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UK, CAN 2002
Originaltitel:Global Heresy
Alternativtitel:Au coeur du rock
aka. Rock My World
Länge:102 Minuten
Freigabe:ab 6 Jahre
Regie:Sidney J.Furie
Buch:Mark Mills
Kamera:Curtis J.Petersen
Musik:Jonathan Goldsmith
Darsteller:Alicia Silverstone, Peter O'Toole, Joan Plowright, Jaimz Woolvett, Keram Malicki-Sánchez, Christopher Bolton, Lochlyn Munro, Martin Clunes, Amy Phillips, Alex Karzis, Paul Constable, Daniel Fathers, Declain O'Reilly
Vertrieb:Legend
Norm:DVD
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Specials:-
Ausgerechnet vor Beginn ihrer großen England-Tournee lässt die gefeierte Rock-Band GLOBAL HERESY gleich zwei Bomben platzen: Das neue Bandmitglied heißt Nat (Alicia Silverstone); und um genügend Ruhe für die Arbeit am neuen Album zu haben, wird sich die Band an einen geheimen Ort zurückziehen - außerhalb jeglicher Kontrollmöglichkeit durch die Plattenfirma. Es erübrigt sich, zu erwähnen, dass selbige wenig begeistert von der Idee ist. Wenig begeistert sind auch Lord und Lady Foxley (Peter O'Toole, Joan Plowright). Nicht genug, dass das Geld zum Unterhalt des Herrenhauses Foxley Hall kaum noch ausreicht und sie das Dienstpersonal in Zwangsurlaub schicken müssen - jetzt müssen sie das Anwesen auch noch untervermieten, und das ausgerechnet an GLOBAL HERESY. Das Chaos beginnt: Rock'n'Roll trifft auf uralte britische Tradition, Basketball auf Kricket und Earl-Grey-Tee auf Marihuana. Bald steht ganz Foxley Hall kopf...
Als Fan von Filmen wie "Still Crazy", "Rock'n Roll Highschool", "Airheads" und "School of Rock" habe ich mich natürlich sehr auf die Veröffentlichung dieser britisch-kanadischen Co-Produktion gefreut, auch wenn hier zum Leidwesen jener Fans der oben genannten Titel viel zu wenig gerockt und gerollt wird. "Global Heresy" ist eine ruhige aber stellenweise recht witzige Komödie, die mehr auf das Treffen der Generationen und zweier Gesellschaften anspielt, als das Thema Rock'n Roll zu intensivieren. Man kann sogar sagen, dass die Musik hier eher die zweite Geige spielt, was nicht unbedingt schlimm sein muss, doch Regisseur Sidney J. Furie tut sich mit dem leichten und durchschaubaren Plot sichtlich schwer, eine durchweg unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Zu oft läuft Furie Gefahr den Zuschauer durch eine viel zu unspektakuläre Inszenierung zu langweilen, tritt in vielen Szenen permanent auf der Stelle und bringt die Handlung nicht voran. Dass der Film dennoch recht unterhaltsam geworden ist, hat er dem Staraufgebot zu verdanken. Die Show gehört hier eindeutig Peter O'Toole ("Caligula") und Joan Plowright ("101 Dalamtiner"), die hier als Lord und Lady Foxley zu sehen sind und sich auf ihrem eigenen Landsitz als Bedienstete ausgeben müssen, da sie so hoch verschuldet sind, dass niemand mehr bei ihnen arbeiten will. So können sie sich wenigstens ein paar Tausend Pfund von der Rock-Band verdienen, die aufs Land geflüchtet ist, um sich in aller Ruhe und ohne Einfluss der Plattenfirma auf ihre neuen Songs vorzubereiten. Aber anstelle uns einen Song nach dem anderen zu bieten, haben die Jungs und die neue Bassistin Natalie (Alicia Silverstone) genügend andere Probleme und stehen kurz davor von ihrem Label übern Tisch gezogen zu werden, ohne dass sie es überhaupt merken würden. Das Label will die absolute Kontrolle über die Band und deren Entscheidungen haben, so dass sie der Gruppe vorgaukelt, dass sie an den Gewinnen der Merchandise-Artikel beteiligt werden und dabei mit einer kleinen Klausel ihre Seele verkaufen. Nichts ahnend von den finsteren Machenschaften der Studiobosse, genießen sie erst einmal ihr Leben und widmen es ganz dem Basketball spielen, kiffen und den Lord zur Weißglut zu bringen. Dieser ist gar nicht angetan, so zu tun als wäre er der Butler. Aber dass auch in der Band nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, steht schon mal nach wenigen Minuten fest. Die erste Streiterei gibt es mit Natalie, die für den spurlos verschwundenen Gründer und Bassisten der Band einspringt und einen frischen und aggressiven Sound in das Spiel einzubringen versucht. Ganz zum Leidwesen von Flit (Keram Malicki-Sánchez), der in Ben immer eine Art Bruder gesehen hat. So geraten beide unliebsam aneinander ...
Alicia Silverstone ist, wenn man es so sagen darf, die absolute Fehlbesetzung für ihre Rolle (ich hätte mir lieber eine richtige Rock Bitch gewünscht) und verblasst an der Seite von O'Toole völlig. Entweder sie kann nicht schauspielern (sie hat ja schon das Gegenteil bewiesen) oder sie hatte einfach Angst an der Seite einer Legende zu stehen. Ganz anders gibt sich hier Lochlyn Munro ("Freddy vs. Jason", "Dracula 2000") als der durchgedrehte und ständig bekiffte Dave, der keinerlei Berührungsängste mit dem Altstar zu haben scheint. Aber auch wenn gerade O'Toole hier für die meiste Erheiterung sorgt, bleibt nach dem Genus von "Global Heresy" ein etwas leeres Gefühl in der Magengegend zurück. Hier fehlt es einfach an der nötigen Action, es gibt keine richtigen Höhepunkt, kein Konzert und das Ausspionieren der Plattenfirma wird viel zu überspitzt dargestellt und wirkt etwas aufgesetzt statt witzig. Daher kann eigentlich nur die Begegnung zwischen dem konservativer Landadel und der chaotischen Band als Highlight bezeichnet werden, in dem beide Seiten lehrreiche Erfahrungen sammeln und am Ende - wie sollte es auch anders sein - die besten Freunde werden. Doch leider reicht das nicht aus um den Zuschauer wirklich bei Laune zu halten, aber für einen kurzweiligen Filmeabend, wenn mal gerade nichts in der heimischen Glotze läuft, reicht es allemal.

Für einen Film, der gerade mal 2 Jahre auf dem Buckel hat, ist die Bildqualität sehr enttäuschend ausgefallen. Als erstes fällt hier die katastrophale Schärfe auf, die dem Zuschauer schon einiges an Geduld abverlangt. Nicht nur, dass die Detailschärfe zu wünschen übrig lässt und das Bild insgesamt zu weich wirkt, nein, dass gesamte Bild wird bei jeglichen Bewegungen total unscharf und zieht nacht. Das geht dann soweit, dass man teilweise das Gefühl bekommt, das sich die Bildteile fast "auflösen" (siehe Abbildung 1-3). Noch dazu kommt der zu dunkle und unnatürliche Kontrast und diverse Bildstörungen, die sich anhand eines blauen Blitzens zu erkennen geben (sieht man direkt schon im Hauptmenü). Die Farben sind ok, hätten jedoch deutlich intensiver sein können. Bildrauschen fällt zwar nicht auf, dafür haben die Kompressionen mit etwas Blockrauschen und Kompressionsartefakten zu kämpfen. Zwar liegt uns hier ein anamorphes Widescreen-Format vor, aber mehr als knappe 2 Punkte sind hier wirklich nicht drin.
Der Ton ist da schon deutlich besser, obgleich immer noch nicht gut genug um wirklich zu überzeugen und eine richtige Räumlichkeit will hier trotz 5.1-Spur nicht aufkommen. Die gesamte Abmischung ist sehr frontlastig ausgefallen und es fehlt hier an Dynamik und Druck. Die Effektlautsprecher kommen lediglich bei einigen wenigen Umgebungsgeräuschen zum Einsatz und bei den einzelnen Musikstücken. Jedoch auch bei den Proben der Band spielt sich das Geschehen hauptsächlich im vorderen Bereich ab. Dadurch entsteht keine Räumlichkeit und man wird das Gefühl nicht los, lediglich einen analogen Surround-Sound zu hören. Die englische 5.1-Spur weißt fast die selben Probleme auf, wirkt im Ganzen aber viel dynamischer und kräftiger als der deutsche Track. Die Dialoge wirken viel natürlicher und harmonisieren besser mit den Umgebungsgeräusche und der Musik, die hier ebenfalls viel besser ausgefallen ist. Teilweise deutlich lauter als die deutsche Version und an einigen Stellen zurückhaltender, aber stets natürlich. Doch auch hier heißt es: Ein richtiger Raumklang will nicht aufkommen. Bonusmaterial sucht man hier vergebens, dafür gibt es deutsche und englische Untertitel, sowie einen kleinen Schuber um die normale DVD-Hülle.

Die technische Umsetzung der DVD ist leider sehr bescheiden ausgefallen und in Anbetracht des Alters bildtechnisch als kleine Katastrophe zu sehen. Keine Ahnung was hier schief gelaufen ist. Schade drum, denn auch wenn "Global Heresy" so seine Schwächen hat, ist er für Fans von Peter O'Toole auf jedenfall entfehlenswert, denn seine Präsenz rettet den Film über weite Strecken vor dem Aus.


Film+++---
Bild++----
Ton+++---
Bonus------


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