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USA 1977
Originaltitel:Kingdom of the Spiders
Länge:91 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Bud Cardos
Buch:Richard Robinson, Alan Caillou
Kamera:John Arthur Morrill
Musik:Dorsey Burnette, Jerry Goldsmith
SFX:Greg Auer
Darsteller:William Shatner, Tiffany Bolling, Woody Strode, Lieux Dressler, David McLean, Natasha Ryan, Altovise Davis, Joe Ross, Marcy Lafferty
Vertrieb:Legend
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Deutscher Original-Trailer
  • US-Kinotrailer
  • 24seitiges Booklet "Acht Beine hat der Tod"
Nachdem in der Kleinstadt Verde Alley mehrere Tiere an mysteriösen Spinnenbissen sterben, finden Rack Hansen und Diane Ashley des Rätsels Lösung: In Folge des übermäßigen Insektizidverbrauchs haben sich in einem Spinnenhügel unzählige aggressive Taranteln zusammengerottet. Als die Spinnen plötzlich auch Menschen angreifen, versuchen sich Rack, Diane und ein paar Bekannte in einem Farmhaus in Sicherheit zu bringen. Doch schon sehr rasch wird die Situation für die Eingeschlossenen nahezu hoffnungslos.
Der ganz spezielle Ruf, der diesem Spinnenfilm vorausgeht, hat überhaupt nichts mit seinen leider nur sehr minderen Qualitäten zu tun, sondern eher mit dem erfreulichen Gebrauch von echten Spinnen und dem vielzitierten Schlussgag, der allerdings abgesehen von der schrecklichen Vorstellung nur eine Variante der Schlussszene von Hitchcocks "Die Vögel" ist. Überhaupt hat man eine ganze Menge beim Meister abgeguckt, wenn sich das Häuflein der letzten Aufrechten in dem Hotel vor der Stadt gegen die herandriftende Spinnenarmee verbarrikadiert. Da werden Fenster und Türen vernagelt und uns Spezi Willi Shatner, der knuddeligste Bauch des gesamten "Star-Trek"-Universums marschiert tatsächlich aus sicherungstechnischen Gründen in einen Nebenraum und fällt unter die Krabbler. Soviel zu Tippi Hedren.
Ab von vorne und von unten: "Mörderspinnen" ist ein recht blasser B-Grusler, der dermaßen viele logische Löcher vor sich herschiebt, dass man abgesehen vom leichten Spinnenekel das Gähnen kaum verhehlen kann. Da führt der verstärkte Einsatz von DDT (hey, ein Einfall und wir haben die Erklärung!) zu einer Zusammenrottung, die Heinz Sielmann über die Klippe stürzen würde, weil die Viecher sich untereinander ja nicht abkönnen. Deswegen knuspern sie auch erst ausschließlich Rinder an, bevor sie sich an Leuten verlustieren, weil wir ja eine gewisse Steigerung benötigen. Immerhin kommt Shatner, der mit einer viel zu jungen und total unpassenden Synchronstimme (es ist die von Terence Hill, wenn ich mich nicht irre...) gesegnet wurde, recht schnell auf die Lösung und lässt eine Expertin anreisen, der natürlich niemand glaubt.
Alles weitere ist so doof, dass man es kaum glauben möchte. Wer immer nicht nett zu Spinnen war oder sein will, findet die Viecher in Massen unter seinem Arsch. Im DDT-Flugzeug (dass trotz Nichtwirkung munter eingesetzt werden soll) scheinen sie den siebten Sinn zu haben, doch die Zwanzig verstecken sich so geschickt unter dem Sitz, dass das dem Piloten nicht auffällt. Im Auto verstecken sie sich taktisch hinter der Sonnenblende - scheiße, die Viecher waren wohl in Vietnam!
Als ob es dann an Hirnlosigkeiten nicht genug wäre, fangen die Biester auch noch an, ihre Opfer einzuspinnen, was besonders fit ist, denn diese Jagdspinnen weben gar keine Netze. Immerhin fällt das auch der Biologin nicht auf. Dafür glaubt ihr dann natürlich keiner, als es ans Eingemachte geht. Als könnten alle Leute nicht von hier bis zur Tür denken, verrammeln sie sich im Ferienhotel, obwohl das mehr Astlöcher als ein Fischernetz hat und eine Flucht im Auto jedem Autisten logischer vorgekommen wäre. Zwischendurch beweisen die Krabbler dann noch dolle Geschwindigkeit, denn des Jungmädels Mütterlein wird so schnell von den Viechern überrannt, dass man gar nicht weiß, wie sie das geschafft haben sollen, denn die Gute war selbst recht fix. Ein Lob dabei an das Mädel (toll gespielt von der kleinen Natasha Ryan ("Amityville Horror"), dass es in einigen Sequenzen auf du und du mit einem Rudel Taranteln aushält und dabei noch Text hat (Kreisch!).

Zu dem dollen Schlussgag wollen wir nur sagen, dass die Einspinnung einer kompletten Stadt wohl etwas länger als eine Nacht gedauert hat, Spinnen ein Fenster nicht durch Masse eindrücken können und die Wahrscheinlichkeit, dass bei der (immerhin eindrucksvollen) Massenpanik anscheinend nicht einer der Stadtbewohner entkommen ist, tendiert doch gegen Null. Logo, dass am Morgen auch noch kein Fremder durch die Gegend gefuhrwerkt ist. Geschauspielert ist das recht gefällig, sogar Shatner hat ein Toupet, das nicht ganz so lächerlich wirkt und vor allem der Spinnentrainer dürfte ein Heidengeld verdient haben, denn die Arachniden sind hier wirklich gar zahlreich. Mein Favorit bleibt die junge Schwarze, die ihr Colt-Magazin in ihrem Wohnzimmer auf die Krabbler leert und sich ein besonders schönes Exemplar mit der letzten Kugel vom Handrücken pustet, wo doch Schütteln auch was gebracht hätte. Aber was soll man gegen einen Höllenruf machen? Wenigstens hat keiner diesen Spinnenfaden weitergesponnen ...


John 'Bud' Cardos Tierhorror hat nun schon einige Jahre auf den Buckel und dementsprechend sensibel muss man mit einer DVD-Kritik umgehen. Jedoch, um es gleich vorweg zu nehmen, die uns vorliegende DVD aus dem Hause Legend muss sich nicht verstecken, vor allem nicht hinter der absolut miserablen US-DVD von Godtimes, die zudem noch im Vollbild erschien. Die Legend-DVD liegt hier zwar auch nur im Letterbox-Format vor, obgleich es eine anamorphe Widescreen-Fassung gibt, man hat sich jedoch gegen die zur Zeit wohl verkaufsfördernde anamorphe Version entschieden, da diese vom Bild her deutlich schlechter war - eine löbliche Entscheidung. Auch wenn die uns vorliegende DVD wohl zur Zeit die beste Bildqualität zu haben scheint, gibt es auch hier kleine Dinge zu bemängeln. Als erstes ist uns die Schärfe aufgefallen, die etwas unausgewogen erscheint. In Nahaufnahmen gibt es meist eine ordentliche Detailschärfe, die aber nie wirklich gut ist. Immer scheint das Bild zu weich, was an dem Einsatz von Rauschfiltern gelegen haben kann. Auch die Kanten neigen zu einigen unschönen Doppelkonturen, was an einer Überschärfung (Edge Enchancement) liegt, zwar nicht unbedingt schlimm ist, jedoch an einigen Stellen (meist beim blauen Himmel als Hintergrund) stören kann. Bei schnellen Kameraschwenks kann es dann auch schon mal zu leichten Nachzieheffekten kommen, die aber kaum ins Gewicht fallen. Der Kontrast befindet sich auf einem recht hohen Niveau und weiß bis auf einige wenige Ausnahmen zu überzeugen. Hier wirken lediglich einige Tagszenen zu grell, dafür verbirgt er aber in dunklen Szenen keine Details. Die Farbsättigung ist ebenfalls sehr gut und die Farben kommen sauber und kräftig zur Geltung. In einigen Szenen (z.B. ab 70. Minute) dominieren Brauntöne das Geschehen und verfälschen das Bild. Dies ist jedoch mehr als Stilmittel zu sehen, auch wenn es nicht so ganz ins Szenario passen will (haben wir doch erst gedacht unser TV hat den Geist aufgegebenen). Die Kompressionen leisten trotz einer durchschnittlichen Bitrate gute Arbeit, fallen jedoch gelegentlich durch Blockrauschen im Hintergrund auf, dafür finden wir hier so gut wie keine Defekte, Verschmutzungen oder Bildrauschen.
Der vorliegende nahezu rauschfreie Monoton überzeugt durch seine gute Sprachverständlichkeit, macht jedoch durch seine leichten Verzerrungen in den Dialogen negativ auf sich aufmerksam. Auch klingt er insgesamt zu unnatürlich, da ist der O-Ton schon deutlich besser, auch wenn er einen höheren Rauschfaktor hat, klingt er in den Stimmen wesentlich natürlicher. Löblich, dass man sich hierbei die Mühe gemacht hat deutsche und englische Untertitel einzubauen, die man optional im Bild oder im Balken hinzuschalten kann. Das Zusatzmaterial ist jedoch etwas mager ausgefallen. 2 Trailer und ein 25-seitiges, sehr interessantes Booklet sind leider alles und bekommen von uns auch nur wegen dem Booklet einen Gnadenpunkt ...


Fans von trashiger Unterhaltung werden auf jedenfall Spaß an "Mörderspinnen" haben, soweit man in der Lage ist, nicht allzu viel über die Logik nachzudenken. Wer hier Realismus sucht, sollte sich lieber eine Dokumentation über die Krabbelviecher anschauen. Die DVD aus dem Hause des Kölner Independent-Anbieters Legend Home Ent. bietet trotz kleiner altersbedingten Schwächen im Bild eine gute Umsetzung, die noch dazu in einer lustig designten Amaray mit Pappschuber ausgeliefert wird. Fans und Sammler von Tierhorror-Filmen dürfen hier ruhigen Gewissens zugreifen.


Film+++---
Bild++++--
Ton++----
Bonus+-----


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