig auffällt. Auch der Kontrast ist gut gewählt, nur an der Helligkeit hätte man zu Gunsten eines detaillierteren Bildes etwas drehen können. Vor allem aber die kräftigen Farben und die fehlerlose Kompression (bis auf eine Szene in der 127. Minute, in der Blockrauschen deutlich wird), gefällt mir bei dieser DVD sehr. Wer sich die Vollbild-Variante anschaut, der denke sich ein "sehr gut" fürs Bild, wer im eigentlichen Kinoformat von 1.85:1 zuschaut, der muss kleine Abstriche machen, die nur ein "gutes" Gesamturteil zulassen.
Man kann sagen, was man will, aber bisher hat es noch kein Tarantino-Film in der deutschen Synchronisation geschafft, die Atmosphäre des Streifens mit all seinen Sprüchen, Witzen und den coolen Umgangston einzufangen. Leider gibt es den englischen Ton, in dem beispielsweise Jackson den abgebrühten Waffenschieber mimt und dabei doppelt so gut wie im Deutschen rüberkommt, nur mit festen deutschen Untertiteln und um zurück zum deutschen Ton zu wechseln, muss man umständlich ins Hauptmenu wechseln. Der Score klingt satt und bemüht sich, den Bass sowie die Rear Speaker gut einzubringen, was in einigen Szenen (siehe Musikshop) ein raumfüllendes Ergebnis bringt. Nun ist "Jackie Brown" aber bei weitem kein Effektfilm, eher dialoglastig und daher werden Umgebungsgeräusche selten im hinteren Bereich umgesetzt, passen sich dann aber schön in das klar verständliche Klangbild ein.
Die Menus sind zwar alle mit Funky Music unterlegt, das schlichte s/w-Design ist aber sicherlich Geschmackssache, hier fehlt es vor allem an Übersichtlichkeit, da nicht immer klar ersichtlich ist, welcher Punkt anwählbar ist und welcher nicht. Tarantino- und DeNiro-Fans werden sich über das klasse Interview mit den beiden freuen, in welchem viel über persönliche Sachen gequatscht wird, aber auch über die Entstehung des Films. Leider ist dieses Feature wie auch die Statement-Schnipsel nur in Englisch OHNE jegliche Untertitel, was bei den genuschelten Fragen das Verständnis erschwert. Die kurzen Statements sind nicht gerade sehr aufschlussreich und sollen wohl die mangelhaften Bio- und Filmografien aufwerten, die meist nur aus ein paar Sätzen bestehen. Da gefallen die Goofs (Filmfehler) und Referenzen (Verbindungen zu anderen Filmen) besser, die auf über 30 Seiten interessante Dinge auflisten und teilweise sogar direkt mit der jeweiligen Szene aus dem Film verlinkt sind. Per "Schnappt die 100$"-Feature erscheint im Film an bestimmten Stellen (insgesamt 7 Mal) ein grünes Symbol, welches man mit Enter bestätigen kann, um einen kurzen Eindruck von der Entstehung der Szene zu bekommen. 2 Trailer runden das doch etwas dürftige Bonusmaterial (siehe RC1-DVD mit massig Features) ab, für welches man unbedingt der englischen Sprache mächtig sein sollte, ansonsten kann man noch einmal die Hälfte der knappen 3 Punkte abziehen.

"Jackie Brown" ist für mich einer der Klassiker der 90er Jahre. Er besitzt weitaus mehr Tiefe und Substanz als "Pulp Fiction", der natürlich auch genial ist. Aber "Jackie Brown" ist wohl der unterschätzteste Gangsterkrimi überhaupt. Unbedingt angucken! Die technisch recht gute deutsche DVD-Fassung von Universum ist im Übrigen um knapp 10 Sekunden geschnitten. Dieser kleine Schnitt in der Handlung kommt jedoch nicht von unserer staatlichen Zensurbehörde oder ist als Straffung von Seiten Universum zu sehen, sondern ein Fehler im Master, da man in Deutschland eigenartigerweise auf eine deutsche Kinorolle als Master zurückgegriffen hat, in dem die Szene warscheinlich durch ein Rollenriss oder einer schlechten Qualität fehlte oder entfernt wurde. Zwar nicht schlimm und kaum auffällig, jedoch fragt man sich wieso das Label hier kein richtiges Master nimmt. Selbst die ARD-Ausstrahlung war ungekürzt, ebenso wie die Code 1-DVD.


Film++++++
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


Druckbare Version
Jackie Brown
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