Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA, UK 2001
Originaltitel:Bunker, The
Länge:88 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Rob Green
Buch:Clive Dawson
Kamera:John Pardue
Musik:Russell Currie
SFX:Ken Lailey Effects
Darsteller:Charley Boorman, John Carlisle, Josh Cole, Simon D'Arcy, Jack Davenport, Christopher Fairbank, Jason Flemyng, Nicholas Hamnett, Simon Kunz, Eddie Marsan, Iain McKee, Peter O'Connor
Vertrieb:Legend
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Audiokommentar mit dem Regisseur, Kameramann und Szenenbildner
  • Making of "The Bunker" (23:23 Min.)
  • Schenkes Story (6:12 Min.)
  • 2 Deleted Scenes (2:43 Min.)
  • Originaltrailer (1:35 Min.)
  • Kurzfilme:
    • The Trick (11:47 min.)
    • The Black Cat (17:35 Min.)
  • Storyboard zu "The Black Cat"
Neun vom Krieg gezeichnete Wehrmachtssoldaten halten an der deutsch-belgischen Waldgrenze 1944 die Stellung. Sie warten auf den Feind. Aber längst ist ihnen klar, dass sie auf verlorenem Posten stehen. Während draußen das Tosen zerfetzender Granaten den Boden erbeben lässt, schleicht unter ihnen, in den verstaubten Katakomben des Bunkers, etwas viel bedrohlicheres durch die Gänge. Eine schaurige Legende kursiert über das verfallene Tunnelsystem, das besser keiner der müden Kämpfer betreten sollte und in dessen Labyrinth sich trotzdem bald einer nach dem anderen verliert.
"Wenn man lange in einem Abgrund blickt, dann blickt auch der Abgrund in einem selbst." - Friedrich Nietzsche

Wenn Engländer einen Film mit deutschen Wehrmachtssoldaten inszenieren ist Vorsicht angesagt. Vorurteile noch und nöcher sind hinlänglich bekannt, machen daher auch vor diesem Film nicht halt. Doch bevor verurteilt wird, muss man man erstmal das Licht dimmen (oder am besten ganz ausschalten) und die Anlage voll aufdrehen. Überhaupt wird so ein Film erst nachts bei völliger Dunkelheit genießbar, wenn man auch als Zuschauer zusammen mit den Soldaten den Bunker betreten kann. Ohne eigene Mithilfe hat der Film nämlich nur eine geringfügige Wirkung auf TV-Niveau und entfaltet sich weder optisch noch audiotechnisch.
Da krackseln drei Soldaten in einem merkwürdigen, schlecht beleuchteten Stollen herum, versuchen hastig ein Loch zu vernageln und flüchten dann doch vor dieser undurchdringlichen Dunkelheit auf der anderen Seite, von der (so spürt man) irgendwas Bedrohliches und Unheimliches ausgeht. Über weiteres wird man erstmal im Dunkeln gelassen, denn vier Monate später tobt der Krieg in Europa, was zu einer Flucht von einer Handvoll Wehrmachtssoldaten in genau diesen Bunker führt, den derzeit Reservisten besetzen, die sich stärker kaum voneinander unterscheiden hätten können: Ein alter desillusionierter Veteran und ein Jungspund direkt aus der Hitlerjugend. Bevor nun aber in dem unterirdischen Labyrinth gestorben, gemeuchelt und halluziniert wird, darf sich jeder Charakter vorstellen. Da ist für jeden was dabei: Der großkotzige Oberleutnant, der alte Haudege ("Steiner" lässt grüßen), ein Angsthase, ein überhitzter Heißsporn und ein scheinbar vernünftiger Unteroffizier, der einen Fehler begangen hat. Der Rest ist nur Support, um den Zuschauer möglichst schnell Leichen und Tote zu präsentieren. Sieht man von ein paar bescheuerten Handlungen ab(Ballern auf nicht sichtbare Gegner was geht, obwohl die Mun doch arg am Sperrbestand nagt), darf jeder jeden ankeifen, wobei dem Zuschauer gleich noch der Bunker und eine dicke Stahltür, die in die Tunnel führt, vorgestelltwird. Man merkt: Es ist Zunder im Bunker, der durch eine düstere Legende noch verfeinert wird! Nur will dabei keine Figur so richtig in den Vordergrund treten, oder schlimmer noch sympathisch erscheinen, was zum Fehlen der Identifikationsfigur führt. Nach allerbester Geisterhaus-Art murmelt oder flüstert es im Bunker in der Nacht und Musi wird gespielt. Das bringt die ersten Unvorsichtigen auf den Plan, die glauben in einer Todesfall zu sitzen und lieber flüchten möchten, da es angeblich einen Geheimausgang gibt. THE TUNNELS ARE OPEN!

Und hier gibt es dann genau das, worauf man sich die ganze Zeit gefreut hat: subtile Gänsehautatmosphäre, wie ich sie seit "The Ring" nicht mehr erlebt habe. Das Labyrinth von Gängen ist düster, Licht ist kaum vorhanden, geheimnisvolle Schattenspiele und Kratzen, Klaustrophobie en masse, Flüstern, Bassbrummen, was die tiefe Tonleiter hergibt. Verschlossene, mit Ketten gesicherte Tore, werden aufzubrechen versucht und eine böse Legende bewahrheitet sich. Kein Wunder, dass die Soldaten, die nach die Schicksale ihre beiden vorweggestapften Kameraden auskundschaften, von rätselhaften Halluzinationen, Wahnvorstellungen und alptraumhaften Rückblicken auf ein zurückliegendes Kriegsereignis (das später erklärt wird) geplagt werden und aufeinander losgehen. Gezeigt wird dabei nicht, was nun eigentlich die Tunnel beherrscht sondern nur minimal angedeutet. Den Rest reimen sich die Phantasien der Soldaten und des Zuschauers zusammen, die in hübscher Reihenfolge dahinsiechen. Dafür wird alles Reelle in aller Ausführlichkeit visualisiert: Ob erstochen, erschossen oder erschlagen - ohne Blut geht nirgends zu. Besonders eindrucksvoll geriet diesbezüglich das Ende des alten Mannes im Stacheldraht.
Bis dahin bleibt der Film ein hübsch atmosphärisches Gruselwerk, von dem sich so manche Bigbudgetproduktion eine Scheibe abschneiden könnte, doch als fast alle Soldaten "aufgebraucht" worden sind, lässt der Regisseur einen der Soldaten zum psychopathischen Killer mit überzogener Vaterlandsliebe mutieren. Und von da an wird es lächerlich, denn man verpasst ihm mittels Verbrennungen das Aussehen eines billigen, degenerierten Killers, der alle töten will. Hinzu kommt eine überflüssige Message und Aufklärung, die aber zumindest ansatzweise die Hallus in den Gängen erklärt und sich in Form von Rückblicken schon den gesamten Film über angedeutet hat, mich aber nicht interessiert. Müssen Gruselfilme denn immer logisch sein und erklärt werden? Nein! Jedenfalls wird klar, warum in dem Tunnel deutsche und keine britischen Soldaten sitzen, die nie zu diesem Verbrechen (??) fähig gewesen (Achtung, Sarkasmus) wären. Über das finale Schwingen mit der Moralkeule schweige ich mich an dieser Stelle im übrigen aus, wirkt sie doch zu aufgesetzt und schlicht und einfach überflüssig.

Die DVD aus dem Hause Legend Films kommt mit einer gewollt blassen und kühlen Farbsättigung daher, um die Atmosphäre des Film zu untermauern. Die Detail- und Kantenschärfe ist leider nur durchschnittlich und der Kontrast zu schwach, was zufolge hat, dass Details in vielen dunklen Szenen wortwörtlich verschütt gehen und man nicht selten im Dunkeln tappt. Doch man merkt anhand der minimalistischen Ausleuchtung der Szenen, dass dies durchaus als Stilmittel des Regisseurs gedacht war (wenn die Protagonisten nichts sehen, soll es uns nicht viel besser ergehen). In den Rückblenden hingegen bekommen wir kräftige Farben geboten und einen sehr steilen Kontrast. Wäre die Schärfe auf einem besseren Niveau, so hätte man durchaus eine höhere Punktzahl verteilen können. Die Kompressionen leisten gute Arbeit und können mit einer recht hohen Bitrate aufwarten. Defekte und Verschmutzungen fallen kaum auf, lediglich etwas Rauschen im Hintergrund ist auszumachen, ist jedoch kaum als störend zu bezeichnen.
Der Ton liegt uns einmal in Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1 vor, kann jedoch nur bedingt überzeugen. Zwar bekommen wir eine klare und deutliche Dialogwiedergabe geboten, jedoch kommt selten ein wirklicher Surroundsound auf, da die Rearspeaker zu wenig zum Einsatz kommen und meisten nur für die Umgebungsgeräusche und die Musik zum Einsatz kommen. Richtige Effekte kommen lediglich bei den Gefechten zum Tragen und halten sich dann auch sehr zurück. Ingesamt also eine ordentliche, jedoch viel zu frontlastige Abmischung, der es an Hamonie und Dynamik fehlt. Der DTS Track klingt im Ganzen etwas kräftiger und voluminöser. Ansonsten aber keine Unterschiede. Der englische Track unterscheidet sich ebenfalls kaum von der deutschen Tonspur. Optional gibt es dann noch deutsche und englische Untertitel, sowie einen Audiokommemtar mit dem Regisseur Rob Green, Kameramann John Pardue und Szenenbildner Richard Campling. Hier vermisst man leider die deutschen Untertitel, die für die nicht englisch versierten Zuschauer nötig gewesen wären.
Als Bonusmaterial gibt es einmal ein 23-minütiges "Making of" mit optionalen Untertiteln. Das "Making Of" bietet einige interessante Einblicke in die Dreharbeiten zu "The Bunker", schwimmt aber immer noch viel zu stark im typischen PR-Tümpel, gibt sich aber informativer als die üblichen Hollywood Making ofs. Unter "Schenkers Story" finden wir ein knapp 6 Minuten langen Rohschnitt einer Szene aus einer Kameraansicht und komplett unbearbeitet. Weiter geht es dann mit 2 "Geschnittene Szenen" und dem Original-Trailer zum Film. Das war es dann auch schon mit Bonusmaterial zum Film. Zum Schluss gibt es dann noch die beiden äußerst witzigen und imposanten Kurzfilme "The Trick" und "The Black Cat" von Regisseur Rob Green, sowie das komplette Storyboard zu "The Black Cat" im .PDF-Format im DVD-ROM-Teil. Insgesamt etwas wenig, aber die Kurzfilme machen dies größtenteils wieder wett.

"The Bunker" beginnt dialoglastig, farblos und mit Klischeecharakteren, baut in den Tunneln aber eine sehr spannende und beklemmende Atmosphäre auf, die seinesgleichen sucht. Das Fehlen einer Identifikationsfigur (man kann in den Tunneln die Soldaten nicht auseinanderhalten) und das zwanghafte Erklären des Übernatürlichen und Unerklärlichen zerstört aber genauso viel, wie die Moralkeule und das Finale in der Leichengrube. Potenzial verschenkt, aber darauf kann man aufbauen. Die DVD bietet eine durchschnittliche Bild- und Tonqualität, sowie interessantes Zusatzmaterial und kommt dazu noch in einer Amaray mit einem schönen Pappschuber daher. Für Fans empfehlenswert.


Film+++---
Bild+++---
Ton++++--
Bonus+++---


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.